16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Im Kontext von Personalarbeit heißt Nachhaltigkeit für uns in erster Linie
   
Verantwortung  

Die Volksbank in Südwestfalen übersetzt „Verantwortung“ mit Verantwortung für Kunden und Bank hinsichtlich einer zukunftsgerichteten Leistungsfähigkeit und hinsichtlich des Personals mit Berechenbarkeit im Vorgehen und mit dem Willen zur langfristigen Mitarbeiterbindung. Die Fluktuation liegt unter der des Gesamtmarktes. Die Fusion der beiden Vorgängerinstitute zur Volksbank in Südwestfalen erfolgte ohne Stellenabbau durch betriebsbedingte Kündigungen.     

Wertschätzung  

„Der Ton macht die Musik“, diese alte Redensart gilt heute mehr denn je. In einer Zeit der Globalisierung, der Digitalisierung und des vernetzten Denkens und Handelns besteht leicht die Gefahr den Einzelnen und seine Bedürfnisse zu übersehen.

Kontinuierliche Schulung der Führungskräfte hierzu und ein institutionalisiertes Personalentwicklungsgespräch sollen hier gegensteuern. Ganz am Anfang der fusionierten Bank stand die Entwicklung der langfristigen Vision und Mission für das neue Haus. Die Prüfung und Erarbeitung einheitlicher Führungsregeln ist der nächste logische Schritt. Eine transparente Information durch die Fach- und Führungskräfte sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitbestimmungsgremien sind weitere wichtige Bausteine.  

Transparenz des unternehmerischen Handelns ist der Volksbank in Südwestfalen ein wichtiges Anliegen, hier geht sie mit modernen Medien neue Wege über klassische Informationskanäle hinaus. Erste Vorstandswebinare zu Großprojekten oder der wirtschaftlichen Lage der Bank zeigten große Akzeptanz und ergänzen das Informationsrepertoire zeitgerecht.  

Diese exemplarisch genannten Verhaltensmaximen verdeutlichen, dass die Volksbank in Südwestfalen überzeugt ist, dass ihre nachhaltige Personalpolitik durch die ganzheitliche unverstellte Wahrnehmungsfähigkeit der Führungskräfte und durch ihre offene vertrauensvolle Kommunikation getragen wird.  

Der Weg wie die Volksbank in Südwestfalen zu Entscheidungen kommt ist ihr insofern genauso wichtig wie die Entscheidung selbst.    

Konkrete Maßnahmen

Moderne Arbeitgeber müssen sich allen Einflussfaktoren widmen und können die Verantwortung nicht delegieren oder ablehnen. Vermutlich können nicht alle Probleme gelöst werden, aber die Volksbank in Südwestfalen will hilfreiche Antworten für sich und ihre Mitarbeitenden suchen und weiterentwickeln.
   
bankseitige
Faktoren
externe Faktoren
stetiger
Fachkräftebedarf
Demographischer
Wandel
 
Um die Zukunftsfähigkeit der Bank zu sichern, müssen Antworten gefunden werden, da von zwei Seiten Druck aufgebaut wird: die Bank benötigt stetig neue Fachkräfte und der demographische Wandel, d.h. der schnell enger werdende Arbeitsmarkt, verschärft die Situation noch weiter.

 Wenngleich die Kostensituation es erforderlich machen würde, die Ausbildungsquote zu senken, hält die Volksbank in Südwestfalen sie überproportional hoch. Sie leistet damit auch einen strukturellen Beitrag zur Ausbildungssituation in ihrem Geschäftsgebiet. Die Betriebskultur, d.h. der achtsame Umgang miteinander, trägt in hohem Maße dazu bei, dass es gelingt, Mitarbeitende an die Bank zu binden. Die Fluktuation liegt weit unter dem Markt- und Branchenvergleich. Gleichzeitig versucht die Volksbank in Südwestfalen die Arbeitsfähigkeit durch Unterstützungssysteme wie z.B. das betriebliche Gesundheitsmanagement zu erhalten.  
 
bankseitige
Faktoren
arbeitnehmerseitige
Faktoren
schnell steigender Kostendruck durch die Niedrigzinsphase steigende
Arbeitsverdichtung
   
Der andauernde überdurchschnittliche Kosten- bzw. Ertragsdruck verlangt nach betriebswirtschaftlichen Antworten, die auch eine Arbeitsverdichtung nicht ausschließen. Eine fortlaufende Prozessoptimierung soll hier positiv auf die Belegschaft wirken und gleichzeitig den Kundennutzen erhöhen. Durch konsequentes Kostenmanagement in den Sachkosten versucht die Volksbank in Südwestfalen den unweigerlichen Druck auf die Personalkosten abzumildern. „Menschen statt Steine“, diese Kurzform beschreibt das Bestreben lieber mehr Menschen in Arbeit zu halten als Gebäude an vielen Standorten zu bezahlen.    

bankseitige
Faktoren
arbeitnehmerseitige
Faktoren
externe Faktoren
schnell „alterndes
Fachwissen“ und Digitalisierung
ständiger
Anpassungsdruck
Hohe Regelungsdichte
 des Gesetzgebers 
 
Die steigende Komplexität des Bankgeschäfts, oft auch getrieben von einer Regelungsflut des Gesetzgebers, erfordert eine (arbeits-)lebenslange Fortbildungsbereitschaft, um das erforderliche Wissen auf aktuellem Stand zu halten. Gleichzeitig ist aus der Soziologie bekannt, dass dauernde Veränderungsprozesse die Arbeits- und damit die Lebensqualität belasten. Die Digitalisierung erfordert nicht nur neue Lernthemen, sondern mehr und mehr neue Arbeitsmethoden.   Durch ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm unterstützt die Volksbank in Südwestfalen ihre Mitarbeitenden bei der Bewältigung dieser Herausforderung. Offener und transparenter Umgang mit Changemanagement-Prozessen und deren „besonderer Energie“, kann die Belastungen nicht aufheben aber deutlich abmildern; die Volksbank in Südwestfalen stellt sich auch dieser Verantwortung. Sowohl das „Großprojekt“ Fusion als auch das laufende Großprojekt der technischen Umstellung des bankinternen IT-Systems werden durch eine eigene Projektgruppe „Menschen und Kultur“ begleitet, um den Change-Management-Risiken konzeptionell bewusst und gezielt zu begegnen.    

arbeitnehmerseitige
Faktoren
externe Faktoren
längere
 Lebensarbeitszeit
Absenkung des
realen Rentenniveaus und Versorgungslücken bei der Krankenversicherung

Die Herausforderungen, die die Rentenpolitik aufgibt, brauchen nicht näher beschrieben zu werden. Die Volksbank in Südwestfalen nähert sich der Problematik gleich durch mehrere Maßnahmen. Der Demographie-Tarifvertrag schafft die Möglichkeit, drei Jahre vor der Regelaltersrente mit 67 die Arbeitszeit zu reduzieren, mit teilweisem Ausgleich des Lohnausfalls.
 

Die Volksbank in Südwestfalen bietet weiterhin die Möglichkeit der Altersteilzeit, des „abgefederten“ Übergangs in den Ruhestand an. Um diesen Schritt den Mitarbeitenden aus finanzieller Sicht zu erleichtern, stellt sie für jeden Mitarbeitenden einen Beitrag für eine betriebliche Altersversorgung zur Verfügung.

Das Angebot von Teilzeitlösungen und vermehrt von Home-Office-Möglichkeiten versetzt die Mitarbeitenden mehr und mehr in die Lage, der eigenen Leistungsfähigkeit und den eigenen Lebensbedingungen angepasst, ihre Arbeit zu leisten.

Durch ein dezidiertes Gesundheitspräventionsangebot wird ein Beitrag zur Gesundheit der Mitarbeitenden geleistet. Diese können kostenlos die Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebote der Familiengenossenschaft
- rund um die Kinderbetreuung (z.B. zum Wunsch- und Wahlrecht der Eltern)
- zu Pflege und Demenz
- zur Unterstützung im Haushalt
- zu gesundheitlichen Fragestellungen (z.B. zu Burn Out, Sucht und Drogen)
- und zu anderen belastenden Lebenssituationen (z.B. Partnerschaftskonflikte, Trauer, Betreuungsprobleme bei Kindern und pflegebedürftigen Eltern etc.) nutzen.

Die Volksbank in Südwestfalen ermöglicht ihren Mitarbeitenden Zugang zu besonders günstigen Tarifen für eine Krankenzusatzversicherung, damit sie im Krankheitsfall unabhängig von ihrer finanziellen Situation optimale Hilfe in Anspruch nehmen können.

Qualifizierung  

Wie schon bei der Herausforderung schnell „alterndes Fachwissen“ und Digitalisierung erläutert, ist eine permanente Pflege des betrieblichen Wissenstandes erforderlich.

Die überdurchschnittlich hohe Ausbildungsquote sowie die strategische Absicht der Volksbank in Südwestfalen neben Bankkaufleuten auch weitere Ausbildungsberufe anzubieten, z.B. im IT-Bereich oder im Bereich der Immobilienvermittlung, trägt sowohl dem Anspruch auf qualifiziertes Fachpersonal (Fachkräftemangel) Rechnung als auch der positiven Wirkung auf das Durchschnittsalter der Gesamtbelegschaft.

Die Bank evaluiert jährlich den Qualifikationsstand jedes Mitarbeiters und stellt erhebliche Budgets für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Neben der fachlichen Eignung werden die Sozial- und Methodenkompetenzen der Fach- und Führungskräfte und die besonderen Anforderungen an Führungskräfte gezielt durch Maßnahmen in der Bank, bei genossenschaftlichen Akademien oder freien Bildungsträgern gefördert.    

Verlässlichkeit  

Planungen der Bank im Personalbereich erfolgen nicht kurzfristig reaktiv, sondern mittel- und langfristig. Hierbei werden Anzahl und Qualifikation der Beschäftigten regelmäßig evaluiert und zielgerichtet geplant. Die Personalstrategie folgt schlüssig aus der Gesamtbankstrategie und dient deren Zielerreichung. Der Planungshorizont beträgt in der Regel fünf Jahre. Jeder einzelne Mitarbeitende wird in den Blick genommen und in seiner Individualität wahrgenommen.

Zielgerichtete Personalentwicklung sichert der Bank qualifiziertes Personal und den Mitarbeitenden dauerhafte qualifizierte Arbeitsplätze und unseren Kunden eine hochqualifizierte Beratung.  

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbs, des demographischen Wandels und anhaltender Veränderungen auf dem Finanzdienstleistungssektor steigen ständig die Anforderungen an die nachhaltige Personalpolitik.
Besondere Herausforderungen betreffen die nachhaltige Sicherung der Beratungsqualität der Mitarbeitenden und der hiermit interdependenten Risikominimierung in den ständig steigenden regulatorischen Anforderungen.
Insbesondere die Mitarbeitenden im Privat- und Firmenkundengeschäft, im Immobiliengeschäft einschließlich der Baufinanzierung und im Bereich Private Banking wurden und werden weiterhin fortlaufend und intensiv mit Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gefördert. Die Belegschaft ist somit den gesetzlichen und marktpolitischen Anforderungen in vollem Umfang gewachsen. Die Volksbank in Südwestfalen setzt auf die Eigeninitiative und das Engagement ihrer Mitarbeitenden: Angesichts besonderer Herausforderungen fordert sie einen hohen Einsatz, große Eigenständigkeit und Übernahme von Verantwortung für die Entwicklung der Bank und der eigenen Person. Sie fördert den Mut zu eigenständigen Entscheidungen durch größere individuelle Entscheidungsräume, gibt Raum für persönliche Weiterentwicklung und fördert diese durch gezielte Maßnahmen.

Insbesondere durch die Implementierung „gelebter“ Führungsleitlinien wird eine konsequente und nachhaltige Führungssystematik gewährleistet. Dabei bildet die Orientierung hin zum Mitarbeitenden eine tragende Säule, um mit unternehmerischem Selbstverständnis die betrieblichen und vertrieblichen Unternehmensziele in Zukunft zu erreichen  

Eine kontinuierliche Budgeterhöhung für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in den letzten Jahren und Planungsansätze für die Folgejahre sind Nachweis, Anspruch und Ansporn zugleich.  

Ausbildung  

Die Ausbildung ist ein wesentlicher Teil der Personalpolitik. Bisher wurden ausschließlich Bankkaufleute ausgebildet. Ab dem Jahr 2019 wird auch einen Ausbildungsplatz als „IT-Fachinformatiker Systemintegration“ angeboten.
Die Volksbank in Südwestfalen bildet innerhalb des Systems der dualen Ausbildung aus. Hierfür arbeitet sie sehr eng mit den regionalen Berufsschulen zusammen. Die Ausbildung umfasst i.d.R. 2,5 Jahre, während der die Auszubildenden einen möglichst umfassenden Einblick in alle Organisationsbereiche der Bank erlangen sollen, mit einem Schwerpunkt auf dem Kundenkontakt.

Innerbetrieblicher Unterricht mit Fachspezialisten sowie Schulungen an der Akademie des Genossenschaftsverbandes, gezielte Prüfungsvorbereitung und eine enge Begleitung durch die Ausbildungsleitung unterstützen die Auszubildenden während der gesamten Ausbildung.

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, dass sehr gute Auszubildende nach ca. einem Jahr ein ausbildungsbegleitendes Studium bei der FOM (Fachhochschule für Ökonomie und Management) aufnehmen können unter Übernahme der Kosten durch die Bank.  

Die Auszubildenden gewinnt die Volksbank in Südwestfalen in der Regel aus dem Geschäftsgebiet der Bank, die Recruiting Bemühungen hierfür sind bei rückläufigem Bewerbermarkt deutlich gestiegen. Das Angebot von Praktikumsplätzen für Schüler hat sich langjährig als gute Recruiting Unterstützung erwiesen.  

Auch wenn die Bank bisher keine Übernahmegarantie nach der Ausbildung gibt, wurden
in der Vergangenheit alle erfolgreichen Absolventen in Arbeitsverhältnisse übernommen.

Eine Ziellandkarte für die umgesetzten Maßnahmen und deren Evaluation ist im Kontext mit der erst erfolgten Fusion noch nicht konkretisiert.