15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Chancengleichheit + Vielfalt
Interseroh sieht in einer vielfältigen Belegschaft einen deutlichen Mehrwert für das Unternehmen – und hat deshalb Vielfalt und Chancengleichheit explizit als Ziel in der Nachhaltigkeitsstrategie (siehe Nachhaltigkeitsstrategie "no waste of talents") sowie als Unternehmenswerte in die Unternehmenskultur „we are one“ integriert. Denn Interseroh ist davon überzeugt, dass Vielfalt kreative Ideen und neue Lösungsansätze fördert, von denen sowohl Interseroh als auch die Kunden profitieren.

Bei Einstellungen, der Nachfolgeplanung und der Vergütung werden transparente Kriterien angewandt, die auf Ausbildung, Vorerfahrung sowie Leistung und Erfolg einer Person basieren. Chancengleichheit unterstützt Interseroh zusätzlich mit flexiblen Arbeitszeitmodellen. Seit 2015 ergänzt der pme Familienservice das Angebot. Er vermittelt Mitarbeiter*innen individuelle Betreuungslösungen für Kinder sowie für pflegebedürftige Angehörige. Darüber hinaus können die Mitarbeiter*innen Beratungsangebote zu Themen wie Burn-out, Traumata oder Partnerschaftsproblemen nutzen. Im Jahr 2020 weitete Interseroh die Zusammenarbeit mit dem pme Familienservice aus, um die eigenen Mitarbeiter*innen während der COVID-19-Pandemie noch besser zu unterstützen.   Interseroh schätzt die Leistungen der Mitarbeiter*innen sehr und will dies mit einer fairen Vergütung unterstreichen. Die Vergütung basiert deshalb ausschließlich auf relevanten Fachkenntnissen, Erfahrungen sowie der Leistung einer Person. Diskriminierung jeglicher Art wird nicht geduldet.

Gleichberechtigung
Alle Mitarbeiter*innen sollen in einer Arbeitsumgebung frei von körperlicher Beeinträchtigung und sexueller, psychischer oder verbaler Belästigung arbeiten können. Diskriminierung jeglicher Art duldet Interseroh nicht. Zum einen regelt der Verhaltenskodex des Unternehmens die Grundsätze der Gleichbehandlung im Betrieb und ist für alle Mitarbeiter*innen maßgebend.

Zum anderen sind die Themen Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit Teil des Compliance Management Systems (CMS) von Interseroh. Im Zuge des CMS-Aufbaus wurden in den vergangenen Jahren unter anderem ein neuer Verhaltenskodex, der ebenfalls Stellung zu Chancengleichheit sowie Diskriminierungsfreiheit bezieht, sowie diverse Richtlinien, die rechtstreues Unternehmenshandeln sicherstellen sollen, veröffentlicht.

Bei Hinweisen zu möglichen Diskriminierungsvorfällen können sich alle Mitarbeiter*innen vertraulich per E-Mail oder telefonisch an den Ombudsmann, Rechtsanwalt Stephan Rheinwald, wenden. Gemeldete oder festgestellte Verstöße werden überprüft und entsprechend behandelt.

Arbeitssicherheit
Die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die Gesundheit der Mitarbeiter*innen sind für Interseroh besonders wichtig. Denn nur, wenn sie gesund sind, können sie ihr volles Potenzial ausschöpfen. Das Unternehmen will seiner Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber seinen Angestellten in vollem Maße gerecht werden und setzt daher auf systematische Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Verantwortlich für die Aufrechterhaltung interner und rechtlicher Arbeitssicherheitsstandards sind die Geschäftsführer*innen und Führungskräfte der Gesellschaften. Sicherheitsbeauftragte unterstützen sie bei der Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Für die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung hat Interseroh externe Dienstleister beauftragt. Manche der Gesellschaften haben außerdem eine*n Gesundheitsmanagement-Beauftragte*n bestellt. In regelmäßigen Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses besprechen die verschiedenen Beteiligten alle Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes.

2020 stellte insbesondere die COVID-19-Pandemie ein Risiko für die Gesundheit der Mitarbeiter*innen dar. Um unsere Beschäftigten vor der Ansteckung im eigenen Betrieb zu schützen, entwickelte Interseroh einen Pandemieplan. Er gibt Handlungsanweisungen für verschiedene Pandemiephasen, beispielsweise zu Hygiene- und Abstandsmaßnahmen, Homeoffice-Nutzung und Schichtplanung zur Reduktion von Kontakten sowie für Geschäftsreisen. Darüber hinaus definiert er Verhaltensregeln im Umgang mit Verdachtsfällen und bestätigten Infektionen. Ein zentraler Krisenstab entwickelt den Pandemieplan kontinuierlich weiter und koordiniert dezentrale Krisenstäbe, die die Umsetzung des Pandemieplans in den Gesellschaften verantworten. So können spezifische Bedingungen an den einzelnen Standorten und regionale gesetzliche Vorgaben erfüllt werden.

Gesundheitsschutz
Um die Gesundheit aller Mitarbeiter*innen zu fördern und Krankheiten vorzubeugen, entwickelt Interseroh das betriebliche Gesundheitsmanagement stetig weiter. Im Berichtszeitraum wurden die Führungskräfte aller Ebenen der Interseroh-Tochterunternehmen sowie die Betreuer*innen der Auszubildenden einmal jährlich zum Thema „Gesundes Führen“ und im betrieblichen Gesundheitsmanagement geschult. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch unter den Ausbilder*innen zum Thema Gesundheit statt. Ergänzend wurden flächendeckend und systematisch Krankenrückkehrgespräche insbesondere im gewerblich-technischen Bereich durchgeführt. Ziel ist es, mögliche Zusammenhänge der krankheitsbedingten Abwesenheit mit dem Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und so eingreifen zu können.


Interseroh bietet seinen Mitarbeiter*innen ein breites Angebot an Sportprogrammen, Gesundheitsberatung und -vorsorge – unter anderem in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse und Anbietern von Fitnesskursen. Mit großem Erfolg findet seit 2016 jährlich mindestens ein Gesundheitstag am Standort Köln statt. Im Jahr 2020 wurde er aufgrund der COVID-19-Pandemie erstmals virtuell durchgeführt. Jeder Gesundheitstag steht unter einem besonderen Schwerpunktthema – die Themen Stresswaage und Rückencoaching standen 2020 im Fokus. Darüber hinaus bietet Interseroh allen Mitarbeiter*innen Zugang zu arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und kostenfreien Grippeschutzimpfungen.

Bezahlung
Das Durchschnittsgehalt aller Frauen lag für das Jahr 2020 um 15,8 Prozent unter dem Durchschnittsgehalt aller Männer (2019: 13,8 Prozent). Bei der Einstellung, Nachfolgeplanung und Bezahlung zählt einzig die Leistung. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Alter, Religion oder Geschlecht wird bei Interseroh nicht geduldet.

Die Verschlechterung des Verhältnisses – insbesondere im Vergleich mit dem Jahr 2018 (8,8 Prozent) – ist auf eine hohe Anzahl an Neueinstellungen überwiegend männlicher Mitarbeiter insbesondere im Bereich IT und Technik zurückzuführen, in denen der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte hoch ist. Entsprechend höher sind die Gehälter der neu eingestellten Mitarbeiter im Vergleich zu anderen Bereichen. Zudem wurden einige männliche Führungskräfte für die zweite Führungsebene eingestellt.

Die Entlohnung bei Interseroh entspricht dem deutschlandweiten Branchenstandard. Zudem hat sich das Unternehmen verpflichtet, außerhalb tarifvertraglicher Vereinbarungen den aktuell allgemein verbindlichen Mindestlohn der Entsorgungsbranche zu zahlen. Rahmenverträge mit Zeitarbeitsfirmen werden nur abgeschlossen, wenn die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Bezahlung des Mindestlohns garantiert sind.