14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Eine kompetente, leistungsfähige und engagierte Belegschaft ist die Basis für unseren Geschäftserfolg und für die Weiterentwicklung unseres Konzerns. Als Arbeitgeber in eher ländlichen Regionen ist der demografische Wandel für uns mitunter herausfordernd. Um uns auch für die Zukunft als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, hinterfragen wir regelmäßig unsere Angebote und reagieren auf die Anforderungen des aktuellen Arbeitsmarktes.

Den Herausforderungen begegnen wir mit einer Personalstrategie, die aus der zentralen Unternehmensstrategie sowie aus den Unternehmenswerten und -kompetenzen abgeleitet wurde. Geprägt, gelebt und vorangetrieben wird die Personalstrategie durch das Ressort Personal und Organisation. Der Bereich ist zentral bei der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft für die gesamte Berentzen-Gruppe eingerichtet. Die Leiterin des Zentralbereichs berichtet direkt an den Finanzvorstand und steht mit ihm in engem Austausch.

Seit 2007 verpflichtet sich die Berentzen-Gruppe freiwillig einem Verhaltenskodex, der im Geschäftsjahr 2017 unter Abstimmung mit den Fachabteilungen, der Geschäftsleitung und den Gesamtbetriebsräten an die aktuellen Gegebenheiten angepasst wurde. Übergeordnetes Ziel ist die Einhaltung aller im Verhaltenskodex definierten Arbeitnehmerrechte (basierend auf ILO Kerarbeitsnormen, ETI Base Code, nationaler Gesetze sowie dem Prinzipien des United Nation Global Compact) in der gesamten Unternehmensgruppe.

Der Verhaltenskodex bildet die Leitlinien für verantwortungsvolles Handeln in der Unternehmensgruppe. Er definiert neben den Erwartungen der Unternehmensgruppe an die Mitarbeiter auch, welche die Rechte und Ansprüche die Mitarbeiter haben. So haben Mitarbeiter beispielsweise ein Recht auf Gesundheit, Sicherheit und Schutz am Arbeitsplatz, Diskriminierungsfreiheit, angemessene Vergütung, geregelte Arbeitszeit und Arbeitsverhältnisse und freie Wahl des Beschäftigungsverhältnisses. Der vollständige Verhaltenskodex kann hier eingesehen werden. Der Berentzen-Gruppe Verhaltenskodex gilt sowohl für die deutschen als auch für die ausländischen Tochtergesellschaften. 

Im Geschäftsjahr 2017 fand darüber hinaus erstmals ein Sozialaudit (Sedes Members Ethical Trade Audit) innerhalb der Berentzen-Gruppe statt, bei dem alle Standorte in Deutschland sowie in Österreich hinsichtlich der Schlüsselthemen Arbeitsnormen, Umweltmanagement, Gesundheit, Arbeitsschutz sowie Unternehmensintegrität auditiert wurden. Im Jahr 2020 wurde die Standorte in Deutschland und Österreich neu auditiert. Das Audit wird vom Vorstand veranlasst und diente der Feststellung von Risiken und Abweichungen vom verfolgten Managementkonzept und der Definition und Überwachung von Maßnahmen zur Behebung.

Die größte betriebliche Herausforderung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 war es, jegliches Infektionsgeschehen aus den einzelnen Unternehmensteilen fernzuhalten, da andernfalls die operative Leistungsfähigkeit wichtiger Kernfunktionen des Unternehmens in Gefahr war. Aufgrund der umfangreich ergriffenen Schutz- und Hygienemaßnahmen konnten wir dieses Risiko erfolgreich auf ein Minimum reduzieren. Weitere potenzielle Risiken im Handlungsfeld People sind ein möglicher Fachkräftemangel sowie eine hohe Fluktuation. Mit unserer Personalstrategie und den dazugehörigen Maßnahmen wirken wir diesen Risiken entgegen und minimieren sie. Bei einer Nettobetrachtung der Risiken wurden keine Risiken identifiziert, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf Arbeitnehmerbelange haben werden. 

Mitbestimmung
Um die Wertschätzung und gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Unternehmensführung zu fördern, unterstützen wir das Prinzip der Mitbestimmung. Alle Beschäftigten werden regelmäßig über aktuelle Entwicklungen informiert. Die Interessen der Arbeitnehmer werden durch Betriebsräte, deren einzelne Gremien und durch Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft wahrgenommen. Auf der Leitungsebene der Unternehmensgruppe arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat als oberste Entscheidungsgremien eng zusammen.

Unser Social Intranet ist standortübergreifend zu einem gelebten Informations und Kommunikationsinstrument geworden, welches spürbar den Informationsfluss verbessert hat. Zusätzlich werden die Mitarbeiter durch verschiedene Umfragen und Abstimmungen aktiv an Entscheidungsprozessen beteiligt. Das Recht auf Informationen wird in der Berentzen-Gruppe umfassend umgesetzt. Alle neuen Mitarbeiter erhalten eine Begrüßungsmappe mit ausführlichen Informationen zur Unternehmensgruppe. Darüber hinaus besteht eine ständige Kommunikation über alle relevanten Themen mit den Betriebsräten und dem Wirtschaftsausschuss. Der Austausch findet in regelmäßigen Betriebsratssitzungen und Gesamtbetriebsratssitzungen statt.

Derzeit existiert noch kein systematischer Prozess zur Beteiligung der Beschäftigten am Nachhaltigkeitsmanagement. Über Einzelmaßnahmen streben wir dennoch die aktive Einbindung von Beschäftigten bei Nachhaltigkeitsaktivitäten an. 

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
Als verantwortungsvoller Arbeitgeber wollen wir für unsere Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem ein Arbeitsleben ohne Unfälle, Verletzungen und Erkrankungen möglich ist. Gleichzeitig möchten wir einen gesunden Lebensstil unserer Mitarbeiter fördern.

Mit unserer im Berichtsjahr neu entwickelten Nachhaltigkeitsstrategie und der Zielsetzung „Zero accidents and improved health“ wollen wir ab dem Geschäftsjahr 2021 einen noch stärkeren Fokus auf die Gesundheit unserer Beschäftigten legen – eines der essenziellsten Themen unserer Unternehmenstätigkeit. Dabei steht sowohl die Präventionsarbeit zur Verhinderung von Arbeitsunfällen und dem Entstehen von Berufskrankheiten als auch die Förderung der Mitarbeitergesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten im Vordergrund.

Um diese Ziele zu erreichen, streben wir beispielsweise die Entwicklung und Umsetzung eines neuen zielgruppenspezifischeren Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), die Einführung eines BGM-Steuerungskreises sowie die Umsetzung einer neuen Arbeitssicherheitskampagne an. Einen weiteren systematischen Fortschritt wollen wir durch die Überarbeitung der Kennzahlensystematik, die Implementierung eines neuen Monitorings und nicht zuletzt durch die Definition von Leistungsindikatoren zur zielorientierteren Steuerung und Überwachung erreichen.