Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

Im März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die Atemwegserkrankung Covid-19, verursacht durch eine Infektion mit dem bis dahin unbekannten Coronavirus SARS-CoV-2, offiziell zu einer weltweiten Pandemie erklärt. Die Coronapandemie hat im Jahr 2020 zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Weltwirtschaft, im öffentlichen Leben sowie in den privaten Lebensbereichen geführt.

Trotz aller Herausforderungen, die mit der Coronapandemie einhergingen, sind keine signifikanten Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen des Konzerns erkennbar. Vielmehr hat der Vivawest-Konzern seine positive Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre im Geschäftsjahr 2020 weiter fortsetzen können. Die gute Entwicklung im Segment Immobilien wird dabei getragen durch die stabilen Erträge aus dem Kerngeschäftsfeld Bestandsmanagement, ergänzt um die im Zuge der laufenden Portfolioumschichtung angefallenen Erlös- und Ergebnisbeiträge aus dem Immobilienvertrieb. Gemeinsam mit dem Segment Immobiliendienstleistungen konnten so die finanziellen Erwartungen an den Konzern erneut übertroffen werden.

Insgesamt erzielte der Vivawest-Konzern im Geschäftsjahr 2020 mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 834 Millionen Euro ein bereinigtes EBITDA von 384 Millionen Euro. Zwar wurde damit das Ergebnis des Vorjahres aufgrund des dort enthaltenen Effektes aus dem Verkauf eines größeren Wohnungsportfolios erwartungsgemäß nicht erreicht. Dennoch übertreffen beide Kennzahlen deutlich das prognostizierte Niveau für das Jahr 2020.

Die erfolgreiche Entwicklung von VIVAWEST schlägt sich auch in der zweiten zentralen finanziellen Zielgröße des Konzerns, den Funds From Operations (FFO) nieder. Mit einer Höhe von 245 Millionen Euro liegt der Wert auch aufgrund der verbesserten Zinsposition sowohl über dem prognostizierten Wert als auch über dem Vorjahreswert in Höhe von 244 Mil-lionen Euro. Die positive Wertentwicklung des Konzerns drückt sich insbesondere im Net Asset Value (NAV), dem wirtschaftlichen Eigenkapital, aus. Dieser erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresendwert um 15,3 Prozent und lag zum 31. Dezember 2020 bei 5.369 Millionen Euro. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem Ergebnis aus wertsteigernden Investitionen und zielgerichteten Desinvestitionen, aus der marktbedingten Absenkung des bei der Immobilienbewertung angesetzten Diskontierungszinssatzes sowie aus der Marktwertentwicklung des Immobilienbestandes infolge der verbesserten Bewirtschaftungsperformance.


Umsatz
2018: 1.016,6 Millionen Euro
2019: 927,0 Millionen Euro (- 8,8 %)
2020: 833,7 Millionen Euro (- 10,1 %)


Bereinigtes EBITDA
2018: 476,8 Millionen Euro
2019: 451,7 Millionen Euro (- 5,3 %)
2020: 383,6 Millionen Euro (- 15,1 %)

Funds From Operations (FFO)
2018: 241,3 Millionen Euro
2019: 244,3 Millionen Euro (+ 1,2 %)
2020: 245,4 Millionen Euro (+ 0,5 %)


Net Asset Value (NAV)
2018: 4.325,0 Millionen Euro
2019: 4.658,0 Millionen Euro (+ 7,7 %)
2020: 5.369,2 Millionen Euro (+ 15,3 %)


Vergleiche Finanzbericht 2020 (2.2 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf, Seite 11 ff. und 2.4 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage, Seite 22 ff.) und Bericht 2020 (Seite 67 f.).
Mieterstruktur (optional)
VIVAWEST bietet bezahlbaren Wohnraum für alle Einkommensgruppen an. Die Diversität unserer Mieterschaft spiegelt sich auch in der Vielzahl von Nationalitäten wider, denen VIVAWEST ein Zuhause bietet. Darüber hinaus ergänzt VIVAWEST das Wohnungsangebot sukzessive um höherwertige Neubauten, die nicht nur energieeffizient, sondern grundsätzlich barrierearm oder schwellenlos errichtet werden.

Nationalitäten
2018:
148 Nationalitäten
2019: 146 Nationalitäten (- 1,4 %)
2020: 149 Nationalitäten (+ 2,1 %)

  2018 2019 2020
Starter-Singles (18 bis 29 Jahre) 4,3 4,1 4,1
Starter-Paare und -Familien (18 bis 29 Jahre) 6,2 6,5 6,4
Singles (30 bis 64 Jahre) 19,7 18,6 18,6
Paare und Familien (30 bis 64 Jahre) 40,1 41,5 41,8
Senioren (ab 65 Jahre) 29,7 29,4 29,1
Gesamt 100,0 100,0 100,0

Die bewusste Segmentierung der Zielgruppen ermöglicht VIVAWEST eine Differenzierung in der Ausrichtung auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse. Vor dem Hintergrund der Seniorisierung werden Barrieren im Bestand immer dort, wo es möglich ist, zum Beispiel im Zuge von Modernisierungen, reduziert. Das Angebot an Zusatzleistungen hat VIVAWEST mit Abschluss einer Kooperation mit einem Hausnotrufanbieter ebenfalls zielgruppenspezifisch ergänzt.

Preisgebundener Wohnraum
2018:
23,1 Prozent
2019:
22,4 Prozent
2020:
22,1 Prozent

Im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, spielt auch die Bereitstellung von mietpreisgebundenem Wohnraum für Haushalte mit geringem Einkommen eine wichtige Rolle. Daher wurde dieser Indikator neu in die Berichterstattung aufgenommen. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 beträgt die Preisbindungsquote 22,1 Prozent. Somit bietet VIVAWEST insgesamt 26.068 preisgebundene Wohnungen an.

Vergleiche Bericht 2020 (Seite 93 f.).

Entwicklung von Quartieren (optional)
Bei VIVAWEST werden die Wohnquartiere im Zuge des aktiven Portfoliomanagements ganzheitlich betrachtet und bewirtschaftet, um so qualitätsvollen Lebensraum für unterschiedliche Zielgruppen sowie einen Mehrwert für die Region zu schaffen. Neben durchgängig hohen baulichen und ökologischen Standards ist dabei eine Reihe ganz individueller Anforderungen zu berücksichtigen, abhängig davon, in welchem Umfeld und für welche Zielgruppe(n) ein Quartier zukunftsfähig weiterentwickelt werden soll. VIVAWEST übernimmt Verantwortung für die Entwicklung von Quartieren, die weit über bauliche Standards hinausgeht: Nachbarschaftliches Miteinander, soziale Ausgewogenheit, ehrenamtliches Engagement sowie ausreichende Infrastruktur- und Dienstleistungseinrichtungen sind Themen, mit denen sich das Unternehmen intensiv auseinandersetzt. Dabei achtet VIVAWEST auf die Anforderungen und Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen, bindet lokale Akteure und Partner ein und setzt auf bewährte Netzwerke im Quartier.

Ein Schwerpunkt des sozialen Engagements von VIVAWEST ist die Schaffung und Förderung funktionierender Nachbarschaften. Dazu tragen die derzeit 60 Gemeinschaftsräume und Nachbarschaftstreffpunkte bei, die von sozialen Trägern betrieben und von VIVAWEST über ihre Stiftung mit finanziellen Mitteln unterstützt werden. Gefördert werden sowohl Vereine aus der Mieterschaft als auch kleine örtlich verwurzelte Träger, die mit viel Engagement und Kreativität aktiv sind und das nachbarschaftliche Miteinander stärken.

Quartiere
2018: 557
2019:
561 (+ 0,7 %)
2020:
564 (+ 0,5 %)

Nachbarschaftstreffpunkte
2018: 60
2019:
60
2020:
60

Wie wichtig funktionierende Nachbarschaften sind, hat sich noch einmal mehr gezeigt, als die Coronapandemie das Leben auf den Kopf gestellt hat. Als die Präventionsmaßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie starteten, zeigte sich das gute Miteinander in den Quartieren über kleine und große Hilfsangebote. So haben die Quartiersmeister Apotheken- und Einkaufsdienste angeboten. Vielerorts waren „gute Geister“ unterwegs, die hilfsbedürftigen Menschen zur Seite gestanden, Masken genäht oder digitale Unterstützung bei Schulaufgaben angeboten haben. Und auch Coronakonzerte, die VIVAWEST organisiert hat, waren ein großer Erfolg und haben vielerorts die Nachbarn – im übertragenen Sinne – näher zusammengebracht. Die Vivawest Stiftung verstärkte ihre Unterstützung für karitative Organisationen, Vereine und Initiativen, die ihren Mitmenschen im Quartier oder Stadtteil Hilfe angeboten haben.

Bedingt durch die Energie- und Mobilitätswende bekommt auch das Thema Elektromobilität in den Quartieren eine immer größere Bedeutung. Um zukünftig auch in den Quartieren entsprechende E-Ladestationen anbieten zu können, erfolgt die Errichtung von Ladeinfrastruktur in einzelnen, ausgewählten Quartieren im Zuge von Modernisierungs- beziehungsweise geplanten Instandhaltungsmaßnahmen oder auf Anfrage der Mieter. Seit 2014 hat VIVAWEST im Bestand 14 Ladestationen für Elektroautos errichtet.

Vergleiche Bericht 2020 (Seite 94 f.).