14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) ist ausschließlich in Deutschland tätig. Die Einhaltung von Menschenrechten sowie das Verbot von Zwangs- und Kinderarbeit sind in Deutschland gesetzlich geregelt. Die Einhaltung aller rechtlichen Rahmenbedingungen und Standards sind für die FSG selbstverständlich und wird von der Geschäftsführung verantwortet, die an die Gesellschafter und den Aufsichtsrat berichtet. Letzterer setzt sich aus Vertretern des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart sowie Arbeitnehmern des Flughafenkonzerns zusammen. Das Kontrollgremium tagte im Jahr 2018 fünfmal. Gibt es einen Verdacht auf unternehmensbezogene Straftaten, Ordnungswidrigkeiten oder Regelverstöße, nimmt der Compliance-Ausschuss diese schriftlich und gegebenenfalls auch anonym entgegen. Durch eine starke Mitarbeitereinbindung in diversen Gremien und die bestehenden Strukturen des Compliancemanagements sichert sich die FSG gegen Risiken in Bezug auf die Verletzung von Arbeitnehmerrechten ab.

Für die Arbeitnehmerinteressen stehen zum einen der Betriebsrat mit 15 gewählten Vertreterinnen und Vertretern und zum anderen die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) sowie die Schwerbehindertenvertretung ein. Der Betriebsrat wacht über die Einhaltung der Tarifverträge, der gesetzlichen Regelungen und Bestimmungen sowie der geltenden Betriebsvereinbarungen. Wesentliche Veränderungen teilt die Geschäftsführung diesem Mitarbeitergremium rechtzeitig und innerhalb der gesetzlichen Informationspflichten mit. Das Grundrecht auf Vereinigungsfreiheit sowie das Recht auf kollektive Tarifverhandlungen nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) können die
Beschäftigten jederzeit und ungehindert ausüben.

Auf Mitarbeiter-Feedback bauen

Ehrlich und offen die eigene Meinung äußern zu können: In einem Unternehmen wie der FSG ist das eine Grundvoraussetzung, um Verbesserungspotenzial auszuschöpfen. Das Jahr 2018 nutzte die Flughafengesellschaft, um die Ideen aus der Mitarbeiterbefragung des Vorjahres umzusetzen. Dies wird 2019 weitergeführt: Die nächste Umfrage findet voraussichtlich 2020 statt. Im Berichtsjahr gab es im Nachgang der Befragung sogenannte Ergebnisworkshops. Diese gossen bereits einige der gemachten Verbesserungswünsche in erste Umsetzungsvorschläge. Herauskristallisiert hatten sich vor allem die Handlungsfelder Informationsfluss, Weiterbildung und Wertschätzung.

Die Unternehmenskultur soll Austausch fördern: 2018 schuf die FSG für ihre Beschäftigten mehr Gelegenheiten, sich außerhalb des Arbeitskontextes zu treffen – beispielsweise bei Betriebsausflügen. Auf diese Weise kommen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch, die sich vorher noch nicht kannten.
Auch das Jahresgespräch wird künftig zu beiden Seiten geöffnet: Bewerten bislang nur Führungskräfte ihre Teammitglieder, sollen sie in Zukunft auch von diesen eine Rückmeldung erhalten. Die FSG arbeitet an einem Konzept, um dieses gegenseitige Feedback in den jährlichen Gesprächen zu verankern.

Der fairport-Kodex behandelt die sieben Themenbereiche Verantwortung & Integrität, Leistung & Qualität, Umwelt & Ressourcen, Führungsverständnis & Zusammenarbeit, Arbeits- & Gesundheitsschutz, Vertraulichkeit & Datenschutz, sowie Dialog & Gesellschaft. Er gilt zugleich als Code of Conduct und legt Werte und Verhaltensstandards für alle Airport-Beschäftigten fest. Er ist für sämtliche Unternehmen am Standort, an denen die Flughafengesellschaft mehrheitlich beteiligt ist, verbindlich. Teil dieses Regelwerks ist auch die Umweltpolitik der FSG und ihrer EMAS-zertifizierten Tochterunternehmen Stuttgart Airport Ground Handling GmbH (SAG) und Flughafen Stuttgart Energie GmbH (FSEG).

Im Zuge der jährlichen Stakeholderbefragung fairport-Radar bezieht die FSG die Meinung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Nachhaltigkeitsaspekten in die Wesentlichkeitsanalyse mit ein. Um den Kodex bei der Belegschaft umfassend bekannt zu machen, lobte die FSG fünf Jahre lang einen Preis für innovative Verbesserungsvorschläge rund um den fairport-Gedanken aus. 2018 beteiligten sich
33 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FSG an dem Ideenwettbewerb. Den fairport-Preis gewann das mobile Eltern-Kind-Büro. Obwohl der Wettbewerb künftig nicht mehr stattfindet, sind kreative Ideen rund um das Thema Nachhaltigkeit auch weiterhin willkommen. Das fairport-Team leitet sie an die zuständigen Abteilungen weiter. Besonders gute Vorschläge sollen nach wie vor belohnt werden.

Siehe auch: Bericht 2018 S. 12/13, 44/45