19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Um eine zukunftsorientierte Wirtschafts-, Ernährungs- und Umweltpolitik zu unterstützen, führt die REWE Group den Dialog mit der Politik auf unterschiedlichen Ebenen und fördert den öffentlichen Diskurs. Die REWE Group unterhält in Berlin wie in Brüssel Büros als Plattform für Dialog und Austausch mit den für den Handel, die Touristik und die REWE Group relevanten Anspruchsgruppen. Hierbei verfolgt das Unternehmen den Ansatz, niemanden von diesem Dialog auszuschließen, der die Werte und Grundsätze der REWE Group teilt.

2019 hat die Europäische Kommission mit der Vorlage des EU Green Deals einen Fahrplan veröffentlicht, der die Wirtschaft in der EU insgesamt nachhaltiger aufstellen sowie klima- und umweltpolitische Herausforderungen in Chancen umwandeln soll. Die REWE Group begrüßt, dass die EU Kommission einen kohärenten Rahmen setzt, damit in den nächsten Jahren die Weichen gestellt werden, um europaweit Klimaneutralität zu erreichen und Wirtschaftswachstum von Ressourcennutzung zu entkoppeln. Aus dem EU Green Deal gehen richtungsgebende, europäische Strategien hervor, die die REWE Group in allen Geschäftsbereichen und -tätigkeiten betreffen, beispielsweise die Farm to Fork Strategie für nachhaltige Lebensmittellieferketten oder der EU Kreislaufwirtschaftsaktionsplan. Bereits seit Jahren beschäftigt sich die REWE Group intensiv mit Themenbereichen des EU Green Deals. Der Ausbau regionaler Wertschöpfungsketten und die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung sind nur zwei Beispiele. Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen ist aus Sicht der REWE Group untrennbar mit einer nachhaltigen, strategischen Ausrichtung verbunden, wofür das Handelsunternehmen weiter seinen Beitrag leistet.

Im Berichtszeitraum fanden mehrere Hintergrundgespräche und Veranstaltungen statt, zu denen viele Entscheidungsträger unterschiedlicher Parteien eingeladen wurden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie fand eine Vielzahl dieser Dialoge digital statt. Dabei ging es unter anderem um Themen wie Lokalität, die Einführung der Nährwertkennzeichnung Nutri-Score auf Eigenmarken und die Zukunft der Tourismuswirtschaft. Vertreter:innen der REWE Group führten zudem direkte Gespräche mit Mandatsträger:innen sowie Vertreter:innen von Behörden und Verwaltungen, um sie für relevante Themen zu sensibilisieren und die Interessen des Unternehmens zu verdeutlichen. Weiterhin nahmen Vertreter:innen der REWE Group als Redner:innen, Gäste oder Diskutant:innen an Veranstaltungen von Behörden, Parteien und Verbänden zu für das Unternehmen relevanten politischen und gesellschaftlichen Themen teil. Denn als Handels- und Touristikunternehmen ist die REWE Group von Gesetzgebungsverfahren wie der Einführung eines Sorgfaltspflichtengesetzes oder dem Verbot des Kükentötens betroffen. Im Berichtszeitraum lag der Fokus der Public-Affairs-Arbeit auf den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Geschäftseinheiten der REWE Group.

Menschenrechte dürfen nicht verhandelbar sein. Die REWE Group ist überzeugt, dass es verbindliche Rahmenbedingungen braucht, um entlang globaler Lieferketten faire Voraussetzungen zu schaffen. Aus diesem Grund spricht sich die REWE Group für verbindliche Lieferkettenregelungen auf internationaler Ebene aus, um Sorgfaltspflichten entlang weltweiter Wertschöpfungsketten wirksam zu stärken. Eine internationale Lösung, die alle Akteur:innen verbindlich einbezieht, kann ein wirksames „level-playing field“ schaffen. Ziel muss es sein, in eine möglichst große Wirkung für die Verbesserung der Menschenrechte zu investieren und nicht etwa in einen ausufernden administrativen Aufwand. Die REWE Group hat sich im November 2020 mit konkreten Forderungen, aber auch lösungsorientierten Ideen zu einer möglichen Regulierung positioniert.

Spenden für Parteien oder politische Vereinigungen, Amtsträger:innen und öffentliche Stellen sowie an Kirchen und andere religiöse Gruppen müssen von dem/der zuständigen Ressortvorständ:in sowie dem Chief Compliance Officer der REWE Group genehmigt werden. Jede Spende muss in Einklang mit den geltenden Gesetzen und den regulatorischen Vorgaben innerhalb der REWE Group wie etwa dem Verhaltenskodex stehen.

Seit 2014 berichtet die REWE Group im Transparenzregister der Europäischen Union über die Aktivitäten und jährlichen Ausgaben für den politischen Dialog auf der europäischen Ebene.


Gesamtwert politischer Spenden
Die REWE Group hat im Berichtszeitraum kein Parteiensponsoring betrieben. Für die Kaufleute können keine Angaben gemacht werden. Seit 2016 ist die REWE Group Mitglied sowohl im Wirtschaftsforum der SPD e.V. als auch im Wirtschaftsrat der CDU e.V. Die Kosten der beiden Mitgliedschaften addieren sich auf circa 38.000 Euro jährlich. Außerdem ist die REWE Group seit 2018 Mitglied im „Wirtschaftsbeirat“ der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Überblick über die Mitgliedschaften und Initiativen der REWE Group
Für viele Nachhaltigkeitsherausforderungen braucht es Ansätze, die ganze Sektoren langfristig verändern. Aus diesem Grund engagiert sich die REWE Group in Brancheninitiativen und stößt diese zum Teil selbst mit an. Ziel dieser Multi-Stakeholder-Ansätze ist es, durch Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch möglichst viele Akteur:innen einzubinden und gemeinsam Ansätze für dauerhaft positive Entwicklungen zu finden.

Die REWE Group ist unter anderem in folgenden Initiativen mit Nachhaltigkeitsbezug aktiv:
5 am Tag, Aktion Mensch e.V., amfori BEPI, amfori BSCI, Arbeitsgemeinschaft Ökologisch engagierter Lebensmittelhändler und Drogisten (ÖLD), ARGE Gentechnik-frei, Aquaculture Stewardship Council (ASC), Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. (B.A.U.M. e. V.), Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW), Biodiversity in Good Company, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Bündnis für nachhaltige Textilien, Charta der Vielfalt, Competitive Cashew Initiative (ComCashew), Consumer Goods Forum, Consumer Insight Action Panel – „Club für Nachhaltige Verpackungen”, Cotton made in Africa, CSR FruitJuice Plattform, Demeter e.V., Demographie Netzwerk e.V., Detox-Kampagne, Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB), Deutsche Stiftung Verbraucherschutz, Deutscher ReiseVerband (DRV), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Floriculture Sustainability Initiative (FSI), Food for Biodiversity, Forest Stewardship Council (FSC®), Forum für nachhaltigere Eiweißfuttermittel, Forum Nachhaltiger Kakao e.V., Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP), Fur Free Retailer, Futouris e.V., GLOBALG.A.P. Arbeitsgruppe zu Umweltaspekten im Kulturpflanzenanbau, GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice (GRASP), Haltungsform, HolyGrail 2.0 – Digital Watermarks Initiative, Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten, Initiative Tierwohl, Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel e.V. (IG FÜR), Kindernothilfe e.V., klimaaktiv pakt2020, Land schafft Leben e.V., Lean & Green Initiative, Marine Stewardship Council (MSC), Naturland e.V., Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Partnerschaft für Nachhaltigen Orangensaft (PANAO), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFCTM), Rainforest Alliance, Recyclat-Initiative, Regionalfenster e.V., respACT, Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO), SÜDWIND e.V., Sustainable-Finance-Beirat der Bundesregierung, Tafel Deutschland e.V., The Centre for Child Rights and Business, The Bangladesh Accord on Fire and Building Safety, The Code of Conduct for the Protection of Children from Sexual Exploitation in Travel and Tourism (The Code), TransFair e.V., Verband für Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), VERBRAUCHER INITIATIVE e.V., Verein Donau Soja, Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT), Wirtschaft macht Klimaschutz, World Banana Forum, XertifiX.

Weitere Partner und Mitgliedschaften finden Sie im Bereich Nachhaltigkeit auf der REWE Group-Website.