18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Flughäfen sind bedeutende Wirtschaftsstandorte und tragen direkt wie indirekt zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wertschöpfung bei. So ist der Flughafen Frankfurt beispielsweise mit mehr als 80.000 direkt Beschäftigten und rund 500 Unternehmen die größte lokale Arbeitsstätte Deutschlands. Zusätzliche Beschäftigungseffekte entstehen unter anderem in Unternehmen, die durch Fraport zum Bau, zur Instandhaltung sowie zur Erweiterung der Flughafen-Infrastruktur beauftragt werden. Davon profitieren auch die rund 5,5 Mio Menschen, die in der Metropolregion rund um den Flughafen wohnen. Sie haben nicht nur den Vorteil einer kurzen Anreise zum Flug in den Urlaub oder zu Geschäftsterminen, viele von ihnen arbeiten auch in einem Unternehmen, das von der Nähe zum Flughafen profitiert.

Insgesamt zählen zum Einzugsgebiet des Flughafens Frankfurt rund 38 Mio Menschen in einem Umkreis von etwa 200 Kilometern. Der zentrale Standort und die hohe Nach- frage haben dazu geführt, dass von hier aus mehr internationale und interkontinentale Ziele erreicht werden, als von vielen anderen Flughäfen weltweit. Eine entscheidende Rolle spielt die Drehkreuzfunktion: Mehr als die Hälfte der Fluggäste steigen in Frankfurt in eine andere Maschine um.

Die Drehkreuzfunktion macht den Flughafen auch als Fracht-Umschlagplatz interessant. Rund die Hälfte der jährlich mehr als 2 Mio Tonnen Fracht wird im „Bauch“ von Passagiermaschinen transportiert. Frachtversender nutzen am Flughafen Frankfurt das große Verbindungsangebot, um ihre Güter schnell ans Ziel zu bringen. Deshalb rangiert FRA auch bei der Luftfracht unter den weltweit wichtigsten Standorten und ist in Europa Nummer eins. Das nützt der ex- portorientierten deutschen Volkswirtschaft, die die Verbindung zu anderen Märkten braucht.

Neben Frankfurt profitieren auch unsere internationalen Standorte von der gesellschaftlichen Wertschöpfung. Zur direkten Wertschöpfung des Unternehmens zählen unter anderem Zahlungen für Personal, Investitionen, Steuern, Zinsen und die Gewinnausschüttungen an die eigenen Aktionäre. Im vergangenen Geschäftsjahr summierte sich die direkte Wertschöpfung des Konzerns auf mehr als 2,7 Mrd €. Indirekt tragen unter anderem auch der Konsum unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die am Flughafen ansässigen Unternehmen und deren Wertschöpfung zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Regionen bei.

Am Standort Frankfurt fühlt sich Fraport der Region Rhein-Main in besonderem Maße verpflichtet. Wir engagieren uns für den Wirtschaftsstandort und die Metropolregion. Zu diesen Aktivitäten zählt die Mitarbeit in der „Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain“, an der sich 150 Unternehmen beteiligen. Als Mitbegründer ist Fraport hier seit 1996 aktiv und stellt die Geschäftsführung. Die Initiative arbeitet darauf hin, die Metropolregion auf wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Ebene attraktiver zu gestalten und sie damit im Wettbewerb der Standorte bestmöglich zu positionieren. Ein Resultat der Zusammenarbeit ist das Kompetenzzentrum House of Logistics and Mobility (HOLM) an seinem Standort am Flughafen. Die Wirtschaftsinitiative ist darüber hinaus Projektpartner für die Weiterentwicklung des Regionalparks RheinMain, dem größten Förderprojekt des Fraport-Umweltfonds.

Neben dem Einsatz für den Wirtschaftsstandort sind wir gemäß unserem Motto „Aktiv für die Region“ für unser gesellschaftliches, kulturelles und soziales Engagement bekannt. Wir unterstützen beispielsweise regionale Kinder- und Jugendprojekte, Initiativen für Menschen mit Migrationshintergrund, Minderheiten sowie sozial Benachteiligte. Besonders aktiv ist Fraport dort, wo Vereine und Freiwilligenorganisationen zur Durchführung ihrer Arbeit auf Hilfe angewiesen sind. Der sogenannte „Nachbarschaftsrahmen“ bildet die geografische Grenze für unsere Förderaktivitäten. Über 1.600 Projekte verschiedener Vereine und Einrichtungen haben wir im Jahr 2015 durch Spenden oder Sponsoringengagements in Höhe von insgesamt 5,2 Mio € unterstützt.

In der Region Rhein-Main ist Fraport einer der größten Förderer des Sports; das Engagement umfasst sowohl den Breiten- als auch den Profisport. Bekannte Namen sind die FRAPORT SKYLINERS oder Eintracht Frankfurt. Bei beiden Vereinen unterstützen wir neben den Bundesliga-Teams auch den Nachwuchs sowie Projekte zur motorischen Entwicklung und sozialen Integration von Kindern. In den Bereichen Kultur und Bildung engagiert sich Fraport unter anderem für das Rheingau Musik Festival und die Weilburger Schlosskonzerte. Außerdem pflegen wir langfristige Partnerschaften mit den Frankfurter Kultureinrichtungen Städel Museum, Schirn Kunsthalle und Liebieghaus Skulpturensammlung.

Regionale Ausbildungsprojekte werden seit 1980 aus Gesellschaftsmitteln gefördert. Um diese Aktivitäten auf eine dauerhaft gesicherte finanzielle Grundlage zu stellen, wurde im Juli 1999 die „Stiftung ProRegion“ gegründet. Mit den Erträgen aus ihrem Stiftungsvermögen in Höhe von 6,1 Mio € unterstützt sie vorrangig Projekte, Institutionen und Einrichtungen, die in der Rhein-Main-Region die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen verbessern. Weitere Mittel fließen in die Schaffung neuer und den Erhalt bestehender Ausbildungsplätze sowie in die Ausstattung von Ausbildungsstätten. 2015 hat die Stiftung für 38 Projekte insgesamt 574.000 € bewilligt.

Eine weitere Stiftung wurde 1986 auf Initiative des damaligen Vorstandsvorsitzenden Erich Becker unter dem Namen „Flughafen Frankfurt Main Stiftung“ ins Leben gerufen und im Jahr 2004 ihm zu Ehren in „Erich-Becker-Stiftung“ umbenannt. Ihr Zweck ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung zu den Themen Luftverkehr, Mobilität und Logistik. Mit den stabilen Erträgen aus ihrem Kapital von rund 1,5 Mio € finanziert die Stiftung Diplom- und Masterarbeiten, Dissertationen, Habilitationen und weitere Projekte. Seit 1988 wurden hierfür Mittel in Höhe von mehr als 3 Mio € bewilligt.

Mit der Förderung des Regionalparks Rhein- Main leistet Fraport einen Beitrag dazu, mitten im Ballungsraum eine Erholungs- und Erlebnislandschaft aufzubauen. Stück für Stück entsteht seit einigen Jahren ein Wege- netz, das Landschaften, historische Gärten,
Monumente der Industriekultur und Parks miteinander verbindet und so den Freizeitwert der Region erhöht. In diesem Naherholungs- gebiet können Besucherinnen und Besucher die Frankfurter Umgebung zu Fuß oder mit dem Rad erkunden. Der Regionalpark RheinMain wird aus Mitteln des Umweltfonds gefördert, mit dem Fraport seit 1997 Natur- und Umweltschutzprojekte, Forschung und Umweltbildung unterstützt. Seit der Gründung des Umweltfonds wurden mehr als 900 Projekte mit insgesamt knapp 36 Mio € gefördert.

Die Zahl an Flüchtlingen, die Asyl in Deutschland suchen, ist groß. Das Flüchtlingsthema ist eines der beherrschenden Themen der politischen und gesellschaftspolitischen Diskussion. Fraport hat sich deshalb entschlossen, ein Zeichen der Solidarität mit den Schutzsuchenden zu setzen. Das Ziel ist, sowohl einen eigenen Beitrag zu leisten, als auch bereits aktive Beschäftigte zu unterstützen. Unter dem Motto „#Refugeeswelcome: Fraport hilft“ werden alle Aktivitäten gebündelt. In verschiedenen Städten in der Flughafennachbarschaft unterstützte Fraport die Einrichtung von Unterkünften und spendete Geld für deren technische Ausstattung sowie die Betreuung der Flüchtlinge. Beschäftigte, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, konnten sich um jeweils 1.000 € Spendengelder für ihren Verein bewerben. Insgesamt stellte Fraport im Berichtsjahr 80.000 € Spendengelder für diesen besonderen Zweck zur Verfügung.