16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Gemäß den Führungsleitlinien der VR Bank SWW eG entwickelt die Bank die Potenziale ihrer Mitarbeiter weiter. Sie fordert und stärkt die Bereitschaft zur zielgerichteten Weiterentwicklung. Dabei werden Fehler und Herausforderungen als Entwicklungschance genutzt. In regelmäßigen Orientierungsgesprächen werden individuelle Ziele vereinbart, die jährlich erbrachte Leistung anhand von Leistungskriterien reflektiert und die Entwicklungsmöglichkeiten und daraus abzuleitenden Maßnahmen (wie z. B. Qualifizierungen) der einzelnen Mitarbeiter besprochen.

Einen festgelegten Qualifizierungsprozess bzw. -plan gibt es nur dann, wenn die gesetzlich geforderte Qualifizierung bzw. die intern definierten Standards (z. B. aufgrund BAFIN-Meldung der Berater) nicht mit der Qualifikation des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin übereinstimmt. Hier entsteht direkter Handlungsbedarf (siehe z. B. Beraterpassqualifizierung oder auch nachzuweisende IVD/IDD-Anforderungen).

Darüber hinaus ergeben sich Qualifizierungen abgeleitet aus der Vision, der Strategie der Bank und den jeweiligen Zukunftsausrichtungen der Bank. Diese Qualifizierungsschritte werden in den Orientierungsgesprächen mit den Mitarbeitern fixiert und in Abstimmung mit dem Bereich Personalentwicklung in die Umsetzung gebracht.

Den Bereichs- und Abteilungsleitern steht ein abgestimmtes Budget für Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung.

Es werden Auszubildende, Duale Studenten und FOS-Praktikanten in der Bank beschäftigt und bei entsprechender Eignung in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis übernommen. Im Zuge der Ausbildung erhalten die jungen Mitarbeiter ein regelmäßiges Feedback zur fachlichen und persönlichen Entwicklung durch die Ausbildungsleitung (unter Einbezug der Einschätzungen der Fachausbilder in den Bereichen). Zum Ende der Ausbildung werden die Entwicklungswege konkretisiert und der Übergang (inklusive notwendiger Qualifizierung) auf eine konkrete Stelle vorbereitet. Insbesondere bei den jungen Mitarbeitern wird durch die Personalentwicklung und den jeweiligen (künftigen) Vorgesetzten eine berufsbegleitende Weiterbildung forciert, um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Eine spezielle finanzielle und zeitliche Förderung durch die VR Bank SWW eG erfolgt im Schwerpunkt bei berufsbegleitenden Weiterbildungen, die einen direkten Bezug zum Bankgeschäft bzw. zukunftsrelevanten Feldern darstellen und mit dem täglichen Aufgabengebiet unmittelbar in Zusammenhang stehen. Unter diese Regelungen fallen z. B. die Weiterbildungen im Rahmen des genossenschaftlichen Formats BANKCOLLEG. Weitere Qualifizierungsmaßnahmen werden zwischen dem Vorgesetzten bzw. der Personalentwicklung und dem Mitarbeiter im Einzelfall mit Blick auf unsere Unternehmens- und Personalstrategie geprüft. Die Förderung ist in der Betriebsvereinbarung vom 05. Januar 2016 geregelt und umfasst eine stufenweise finanzielle Förderung entsprechend des Notenergebnisses.

Die Teilnahme an der Weiterbildung erfolgt für den Mitarbeiter in seiner Freizeit. Deshalb erhält der Mitarbeiter zur Prüfungsvorbereitung je Semester 1 Tag Sonderurlaub. Individuelle Vereinbarungen bei zum Beispiel Bachelor- und Masterstudiengängen (die eine erhebliche Zeitinvestition für den Mitarbeiter bedeuten) werden zwischen Mitarbeiter und dessen direkter Führungskraft unter Einbindung der Personalabteilung getroffen. An weiteren Zielsetzungen zur Förderung der Beschäftigungsfähigkeit aller Mitarbeitenden, insbesondere bezogen auf (Weiter-)Bildung, Gesundheitsmanagement, Digitalisierung und Umgang mit Herausforderungen des demografischen Wandels werden sukzessive durch die VR Bank SWW eG erarbeitet.

In diesem Zusammenhang wurde zum Jahresende 2019 eine Neuausrichtung innerhalb der Nachwuchsentwicklung mit Fokus „Ausbildung anpacken“ (Zukunftsanforderungen an die Ausbildung) gestartet und hat zu Beginn 2020 eine Umsetzung erfahren. Hierbei sind jedem Fachbereich ein Ausbilder vor Ort zugeteilt. Diese unterstützen die Vermittlung der Fachthemen in den jeweiligen Abteilungen sowie die Weiterentwicklung der Azubis hinsichtlich Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz. Das Ausbildungskonzept ermöglicht somit die Verzahnung der Ausbildungsinhalte mit der neuen Ausbildungsordnung mit der Praxis sowie individuellere Ausbildungsphasen. Durch enges Zusammenarbeiten der Ausbilder vor Ort mit der Ausbildungsleitung, kann die ganzheitliche Entwicklung und Potentialentfaltung der Azubis gewährleistet werden. Die Stellen der Ausbilder vor Ort sind darüber hinaus Entwicklungsstellen, um sich in ersten Führungsaufgaben auszuprobieren.

Zum Berichtszeitpunkt fand keine Prüfung der wesentlichen Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und den Produkten und/oder Dienstleistungen der Bank ergeben und negative Auswirkungen auf die Qualifizierung haben, statt, so dass der VR Bank SWW eG zum Berichtszeitpunkt keine Risiken bekannt sind.