17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Bewertung von Risiken im Bereich Achtung der Menschenrechte
Die Haspa ist dem Gemeinwohl verpflichtet. Ihr Sitz ist in der Freien und Hansestadt Hamburg und ihre Geschäftstätigkeit fokussiert sich auf die Metropolregion Hamburg. Unsere Beschäftigten, Kunden und Geschäftspartner stammen weit überwiegend aus der Metropolregion, aus Deutschland und Europa, sodass die Einhaltung der Menschenrechte gesetzlich geregelt ist und damit zum unternehmerischen Standard gehört, der von staatlicher Seite überwacht wird.

Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung von gesonderten Konzepten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in der Haspa nicht erforderlich. Im Rahmen eines Nachhaltigkeitsscreenings im Kerngeschäft haben wir 2019 unser Kundenkreditgeschäft sowie unsere Eigenanlage u. a. auch auf mögliche Risiken im Bereich von Menschenrechten überprüft. Dabei haben sich keine Risiken ergeben, nähere Informationen dazu finden sich bei den Ausführungen zu Kriterium 4.

In diesem Zusammenhang werden in den relevanten Unternehmensbereichen (z. B. Personal, Einkauf, Gebäudemanagement und Logistik, Vorstandsstab) auf Basis gesetzlicher Vorgaben angemessene Maßnahmen geprüft und bei Relevanz umgesetzt, um nachteiligen Auswirkungen auf die Menschenrechte zu begegnen.

Beispielhaft sind hier die im Dezember 2019 implementierten „Leitlinien zur Nachhaltigkeit für Lieferanten und Dienstleister der Hamburger Sparkasse AG“ zu nennen. Zudem haben wir 2019 in unseren Beschwerdeprozess explizit Beschwerdekriterien zu Menschenrechten und Nichtdiskriminierung aufgenommen, anhand derer Auswertungen zu Menschenrechtsbeschwerden möglich werden. Die Beschwerdeauswertung erfolgt halbjährlich. Die Analyseergebnisse werden dem Vorstand kommuniziert und bei Bedarf Maßnahmen abgeleitet. Damit stellen wir sicher, dass eingegangene Beschwerden (inkl. Menschenrechtsbeschwerden) ausgewertet und bei Bedarf Maßnahmen ergriffen werden, um wiederkehrende Fehler oder Probleme zu beheben.

Wir werden die neuen Verpflichtungen aus dem von der Bundesregierung verabschiedeten „Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte“ im Jahr 2020 weiter bearbeiten.


Achtung der Menschenrechte

Für die Haspa gehören die Achtung der Menschenrechte, die Verhinderung von Zwangs- und Kinderarbeit sowie jeglicher Form von Ausbeutung zu ihrem Selbstverständnis als Sparkasse.

Das vom Vorstand verabschiedete „Nachhaltigkeitsverständnis“ hebt die „Achtung von Menschenrechten und des Nichtdiskriminierungsgebots“ als besondere Aspekte der Nachhaltigkeit hervor. Dieses „Nachhaltigkeitsverständnis“ wurde in die Rahmenanweisung des Vorstands integriert sowie auch in die Geschäftsstrategie der Haspa aufgenommen, die von Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet wurde. Die Achtung der Menschenrechte ist damit fester Bestandteil des verbindlichen Orientierungs- und Handlungsrahmens für alle Beschäftigten und Führungskräfte (vgl. hierzu Kriterium 1).

Zudem ist die Achtung von Menschenrechten (ausgehend von unserer Grundsatzerklärung zu Menschenrechten im Nachhaltigkeitsverständnis) auch im Ethikkodex der Haspa  verankert (vgl. Kriterium 7). Er ist ebenfalls Bestandteil der Rahmenanweisung des Vorstandes und gehört zum verbindlichen Orientierungs- und Handlungsrahmen für alle Beschäftigten und Führungskräfte. Der Ethikkodex ist allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zugänglich.

Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Haspa werden die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingehalten.

Entsprechend den Vorgaben des Betriebsverfassungsgesetzes ist die Beteiligung und Mitbestimmung der Beschäftigten gewährleistet. Durch leistungsgerechte Vergütung, Personalentwicklung und flexible Arbeitszeit unterstützt die Haspa Motivation sowie unternehmerisches Denken und Handeln ihrer Beschäftigten. Über die bankentariflichen Gehaltszahlungen hinaus gewähren wir Sozialleistungen, die die Attraktivität der Haspa als Arbeitgeber stärken (vgl. Kriterium 14). Aufgrund geltender tariflicher und interner kollektivrechtlicher Bestimmungen werden in der Haspa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für gleiche Tätigkeiten gleich vergütet (vgl. Kriterium 15). 

Die Haspa hat mit dem Betriebsrat, dem auch Vertreter der Gewerkschaften angehören, Vereinbarungen z. B. zu den gesundheitsrelevanten Themen Arbeitszeit, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit, betriebliches Eingliederungsmanagement, Mittagessenversorgung, Nichtraucherschutz und Umgang mit Suchtmittelabhängigkeit getroffen. Darüber hinaus können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen von Beschwerderechten, Personalentwicklungsprozessen und Feedbackmechanismen regelmäßig in der Haspa einbringen (vgl. hierzu Kriterium 15).

Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern flexible Arbeitszeitregelungen, Teilzeitarbeit, Jobsharing in Führungspositionen sowie finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung in den Ferien und in Notfällen zur Verfügung. Unter Berücksichtigung betrieblicher Belange ermöglichen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zudem ein Sabbatical (vgl. hierzu Kriterium 15).

Kundinnen und Kunden
Die Haspa bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Menschen in der Region. Faire Partnerschaft heißt für uns auch, niemanden von modernen Finanzdienstleistungen auszuschließen. Unser Ziel ist es, unsere Produkte und Dienstleistungen für jede Kundin und jeden Kunden gleichberechtigt zugänglich zu machen. 

Wir haben daher den barrierefreien Zugang zu unseren Filialen, zu unserem Internetauftritt, zu den Selbstbedienungsgeräten und zu unserem gesamten Beratungsangebot ausgebaut. Barrierefreiheit bietet mehr Komfort für jeden Menschen und erleichtert ein selbstbestimmtes Leben. Die Nähe unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unseren Kundinnen und Kunden hilft dabei, Barrieren zu überwinden. Deshalb schulen wir unsere Beschäftigten im Umgang mit Menschen mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkungen. 

Fast alle unserer Filialen verfügen über einen barrierefreien Zugang für Rollstuhlnutzer. Alle Geldautomaten sind mit tastbaren Hilfen ausgestattet. Zudem werden diese ab 2020 sukzessive um eine Audio-Unterstützung erweitert. Die Funktion der Audiounterstützung werden wir künftig auch bei der Online-Geldautomatensuche kenntlich machen. 

Wir haben ein aktives Beschwerdemanagement fest etabliert, in dessen Rahmen wir alle Kundenäußerungen analysieren, um kontinuierlich potenzielle Fehlerquellen zu entdecken und unser Angebot im Sinne der Kundinnen und Kunden weiterzuentwickeln. 2019 haben wir explizite Kriterien insbesondere zur Achtung von Menschenrechten, zum Nichtdiskriminierungsgebot, zu Arbeitnehmerbelangen, Sozialbelangen und zur Korruptionsbekämpfung im Beschwerdemanagement verankert. Im Jahr 2019 erhielten wir fünf Beschwerden zur Barrierefreiheit bei technischen Lösungen und in der Filiale sowie vier Beschwerden zu wahrgenommenen Diskriminierungen. In allen Fällen haben wir die Hintergründe individuell geprüft und entsprechende Abhilfe geschaffen (vgl. hierzu Kriterium 8).

Lieferanten und Dienstleister

Das Geschäftsgebiet der Haspa ist die Metropolregion Hamburg. Unsere Geschäftspartner befinden sich weit überwiegend in Deutschland. Aufträge vergeben wir weit überwiegend in der Metropolregion Hamburg sowie in Deutschland und Europa – 141 Mio. Euro haben wir 2019 an regionale Anbieter vergeben.

Auf Basis des Nachhaltigkeitsverständnisses berücksichtigt die Haspa bei der Beschaffung von Gütern und Leistungen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale, ethische und ökologische Aspekte. 

Wir erwarten daher von unseren Auftragnehmern, dass sie sich dem Ziel, sozialen, ethischen und ökologischen Ansprüchen der Gesellschaft zu genügen, ebenso verpflichtet fühlen wie die Haspa, und bei der Herstellung und Fertigung ihrer Produkte sowie bei der Erbringung von Dienstleistungen diesen Zielen Rechnung tragen. 

Die „Leitlinie zur Nachhaltigkeit für Lieferanten und Dienstleister der Hamburger Sparkasse AG“ formuliert und definiert die Anforderungen, die die Haspa an die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen an ihre Auftragnehmer hat. Dies sind die Einhaltung international anerkannter Menschen- und Arbeitnehmerrechte, die Ächtung von Kinderarbeit und Zwangsarbeit, die Einhaltung gesetzlicher Normen und Umweltrichtlinien sowie die Einhaltung und Förderung von ethischem Verhalten. 

Unsere Lieferanten und Dienstleister sind aufgefordert, eine Leitlinie an alle Beteiligten im Rahmen ihrer Lieferkette weiterzugeben, die diese Anforderungen widerspiegelt und die Einhaltung der Standards fördert und nachhält (vgl. Kriterium 4).


Kundenkreditgeschäft
Im Kundenkreditgeschäft ist es unser Ziel, keine Verträge abzuschließen, die direkte oder indirekte (d. h. über Drittländer) Geschäfte in Kriegs- und Krisenländern (z. B. in durch UN-Resolutionen sanktionierten Ländern) zur Folge haben. Hierzu wird bezugnehmend auf eine Embargoliste des Zolls eine Ländernegativliste geführt, die regelmäßig aktualisiert wird. Dem Wirtschaftszweig „Herstellung von Waffen und Munition“ sind im Kundenkreditgeschäft keine Kunden zugeordnet, d. h. Kreditgeschäfte in diesen Branchen werden von der Haspa nicht betrieben (vgl. Kriterium 4).



Eigenanlage
Zur Begrenzung der Länderrisiken verfolgen wir das Ziel, weder direkt (z. B. über Staatsanleihen, Credit Default Swaps) noch indirekt (z. B. über Unternehmensanleihen, Aktien, Asset Backed Securities) in Kriegs- und Krisenländern zu investieren (z. B. in durch UN-Resolutionen sanktionierten Ländern). Dazu nutzen wir eine Ländernegativliste, die auf Basis der Embargoliste des Zolls geführt und regelmäßig aktualisiert wird. Zudem erwerben wir gemäß unseren Anlagerichtlinien keine Wertpapiere, bei denen der Verdacht auf Streubombenherstellung besteht. Investitionen in Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais, Soja, Fisch und Vieh sind in den Anlagerichtlinien ebenfalls ausgeschlossen (vgl. Kriterium 4).