20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Die AVG Köln steht aufgrund ihrer Gesellschafterstruktur und ihrer Aufgabenstellung unter einer besonderen öffentlichen Kontrolle. Die Aufsichtsgremien der Gesellschaft (Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung) sind mehrheitlich mit Vertretern der Stadt Köln/Stadtwerke Köln GmbH und des Rates der Stadt Köln besetzt. Ebenfalls gehören Arbeitnehmervertreter dem Gremium an. Es finden regelmäßig enge Abstimmungen mit der Stadt Köln statt, u. a. bezüglich Mengenprognosen und preisrechtlicher Kalkulationen.

Kontrolle in wirtschaftlicher Hinsicht üben die Wirtschaftsprüfer aus. Daneben finden Prüfungen der internen Revision des Gesellschafters Stadtwerke Köln GmbH statt. Weitere Kontrollen erfolgen durch Betriebsprüfer, Zertifizierungsauditoren, Umweltbehörden auf kommunaler, Bezirks- und Landesebene, die Bezirksregierung sowie die Kommunalaufsicht.

2013 verabschiedete die AVG Köln den Public Corporate Governance Kodex, der sich an den Kodex der Stadt Köln anlehnt. Er dient dem Unternehmen und seinen Gremien als Handlungsleitlinie für eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Der Kodex wird 2021 im Hinblick u. a. auf mehr Transparenz überarbeitet.

Daneben hat die AVG Köln 2014 eine Compliance-Richtlinie verabschiedet und einen Compliance-Beauftragten bestellt, der Regelverstöße überwacht, unmittelbar der Geschäftsführung unterstellt ist und eine entsprechende Berichtspflicht hat. Diese Maßnahme soll Regelverstöße vermeiden helfen, die aus dem Unternehmen begangen werden und die diesem schaden könnten. Dabei geht es um die Kontrolle allgemeiner Korruptionsrisiken, den Umgang mit Amtsträgern, Spenden /Sponsoring, Konflikte zwischen privaten und unternehmerischen Interessen, Vergabeverfahren, Datenschutz, kartell- und wettbewerbsrechtliche Risiken sowie Steuerangelegenheiten.

Regelmäßige Informationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen dafür, dass das Bewusstsein und die Sensibilität für dolose Handlungen präsent bleiben.

Für den Bereich Spenden/Sponsoring wurde eine Richtlinie erarbeitet, die den praktischen Umgang mit Spenden- und Sponsoringwünschen regelt. Darin ist u.a. festgelegt, dass die AVG Köln politischen Parteien keine finanzielle Unterstützung zukommen lassen darf (vgl. Kriterium 19, Leistungsindikator GRI SRS-415-1).

Gegenüber den Aufsichtsgremien besteht eine Berichtspflicht zu den genannten Aspekten.
 
Es existiert zudem ein Hinweismanagementsystem für Beschäftigte sowie externe Partner, Kunden, Vertragspartner oder Lieferanten. Dieses System besteht aus einem externen Ombudsmann und einem unternehmensinternen Hinweiskomitee.

Aus der Geschäftstätigkeit resultierende Risiken auf gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten wurden im Risikomanagementsystem und in der entsprechenden Projektgruppe im Berichtsjahr nicht identifiziert. Daher wurden auch keine weitergehenden Ziele für das kommende Berichtsjahr formuliert.