15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Chancengerechtigkeit

Die Chancengerechtigkeit spielt bei den AWM eine große Rolle. Die folgenden Beispiele verdeutlichen dies exemplarisch.

Abfallberatung für Geflüchtete

Die AWM haben ein Konzept für die Abfallberatung in den städtischen Flüchtlingsunterkünften entwickelt. Entscheidend für den Erfolg der Abfallberatung für Geflüchtete ist eine Beratung auf Augenhöhe und ohne Sprachbarrieren. Die Beratungsangebote sowie das Informations- und Aufklärungsmaterial funktionieren daher überwiegend über Bilder. Die wenigen Textanteile, die zum Verständnis wichtig sind, wurden in Englisch, Arabisch, Kurdisch, Französisch, Albanisch, Serbisch, Farsi und Hindu übersetzt.
Eine Lehreinheit vermittelt den Bewohnerinnen und Bewohnern die Regeln der Abfalltrennung und schafft ein Bewusstsein für die Hintergründe und Ziele der Kreislaufwirtschaft. Zur Aufklärung und Beratung gehören ebenso Informationen, Aufkleber für Abfallgefäße sowie Tafeln zur Beschilderung der Tonnenstandplätze.
Ein nachhaltigkeitspädagogischer Mitarbeiter ist für diesen Arbeitsbereich zuständig.

Gleichstellung

In der Abfallwirtschaft gibt es – insbesondere im Bereich der Abfallabfuhr und der Straßenreinigung – derzeit noch einen weitaus höheren Anteil männlicher Mitarbeiter. Dies manifestiert sich auch bei den AWM (vgl. Leistungsindikator GRI SRS-405-1). Die AWM fördern daher gezielt weibliche Mitarbeiterinnen. „Abfuhr für klassische Rollenbilder“ hieß es daher auch in dem Journal für Nachhaltigkeit und Geschäftsentwicklung 2018. Überschrieben wurde damit ein Netzwerktreffen der Müllwerkerinnen in Berlin, an dem auch zwei Mitarbeiterinnen der AWM teilnahmen. Das Netzwerktreffen sollte im Berichtsjahr 2020 in Münster stattfinden, musste coronabedingt jedoch verschoben werden.

Grenzachtender Umgang

Im Jahr 2019 wurde eine Schulung zum Thema „Grenzachtender Umgang im Betrieb“ für die Führungskräfte der AWM durchgeführt. Es wurde u. a. eine Betriebsanalyse mit den Schutz- und Risikofaktoren durchgeführt. Eine Arbeitsgruppe begleitet den betriebsinternen Prozess.
Das Vorhaben soll kontinuierlich, langfristig und transparent umgesetzt werden.
Zum Schutz gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gibt es zudem eine Grundsatzerklärung der Stadt Münster.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Herausforderungen unterscheiden sich in den jeweiligen Fachstellen der AWM erheblich. Während Homeoffice-Lösungen in der Verwaltung möglich sind, ist dies in der Abfallabfuhr und der Straßenreinigung natürlich nur bedingt oder gar nicht umsetzbar. Im kommenden Berichtszeitrum ist es das Ziel, eine Arbeitsgruppe als Ableger der Ideenwerkstatt 20.30 aufzubauen, um Bedarfe ermitteln und entsprechende Angebote entwickeln zu können.

Ziele

Weitergehende Ziele im Bereich Chancengerechtigkeit werden im Rahmen der Ausgestaltung der Vision 2030 erarbeitet und formuliert (vgl. Kriterium 3).