14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die apoBank verfolgt bisher keine Nachhaltigkeitsstrategie, sondern ein integriertes Managementkonzept (siehe Kriterium 1). Über die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen hinaus berichtet der jeweilige Fachbereich an den jeweiligen Vorstand über Maßnahmen, Ergebnisse zu Erhebungen von Kennzahlen, den Stand von Projekten und entsprechende Anpassungen. Der Vorstand wird über die internen Berichtswege informiert und fasst gegebenenfalls entsprechende Beschlüsse. Zur Identifizierung der für die apoBank wesentlichen Risiken führt die apoBank Risikoanalysen durch (siehe Kriterium 2). Um dem grundsätzlichen Risiko des Fachkräftemangels entgegen zu wirken, werden die im Folgenden dargestellten Maßnahmen ergriffen (siehe auch Kriterien 15 und 16).  

Die apoBank beschäftigt ihre Mitarbeitenden ausschließlich in Deutschland und ist folglich nur national tätig. Über die Mitgliedschaft Deutschlands in der Europäischen Union ist neben der nationalen Gesetzgebung auch EU-Recht auf die apoBank anzuwenden. Diese nationalen und europäischen Standards setzen grundlegende Anforderungen an die Arbeitsbedingungen, die Achtung der Rechte der Gewerkschaften und der Arbeitnehmenden auf Informationen, Konsultationen und sozialen Dialog, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit um.  

Prozessual kontrollieren zentral eingerichtete Compliance-Stellen in der apoBank die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und tragen so zu einem gesetzeskonformen Verhalten der apoBank bei. Die Interessenvertretung der Beschäftigten gemäß Betriebsverfassungsgesetz erfolgt durch die Betriebsräte. Leitende Angestellte werden durch den Ausschuss der Leitenden vertreten.  

Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie das betriebliche Gesundheitsmanagement sind im jährlich tagenden Steuerkreis Gesundheit im Unternehmen verankert. Der Arbeitsschutzausschuss (ASA Plus) tagt viermal jährlich. Die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen (physisch und psychisch) ist schriftlich fixiert. Eine Altersstrukturanalyse liegt vor und wird bei der Evaluation der Maßnahmen herangezogen. Wesentliche Prozessschritte sind im internen Prozesshandbuch des betrieblichen Gesundheitsmanagements festgehalten.
Verschiedene Seminare, Workshops und Online-Programme zu gesunder Führung und zu einem gesunden Lebensstil wenden sich an Auszubildende, Mitarbeitende und Führungskräfte. Informationen zu gesundheitlichen Themen erhalten die Mitarbeitenden im Intranet und in apoCampus, der Online-Lernplattform der apoBank.  

Alle Beschäftigten erhalten jährlich einen Gesundheitsgutschein im Wert von 120 Euro für gesundheitliche Präventionsmaßnahmen in den Bereichen Bewegung, Ernährung, Suchtprävention sowie mentale Gesundheit. Die Nutzung des Gutscheins lag 2020 bei rund 24 % aller berechtigten Mitarbeitenden (2019: 36 %). Für diese Maßnahme wurde kein Zielerreichungsgrad festgelegt. Zusätzlich bietet die apoBank im Rahmen einer Mitgliedschaft vergünstigte Konditionen für Sport- und Freizeitaktivitäten an. Eine persönliche Gesundheits- und Lebensstilanalyse können Mitarbeitende online erstellen.  

Ein externer Gesundheitspartner bietet anonym und vertraulich psychosoziale Beratung für Führungskräfte, Mitarbeitende und deren Familien in beruflichen und persönlichen Lebenslagen.  

Mit Beginn der Corona-Pandemie hat die apoBank im März 2020 einen Krisenstab gebildet. Dieser legt anhand der aktuellen Coronaschutzverordnungen (CoSchVo) geeignete Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden und Kunden und der Betriebsfähigkeit der Bank in Abstimmung mit dem Vorstand fest. Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren, wurden Maßnahmen zur Kontaktreduzierung festgelegt; so arbeiten viele Bereiche vermehrt im Homeoffice und im Split-Modus. Zusätzlich wurde unter anderem in Abhängigkeit der Raumgrößen die Anzahl der sich dort aufhaltenden Mitarbeitenden festgelegt, die Anweisung auf Verkehrsflächen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen erlassen und der Kantinenbetrieb an die geltenden Vorschriften angepasst. Dienstreisen werden möglichst vermieden oder verschoben. Mitarbeitende aus besonders betroffenen Gebieten oder die einer Risikogruppe angehören, arbeiten mobil von zu Hause. Interne Veranstaltungen werden überwiegend per Telefonkonferenz oder Skypemeeting abgehalten. Die Mitarbeitenden werden aktiv über Maßnahmen im Intranet informiert und können jederzeit auf alle Informationen zugreifen. Darüber hinaus gibt es ein E-Mail-Postfach, um Fragen an den Krisenstab zu richten. Über eine externe Internetadresse und eine Düsseldorfer Telefonnummer – die bei Ausfall der Systeme, insbesondere des Intranets geschaltet wird – ist es möglich, jederzeit aktuelle Informationen der Bank abzurufen.  

Über ein betriebliches Eingliederungsmanagement unterstützt die Bank langzeiterkrankte Mitarbeitende durch individuelle Maßnahmen. Der Prozess ist im Intranet der Bank veröffentlicht und transparent.  

Das Ziel der apoBank für 2020, generelle Gesetzesverstöße gegen national und europäisch anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten zu vermeiden, wurde erreicht: Es wurden keine Verstöße gemeldet oder bekannt. Für 2021 hat sich die Bank erneut das Ziel gesetzt, keine generellen Gesetzesverstöße gegen national und europäisch anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten zu begehen.  

Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus hat die Bank das strategische Ziel, eine hohe Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden durch Identifikation mit der apoBank und führende spezifische Qualifikation im Bankenmarkt und im Gesundheitsmarkt sicherzustellen. Die Erreichung dieses Ziels messen wir anhand der Zielgröße Organisational Commitment Index (OCI). Um Stärken und Schwächen bei Mitarbeiterbelangen zu erkennen, führt die apoBank seit 2013 jährlich eine Mitarbeiterbefragung durch. Um den OCI zu erheben, werden Fragen zur Mitarbeiteridentifikation mit der apoBank gestellt. Die bisherige Zielvorgabe gemäß Geschäfts- und Risikostrategie war, im fünfjährigen Strategiehorizont bis 2024 einen Index-Wert des OCI ≥ 75 zu erreichen. Bedingt durch die Zielverfehlung im Jahr 2019 (OCI = 70) sowie Restrukturierungsmaßnahmen und den Umbau des Vertriebs hat die apoBank dieses Ziel angepasst. 2020 betrug der OCI-Wert 56. Der Rückgang ist unter anderem auf unvorhergesehene Einschränkungen nach der Einführung unseres neuen Kernbanksystems zurückzuführen. Als Gegensteuerungsmaßnahme erhalten Führungskräfte innerhalb strategischer Projekte besondere Unterstützung beim Changemanagement. Ziel gemäß der aktuellen Geschäfts- und Risikostrategie 2021-2025 ist es, einen OCI-Wert von 70 zu erreichen und in den nächsten fünf Jahren zu halten. Der Mitarbeiter-Index, die Zufriedenheit mit der nächsthöheren Führungskraft, wurde 2020 nicht erhoben, da aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie und die IT-Migration lediglich eine Kurzbefragung durchgeführt wurde. Ergänzend wurden Fragen zum mobilen Arbeiten gestellt. 2021 ist die Messung des Mitarbeiter-Index wieder geplant.
Erläuterungen zur Beteiligung der Mitarbeitenden am Nachhaltigkeitsmanagement siehe Kriterium 9.  

Indirekten Risiken zu Arbeitnehmerrechten, die über Produkte von Emittenten im Anlagegeschäft der apoBank entstehen könnten, tritt die apoBank durch die Maßnahmen gemäß Kriterium 17 entgegen. Wesentliche Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und aus den Produkten und Dienstleistungen ergeben und wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmerrechte haben, bestehen aus Sicht der apoBank mittelbar in geringem Maß (siehe Kriterium 2).