14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Zielsetzung
Die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte ist im ZDF umfänglich gewährleistet. Die Wahrung der Arbeitnehmerrechte ist für das ZDF als öffentlich-rechtliches Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. Gemäß den Vorgaben des Landespersonalvertretungsgesetzes von Rheinland-Pfalz ist über den Personalrat der Zentrale aber auch über die Personalräte der Landesstudios und die Jugend- und Auszubildendenvertretung die Beteiligung und Mitbestimmung der Beschäftigten gewährleistet.

Strategien und konkrete Maßnahmen
Die Einbindung von Mitarbeiter*innen hat im ZDF einen hohen Stellenwert. Sie fördert die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und seinen Zielen. Die Mitbestimmung spielt dabei eine wichtige Rolle. Das ZDF arbeitet eng und vertrauensvoll mit den Personalräten als Interessenvertretung der Arbeitnehmer*innen zusammen. Über die gesetzliche Mitbestimmung hinaus ist der Personalrat in wichtige Entscheidungen frühzeitig eingebunden. Die Vertreter*innen sind in zahlreichen Gremien und Ausschüssen (z. B. Fernseh- und Verwaltungsrat, Fort- und Weiterbildungsausschuss, Arbeitsschutzausschuss) vertreten, um dort die Belange der Mitarbeitenden einzubringen. Darüber hinaus finden regelmäßige Gespräche (Vierteljahresgespräche) zwischen den Personalräten und der Geschäftsleitung statt.

Über die gesetzlichen Regelungen hinaus wurden zahlreiche Tarifverträge (TV) und Dienstvereinbarungen (DV) abgeschlossen. So z. B. der Manteltarifvertrag, der TV Vergütungsordnung, der TV Moderne Arbeit, Tarifverträge zur betrieblichen Altersversorgung, DV Betriebliches Eingliederungsmanagement, DV Fort- und Weiterbildung, Dienstvereinbarung Mitarbeitergespräch mit Zielvereinbarung, DV Leitordung, DV zum Schutz vor sexueller Belästigung, Diskriminierung und Mobbing am Arbeitsplatz sowie zum Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz. Diese und zahlreiche weitere Vereinbarungen sichern den Mitarbeitenden sehr gute Arbeitsbedingungen, die weit über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehen. Mit den 2020 in Kraft getretenen Tarifverträgen der Modernen Arbeit, insbesondere den Regelungen zur mobilen Arbeit, Telearbeit und der Etablierung von Servicezeiten, wurde ein wichtiger Schritt hin zu flexiblen und zeitgemäßen Arbeitsformen gegangen. Die Regelungen haben sich in der Praxis bewährt und sichern während der Pandemie ganz wesentlich die Arbeitsfähigkeit. Die Erfahrungen und Erkenntnisse mit neuen, hybriden Formen der Arbeit und deren Auswirkungen auf die Unternehmenskultur werden auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten im Rahmen einer Evaluierung betrachtet werden.

Darüber hinaus haben die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich mit Verbesserungsvorschlägen einzubringen oder sich in Fachgruppen zu engagieren.

Beteiligung der Mitarbeitenden am Nachhaltigkeitsmanagement
Bereits 2010 hat das ZDF ein direktionsübergreifendes Nachhaltigkeitsteam eingesetzt. Die Mitglieder sind Multiplikator*innen und Botschafter*innen für das Thema Nachhaltigkeit in ihren Redaktionen und Bereichen. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitskoordinatorin werden Projekte und Direktiven erarbeitet und mit den betreffenden Bereichen im Unternehmen abgestimmt und der Geschäftsleitung vorgelegt. Zudem kommuniziert die Nachhaltigkeitskoordination auf den unternehmensinternen Portalen und greift Mitarbeiterinitiativen regelmäßig auf.

Internationale Tätigkeit
Die in den ZDF-Auslandsstudios tätigen Ortskräfte werden unter Einbindung von Rechtsanwälten und Steuerberatern vor Ort nach dem jeweiligen nationalen Arbeits- und Sozialrecht und im europäischen Ausland auch unter Berücksichtigung der einschlägigen EU-Richtlinien beschäftigt. Die vom ZDF entsandten deutschen Mitarbeitenden werden nach deutschen Standards beschäftigt.  

Risiken
Aus der Geschäftstätigkeit des ZDF ergeben sich keinerlei Risiken oder negative Auswirkungen auf Arbeitnehmerrechte.

Vereinbarungen mit Verbänden der Filmschaffenden
Das ZDF befindet sich darüber hinaus in einem regen und kontinuierlichen Austausch mit zahlreichen Verbänden der Filmschaffenden, der eine unverzichtbare Basis für eine positive Gestaltung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit darstellt. Darunter sind zum einen die Verbände von Urhebern wie die Autorenverbände VDD (Verband deutscher Drehbuchautoren) und VDB (Verband deutscher Bühnen- und Medienverlage) und der Bundesverband Regie (BVR). Mit diesen Verbänden bestehen „Gemeinsame Vergütungsregelungen“, die durch die Festlegung von Vergütungsmodellen und -sätzen eine angemessene Bezahlung sicherstellen und in regelmäßigen Verhandlungsrunden evaluiert und angepasst werden. Derzeit befindet sich das ZDF u. a. mit dem VDD in Verhandlungen zur Vergütungsregelung. Zum anderen führt das ZDF auch Gespräche mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS), der Allianz unabhängiger Filmdienstleister (AUF), dem Verband der Filmverleiher (VDF) und anderen Institutionen, um Themen der Branche zu diskutieren. Durch diese Vernetzung mit verschiedenen Stakeholdern im Markt können Themen wie die Altersversorgung von Filmschaffenden („Limburger Lösung“), Initiativen für Nachhaltigkeit im Produktionsprozess („Green Production“) oder Maßnahmen als Reaktion auf die „#MeToo“-Debatte erarbeitet werden.  

„Limburger Lösung“
Die Einführung der sogenannten „Limburger Lösung“ im Jahr 2016 ist ein wichtiger Bestandteil bei der Absicherung der Altersversorgung für freie Film- und Fernsehschaffende. Die Vereinbarung zwischen ZDF, ARD, der Allianz Deutscher Produzenten Film- und Fernsehen e. V., Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Bundesverband Schauspiel e. V. und die Pensionskasse Rundfunk VVaG sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten denjenigen Produzenten, die Beiträge an die Pensionskasse Rundfunk abführen, bei voll- und teilfinanzierten Auftragsproduktionen die PKR-Beiträge zu 100 % auf Nachweis erstatten. Bei Fernseh-Koproduktionen teilen sich Sender und Produzent*innen die Anstaltsbeiträge je nach Höhe ihres Finanzierungsanteils. Rückwirkend zum 1. Januar 2018 erstatten ARD und ZDF den Produzent*innen auch bei geförderten Koproduktionen die Pensionskassen-Beiträge in Höhe ihres jeweiligen Finanzierungsanteils. Mit dieser Klarstellung konnten die Befürchtungen der Produzent*innen zerstreut werden, eventuell die Kosten der Beitragszahlungen an die Pensionskasse Rundfunk tragen, bzw. sie vom Herstellungsbudget begleichen zu müssen. Auch Produzenten ohne Mitgliedschaft in der Pensionskasse Rundfunk können sich auf die Limburger Lösung berufen.  
 
Für den Bereich Arbeitnehmerrechte gilt es selbstverständlich als Zielsetzung des ZDF, weiterhin alle national und international anerkannten Standards einzuhalten und die schon bislang in vielerlei Hinsicht darüber hinaus gehenden Tarif- und Dienstvereinbarungen möglichst konsensual mit den Mitarbeiter*innen und den entsprechenden Vertretungen an sich wandelnde Umfelder und Herausforderungen anzupassen.  
Das ZDF ist abgesehen von seiner durch die internationale Berichterstattung erforderlichen Aktivität außerhalb Deutschlands (Studios und Korrespondent*innen) ein vornehmlich national tätiges Unternehmen und sieht sich in Hinsicht auf das Thema „Arbeitnehmerrechte“ keinen spezifischen Risiken ausgesetzt.