14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Grundlage für alle Belange der Personalarbeit sind das vom Vorstand, auf Grundlage der Geschäftsstrategie beschlossene Personalkonzept sowie alle gesetzlichen relevanten Bestimmungen. Dazu zählen insbesondere alle nationalen Gesetze wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, der Tarifvertrag öffentlicher Dienst Sparkassen (Arbeitsverträge, Entgelt etc.), das Landespersonalvertretungsgesetz NRW (Mitbestimmung) und das Landesgleichstellungsgesetz NRW. 
 
Die qualitative und quantitative Personalausstattung der Sparkasse ist wesentlich, um die Unternehmensziele zu erreichen. Insbesondere stellen die Anforderungen des Marktes wie auch gesetzliche und aufsichtsrechtliche Vorschriften hohe Anforderungen an die ständige Weiterentwicklung und Fortbildung der Mitarbeiter. Das Personalkonzept dient der systematischen, angemessenen und qualitätssichernden Personalarbeit und hat das Ziel, den ermittelten Personalbedarf aus eigenem Mitarbeiterpotential zu decken. Hierzu werden die Konzeptionen zu Ausbildung, Fortbildung und Nachwuchsförderung angewandt. Veränderungen der Lebensphasen, wie beispielsweise durch Elternzeiten und Eintritte in den Ruhestand, neue Abläufe sowie Technologie bringen laufenden Anpassungsbedarf in der Steuerung der Qualifikation und Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sich. Interne Bedarfsanalysen dienen als Orientierung. Ausgewählte Ziele und Kennzahlen im Rahmen des Personalkonzepts sind die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Erhöhung des Anteils der Frauen in Führungspositionen, hausinterne Nachwuchs- und Förderprogramme sowie die Stärkung der Kundenberatungs- und -betreuungskompetenz.

 
Neben qualitativen Zielen wie beispielsweise der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dies wurde über das Zertifikat „audit berufund familie“ bereits zum vierten Mal bestätigt, setzt die Sparkasse sich das Ziel, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Der Gleichstellungsplan 2021-2024 sieht 30 Prozent als Ziel vor.


Eine angemessene Bezahlung wird durch Stellenbeschreibungen und tarifliche Entgeltordnung gewährleistet. Die Einbeziehung unserer Mitarbeiter erfolgt unter anderem durch Teamrunden, Workshops mit Bereichsdirektoren, Führungskräftetreffen und die jährliche Personalversammlung. Im Jahr 2020 ist sie bedingt durch die Corona-Pandemie nicht durchgeführt worden. Sowohl der Vorstand als auch der Personalrat haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter digital informiert und einen Dialog angeboten
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Das Ziel, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, wurde auch im Jahr 2020 erfolgreich verfolgt (siehe Punkt 15). Insgesamt vier Mal hat die Sparkasse Westmünsterland das Zertifikat „audit berufundfamilie“ erhalten. Individuelle Teilzeitangebote, Gesundheitsmanagement, Telearbeit, Vertrauensarbeitszeit und Vereinbarkeitszeit plus sowie schnelle Unterstützung bei familiären Sonderfällen sind wichtige Aspekte, zu denen individuell und konkret Absprachen getroffen werden. Damit existierten bereits wesentliche Voraussetzungen, um in der Corona-Pandemie flexibel auf die kurzfristig entstandenen Herausforderungen einzugehen. Insbesondere für die Betreuung von Kindern während der Lockdowns konnten Mitarbeiter/-innen ihre Arbeitszeiten sehr flexibel gestalten wie auch Minusstunden aufbauen sowie bezahlten und unbezahlten Urlaub nehmen.

Zudem kann jeder Beschäftigte über das betriebliche Ideenmanagement Optimierungs- und Verbesserungsvorschläge einreichen und sich aktiv an der Weiterentwicklung der Sparkasse beteiligen. Das Vorschlagswesen ist für alle Themenbereiche inklusive Nachhaltigkeit offen.
 
Zur Sicherstellung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung hat der Vorstand einen Arbeitsschutzausschuss bestimmt, der mindestens vierteljährlich zusammentritt. Ihm gehören der Arbeitsschutzbeauftrage, zwei Personalratsmitglieder, der Betriebsarzt, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Abteilungsleiter Personalbetreuung, mindestens zwei Sicherheits- sowie der Brandschutzbeauftragte sowie der Sicherheits- und Gesundheits-Koordinator an. Regelmäßige Tagesordnungspunkte sind die Berichte des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie die Rückschau auf und die Behebung offener Gefährdungsfeststellungen.
Der Arbeitsschutzbeauftragte ist Mitglied des Krisenstabs.

Die aufsichtsrechtlich relevanten Aspekte des Themenbereichs Arbeitsschutz sind Teil der Geschäfts- und Risikogesamtstrategie, sie werden jährlich geprüft und ggfs. angepasst, da die qualitative wie quantitative Personalausstattung wesentlich für die Sparkasse ist, um ihre Unternehmensziele zu erreichen. In der Geschäftsstrategie werden u.a. die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen beschrieben. Ein Risiko bestünde darin, diese nicht zu erfüllen. Da keine weiteren Risiken zu erkennen sind, werden diese Aspekte der Geschäfts- und Risikogesamtstrategie im abgeleiteten Personalkonzept behandelt. Es stellt die Erfüllung der in der Geschäftsstrategie beschrieben gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen sicher. Ziel der Sparkasse es ist, das bestehende hohe Qualifikationsniveau in allen Unternehmensbereichen zu sichern und weiter auszubauen. Dieses Konzept wird ebenfalls regelmäßig geprüft und ggfs. angepasst.


Der gesundheitliche Schutz von Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat in der Corona-Pandemie höchste Priorität für die Sparkasse. Der Auftrag der Sparkasse ist es, auch in einer Krisensituation die finanzwirtschaftliche Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Das gilt insbesondere für die Bargeldversorgung, den Zahlungsverkehr und das Kreditgeschäft. Mit den Maßnahmen des Lagegremiums, die einen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten sollen, werden der Gesundheitsschutz und die Aufrechterhaltung der der finanzwirtschaftlichen Infrastruktur sichergestellt.


Da die Mitarbeiter der Sparkasse in Deutschland tätig sind, sind nationale Gesetze zur Achtung von Arbeitnehmerrechten zu beachten (Ziel im Sinne des CSR-RUG). Eine Ausweitung auf internationale Standards ist daher nicht geplant. Die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen wird regelmäßig durch die Bereiche Personal und Revision geprüft, bei Bedarf werden Maßnahmen vereinbart.

Branchenspezifischer Indikator:  
Um das gute gesundheitliche Arbeiten in der Sparkasse zu fördern, sowie berufliche, lebensphasen- und lebenssituationsorientierte Belange besser in Einklang bringen zu können, bietet die Sparkasse Westmünsterland nach einer erfolgreichen dreijährigen Pilotphase nun dauerhaft das Instrument „Vereinbarkeitszeit plus“an, mit dem ein Mehr an Freizeit ermöglicht wird. Durch diese freiwillige Leistung wird den Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen neben den bestehenden tarifrechtlichen Instrumenten zum Erholungsurlaub und zur Teilzeitarbeit eine weitere Möglichkeit geboten, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten. Dies ist möglich durch die Erweiterung des tariflichen Urlaubsanspruchs um zusätzliche freie Tage.