18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Die Erfüllung der Aufgaben der StEB Köln dient bereits im Kerngeschäft der Daseinsvorsorge und damit dem Gemeinwesen. Insbesondere durch die Sensibilisierung der Bevölkerung engagieren wir uns jedoch auch über unseren direkten Auftrag in der Daseinsvorsorge hinaus für das Gemeinwohl.

Die Menschen in Köln sensibilisieren
Um die Qualität und den Umgang mit Wasser in Köln auch jenseits unseres direkten Einflussbereichs verbessern zu können, sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Nur wenn die Themen Abwasser und Überflutungsvorsorge von Verbraucher*innen, Hausbesitzer*innen und Planer*innen im Alltag mitbedacht werden, können wir höchste Standards einhalten. Gerade bei der Frage, was ins Abwasser darf und was nicht, können alle einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Jedes Medikament, das fachgerecht entsorgt wird und nicht im Abfluss landet, hilft uns dabei, die Wasserqualität der Stadt zu verbessern. Aus diesem Grund haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Menschen in Köln für das Thema Wasser zu sensibilisieren. Bei regelmäßigen Führungen und Besichtigungen durch unser Kanalsystem mit dem historischen Kronleuchtersaal und über unsere fünf Klärwerke informieren wir interessierte Besucher*innen über die Abwasserableitung und -reinigung. Zum „Tag des Wassers“ kamen im März 2019 über 70 Kölner*innen, um sich über den Weg des Wassers bis zur vollständigen Reinigung zu informieren. Auch beim Hochwasserschutz und bei der Starkregenvorsorge bieten wir für Hauseigentümer* innen, Planer*innen und andere Interessierte ein breites Spektrum an Informationen, Führungen und Beratungen an (siehe Kriterium 4).

Wasser macht Schule
In der Kölner Wasserschule tauchen Kinder aus Vorschule, Grundschule oder Sekundarstufe in die wunderbare Welt des Wassers ein. Sie entdecken altersgerecht, wo das Wasser aus der Leitung herkommt, wo das Abwasser hingeht und wie wir es reinigen. Um das Erlebnis so spannend und informativ wie möglich zu gestalten, gibt es Angebote an verschiedenen Lernorten. Im Wasserwerk Westhoven und im Klärwerk Stammheim kann man den gesamten Weg des Wassers von der Gewinnung bis zur Reinigung erleben. Ein absolutes Highlight sind unsere „grünen Klassenzimmer“ am Strunder Bach und am Mutzbach. Junge Forscher*innen werden hier zu Bachreportern ausgebildet und können im Anschluss Interessantes über die Lebewesen im Bach und die Wasserqualität berichten – und das mitten in der Stadt! Nach einem spannenden Tag in der Wasserschule tragen die Kinder ihr neues Wissen nach Hause und erzählen über ihre Erlebnisse in der Familie. Um das Bewusstsein für die Ressource Wasser in der Bevölkerung zu steigern, wollen wir erreichen, dass jedes Kölner Kind mindestens einmal die Wasserschule besucht hat – 2019 waren es 8.000 Schüler*innen!  

Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen und Bürgervereinen
Abwasserbehandlung und Hochwasserschutz für eine Millionenstadt sind oft von großen Baumaßnahmen begleitet. Um hier eine schnellere und sichere Abwicklung im Sinne der Zielsetzung zu erreichen, ist eine frühzeitige und offene Diskussionskultur mit den betroffenen und interessierten Bürgern in der Stadt notwendig. Das gilt natürlich nicht nur für die sowieso öffentlich auszulegenden Planfeststellungsverfahren, sondern für alle Maßnahmen, die den Straßenverkehr, Schulen oder Stadtteilzentren intensiv beeinträchtigen. Wir sehen insbesondere Bürgervereine oder Bürgerinitiativen als wichtige Multiplikatoren, mit denen wir uns regelmäßig austauschen. Im Jahr 2019 tauschten sich die StEB Köln beispielsweise mit dem Bürgerverein Dellbrück e. V. zu Entwicklung und Ausbau des Gewässers Strunde aus.  

Weitere Beispiele, wie wir mit Personen, Institutionen und Verbänden auf kommunaler und regionaler Ebene in den Dialog treten, sind in den Kriterien 9 und 10 beschrieben.