17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Die Basler Versicherungen gestalten ihre vom Vorstand festgelegte geschäftsstrategische Ausrichtung unter Achtung und nach Maßgabe geltender gesetzlicher Vorgaben und der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Dabei nehmen die Achtung und der Schutz der Menschenrechte einen hohen Stellenwert für uns ein. Herangezogen werden dafür insbesondere die Resolution 217 A (III) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 („Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“) und sämtliche Konventionen zum Schutz einzelner Menschenrechte. Im Rahmen unseres Handelns tragen wir Sorge dafür, dass unsere Geschäftstätigkeit mit den festgelegten Menschenrechten in Einklang steht.  

Selbstverständlich erfolgt auch die Auswahl von Geschäftspartner*innen nach diesen Maßstäben, wozu detaillierte Richtlinien und Arbeitsanweisungen durch die Geschäftsführung in Kraft gesetzt wurden. Mit unseren Stamm-Lieferant*innen und preferred-Suppliern haben wir Vereinbarungen zur Einhaltung unseres Code of Conduct getroffen. Dieser stellt den Verhaltenskodex für unsere Geschäftspartner*innen dar.  

Das IKS der Basler Versicherungen bildet die Gesamtrisikolage des Unternehmens ab und umfasst Maßnahmen und Kontrollen, die sicherstellen, dass vorbezeichnete regulatorische Vorgaben eingehalten werden. Die Compliance-Risiken werden jährlich unter Berücksichtigung der Gesamtrisikolage des Unternehmens, des Rechtsumfeldes und verschiedener Parameter – insbesondere Größe, Art und Umfang der Geschäftstätigkeit – analysiert und festgestellt. Wesentliches Ziel dieser Risikoanalyse ist die Feststellung, mit welchem „Bruttorisiko“ ein Verstoß gegen die relevanten Vorgaben einzustufen ist. Auf Grundlage dieser Feststellungen kann eine angemessene Einordnung im Compliance Management System (CMS) (Entwicklung von Kontrollmaßnahmen, Reporting usw.) gefunden werden. Die so ermittelten Maßnahmen bewirken eine Risikominimierung, die sich im „Nettorisiko“ abbildet. Der Vorstand wird durch die Bereiche Risikosteuerung, Recht und Compliance sowie das IKS Office fortlaufend zu den Analyseergebnissen unterrichtet und beraten. Auf Grundlage von Handlungsempfehlungen der Bereiche legt der Vorstand die vorgenannte geschäftsstrategische Ausrichtung und damit Indikatoren und Maßnahmen fest. Durch die Einrichtung eines internen Meldesystems können Mitarbeiter*innen Meldungen über Verstöße einreichen, auf Wunsch auch ohne Nennung ihrer Identität.  

Die Beachtung der Menschenrechte ist uns wichtig, deshalb wurden klare Vorgaben definiert, unter welchen Voraussetzungen Auslandsrisiken v. a. in solchen Ländern mit kritischer bzw. unklarer Menschenrechtssituation im Rahmen von internationalen Versicherungsprogrammen oder Projekten gezeichnet werden können. Bereits im Jahr 2019 sind Maßnahmen zur Implementierung von ESG-Prinzipien in den relevanten Zeichnungsrichtlinien eingeführt worden. Diese wurden im Jahr 2021 gruppenweit weiterentwickelt. Das Update der relevanten Zeichnungsrichtlinien wird voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2022 in Kraft treten. Bereits seit 2019 sind fünf Ausschlusssektoren (Industriesegmente) konkret definiert, welche als Verbotssektoren gekennzeichnet sind. Zusätzlich wurde das Underwriting in insgesamt 16 Industrie- bzw. Betriebsarten mit konkreten Prüfpflichten und -kriterien verbunden. Relevant sind hierbei alle ESG-Kriterien, die neben der Klimaschädlichkeit auch klar die Einhaltung von Menschenrechten wie faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung oder die Verhinderung von Kinderarbeit erfasst. Darüber hinaus arbeitet seit Mitte 2021 eine Arbeitsgruppe an der Identifizierung von neuen Geschäftsfeldern und Angeboten von und für nachhaltig ausgerichtete Kundensegmente (siehe Kriterium 6).  

Um soziale Auswirkungen zu identifizieren und sicherzustellen, dass unsere Nachhaltigkeitsgrundsätze auch von unseren Lieferant*innen eingehalten werden, integrieren wir die Freigabe unserer Beschaffungsgrundsätze durch die jeweiligen Partner*innen in unsere Prozesse (siehe Kriterium 9). Darüber hinaus werden menschenrechtliche und auch umweltbezogene Sorgfaltspflichten im Sinne des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) angemessen berücksichtigt. Denn durch eine verantwortungsvolle Gestaltung der Lieferkette kann das bei den Basler Versicherungen ohnehin als außerordentlich gering eingeschätzte Risiko einer Menschenrechtsverletzung weiterhin minimiert werden. Die Anforderungen dieses Gesetzes sind bereits in unserem Compliance Management System (CMS) integriert.  

Auf diese Weise konnte das Ziel, Geschäftsbeziehungen in bestimmte Länder und mit bestimmten Personen oder Unternehmen zu regulieren, erreicht werden. Um die Einhaltung der Menschenrechtsstrategie gewährleisten zu können, sind angemessene Maßnahmen in unseren Geschäftsprinzipien verankert. Sofern eine Geschäftsbeziehung nicht von der durch den Vorstand verabschiedeten strategischen Ausrichtung abgedeckt ist, wird sie nicht eingegangen.  

Im Berichtszeitraum wurden keine hohen Risiken (aus der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen oder den Produkten und Dienstleistungen) identifiziert, die eine negative Auswirkung auf Menschenrechte haben.  

Die beschriebene geschäftsstrategische Ausrichtung, die durch den Vorstand festgelegt wird, spiegelt das sogenannte Managementkonzept wider. Diese Strategie wird der beschriebenen äußerst geringen Risikolage gerecht. Die Risikolage wird jährlich eingeschätzt, so dass dieser Ansatz regelmäßig überprüft wird. Damit werden die Basler Versicherungen ihrem festgelegten Ziel der Einhaltung der Menschenrechte stets gerecht. Alle erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge werden im Bereich Recht/Compliance ebenfalls auf die Einhaltung der Menschenrechte geprüft.  

Wir sind ein in Europa ansässiges und tätiges Versicherungsunternehmen und prüfen unsere Geschäftsstandorte im gebotenen Umfang auf menschenrechtliche Aspekte. Aufgrund der sehr sicheren Menschenrechtslage an unseren Standorten und einem in diesem Bereich kaum vorhandenen Risiko ist es ausreichend, diese Prüfung in einem eingeschränkten Umfang vorzunehmen.