20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Fraport hat seit 2003 eine auf Prävention aufbauende wertebasierte Compliance implementiert. Der anfängliche Schwerpunkt lag hierbei auf der dem Flughafenausbau geschuldeten Fokussierung auf Anti-Korruption. Durch die sehr viel breiter angelegte Weiterentwicklung zu einem umfassenden Compliance- und Risikomanagementsystem wurden seit 2012 organisatorisch und inhaltlich neue Strukturen entwickelt. Der vorbeugende Charakter des bestehenden Compliance-, Werte- und
Risikomanagementansatzes hat das Ziel, die Compliance-Kultur unseres Unternehmens zu stärken, aber auch die Governance sicherzustellen.

Inhaltliche Schwerpunkte in 2015 waren die Umsetzung der Konzern-Richtlinie zum Compliance-Managementsystem in den Beteiligungsgesellschaften, die umfassende Compliance-Risikoanalyse bei der Fraport AG und den Beteiligungsgesellschaften, die Überarbeitung des Richtlinienbestands, die Ausweitung der Lernverpflichtung der bestehenden E-Learning-Module auch auf operative Führungskräfte mit Personalverantwortung und eine Topmanagement-Schulung zum Kartell- und Wettbewerbsrecht.

Ein bedeutender Schwerpunkt im Jahr 2015 war die umfassende Compliance-Risikoanalyse (CRA), die innerhalb der Fraport AG und den Beteiligungsgesellschaften durchgeführt wurde. Ziel der CRA war es, einen systematischen Überblick über die Compliance-Risiken des Fraport-Konzerns zu erhalten. Untersucht wurden die Themenfelder Korruption, Kartellrecht- und Wettbewerbsrecht, Fraud/Betrug und das Wertpapierhandelsgesetz. Hierzu wurden insgesamt detaillierte Fragebögen entwickelt, die bei den unterschiedlichen Fraport-Bereichen und bei 23 Beteiligungsgesellschaften zum Einsatz kamen. Zum Themenfeld Korruption wurden sieben Fragebögen entwickelt, in denen zwischen aktiver und passiver Korruption im In- und Ausland und gegenüber Amtsträgern im In- und Ausland differenziert wird. Die dabei eruierten Compliance-Risiken waren auf wenige Bereiche innerhalb der Fraport AG und der Beteiligungsgesellschaften beschränkt und werden durch die bereits implementierten Maßnahmen in 2015 mitigiert.

Ein wichtiges Instrument zur Vorbeugung beziehungsweise Aufdeckung von Verstößen ist das bei Fraport an vielen Standorten implementierte Hinweisgebersystem (siehe Monitoring und Nachverfolgung inm GRI-Bericht G4-56 Werte, Grundsätze und Verhaltensstandards, S.37 ff.).

Fraport-Muttergesellschaft
Der Vorstand der Fraport AG wird durch die halbjährliche Compliance-Berichterstattung über die Aktivitäten der Compliance und den Stand der Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung informiert. Eine dezidierte Schulung der Kontrollorgane erfolgt nicht. Allen Beschäftigten stehen über die internen Informationsportale der Verhaltenskodex und die Verhaltensstandards, die auch als Richtlinien für alle Beschäftigte gelten, als Information zur Verfügung.
Alle Geschäftspartner werden über den Verhaltenskodex für Lieferanten auf die Einhaltung des Verhaltenskodex inklusive der Antikorruptionsverpflichtung hingewiesen. Diese sind Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs).
Seit 2014 werden die zentralen Compliance-Schulungen zum Verhaltensstandard „Geben und Nehmen von Geschenken und Einladungen“ (Antikorruptionsschulung) durch E-Learning geschult. Gemäß Schulungskonzept haben verschiedene Führungsebenen und Funktionsgruppen eine Schulungsverpflichtung. Von den 10.219 Stammbeschäftigten (Basis 2014) wurden 2015 insgesamt 4.092 Personen auf die Antikorruptionsschulung (40 Prozent der Stammbeschäftigten) lernverpflichtet. Das Antikorruptionsmodul „Geschenke annehmen“ haben 86 Prozent der Führungskräfte der Ebenen 1 – 5 und 86 Prozent der schulungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung bearbeitet. Das Antikorruptionsmodul „Geschenke geben“ absolvierten 84 Prozent der Führungskräfte der Ebenen 1 – 5 sowie 84 Prozent der schulungspflichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Außerdem wurden im Berichtsjahr Präsenzschulungen über die Themen Kartell- und Wettbewerbsrecht für den TOP-Management-Kreis (43 Teilnehmer) durchgeführt.

Konzern
Im Zusammenhang mit der Compliance-Risikoanalyse und hier vor allem durch die Befragung zu den sieben Fragebögen zur Korruption, wurden die jeweiligen Geschäftsführer und die jeweiligen Compliance Officer von 23 Gesellschaften über Korruptionsrisiken geschult. Die Schulung der eigenen Mitarbeiter liegt im Verantwortungsbereich der jeweiligen Geschäftsführungen. Schulungen der Mitarbeiter über den Verhaltenskodex und die Verhaltensstandards inklusive Korruptionsprävention werden jeweils bei der Aufnahme der Tätigkeit vorgenommen. Darüber hinaus wurden die administrativ tätigen Mitarbeiter über die internen Schulungsintervalle auch zu Korruptionsrisiken geschult.