17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Auch wir als Dienstleister mit einer vergleichsweise wenig komplexen Lieferkette nehmen unsere menschenrechtliche Sorgfaltspflicht wahr. Wir setzen uns innerhalb des Unternehmens und in der Lieferkette für die Einhaltung von international geltenden Menschenrechten ein und bekennen uns zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Generalversammlung der Vereinten Nationen (AEMR) und den Europäischen Menschenrechtskonventionen (EMRK). Die DEKRA Sozialstandards stellen unsere Grundsatzerklärung zur Achtung der Arbeits- und Menschenrechte dar und beschreiben die entsprechenden Prozesse zur effektiven Umsetzung. Sie greifen die Anforderungen der UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte bzw. des deutschen Nationalen Aktionsplans (NAP) für Wirtschaft und Menschenrechte auf.

In unserer Globalen Einkaufsfunktion haben wir in Bezug auf Menschenrechte beziehungsweise Nachhaltigkeit allgemein entsprechende Standards und Prozesse für den Einkauf und das Lieferkettenmanagement aufgebaut und entwickeln diese kontinuierlich weiter.

Wir berücksichtigen in unserer Einkaufspraxis soziale, ökologische und geschäftsethische Kriterien bei der Auswahl der Lieferanten und von uns benötigten Produkten und Dienstleistungen. Die folgenden Standards und Prozesse bestimmen unser nachhaltiges Lieferkettenmanagement:
  • Nachhaltigkeitsanforderungen der globalen Einkaufsrichtlinien
  • Nachhaltigkeitskriterien der allgemeinen Einkaufsbedingungen
  • Lieferanten Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex
  • Lieferantenüberprüfung via Self-Assessment und Bewertung
  • Lieferanten-Audits und Korrekturmaßnahmenpläne
  • Nachhaltigkeitsschulungen der Einkaufsmitarbeiter
  • Reporting und Ziele
  • Vorzug von nachhaltigen Alternativen bei der Produkt- und Dienstleistungsauswahl

Die Einkaufsrichtlinien definieren auch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in unserem Einkaufsmanagement. Wir verlangen von unseren Lieferanten die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Dies ist in den Allgemeinen Einkaufsbedingungen und insbesondere im Lieferanten Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex (Sustainability Supplier Code of Conduct) festgelegt. Die allgemeinen Einkaufsbedingungen stellen klare Anforderungen hinsichtlich ökologischer (Klimaschutz, Umweltverschmutzung, Umweltmanagementsystem) sowie sozialer und geschäftsethischer Verantwortung (Menschenrechte, Nichtdiskriminierung, ILO-Normen, Gesundheit und Sicherheit, Compliance). Mit unserem Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex erwarten wir von unseren Lieferanten, unseren Prinzipien in den folgenden vier Bereichen zu folgen: Nachhaltigkeitsmanagement & Ethisches Wirtschaften, Umwelt & Klimaschutz, Sozialstandards & Menschenrechte und Nachhaltigkeit im Lieferkettenmanagement zu unterstützen.

Wir überprüfen unsere potenziellen und aktuellen Lieferanten mittels eines Lieferanten-Selbstbewertungs-Fragebogens. Im Abschnitt "Nachhaltigkeit" werden Informationen über die die Einhaltung der oben genannten Grundsätze des Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex abgefragt. Die Antworten und der jeweilige Grad der Einhaltung unserer Anforderungen spielen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung unserer Lieferanten und dem Auswahlverfahren.

Wenn unsere Mindestanforderungen nicht erfüllt werden, prüfen wir die Möglichkeit, ein Audit beim jeweiligen Lieferanten durchzuführen und bei Bedarf einen Korrekturmaßnahmenplan zu vereinbaren. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt werden und keine Maßnahmen ergriffen werden, um Verstöße zu beheben, können wir die Geschäftsbeziehungen beenden.

Wir sensibilisieren unsere Lieferanten in Bezug auf Nachhaltigkeit. Bei Bedarf ermutigen wir unsere Lieferanten Nachhaltigkeitsschulungen wahrzunehmen und stellen entsprechende Unterlagen oder Trainings zur Verfügung.

Wir implementieren schrittweise eine nachhaltige Beschaffungspräferenz in unseren Einkaufsentscheidungen. Umweltfreundliche und sozialverträgliche Alternativen werden bevorzugt, wenn sie innerhalb eines vernünftigen Kostenrahmens verfügbar sind.

Unsere Einkaufsmitarbeiter werden regelmäßig zum Thema Nachhaltigkeit im Einkauf und der Lieferkette geschult.

Das Monitoring und Reporting in Bezug auf Nachhaltigkeit befindet sich im Aufbau. Wir überwachen und berichten schrittweise über den Anteil der auf Nachhaltigkeit verpflichteten Lieferanten, den Anteil der bzgl. Nachhaltigkeit überprüften Lieferanten, die Anzahl diesbezüglich auditierter Lieferanten sowie den Anteil der geschulten Mitarbeitern in den Einkaufsteams. Zu den jeweiligen Themen leiten wir Ziele und Maßnahmen ab und berichten über diese. Bis 2024 wollen wir 100% der Lieferanten unseres Globalen Einkaufs in Bezug auf Nachhaltigkeit überprüft haben. Wir streben an, alle Einkaufsmitarbeiter regelmäßig zu Nachhaltigkeit im Einkauf zu schulen. 2020 haben wir 93% der der Einkaufsmitarbeiter des Globalen Einkaufs geschult. Bei 15 wesentlichen nationalen und internationalen Lieferanten wurden und werden 2020 detaillierte Nachhaltigkeits-Audits durchgeführt.

Wesentliche Risiken sind uns aktuell nicht bekannt. Unsere Prozesse zur Wahrnehmung unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht befinden sich im Auf- und Ausbau. Hierzu verweisen wir auch auf unsere in der DNK-Erklärung integrierte Erklärung im Sinne des NAP Wirtschaft und Menschenrechte.

Erklärung im Sinne des NAP Wirtschaft und Menschenrechte

1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob Ihr Unternehmen über eine eigene Unternehmensrichtlinie zur Achtung der Menschenrechte verfügt und ob diese Richtlinie die ILO-Kernarbeitsnormen umfasst.

b. ) Hat die Unternehmensleitung die Grundsatzerklärung verabschiedet?

c. ) Beschreiben Sie die interne und externe Kommunikation Ihres Unternehmens zur Grundsatzerklärung.

d. ) Auf welcher Ebene ist die Verantwortung für menschenrechtliche Belange verankert? (CSR-RUG Checkliste 1b)

e. ) Welche Reichweite hat die Richtlinie (welche Standorte, auch Tochterunternehmen etc.)

Die DEKRA Sozialstandards stellen unsere Grundsatzerklärung zur Achtung der Arbeits- und Menschenrechte dar. DEKRA setzt sich innerhalb des Unternehmens und in der Lieferkette für die Einhaltung von international geltenden Menschenrechten und Sozialnormen ein, wie den Richtlinien und Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Generalversammlung der Vereinten Nationen (AEMR) und der Europäischen Menschenrechtskonventionen (EMRK). Die DEKRA Sozialstandards wurden vom DEKRA Vorstand verabschiedet und unterzeichnet. Sie werden an die Mitarbeiter sowie an neue Lieferanten kommuniziert. Sie sind auf der Homepage von DEKRA veröffentlicht: https://www.dekra.de/de/sozialstandards/. Die DEKRA Sozialstandards gelten für den gesamten DEKRA Konzern und umfassen alle Standorte und verbundenen Unternehmen.

2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob und wie Ihr Unternehmen menschenrechtliche Risiken analysiert (durch Ihre Geschäftstätigkeit, durch Geschäftsbeziehungen, durch Produkte und Dienstleistungen, an Standorten, durch politische Rahmenbedingungen) (Kriterium 17, Checkliste Aspekt 4)

b. ) Werden besonders schutzbedürftige Personengruppen in die Risikobetrachtung mit einbezogen?

c. ) Wie hoch werden die menschenrechtlichen Risiken und die eigenen Einflussmöglichkeiten diesen zu begegnen eingeschätzt?

d. ) Wie werden menschenrechtliche Risiken in das Risikomanagement Ihres Unternehmens integriert?

Unsere Prozesse zur Wahrnehmung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht befinden sich im Auf- und Ausbau. DEKRA untersucht bestmöglich, ob menschenrechtliche Risiken durch die Geschäftstätigkeit entstehen. Potenzielle Risiken werden im Rahmen der von der Internen Revision durchgeführten Audits mitberücksichtigt. Zudem werden Lieferanten vor der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen via eines Self-Assessments überprüft. Bei besonders kritischen bestehenden Lieferanten werden zudem bei Bedarf Audits durchgeführt, welche auch das Thema Nachhaltigkeit und Menschenrechte berücksichtigen. Besonders schutzbedürftige Personen werden nicht explizit mit in die Risikobetrachtung einbezogen. Wesentliche Risiken sind uns aktuell nicht bekannt. Menschenrechtliche Risiken und die Überprüfung der Einhaltung und Umsetzung der DEKRA Sozialstandards sind seit 2020 Bestandteil des Risikomanagements, welches von der Internen Revision gesteuert wird.

3. Maßnahmen zur Wirksamkeitskontrolle / Element: Beschwerdemechanismus

a. ) Gibt es Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Menschenrechten?

b. ) Berichten Sie, ob und wie die Einhaltung von Menschenrechten geprüft wird.

c. ) Beschreiben Sie interne Beschwerdemechanismen und klare Zuständigkeiten im Unternehmen oder erläutern Sie, wie der Zugang zu externen Beschwerdeverfahren sichergestellt wird.

d. ) Gelten Whistle-Blowing-Mechanismen auch für Zulieferer?

Unsere Mitarbeiter im Einkauf werden zum Thema Nachhaltigkeit und Menschenrechten in der Lieferkette geschult. Die Einhaltung der DEKRA Sozialstandards und von Menschenrechten wird schrittweise in die Prüfprozesse unseres internen Risikomanagementprozesses und interner Audits integriert. Um Verstöße gegen die Menschenrechte, Compliance-Guidelines sowie DEKRA Sozialstandards auf allen Ebenen und in allen Bereichen von DEKRA melden, prüfen und bearbeiten zu können, besteht ein Compliance-Hinweisgebersystem. Bei Beschwerden und Verdachtsfällen in Bezug auf Sozialstandards und Menschenrechte können sich betroffene Mitarbeiter, Geschäftspartner oder andere Stakeholder offen oder optional auch anonym an die zuständige Compliance-Meldestelle wenden. Meldungen können sowohl von unseren Mitarbeitern als auch von nicht dem Unternehmen zugehörigen Personen eingereicht werden. Das Hinweisgebersystem ist in allen wesentlichen Sprachen zugänglich.

4. Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette

a. ) Gibt es einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen, der die vier ILO-Kernarbeitsnormen umfasst?

b. ) Berichten Sie, ob und wie eine Prüfung von menschenrechtlichen Risiken vor dem Eingehen einer Geschäftspartnerschaft durchgeführt wird.

c. ) Werden zuliefernde Unternehmen zu Menschenrechten geschult?

d. ) Mit welchen Prozessen stellt Ihr Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechten bei zuliefernden Unternehmen sicher?

e. ) Ergreifen Sie (gemeinsam mit zuliefernden Unternehmen) Maßnahmen im Konfliktfall oder kooperieren Sie mit weiteren Akteuren? Wenn ja: welchen?

f. ) Welche Konzepte gibt es zur Wiedergutmachung? Berichten Sie über Fälle im Berichtszeitraum.

Wir verlangen von unseren Lieferanten die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards. Dies ist in den Allgemeinen Einkaufsbedingungen und insbesondere im Lieferanten Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex (Sustainability Supplier Code of Conduct: https://www.dekra.com/media/20200526-dekra-sustainability-supplier-code-of-conduct-final-en.pdf) festgelegt. Dieser verlangt auch die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und Standards und Prozesse der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Lieferanten werden vor der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen via eines Lieferanten-Selbstbewertungs-Fragebogens überprüft. Im Abschnitt "Nachhaltigkeit" werden Informationen über die Einhaltung der oben genannten Grundsätze des Nachhaltigkeits-Verhaltenskodex abgefragt. Die Antworten und der jeweilige Grad der Einhaltung unserer Anforderungen spielen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung unserer Lieferanten und dem Auswahlverfahren.

Derzeit befinden wir uns im Aufbau von Schulungsprozessen für Lieferanten. 2020 wurden 93% der Mitarbeiter des Globalen Einkaufs in Bezug auf Nachhaltigkeit und Menschenrechte geschult. Unsere Einkäufer sind aber bereits heute dazu angehalten, aktuelle und zukünftige Lieferanten auf Schulungsmaterial zum Thema Menschenrechte in der Lieferkette hinzuweisen.

Bei bestehenden Lieferanten werden bei Bedarf Audits durchgeführt, welche auch die Themen Nachhaltigkeit und Menschenrechte berücksichtigen. Sollten hier Verstöße festgestellt werden, arbeiten wir einen Korrekturmaßnahmenplan aus, welcher vom betroffenen Lieferanten umgesetzt werden muss. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt werden und keine Maßnahmen ergriffen werden, um Verstöße zu beheben, können wir die Geschäftsbeziehungen beenden.

Derzeit gibt es abseits des Rechtsweges keine Prozesse zur Wiedergutmachung. Bis heute sind keine Menschenrechtsverletzungen bekannt. Es wird auf jede Meldung, welche über das Hinweisgebersystem eingeht, angemessen reagiert.