17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

1) Zielsetzung
Erklärtes Ziel der VOLKSWOHNUNG ist es, Menschenrechtsverletzungen im direkten Einfluss des Unternehmens, der Tochtergesellschaften und der Lieferkette zu vermeiden.

2) Strategien und konkrete Maßnahmen
Als national agierendes und überwiegend national einkaufendes Unternehmen stehen die wesentlichen Wertschöpfungsstufen unter dem Einfluss von geltendem deutschen Recht. Die wenigen Ausnahmen in der Lieferkette, die unter Nutzung von internationalen Ressourcen stattfinden, unterliegen aktuell zwar vertraglichen Vorgaben unsererseits, jedoch noch keinen Kontrollen. Dies soll nach einer Überprüfung der Bereiche, für die es sinnvoll erscheint, bis Ende 2021 implementiert werden. Bei der Produktauswahl wird noch nicht nach einem einheitlichen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzept vorgegangen. Dafür wird 2020 ein Entwurf erstellt, der auch ein Kontrollsystem enthält. Die Geschäftsleitung überprüft innerhalb des aufgesetzten Quartalscontrollings die Fortschritte.

3) Bisherige Zielerreichung
Da bisher noch keine konkreten Ziele formuliert wurden, kann erst im nächsten Berichtszyklus ein Erreichungsgrad beurteilt werden.

4) Wesentliche Risiken
Die Risiken werden über unseren Risikomanagementprozess identifiziert und bewertet (s.DNK Kriterium 6 und unten aufgeführte Leistungsidentifikatoren).
Das Risiko für Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette kann generell nicht ausgeschlossen werden, da vereinzelt durch Dienstleister Rohstoffe aus Drittländern bezogen werden. Über unsere Verträge fordern wir die Einhaltung der Menschenrechte von unseren Dienstleistern. Es werden vertraglich gefordert: die Einhaltung der ILO*-Kernarbeitsnormen, Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetze, guter Arbeitsbedingungen, des Mindestlohns, sowie das Verbot von Kinderarbeit - sowohl im Ausschreibungsprozess als auch innerhalb des späteren Vertragswerks.

Erklärung im Sinne des NAP Wirtschaft und Menschenrechte

1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob Ihr Unternehmen über eine eigene Unternehmensrichtlinie zur Achtung der Menschenrechte verfügt und ob diese Richtlinie die ILO-Kernarbeitsnormen umfasst.

b. ) Hat die Unternehmensleitung die Grundsatzerklärung verabschiedet?

c. ) Beschreiben Sie die interne und externe Kommunikation Ihres Unternehmens zur Grundsatzerklärung.

d. ) Auf welcher Ebene ist die Verantwortung für menschenrechtliche Belange verankert? (CSR-RUG Checkliste 1b)

e. ) Welche Reichweite hat die Richtlinie (welche Standorte, auch Tochterunternehmen etc.)

Es gibt keine eigenständige Richtlinie zur Achtung der Menschenrechte. Die Forderung zur Einhaltung ist in unserer Compliance-Richtlinie enthalten. Die explizite Einhaltung derselben Regeln durch unsere Geschäftspartner ist jeweils vertraglich geregelt. Zur Vereinheitlichung des Vertragswesens wird 2020 ein Mustervertrag für Dienstleistungen erstellt.
Eine neue Compliance-Richtlinie wurde erarbeitet, sie wird derzeit vom Betriebsrat geprüft und danach offiziell verabschiedet.
Die Compliance-Richtlinie (bzw. bisher noch die Einzelrichtlinien) wird inhaltlich geschult und ist für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter im Intranet einsehbar.
Die Verantwortung für menschenrechtliche Belange ist auf Ebene der Geschäftsführung verankert.
Die Richtlinie gilt für alle Mitarbeitenden der VOLKSWOHNUNG, der VOLKSWOHNUNG Service, der VOLKSWOHNUNG Bauträger und der KGK.

2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob und wie Ihr Unternehmen menschenrechtliche Risiken analysiert (durch Ihre Geschäftstätigkeit, durch Geschäftsbeziehungen, durch Produkte und Dienstleistungen, an Standorten, durch politische Rahmenbedingungen) (Kriterium 17, Checkliste Aspekt 4)

b. ) Werden besonders schutzbedürftige Personengruppen in die Risikobetrachtung mit einbezogen?

c. ) Wie hoch werden die menschenrechtlichen Risiken und die eigenen Einflussmöglichkeiten diesen zu begegnen eingeschätzt?

d. ) Wie werden menschenrechtliche Risiken in das Risikomanagement Ihres Unternehmens integriert?

Die Analyse von menschenrechtlichen Risiken findet innerhalb des definierten Risikomanagement-Prozesses statt (siehe DNK Kriterium 6.) Dabei werden über die Themen Baurisiken, Bewirtschaftung/Bestand/Portfolio, Beteiligungen, externe Risiken, Finanzrisiken, Risiken im Facility Management, IT-Risiken, Organisation, Vermietung, Personal sowie An- und Verkaufsrisiken bereits alle wesentlichen Felder abgedeckt.
Wir ziehen alle schutzbedürftigen Gruppen in die Betrachtung mit ein. Die menschenrechtlichen Risiken sehen wir im Wesentlichen im Sicherheits- und Arbeitsschutz auf den Baustellen, im Bezug von Rohstoffen und Bauteilen aus schwierigen Herkunftsländern sowie im Einsatz von Produkten mit negativen Gesundheitsauswirkungen für unsere Mieterinnen und Mieter. Da wir diesen Risiken bereits mit entsprechenden Vorgaben entgegenwirken, schätzen wir das Restrisiko als gering bis mittel ein.

3. Maßnahmen zur Wirksamkeitskontrolle / Element: Beschwerdemechanismus

a. ) Gibt es Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Menschenrechten?

b. ) Berichten Sie, ob und wie die Einhaltung von Menschenrechten geprüft wird.

c. ) Beschreiben Sie interne Beschwerdemechanismen und klare Zuständigkeiten im Unternehmen oder erläutern Sie, wie der Zugang zu externen Beschwerdeverfahren sichergestellt wird.

d. ) Gelten Whistle-Blowing-Mechanismen auch für Zulieferer?

Unsere Mitarbeiter werden noch nicht zu menschenrechtlichen Aspekten geschult. Die Inhalte der neue Compliance-Richtlinie werden nach der Verabschiedung in Pflichtschulungen integriert. Wirksamkeitskontrolle und der Beschwerdemechanismus befinden sich bis Mitte 2020 im Aufbau und werden zukünftig über das Compliance-Management abgebildet.

4. Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette

a. ) Gibt es einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen, der die vier ILO-Kernarbeitsnormen umfasst?

b. ) Berichten Sie, ob und wie eine Prüfung von menschenrechtlichen Risiken vor dem Eingehen einer Geschäftspartnerschaft durchgeführt wird.

c. ) Werden zuliefernde Unternehmen zu Menschenrechten geschult?

d. ) Mit welchen Prozessen stellt Ihr Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechten bei zuliefernden Unternehmen sicher?

e. ) Ergreifen Sie (gemeinsam mit zuliefernden Unternehmen) Maßnahmen im Konfliktfall oder kooperieren Sie mit weiteren Akteuren? Wenn ja: welchen?

f. ) Welche Konzepte gibt es zur Wiedergutmachung? Berichten Sie über Fälle im Berichtszeitraum.

Die zwischen uns und unseren Geschäftspartnern abgeschlossenen Verträge beinhalten die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Eine Schulung der Zulieferer findet nicht statt. Uns sind keine menschenrechtlichen Auffälligkeiten in der Lieferkette bekannt/gemeldet worden. Die Analyse für die Ursache (keine Auffälligkeiten, fehlende Meldemöglichkeit, Intransparenz, etc.) sowie die Erarbeitung von Wiedergutmachungskonzepten finden im neuen Compliance-Management statt.