18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Die Sparkasse Heidelberg ist als regionales, öffentlich-rechtliches Kreditinstitut mit öffentlichem Auftrag dem Gemeinwohl verpflichtet. Ihr unternehmerisches Handeln ist auf diesen Auftrag ausgerichtet. Deshalb betreibt sie keine Gewinnmaximierung, sondern fokussiert sich auf die Versorgung der Bevölkerung vor Ort mit sicheren und verlässlichen Finanzdienstleistungen. Ihre Geschäftsphilosophie zielt darauf ab, die Zukunftsfähigkeit, den Wohlstand und die Attraktivität ihres Geschäftsgebiets im Rhein-Neckar-Kreis zu sichern und zu fördern.

Mit dieser Strategie verfolgen wir das Ziel, einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwesen in unserem Geschäftsgebiet zu leisten. Konkret engagieren wir uns mit diesem Konzept durch Förderung von regionalen Maßnahmen im Bereich Sport, Forschung, Bildung sowie Kultur und Kunst. Über den Beitrag für das Gemeinwesen befindet unser Vorstand jährlich neu und ist insofern auch in das Konzept angemessen eingebunden. Die Bewertungen ergaben bislang, dass sich das Konzept bewährt hat.

Im Eigenbetrieb ergeben sich keine wesentlichen Risiken aus Gemeinwesen für die Sparkasse Heidelberg.

Die schon in den vorherigen Punkten angesprochene Filtersystematik lässt uns auch die Risiken aus Gemeinwesen im Eigengeschäft einschränken, welche aus Investitionen in Unternehmen resultieren, die größere Teile ihres Umsatzes durch das Gemeinwesen verletzende Tätigkeiten erwirtschaften.

Die Sparkasse verfolgt einen regionalen Förderauftrag, der dazu beiträgt, dass Projekte in der Region in den Bereichen Sport, Forschung, Bildung sowie Kultur und Kunst unterstützt werden. Die Förderungen der Projekte werden jeweils einzeln geprüft und beschlossen. Durch diese konservative Vorgehensweise bei der Vergabe ergibt sich eine breite Streuung des investierten Kapitals und somit eine Reduzierung jeglicher Risiken. Die möglichen Risiken im Kundengeschäft aus dem Bereich Gemeinwesen sind somit auch als unwesentlich einzustufen.

In unseren Leitsätzen der Nachhaltigkeit, die den strategischen Rahmen für unser Nachhaltigkeitsengagement darstellen, haben wir unser gesellschaftliches Engagement an mehreren Stellen verankert.

Ökonomische Leitsätze:
Soziale Leitsätze:

Dieses Engagement lässt sich unter anderem daran messen, dass wir im Jahr 2019 wiederum rund 1 Mio. EUR an Spenden und Stiftungen in die Region Rhein-Neckar vergeben haben. Der Anteil am Fördervolumen für die Themenbereiche Soziales & Umwelt beträgt 30%. Ziel dieser Förderung ist der Erhalt eines vitalen Sport-, Kultur- sowie Vereinslebens und der Umwelt.

Ehrenamtliches Engagement unserer Mitarbeitenden:
Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich für die Gesellschaft und stärken damit den Auftrag unserer Sparkasse zur Gemeinwohlorientierung. Wir unterstützen dieses ehrenamtliche Engagement mit einem Förderprogramm, um es - über die reine Vereinsmitgliedschaft hinaus - stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dies inkludiert z. B. die kostenfreie Teilnahme am Weiterbildungsprogramm für Ehrenamtliche an der Volkshochschule Wiesloch und - wo sinnvoll - auch Freistellungen.

Engagement unserer Auszubildenden:
Unser Ausbildungsbereich und die Auszubildenden begleiteten im Jahr 2019 73 Praktika für Unternehmensfremde in unserer Sparkasse. Daraus konnten fünf Auszubildende für unser Haus gewonnen werden. Darüber hinaus führten der Ausbildungsbereich und Auszubildende 15 Bewerbertrainings an Gymnasien, sechs an Realschulen und ein Bewerbertraining an sonstigen Schulen/Einrichtungen durch und nahmen an 17 (städtischen) Ausbildungsmessen teil.

Unterschiedliche Auszubildendenjahrgänge hatten im Jahr 2019 die Gelegenheit, zwei Nachhaltigkeitsprojekte durchzuführen.
Ausblick 2020: Fortführung des Bienenprojekts und wiederum Durchführung von Sozial- und Umweltprojekten.

Bildungspartnerschaften:
Über ihren öffentlichen Auftrag fördert die Sparkasse Heidelberg die Schulen bei der Wirtschaftserziehung der Jugend. Die Sparkasse Heidelberg unterhält 111 Bildungspartnerschaften/ Kooperationsvereinbarungen mit Schulen ihres Geschäftsgebiets (Stand per 31.12.2019). Sie unterstützt diese Schulen durch ihr aktives Engagement beim Bemühen, den Schülern umfangreiche Kenntnisse über die Geldwirtschaft, den Zahlungsverkehr und den Spargedanken nahe zu bringen. Eine Partnerschule erhält einen festen Ansprechpartner und wird von der Sparkasse entsprechend ihrer Schüleranzahl finanziell und zweckgebunden gefördert. So kann der jährlich zur Verfügung stehende Unterstützungsbetrag für schulische Projekte und/oder den Sparkassen-Schul-Service von der Schule ausgeschöpft werden. Den Partnerschulen wird so die Möglichkeit gegeben, neben Schulprojekten, mit Schulklassen praxisnahen Unterricht in den Gemeinschaftsräumen der Sparkasse durchzuführen bzw. einen Sparkassenmitarbeiter als Referenten für Unterrichtseinheiten in der Schule einzusetzen. Darüber hinaus bieten wir den Schülern der Partnerschulen auch die Teilnahme am Planspiel Börse an.

Aufgrund der jahrelangen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren zahlreichen Partnerschulen und vor dem Hintergrund des Übereinkommens des baden-württembergischen Industrie- und Handelskammertages, des baden-württembergischen Handwerkstages und der Landesvereinigung baden-württembergischer Arbeitsverbände zur Vereinbarung des Ausbau von Bildungspartnerschaften hat die Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar diese Schulkooperationen als Bildungspartnerschaften anerkannt.

Unterstützung einer nachhaltigen, urbanen Stadtentwicklung in Heidelberg mit der Realisierung der bis dato größten Passivhaussiedlung der Welt:
Die Sparkasse Heidelberg beteiligt sich auch an der Entwicklung ehemaliger Bahn- und Militärflächen mit dem Ziel, in der Region Mitverantwortung zu übernehmen und die Grundstücksflächen zur Entstehung von Stadtteilen und Gewerbegebieten hochbaubaureif zu erschließen.

Mit der Bahnstadt haben die Stadt Heidelberg und die Sparkasse seit ca. 2008 ein Leuchtturmprojekt auf den Weg gebracht, das international wahrgenommen wird. Die baureife Erschließung schloss ein umfassendes Bodenmanagement ein, einschließlich der Umsiedlung von ca. 3.000 geschützten Eidechsen. Die Bahnstadt in Heidelberg ist eines der größten Stadtteilentwicklungskonzepte in Deutschland. Mit seiner Gesamtfläche von 115 Hektar ist der neue Stadtteil (seit Juni 2011 offiziell der 15. Stadtteil Heidelbergs) größer als die gesamte Heidelberger Altstadt. Im Sinne nachhaltiger Stadtentwicklung wächst auf dem ehemaligen Rangier- und Güterbahnhof ein urbaner Stadtteil in dem bereits ein Teil der geplanten 12.000 Menschen wohnt (5.000), arbeitet und forscht (7.000).

Mit der Realisierung des Stadtteils "Bahnstadt", das mit einem bundesweit einzigartigen Energiekonzept erstellt wird, entsteht die derzeit größte Passivhaussiedlung der Welt. Die Gesamtprojektlaufzeit wird mit etwa 15 bis 20 Jahren angenommen.

Die Fläche der ehemaligen Patton Barracks ist mit knapp 15 ha die kleinste Konversionsfläche in Heidelberg, soll aber zur größten Gewerbefläche (IT- und Medienpark) in Heidelberg entwickelt werden. Die Sparkasse Heidelberg beteiligt sich an der am 1.1.2017 gegründeten Entwicklungsgesellschaft und steht als Partner zur Realisierung der Maßnahme bereit. Die Entwicklung der Konversionsfläche umfasst dabei die Planung und die Erstellung der Infrastruktur. Es wird mit einem Entwicklungszeitraum von fünf Jahren gerechnet. Ziel der Sparkasse ist es, durch die Ansiedlung von Gewerbe den Wirtschaftsstandort Heidelberg zu stärken und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region zu fördern.