16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Der demografische Wandel hat für die RSAG vor allem zwei Auswirkungen: Zum einen steigt das Durchschnittsalter im Unternehmen, zum anderen stehen weniger Nachwuchskräfte zur Verfügung, die auf aus dem Unternehmen ausscheidende Beschäftigten nachfolgen können. Unser Ziel ist es, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig an unser Unternehmen zu binden, ihre Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit bis zur Rente zu erhalten und qualifizierte Fachkräfte für die RSAG zu gewinnen.    

Da ein Großteil unserer Beschäftigten harte körperliche Arbeit verrichtet, sind die Gesundheitsförderung und die Arbeitssicherheit zentrale Themen für unser Unternehmen. Unser Ziel ist es, in der RSAG auf allen Ebenen gute, gesunde und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu etablieren. Wichtige Inhalte unserer Betrieblichen Gesundheitsförderung sind Bewegung, Ernährung und Rückenstärkung. Beispielsweise bieten wir den Beschäftigten Sport- und Yoga-Kurse in der Mittagspause oder nach der Arbeit an. Unsere Zwischenziele, bis 2017 die Betriebliche Gesundheitsförderung im Unternehmen an zentraler Stelle zu koordinieren sowie bis 2019 eine Fachkraft für Betriebliches Eingliederungsmanagement einzustellen, konnten wir inzwischen realisieren. Zudem haben wir unsere Betriebliche Gesundheitsförderung im Berichtszeitraum weiterentwickelt. Anfang 2018 wurde ein Steuerkreis gebildet, der sich einmal pro Quartal trifft. Zusätzlich wurden zeitversetzt über das Jahr Fokusgruppen gebildet. Diese aus Beschäftigten der RSAG bestehenden Runden besprechen spezielle Themen der Betrieblichen Gesundheitsförderung und erarbeiten Lösungsvorschläge. Diese Vorschläge werden anschließend im Steuerkreis auf Umsetzbarkeit geprüft. Auch nicht an den Fokusgruppen teilnehmende Beschäftigte können Anregungen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung geben. Hierzu haben wir in einer Mitarbeiterzeitung einen Aufruf gestartet.  

Neben der Gesunderhaltung ist die Personalentwicklung wichtige Voraussetzung für die Beschäftigungsfähigkeit. Die Kreislaufwirtschaft unterliegt einem ständigen Wandel: Technologien, Prozesse, Richtlinien, Gesetze, aber auch die Ansprüche der Kundinnen und Kunden ändern sich laufend. Für die Beschäftigten ist das ein stetiger Lernprozess, bei dem wir sie durch Weiterbildungen unterstützen. Allen Führungskräften der RSAG ermöglichen wir die Teilnahme an Seminaren zum Thema „Gesunde Führung“.  

Um junge Talente zu gewinnen, bieten wir Ausbildungsplätze in gewerblichen und kaufmännischen Berufen an. 2018 beschäftigten wir neun Auszubildende, wovon ein Drittel weiblich war. Unsere Azubis durchlaufen verschiedene Bereiche und erhalten so einen Einblick in viele unterschiedliche Themen und Arbeitsabläufe. Nach dem Abschluss der Ausbildung behalten wir unsere Azubis sehr gerne bei der RSAG. Auch Studierende, die einen Beruf im Bereich Kreislaufwirtschaft anstreben, unterstützen wir und arbeiten dafür mit der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg und der RWTH Aachen zusammen. Beispielsweise haben Studierende die Möglichkeit, eine Bachelor- oder Masterarbeit bei uns im Unternehmen zu verfassen und so praktische Einblicke in Themen wie die Verwertung von Grünabfällen aus der Landschaftspflege oder die Aufbereitung und Sortierung von Altpapier und Sperrmüll zu gewinnen. Mit der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg haben wir ein Projekt gestartet, in dem sich Studierende aus mehreren Fachbereichen mit der Nachnutzung des Deponiegeländes beschäftigen. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen möchten wir künftig weiter ausbauen. Im Rahmen eines Lehrauftrags an der RWTH Aachen unterrichten wir Studierende im Sommersemester 2020 zum Thema Oberirdische Ablagerung von Abfällen.  

Mit den genannten Maßnahmen möchten wir den Risiken des demografischen Wandels begegnen. Beim Stakeholder-Dialog 2019 haben wir unsere Stakeholder um eine Einschätzung gebeten, welche Themen aus ihrer Sicht bedeutende Risiken für die RSAG beinhalten. Neben der Gewinnung und Sicherung von Fachkräften nannten die Stakeholder auch Wissensmanagement und -transfer als Risiko. Damit unternehmensspezifisches Wissen nicht im Zuge von Pensionierungen verloren geht, planen wir künftig sogenannte „Tandems“ einzuführen: Eine erfahrene Angestellte oder ein erfahrener Angestellter vermittelt beim gemeinsamen Lösen eines Problems Know-how an einen „Neuling“. So können neue Angestellte von den Erfahrungen derer profitieren, die bereits lange bei uns arbeiten.