18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Die apoBank verfügt über keine spezifische Strategie zum Thema Sozialbelange und hat keine quantifizierten Ziele festgelegt (siehe Kriterium 1). Seitens des Vorstands beschlossene Maßnahmen und Prozesse zu Sozialbelangen sind Teilergebnisse der Gesamtbankstrategie. Diese wird in einem jährlichen Überprüfungsprozess fortlaufend überarbeitet und weiterentwickelt.  

Erklärtes jährliches Ziel der apoBank ist, das Engagement der Mitarbeitenden für das Gemeinwesen zu fördern. Hierzu gibt es Maßnahmen seitens der apoBank und auch der apoBank-Stiftung. Dieses Engagement versteht die apoBank als integrierten und wesentlichen Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung. Sie subsumiert darunter die Aktivitäten ihrer apoBank-Stiftung, ihre Spendentätigkeit und die Förderung des Engagements ihrer Mitarbeitenden. Damit möchte die apoBank ihre Wahrnehmung als verantwortungsbewusster Corporate Citizen bei ihren Kunden stärken und Heilberufe auch außerhalb des Finanzwesens unterstützen.  

Die Ergebnisse des Marken- und Werbetrackings 2020 zeigen, dass dies im Fall der apoBank-Stiftung zutrifft: Vor allem unter den Kunden ist die apoBank-Stiftung 2020 deutlich bekannter als 2019. Etwa die Hälfte der angestellten und selbständigen Kunden kennt die Stiftung der apoBank (2019: ein Viertel). Aus Sicht der meisten Stiftungskenner werden die Aktivitäten ausgesprochen positiv bewertet, passen zum apoBank-Engagement, unterstützen Heilberufler auch außerhalb des Finanzwesens und zeigen, dass die apoBank die Welt der Heilberufler versteht. Das Tracking wird einmal jährlich durchgeführt; eventueller Anpassungsbedarf an das Stiftungskonzept wird hierüber sichtbar.  

Insgesamt wendete die apoBank 2020 Mittel in Höhe von knapp 497 TEUR für gemeinnützige Zwecke und Einrichtungen inklusive des Engagements der apoBank-Stiftung auf (2019: 354 TEUR).  

Die apoBank hat in den vergangenen Geschäftsjahren die apoBank-Stiftung mit einem Stiftungskapital von 13 Mio. Euro ausgestattet. Zuletzt erfolgte im Jahr 2017 eine Zustiftung von 3 Mio. Euro.  

Die Unternehmensführung wird in ihrer jährlichen Stiftungsvorstandssitzung über die wichtigsten Corporate-Responsibility-Aktivitäten informiert, Anregungen werden aufgegriffen. Eine Arbeitsrichtlinie regelt die internen Prozesse zum Spendenwesen.  

In der Wesentlichkeitsanalyse werden angesichts des Volumens der Engagements im Vergleich zum Geschäftsvolumen keine wesentlichen Wechselwirkungen mit den Aspekten der Nachhaltigkeit gesehen (siehe Kriterium 2). Weder die Geschäftstätigkeit noch die Geschäftsbeziehungen oder die Produkte und Dienstleistungen der apoBank haben einen wesentlichen Einfluss auf die Sozialbelange in den Regionen, in denen sie ansässig ist. Daher sieht die Bank hierin auch keine wesentlichen Risiken für die Sozialbelange.  

Engagement der apoBank-Stiftung
Im Zentrum des gemeinnützigen Engagements steht die apoBank-Stiftung. Mit ihr will die Bank das Selbstverständnis und die Berufsausübung der akademischen Heilberufe in Deutschland fördern, beispielsweise indem sie Pilotprojekte unterstützt, die wegweisend für die Lösung der Versorgungsprobleme in den Regionen der Geschäftstätigkeit der Bank sein können. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt die Stiftung darüber hinaus Projekte in Ländern, in denen die Entwicklung guter Arbeitsbedingungen für Heilberufler und eine breite medizinische Versorgung noch am Anfang stehen.  

Der apoBank-Stiftung ist es ein besonderes Anliegen, dass ihre Hilfe dort ankommt, wo sie tatsächlich benötigt wird. Daher unterstützt sie Organisationen, die auf dem direkten Weg Hilfe leisten und ihre Projekte vor Ort – nah am Menschen – umsetzen.  

Die Satzung der Stiftung gibt deren Struktur und Ziele vor. Eine interne Arbeitsrichtlinie dokumentiert die zugrundeliegenden Prozesse inklusive der Einbindung der Unternehmensführung über die Mitgliedschaft im Stiftungsvorstand. Die Mittelverwendung wird durch den Stiftungsvorstand beschlossen.
Wir prüfen derzeit, wie wir die internen Prozesse der Stiftung über Digitalisierung effizienter gestalten können.  

Der ehrenamtliche Projektbeirat der Stiftung prüft die eingehenden Anträge und empfiehlt Projekte anhand bestimmter Kriterien zur Förderung. 55 Projektanträge haben die apoBank-Stiftung im Jahr 2020 erreicht (2019: 71), 42 davon wurden bewilligt (2019: 33).  

Zu den Förderprojekten der apoBank-Stiftung im Jahr 2020 gehörten (sozial-) medizinische Aktivitäten im Inland – etwa von lokalen Nachsorgeprojekten oder sozialtherapeutischen Angeboten. Ebenfalls unterstützte die Stiftung (zahn-) medizinische Hilfsprojekte in Europa, Asien, Afrika sowie Süd- und Mittelamerika. Die Stiftung engagierte sich zudem mit ihrem Förderprogramm "gemeinsam wachsen" in der Nachwuchsförderung für das deutsche Gesundheitswesen als Förderer des Deutschlandstipendiums an elf Hochschulen (2019: acht). Daneben fördert die apoBank-Stiftung gemeinnützige Projekte angehender Heilberufler.  

Über die neu gestaltete Stiftungswebseite im Internet der Bank (www.apobank.de/ueber-die-apobank/apobank-stiftung) ist es gelungen, die Zielgruppe angehende Heilberufler stärker auf das Nachwuchsförderprogramm „gemeinsam wachsen" aufmerksam zu machen. Die Anfragen zu diesem Förderprogramm sind 2020 gestiegen. Jedoch haben viele Heilberufler und Studierende der Heilberufe mit Beginn der Corona-Pandemie in den Projektländern ihre Stiftungsanträge zunächst verschoben.  

Dem Stiftungszweck „Förderung medizinischer Hilfe für Bedürftige auch im Katastrophenfall" folgend hat die apoBank-Stiftung mit Ausbruch der Corona-Pandemie fünf gemeinnützigen Organisationen finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Für die medizinische Versorgung von Flüchtlingen aufgrund des Brandes im Flüchtlingslager Camp Moria auf Lesbos erhielten drei weitere Vereine eine Zuwendung.  

Mit Hilfe der apoBank-Stiftung wurde in der ländlichen Region Mfuwe in Sambia im Dorf Mwandakwisano, in den vergangenen vier Jahren eine Schule saniert und erweitert. Seit 2019 arbeitet die Stiftung mit der ortsansässigen Non-Profit-Organisation Rising Fountains zusammen. Aufgrund der Corona-Pandemie unterstützte die Stiftung im Jahr 2020 Aufklärungskampagnen und die Bereitstellung von hygienischem Equipment für Schule und Community. Das Projekt wird durch ein Monitoring in enger Abstimmung mit der Partnerorganisation vor Ort begleitet, um unter anderem das Risiko einer Fehlallokation der Stiftungsmittel zu vermeiden.  

Engagement der apoBank
Unabhängig vom Engagement ihrer Stiftung ist für die apoBank die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung auch jenseits ihres Kerngeschäfts selbstverständlich. Sie spendet daher in den Regionen ihrer Filialstandorte an gemeinnützige Organisationen und Projekte aus verschiedenen Bereichen.  

An ihrem Zentralstandort engagiert sich die apoBank unter anderem als Mitglied der Bankenvereinigung Düsseldorf. Diese fördert diverse soziale und gemeinnützige Organisationen der Region.  

Daneben fokussiert sich die apoBank in Düsseldorf auf die Unterstützung von Obdachlosen und ihren Tieren. So unterstützt sie beispielsweise eine im Januar 2019 ins Leben gerufene Sprechstunde zur medizinischen Versorgung nicht krankenversicherter Menschen. Gleichzeitig leistet sie seit 2018 mit der Förderung einer mobilen Tierarztpraxis des Projekts Underdog einen Beitrag zur medizinischen Grundversorgung der Tiere obdachloser Menschen in Düsseldorf.  

Die Kunden der apoBank haben eine hohe Affinität zu Kunst und Kultur. Aus diesem Grund engagiert sich die Bank an ihrem Hauptstandort auch auf diesem Gebiet. Die Deutsche Oper am Rhein erhält eine Spende und die Kunstakademie Düsseldorf eine Zuwendung durch die Übernahme eines Jahresstipendiums. Zudem wurde 2020 im Rahmen des jährlichen Gesundheitspolitischen Jahresauftakts der Bank im K21/Ständehaus in Düsseldorf – bei dem Studenten der Kunstakademie ihre Werke ausstellen – ein Publikumspreis von den Gästen gewählt. Die apoBank kauft das Werk des Gewinners an.  

Des Weiteren engagiert sich die apoBank bei der Förderung innovativer Lösungen für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung in Deutschland, indem sie den Startup-Wettbewerb d-health up in Düsseldorf finanziell unterstützt und fachlich berät.  

Engagement der Mitarbeitenden
Die apoBank fördert das soziale Engagement ihrer Mitarbeitenden. Dafür kann jeder Mitarbeitende jährlich einen Ehrenamtstag einsetzen, für den ihn die Bank freistellt. In einer unternehmensweiten Engagement-Börse schlagen Mitarbeitende einmal im Jahr gemeinnützige Projekte zur Förderung vor, für die sie sich privat engagieren. Seit 2019 können Mitarbeitende neben gemeinnützigen Projekten auch nachhaltige Projekte aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich sowie zu Natur- und Klimaschutz einreichen. Die Projekte werden im Intranet vorgestellt. Die Mitarbeitenden stimmen für die Projekte ab, die gefördert werden sollen. Insgesamt erhielten 2020 acht eingereichte Projekte eine Unterstützung durch die apoBank in Höhe von rund 9 TEUR.  

Zum Weihnachtsfest 2020 hat die Bank zudem erneut eine „Spenden statt schenken"-Aktion für rund 1.000 Kunden anstelle von Präsenten durchgeführt. Die Kunden stimmen mit dieser Aktion für ein Projekt aus der Mitarbeiter-Engagement-Börse ab. Die apoBank spendete insgesamt rund 10 TEUR an die vorgestellten Projekte.  

Coronabedingt entfielen 2020 an allen Standorten Weihnachtsfeiern. Stattdessen spendete die Bank insgesamt 40 TEUR an sieben überregionale, gemeinnützige Vereine, die von den Mitarbeitenden vorgeschlagen wurden.  

Zahnpraxis der Zukunft (ZPdZ)
Die apoBank fördert die Gründung von Existenzen von Heilberuflern. Zusammen mit der Zahnärztlichen Abrechnungsgenossenschaft eG hat die apoBank ein innovatives Praxismodell, die Zahnpraxis der Zukunft (ZPdZ), entwickelt. Ziel ist, damit jungen Zahnärzten den Weg in die Selbständigkeit zu erleichtern, die Attraktivität der Selbständigkeit zu verdeutlichen und so die zahnmedizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Zudem sollen auf diesem Wege moderne Standards der Berufsausübung und Praxisführung gefördert werden – mit einem Fokus auf Digitalisierung. Die erste Praxis ist unter dem Namen „ZAP*8" im Oktober 2019 in Düsseldorf eröffnet worden. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde das Vorjahresziel des Aufbaus eines weiteren Standortes in ländlicher Region, mit dem Ziel dort einer zahnmedizinischen Unterversorgung entgegenzuwirken, zunächst zurückgestellt. Stattdessen hat sich die ZPdZ im Jahr 2020 darauf konzentriert, die Abläufe und Prozesse in der „ZAP*8" zu festigen, verschiedene technische Lösungen zu einem digitalen Workflow zusammenwachsen zu lassen, bei der Patientenakquise und –kommunikation zu unterstützen sowie in Fragen der Praxisführung und Liquiditätssicherung beratend zur Seite zu stehen. Im Jahr 2021 wird sich die ZPdZ mit neuen Optionen beschäftigen, insbesondere inwieweit das Konzept in Zukunft ausbaufähig ist und inwieweit der Aufbau einer Praxis in ländlicher Regionen weiterverfolgt wird.