17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Die Einhaltung der Menschenrechte ist für EDEKA Nord als Regionalgesellschaft hinsichtlich internationaler Warengeschäfte von Relevanz. Gemeinsam im EDEKA-Verbund sind wir uns unserer Verantwortung als Lebensmittelhandelsunternehmen und als aktiver Teil der Gesellschaft bewusst. EDEKA bekennt sich im Rahmen unternehmerischer Sorgfaltspflichten zur Verantwortung für Menschenrechte entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten.

Die folgenden Fortschritte und Maßnahmen konnten in den letzten Jahren erarbeitet werden und werden ohne konkreten Endzeitpunkt kontinuierlich ausgebaut:


Grundsatzerklärung Menschenrechte
Die EDEKA-Zentrale ist hierfür stellvertretend für den gesamten EDEKA-Verbund aktiv. Verantwortungsvolles Handeln ist integraler Bestandteil unseres genossenschaftlichen Auftrags. Dabei steht der Dreiklang aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung stets im Fokus. Entsprechend den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen sehen wir es als unsere selbstverständliche Verantwortung, Menschenrechte zu achten und Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen. Dies gilt sowohl für unsere eigene Geschäftstätigkeit als auch, im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten, für unsere Wertschöpfungs- und Lieferketten. Weitere Informationen zur Grundsatzerklärung zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten finden Sie hier: https://verbund.edeka/verbund/edeka_grundsatzerkla%CC%88rung_menschenrechte_2021.pdf  

Sustainable Development Goals
Ebenso unterstützen wir den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP). Jeder, der an globalen Lieferketten beteiligt ist, und damit auch EDEKA, hat die Verantwortung, auf die Einhaltung der Menschenrechte zu achten und negative Auswirkungen entlang der gesamten Lieferkette zu vermeiden. Dazu gehören unter anderem die Verhinderung von Diskriminierung und die Gewährleistung existenzsichernder Einkommen. Die im Rahmen der Agenda 2030 von den Vereinten Nationen festgelegten Sustainable Development Goals (SDGs), die sich als globale Ziele auch an die Privatwirtschaft richten, sind eine Bestätigung für unser bisheriges Zielverständnis und Handeln. Wir berücksichtigen die globalen Nachhaltigkeitsziele bei unserem Bestreben, verantwortungsvoll entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu handeln.

Die Einhaltung von Grundstandards wie z. B. den ILO Kernarbeitsnormen ist in unseren Vertragsbedingungen verankert. Weitere Zertifizierungssysteme sowie Standards wie Global G.A.P. und GRASP sowie spezifische Produktanforderungen kommen hinzu. Der EDEKA-Verbund engagiert sich darüber hinaus dafür, dass entlang der gesamten Lieferketten Strukturen gefördert werden, um menschenrechtliche Sorgfaltspflichten zu verankern und zu kontrollieren. Wir sind unter anderem Mitglied der Juice CSR Platform, der Amfori Business Social Compliance Initiative (Amfori BSCI), des Forums Nachhaltiges Palmöl, des Forums Nachhaltiger Kakao und der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI Platform). Darüber hinaus sind wir mit der EDEKA Zentrale in eigenen Projekten auf vielfältige Weise aktiv, um Lösungen für mehr Nachhaltigkeit in unseren Lieferketten voranzutreiben. Mit unserem gemeinsamen WWF-EDEKA-Projekt zum Bananen-Anbau in Kolumbien und Ecuador haben wir branchenweit Standards für einen nachhaltigeren und sozialverträglicheren Anbau konventioneller Bananen gesetzt.

Weitere Projekte unter besonderer Berücksichtigung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
Kleine und mittlere Betriebe erzeugen weltweit einen Großteil aller Grundnahrungsmittel. Doch niedrige Erträge und die Folgen des Klimawandels drängen immer mehr kleinbäuerliche Familien in die Armut. Kleinbäuerliche Strukturen werden zunehmend durch industrielle Großbetriebe verdrängt. EDEKA ist sich der eigenen Verantwortung bewusst, bei einem global zunehmenden Bedarf an Nahrungsmitteln aktiv die Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und ihren Familien zu verbessern. Dies geschieht durch eigene Projekte und durch die Nutzung von Standards, die die Unterstützung von kleinen Betrieben zu ihren Fokusthemen zählen.

Beispielhafte Projekte sind:
Förderung von Geschlechtergerechtigkeit

Zwei ILO Kernarbeitsnormen im Range eines Menschenrechts mit universeller Gültigkeit fördern die Geschlechtergleichstellung in der Arbeitswelt ganz besonders: das Übereinkommen über die Gleichheit des Entgelts sowie das Übereinkommen zur Abschaffung von Diskriminierung am Arbeitsplatz. Auch bei EDEKA setzen wir uns für die Förderung von Frauen entlang der Lieferkette und vor Ort in Deutschland ein, denn zusätzlich zur grundsätzlichen Übereinstimmung bei diesem Aspekt sind wir der festen Überzeugung, dass Unternehmen durch die explizite Förderung und Forderung von Frauen profitieren.
Entlang der Lieferkette setzen wir uns auf verschiedene Arten für die Stärkung von Frauenrechten ein: durch die Nutzung von Zertifizierungssystemen mit einem Fokus auf Geschlechtergleichheit, durch Mitarbeit in Initiativen (FONAP) und durch Schwerpunktsetzung in unseren eigenen Projekten (etwa dem Bananen-Projekt).

Risiken erkennen
Rund um das Thema Social Compliance stellen sich viele Herausforderungen: Komplexe Lieferketten, Tausende von unterschiedlichen Produkten und fehlende Transparenz innerhalb der Lieferkette verdeutlichen die Relevanz einer systematischen und holistischen Risikoanalyse. Bevor Risiken für Menschen- und Arbeitsrechte (Social-Compliance-Risiken) reduziert werden können, müssen sie erst einmal erkannt und priorisiert werden. Aus diesem Grund hat EDEKA in Kooperation mit externen Experten eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt. Klares Ziel dieser Analyse ist, die größten Risiken im Bereich Social Compliance bei den EDEKA-Eigenmarken zu identifizieren sowie Empfehlungen zur Absicherung abzuleiten.  

Unter der Berücksichtigung von statistischen Daten und Erkenntnissen aus unseren eigenen Lieferant:innenbeziehungen, werden Risiken auf faktengesicherter Basis erfasst: In einem zweiten Schritt werden die gewonnenen Erkenntnisse ergänzt durch eine qualitative Risikoanalyse: Interviews mit Einkäufer:innen der Hauptwarengruppen liefern durch deren Expertise zusätzlichen Input für die Lieferkettentransparenz, für die realen EDEKA-Lieferbeziehungen sowie die Zusammenarbeit mit Lieferant:innen.

In einer Zusammenführung beider Betrachtungsebenen wird der Handlungsbedarf auf Basis der Risiken der EDEKA-Eigenmarken identifiziert und priorisiert. Schließlich wird geprüft, welche Absicherungsmaßnahmen für die aufgezeigten Risiken existieren. Warengruppen mit besonders hoher Risikowahrscheinlichkeit benötigen eine entsprechende Absicherung, um Verletzungen von Arbeits- und Menschenrechten entlang der Lieferketten zu vermeiden. Dabei haben wir jeweils die Anbau- und Verarbeitungsstufe separat voneinander betrachtet, da Risiken hier zum Teil sehr unterschiedlich gelagert sind. So kann spezifisch pro Warengruppe ein detaillierter Risikosteckbrief erarbeitet werden. Möglichkeiten sind die Absicherung durch bestehende Zertifizierungssysteme, aber auch eigene Projekte, Sensibilisierungen der Einkäuferinnen und Einkäufer, Einflussnahme durch langfristige Lieferbeziehungen bin hin zu einem Bezugsstopp für Waren aus Risikoländern.

Produkte mit besonderen Risiken
Warengruppen mit besonderem Social-Compliance-Risiko wurden inzwischen auf Basis der Risikoanalyse identifiziert. Berücksichtigt wurde dabei auch die Bedeutung für das EDEKA-Warengeschäft und die Herkunft:
Wesentliche Risiken sind Zwangs- und Kinderarbeit (z. B. bei Pflanzen/Blumen und Trockenobst), Diskriminierung, Arbeitszeit und Entlohnung (z. B. bei Kaffee, Kakao und Tee) und Arbeitssicherheit. Dabei gibt es besondere Länderrisiken: Länder, die hier besonders auffällig sind, wurden von externen Organisationen – wie Amfori BSCI – und internen Werkzeugen wie ELSA (einem eigens entwickelten Tool zur Einschätzung von Länderrisiken; EDEKA-Länderrisikoanalyse & -Skalierung für Arbeitsbedingungen) – identifiziert.

Maßnahmen zur Absicherung
Für EDEKA ist es ein wichtiges Anliegen, dass die von uns gehandelten Produkte unter ökologisch und auch sozial guten Bedingungen hergestellt werden. Die Einhaltung der Menschenrechte und geltender Gesetze durch die Lieferant:innen, etwa hinsichtlich Arbeitsbedingungen oder Entlohnung, ist grundlegende Voraussetzung, um EDEKA zu beliefern. Daher ist die Einhaltung von Grundstandards wie der ILO Kernarbeitsnormen in unseren Vertragsbedingungen verankert.

Um dies abzusichern, engagiert sich EDEKA dafür, dass entlang der gesamten Lieferketten für die jeweiligen Produkte Strukturen gefördert werden, um Sozialstandards einzuführen, deren Einhaltung umzusetzen und zu kontrollieren. Weitere Informationen finden Sie unter: https://verbund.edeka/verantwortung/handlungsfelder/gesellschaft/menschenrechte/