11. Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen

Das Unternehmen legt offen, in welchem Umfang natürliche Ressourcen für die Geschäftstätigkeit in Anspruch genommen werden. Infrage kommen hier Materialien sowie der Input und Output von Wasser, Boden, Abfall, Energie, Fläche, Biodiversität sowie Emissionen für den Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen.

Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ nutzt als wichtigste energetische und materielle Ressourcen Strom, Erdgas, Treibstoffe, Wasser, Chemikalien, Werkstatt- und Baumaterialien sowie Fertigprodukte aller Art (z.B. IT-Technik, Papier, Laborgeräte) und erzeugt entsprechende Mengen an CO2-Äquivalent-Emissionen, Abwasser, Abfall und Abwärme. Der Campus Telegrafenberg ist als wichtigste räumliche Ressource einerseits ein denkmalgeschütztes Bauensemble in einer alten Parkanlage mit hoher Biodiversität und besitzt daher einen hohen baugeschichtlichen und naturräumlichen Wert für die Stadt Potsdam. Andererseits erzeugt der Campusbetrieb einen erheblichen Beschäftigten- und Lieferverkehr, finden diskontinuierliche, aber teilweise jahrelange Baumaßnahmen statt und werden dadurch vor allem tagsüber Abgase und Lärm emittiert.  

Das GFZ ist Teil der Nutzergemeinschaft „Wissenschaftspark Albert Einstein“ (NuGem) auf dem Campus Telegrafenberg. Vertragspartner für den Einkauf von Energie und Wasser ist die NuGem. Der Verbrauch von Strom und Gas wird durch die Übergabezähler des Netzbetreibers an den jeweiligen Übergabepunkten auf dem Campus per Lastgangmessung erfasst (stunden- bzw. viertelstundenscharf aus geeichter Messung).

Der Campus umfasst 46 Gebäude, welche von den Mitgliedern der NuGem teils allein und teils in Gemeinschaft mit anderen NuGem-Mitgliedern genutzt werden. Die Medienverbräche der Gebäude werden aufgrund von Durchschnittswerten für die Anzahl der MitarbeiterInnen und der genutzten Flächen auf die einzelnen Mitglieder der NuGem aufgeteilt. Als kleinste Einheit wird der Medienverbrauch von Gebäuden einzeln erfasst. Diese Messwerterfassungen finden je nach Medium und Anforderung an die Zählung in Zeitintervallen von 5 Minuten bis zu einem Monat statt. Normalerweise wird der Messwert monatlich manuell erfasst. Die Summierung der Einzelzählungen der Medien weicht im Zeitraum 2017-2019 im Bereich von -8 % bis +10 % von der geeichten Messung an den Übergabepunkten ab. Der Medienverbrauch eines einzelnen NuGem-Mitglieds muss daher als Schätzwert eigestuft werden.

Das GFZ hat neben dem Hauptcampus Telegrafenberg drei weitere Standorte in Potsdam und drei Außenstellen in Niemegk (Brandenburg), Weßling und Windischeschenbach (beide Bayern). Diese machen weniger als 10 % des Medienverbrauchs aus (Energieauditbericht 2019). Berichtet werden unten nur die Medienverbräuche des Hauptcampus.

Die quantitativen Angaben zu den Medienverbräuchen und weitere Informationen finden sich in den Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12 (vgl. Kriterium 12: Ressourcenmanagement).

12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Seit 2017 bezieht das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ als Teil der Nutzergemeinschaft auf dem Telegrafenberg (NuGem) seinen Strom aus erneuerbaren Energiequellen („Ökostrom“). Die Leistungsbeschreibung für den Ökostrom basiert auf den Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA) einschließlich seiner besonderen Anforderungen für Wasserkraft und stellt damit höchste Ansprüche hinsichtlich ökologischer Anforderungen beim Einkauf von Strom. Gegenüber konventionell erzeugtem Strom erfordert die Ökostromnutzung einen jährlichen finanziellen Mehraufwand von ca. 50.000 EUR.  Seit 2018 hat das GFZ eine Personalstelle für den Bereich Energiemanagement geschaffen. Die dadurch bereits erreichten Fortschritte sind unter anderem:
Als weitere Ziele wurden Identifiziert:
Das GFZ betreibt in seinem Hauptgebäudekomplex „B-G“ zwei mit Erdgas betriebene Blockheizkraft-Module, drei Gasbrennkessel, zwei Absorbtionskältemaschinen, eine konventionelle Kompressionskältemaschine und eine mit CO2 als Kältemittel arbeitende Kältemaschine welche Wärme auskoppeln kann.

Die gekoppelte Strom-, Wärme und Kälteerzeugung ist zum Zeitpunkt der Berichterstellung Gegenstand einer systematischen Analyse für die zukünftige Ausrichtung. Berichtet werden daher unten die berechneten Medienverbräuche für Gas und Strom (siehe Kriterium 11: Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen).

Eine wichtige räumliche Ressource ist für das GFZ das Campusareal auf dem Telegrafenberg. Die Erhaltung und behutsame Weiterentwicklung dieser denkmalgeschützten Parkanlage stellt besondere Anforderungen an die Pflege- und Planungsarbeiten sowie die Nutzung. Neben einer regelmäßigen Grünraumpflege (u.a. mit Gehölz- und Rasenschnitt sowie Laub- und Schneeberäumung) und Einschätzungen des Zustands finden anlassbezogene Arbeiten statt (u.a. Reparatur von Wegen und Parkflächen, Baumfällungen, Nachpflanzungen von Gehölzen). Drei Dürrejahre in Folge (2018-2020) sowie Stürme – eingebettet in den generellen Trend klimatischer Erwärmung inklusive Zunahme meteorologischer Extremereignisse in Nordostdeutschland – haben zu erheblichen Schäden am Baumbestand geführt. Eine systematische Erhebung zum Zustand, zur Perspektive (Ziele) und zu konkreten Maßnahmen soll im Rahmen eines geplanten „Parkpflegewerks“ ab 2021 erfolgen.

Weitere Risiken als diejenigen, die sich aus der normalen Geschäftstätigkeit des GFZ ergeben und die negative Auswirkungen auf Ressourcen und Ökosysteme haben (z.B. Energieverbrauch, Emissionen, Abfall), sind nicht bekannt. Ein potenzielles Risiko ist für das GFZ mit seiner weltweiten Tätigkeit verbunden, da die Folgen einer nichtnachhaltigen Entwicklung in vielen Teilen der Erde inklusive Klimawandel zur politischer Destabilisierung, bewaffneten Konflikten und Gesundheitsproblemen führen und die Forschung regional erheblich beeinträchtigen können.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 11 bis 12

Leistungsindikator GRI SRS-301-1: Eingesetzte Materialien
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht oder -volumen der Materialien, die zur Herstellung und Verpackung der wichtigsten Produkte und Dienstleistungen der Organisation während des Berichtszeitraums verwendet wurden, nach:
i. eingesetzten nicht erneuerbaren Materialien;
ii. eingesetzten erneuerbaren Materialien.

Dieser Indikator wird nicht berichtet. Bislang erfolgt am GFZ keine Erfassung der eingesetzten Materialien nach Gesamtgewicht oder -volumen.

Leistungsindikator GRI SRS-302-1: Energieverbrauch
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus nicht erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

b. Den gesamten Kraftstoffverbrauch innerhalb der Organisation aus erneuerbaren Quellen in Joule oder deren Vielfachen, einschließlich der verwendeten Kraftstoffarten.

c. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen den gesamten:
i. Stromverbrauch
ii. Heizenergieverbrauch
iii. Kühlenergieverbrauch
iv. Dampfverbrauch

d. In Joule, Wattstunden oder deren Vielfachen die/den gesamte(n):
i. verkauften Strom
ii. verkaufte Heizungsenergie
iii. verkaufte Kühlenergie
iv. verkauften Dampf

e. Gesamten Energieverbrauch innerhalb der Organisation in Joule oder deren Vielfachen.

f. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

g. Quelle für die verwendeten Umrechnungsfaktoren.

Stromverbrauch 2019 (100 % Strom aus erneuerbaren Energiequellen): 5.395.260 kWh

Gasverbrauch 2019: 6.028.584 kWh

Leistungsindikator GRI SRS-302-4: Verringerung des Energieverbrauchs
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Verringerung des Energieverbrauchs, die als direkte Folge von Initiativen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz erreicht wurde, in Joule oder deren Vielfachen.

b. Die in die Verringerung einbezogenen Energiearten: Kraftstoff, elektrischer Strom, Heizung, Kühlung, Dampf oder alle.

c. Die Grundlage für die Berechnung der Verringerung des Energieverbrauchs wie Basisjahr oder Basis/Referenz, sowie die Gründe für diese Wahl.

d. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Wie oben dargestellt (siehe Kriterium 11: Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen), ist die Energieverbrauchs-Ermittlung für das GFZ als Schätzwert einzustufen. Folglich müssen in der Zukunft Lösungen gefunden werden, um die Verbrauchswerte genauer zu bestimmen. Es kann anhand der Schätzwerte noch nicht dargestellt werden, wie sich zwischen 2018 und 2019 der Energieverbrauch verändert hat, da die summierten Messungen an den Übergabepunkten mit ca. +/- 10 % differieren. Das GFZ beabsichtigt, um 2021/2022 ein Energiemanagementsystem einzuführen, mit dessen Hilfe zunächst eine systematische Erfassung der signifikanten Energieverbraucher aufgebaut wird und danach laufend eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung erzielt werden soll. Hierzu wird in 2021 eine Gap-/Lücken-Analyse durchgeführt, um eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Eine Gesamtübersicht über alle Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs existiert momentan nicht. Auch gibt es bislang keine klar definierten Ziele für die Verringerung des Energieverbrauchs. Im Rahmen der künftigen Einführung eines Energiemanagementsystem am GFZ sind auch entsprechende operative und strategische Ziele zu definieren.

Für den Bereich der technischen Dienste am GFZ wurden und werden bei Neubau- und Instandsetzungsmaßnahmen energetische Maßnahmen regulär berücksichtigt, ohne dass diese bislang systematisch nachverfolgt und ausgewertet wurden. Beispiele für bisher identifizierte und umgesetzte Energieeinsparpotenziale am GFZ sind:
Als konkrete Maßnahmen wurden/wird:

Leistungsindikator GRI SRS-303-3: Wasserentnahme
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamte Wasserentnahme aus allen Bereichen in Megalitern sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten.

b. Gesamte Wasserentnahme in Megalitern aus allen Bereichen mit Wasserstress sowie eine Aufschlüsselung der Gesamtmenge nach den folgenden Quellen (falls zutreffend):
i. Oberflächenwasser;
ii. Grundwasser;
iii. Meerwasser;
iv. produziertes Wasser;
v. Wasser von Dritten sowie eine Aufschlüsselung des Gesamtvolumens nach den in i-iv aufgeführten Entnahmequellen.

c. Eine Aufschlüsselung der gesamten Wasserentnahme aus jeder der in den Angaben 303-3-a und 303-3-b aufgeführten Quellen in Megalitern nach den folgenden Kategorien:
i. Süßwasser (≤1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (Total Dissolved Solids (TDS)));
ii. anderes Wasser (>1000 mg/l Filtrattrockenrückstand (TDS)).

d. Gegebenenfalls erforderlicher Kontext dazu, wie die Daten zusammengestellt wurden, z. B. Standards, Methoden und Annahmen.

Trinkwasserverbrauch 2019: 14.396 m3

Abwasseranfall 2019: 13.274 m3

Die allgemeine Erfassung und Verteilung von Medienverbräuchen am GFZ wurde oben dargestellt (siehe Kriterium 11: Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen) dargestellt. Der Verbrauch von Wasser wird am geeichten Übergabezähler monatlich manuell erfasst und dem örtlichen Wasserversorger gemeldet. Das Trinkwasser, gewonnen aus Grundwasser im unmittelbar benachbarten Wasserwerk Potsdam-Leipziger Straße (der Campus auf dem Telegrafenberg ist selbst Teil des entsprechenden Wasserschutzgebietes), wird wie folgt verwendet:
Eine direkte Entnahme von Grundwasser findet nicht statt. Das GFZ hat diverse „Gartenwasserzähler“ welche vom Trinkwasserverbrauch durch den Wasserversorger abgezogen werden, um die Schmutzwassermenge zu ermitteln. Die Entsorgung des Schmutzwassers erfolgt durch den vorhandenen Anschluss an die städtische Kanalisation. Es existieren zwei Zisternen (eine davon befindet sich im Bau) für die Nutzung von Regenwasser als Gartenwasser. Im Brandfall würde Trinkwasser als Löschwasser zur Verwendung durch die örtliche Feuerwehr kommen. Löschteiche oder andere Retentionsbecken existieren nicht und sind nicht geplant.

Leistungsindikator GRI SRS-306-3 (2020): Angefallener Abfall
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtgewicht des anfallenden Abfalls in metrischen Tonnen sowie eine Aufschlüsselung dieser Summe nach Zusammensetzung des Abfalls.

b. Kontextbezogene Informationen, die für das Verständnis der Daten und der Art, wie die Daten zusammengestellt wurden, erforderlich sind.

Menge von nicht gefährlichem Abfall 2019: 55,3 t

Menge von gefährlichem Abfall 2019: 4,55 t

Das Abfallaufkommen am GFZ ist sehr heterogen und liegt derzeit bei insgesamt 59,85 t. Die Menge an nicht gefährlichen Abfällen (v.a. Papier- und Pappeverpackungen, Sperrmüll, biologisch abbaubare/organische Stoffe, Restmüll, Bau- und Abbruchabfälle) beträgt dabei 55,3 t, die der gefährlichen Abfälle (v.a. chemische Laborabfälle, Batterien und Akkumulatoren) 4,55 t.

Das GFZ hat keine ausdrückliche Abfallstrategie. Es handelt nach dem Grundsatz des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, wonach Abfallvermeidung vor Abfallverwertung und -entsorgung Vorrang hat. Die Abfallvermeidung geschieht v.a. durch die Nutzung langlebiger Güter und in Form der Substitution von Gefahrstoffen gemäß Gefahrstoffverordnung. Bei den Laborchemikalien liegt die Verantwortung in der Hand der jeweiligen Laborleitungen, bei den Stoffen im Bereich der Haustechnik bei den betreibenden IngenieurInnen.

Für die Abfallverwertung sind die Beschäftigten angehalten, die entstehenden Abfälle in getrennten Behältersystemen zu entsorgen. Diese wurden flächendeckend für Restmüll und Papier etabliert. Ebenso sind die Reinigungsdienstleister verpflichtet, die Abfälle in getrennten Fraktionen einzusammeln und zu den Entsorgungsstellen auf dem Telegrafenberg zu bringen. Diese verfügen über Restmüllbehälter und eine Papierpresse sowie Glas- und Wertstoffcontainer. Durch Beratung der jeweiligen Akteure durch die Allgemeinen Dienste des GFZ wird an einer Verbesserung der Trennung der Abfälle gearbeitet. Ziel ist es, den Abfallanteil zur stofflichen Verwertung weiter zu erhöhen und das Abfallaufkommen pro Person an Pappe und Papier zu vermindern. Der von den Reinigungsdienstleistern eingesammelte Abfall besteht aus persönlichem Restmüll der Beschäftigten sowie aus Papier. Durch die schrittweise Digitalisierung aller Geschäftsprozesse am GFZ wird die Notwendigkeit einer papierbasierten Dokumentation reduziert.

Der Anteil der „biologisch abbaubaren Stoffe“ (5 t) ist v.a. auf die Beseitigung von Laub auf Wegen und Straßen zurückzuführen. Dieses wird der Kompostierung zugeführt und als zertifizierter Kompost kommunal wiederverwertet. Eine Verringerung des Aufkommens ist nicht geplant. Sonstige organische Stoffe (Baumstämme, Äste, Laub) werden auf dem Campusgelände dem natürlichen Stoffkreislauf zugeführt. Nachfolgend werden die verschiedenen Abfälle gemäß Abfallschlüssel (Abfallverzeichnis-Verordnung – AVV) mit ihren anfallenden Mengen und ihrer Verwertungsmethode aufgeführt:

Abfaelle_GFZ_2019.docx (106.95 KB)

13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die für das Deutsche GeoForschungZentrum GFZ für das Berichtsjahr 2019 nach dem „GHG Protocol“ berichteten klimarelevanten Emissionen (in Tonnen CO2-Äqivalent) stellen insgesamt eine Abschätzung dar, die die wesentlichen Emissionskompartimente erfasst. Die zur Berechnung verwendeten Emissionsfaktoren folgen Vorgaben des Umweltbundesamtes (Kohlendioxid-Emissionsfaktoren für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen, Handbuch für Emissionsfaktoren/HBEFA).

Die CO2-Gesamtemission des GFZ im Jahr 2019 betrug 3.674,67 t und wurde durch Energieverbräuche zur Wärme- und Stromgewinnung aus Erdgas (Scope 1, 32,9 %), zum Betrieb der Fahrzeugflotte (Scope 1, 1,5 %) und im Rahmen von dienstlichen Flugreisen (Scope 3, 65,6 %) verursacht (zu dienstlichen Bahnreisen siehe unten). Da das GFZ seit 2017 Ökostrom nutzt, fielen in 2019 keine indirekten strombezogenen Emissionen (Scope 2) an. Für weitere Bilanzgrößen im Rahmen von Scope 1 und Scope 3 (z.B. Verbrauch von Kühlmitteln, Zuliefer- und Beschäftigtenverkehr, Baumaßnahmen und weitere Dienstleistungen, Wasserver- und Abwasserentsorgung, Konsum von Verbrauchsgütern) können derzeit aufgrund fehlender Daten für das GFZ keine Angaben gemacht werden.

Während der Verbrauch von Erdgas zur Wärme- und damit gekoppelten Stromgewinnung (in Blockheizkraftwerken) wie auch die Kilometerfahrleistung der GFZ-eigenen Fahrzeugflotte (19 PKW zumeist mit Dieselantrieb) exakt bemessen werden kann, stellen die summierten Flug- und Bahnreisekilometer der Dienstreisen eine überschlägige Schätzung dar. Voraussetzung zur Ermittlung der Reisekilometer ist eine Buchung über das Vertragsreisebüro des GFZ bzw. der „Online-Booking-Engine“. Diese erfassen standardmäßig Ziel und Strecke pro Reise. Bei den Flugreisen erfolgte 2019 laut SAP-Auswertung für 73 % der Reisen eine Buchung per Reisebüro/Engine; 27 % wurden privat gebucht. Bei den Bahnreisen beträgt das entsprechende Verhältnis 53 % zu 47 %. Da die Bahnbuchungen über das „bahn.business“-Programm der Deutschen Bahn abgewickelt werden und dieses Programm zu 100 % Ökostrom nutzt bzw. indirekte Emissionen kompensiert (https://gruen.deutschebahn.com/de), sind die Bahnreisen für das GFZ ohne CO2-Emissionen verbunden. Generell wird sich am GFZ in den kommenden Jahren aufgrund bereits getroffener interner Vereinbarungen der Anteil zentral gebuchter Dienstreisen erhöhen und sich damit auch die Kilometerbilanzierung präziser ermitteln lassen.

Durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ab 2017 ist es dem GFZ gelungen, den 2016 noch bei ca. 40 % der Jahresemission liegenden Strombezug (Scope 2) auf 0 % und damit die damals bei ca. 6.638 t CO2eq liegende Jahresemission auf 3.675 t CO2eq (2019) zu senken. Das bedeutet in etwa eine Halbierung der klimarelevanten Gesamtemissionen im Zeitraum 2016 bis 2019.

Die Bilanzierung für 2019 zeigt, dass potenziell vor allem im Bereich des Wärmeverbrauchs bzw. in der Art und Weise der (gekoppelten) Wärme- und Stromgewinnung sowie bei den dienstlichen Flugreisen Emissionssenkungspotenziale bestehen. Eine Senkung des Wärmeverbrauchs ist vor allem bei anstehenden Gebäudesanierungen im Rahmen einer energetischen Optimierung der Gebäudehülle und -technik in Betracht zu ziehen, sofern dies denkmalschutzrechtlich möglich ist. Darüber hinaus besteht prinzipiell die Möglichkeit, den Campus Telegrafenberg an die zentrale Fernwärmeversorgung der Stadt Potsdam anzuschließen. Hierbei sind allerdings wirtschaftliche und technische Aspekte (u.a. Finanzierung und Baumaßnahmen) ebenso zu berücksichtigen wie der Umstand, dass seitens der Stadt derzeit noch Erdgas als nichtnachhaltige Energiequelle zur Fernwärmeversorgung genutzt wird. Bei den dienstlichen Flugreisen – sie sind unabdingbar notwendig für die weltweite Tätigkeit des GFZ, verursachen mit 66 % aber auch den größten Anteil der klimarelevanten Emissionen – besteht zwar ein gewisses, wenngleich wohl nur geringes Einsparpotenzial (z.B. Verzicht auf Inlandsflüge, Ersatz von Präsenzsitzungen durch Videokonferenzen). Eine weitergehende Identifizierung von Potenzialen zur Minderung der klimarelevanten Emissionen sowie die Definition von Einsparzielen und Maßnahmen inklusive möglicher Kompensationsansätze ist als ein Bestandteil der für 2021 geplanten Nachhaltigkeitsstrategie des GFZ vorgesehen.                

Leistungsindikatoren zu Kriterium 13

Leistungsindikator GRI SRS-305-1 (siehe GH-EN15): Direkte THG-Emissionen (Scope 1)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der direkten THG-Emissionen (Scope 1) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2-Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendetes Rechenprogramm.

Die direkten THG-Emissionen (Scope 1) des GFZ betrugen 2019 1.263,12 t CO2eq und setzten sich aus Energieverbräuchen zur Wärme- (953,06 t CO2eq) und Stromgewinnung (255,79 t CO2eq) aus Erdgas sowie zum Betrieb der weitgehend mit Diesel betriebenen PKW-Fahrzeugflotte (54,27 t CO2eq) zusammen.

Leistungsindikator GRI SRS-305-2: Indirekte energiebezogenen THG-Emissionen (Scope 2)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen der indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

b. Gegebenenfalls das Bruttovolumen der marktbasierten indirekten energiebedingten THG-Emissionen (Scope 2) in Tonnen CO2-Äquivalent.

c. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

d. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

e. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

f. Konsolidierungsansatz für Emissionen; ob Equity-Share-Ansatz, finanzielle oder operative Kontrolle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Da das GFZ Ökostrom nutzt, fielen in 2019 keine indirekten strombezogenen THG-Emissionen (Scope 2) an.

Leistungsindikator GRI SRS-305-3: Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Bruttovolumen sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3) in Tonnen CO2-Äquivalenten.

b. Gegebenenfalls die in die Berechnung einbezogenen Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Biogene CO2 -Emissionen in Tonnen CO2-Äquivalent.

d. Kategorien und Aktivitäten bezüglich sonstiger indirekter THG-Emissionen (Scope 3), die in die Berechnung einbezogen wurden.

e. Das gegebenenfalls für die Berechnung gewählte Basisjahr, einschließlich:
i. der Begründung für diese Wahl;
ii. der Emissionen im Basisjahr;
iii. des Kontextes für alle signifikanten Veränderungen bei den Emissionen, die zur Neuberechnung der Basisjahr-Emissionen geführt haben.

f. Quelle der Emissionsfaktoren und der verwendeten Werte für das globale Erwärmungspotenzial (Global Warming Potential, GWP) oder einen Verweis auf die GWP-Quelle.

g. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Die sonstigen indirekten THG-Emissionen (Scope 3) des GFZ betrugen 2019 2.411,55 t CO2eq und resultieren aus Energieverbräuchen im Rahmen dienstlicher Flugreisen (10.485.017 Flugkilometer).

Leistungsindikator GRI SRS-305-5: Senkung der THG-Emissionen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Umfang der Senkung der THG-Emissionen, die direkte Folge von Initiativen zur Emissionssenkung ist, in Tonnen CO2 Äquivalenten.

b. In die Berechnung einbezogene Gase; entweder CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6, NF3 oder alle.

c. Basisjahr oder Basis/Referenz, einschließlich der Begründung für diese Wahl.

d. Kategorien (Scopes), in denen die Senkung erfolgt ist; ob bei direkten (Scope 1), indirekten energiebedingten (Scope 2) und/oder sonstigen indirekten (Scope 3) THG-Emissionen.

e. Verwendete Standards, Methodiken, Annahmen und/oder verwendete Rechenprogramme.

Zwischen 2016 und 2019 erfolgte durch das GFZ durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen (damit Reduzierung im Bereich von Scope 2) eine Senkung der THG-Emissionen um 45 % der Jahresemission (2016: 6.638 t CO2eq; 2019: 3.675 t CO2eq). Da das GFZ bislang keiner expliziten Nachhaltigkeitsstrategie folgt (deren Erarbeitung ist jedoch für 2021 vorgesehen) und damit auch keine spezifischen Emissionsminderungsziele vorliegen, können weitere Daten hier nicht berichtet werden.