14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Zielsetzung
Die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte ist im ZDF umfänglich gewährleistet. Die Wahrung der Arbeitnehmerrechte ist für das ZDF als öffentlich-rechtliches Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. Gemäß den Vorgaben des Landespersonalvertretungsgesetzes von Rheinland-Pfalz ist über den Personalrat der Zentrale aber auch über die Personalräte der Landesstudios und die Jugend- und Auszubildendenvertretung die Beteiligung und Mitbestimmung der Beschäftigten gewährleistet.

Strategien und konkrete Maßnahmen
Die Einbindung von Mitarbeiter*innen hat im ZDF einen hohen Stellenwert. Sie fördert die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und seinen Zielen. Die Mitbestimmung spielt dabei eine wichtige Rolle. Das ZDF arbeitet eng und vertrauensvoll mit den Personalräten als Interessenvertretung der Arbeitnehmer*innen zusammen. Über die gesetzliche Mitbestimmung hinaus ist der Personalrat in wichtige Entscheidungen frühzeitig eingebunden. Die Vertreter*innen sind in zahlreichen Gremien und Ausschüssen (z. B. Fernseh- und Verwaltungsrat, Fort- und Weiterbildungsausschuss, Arbeitsschutzausschuss) vertreten, um dort die Belange der Mitarbeitenden einzubringen. Darüber hinaus finden regelmäßige Gespräche (Vierteljahresgespräche) zwischen den Personalräten und der Geschäftsleitung statt.

Über die gesetzlichen Regelungen hinaus wurden zahlreiche Tarifverträge (TV) und Dienstvereinbarungen (DV) abgeschlossen. So z. B. der Manteltarifvertrag, der TV Vergütungsordnung, der TV Moderne Arbeit, Tarifverträge zur betrieblichen Altersversorgung, DV Betriebliches Eingliederungsmanagement, DV Fort- und Weiterbildung, Dienstvereinbarung Mitarbeitergespräch mit Zielvereinbarung, DV Leitordung, DV zum Schutz vor sexueller Belästigung, Diskriminierung und Mobbing am Arbeitsplatz sowie zum Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz. Diese und zahlreiche weitere Vereinbarungen sichern den Mitarbeitenden sehr gute Arbeitsbedingungen, die weit über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehen. Mit den 2020 in Kraft getretenen Tarifverträgen der Modernen Arbeit, insbesondere den Regelungen zur mobilen Arbeit, Telearbeit und der Etablierung von Servicezeiten, wurde ein wichtiger Schritt hin zu flexiblen und zeitgemäßen Arbeitsformen gegangen. Die Regelungen haben sich in der Praxis bewährt und sichern während der Pandemie ganz wesentlich die Arbeitsfähigkeit. Die Erfahrungen und Erkenntnisse mit neuen, hybriden Formen der Arbeit und deren Auswirkungen auf die Unternehmenskultur werden auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten im Rahmen einer Evaluierung betrachtet werden.

Darüber hinaus haben die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, sich mit Verbesserungsvorschlägen einzubringen oder sich in Fachgruppen zu engagieren.

Beteiligung der Mitarbeitenden am Nachhaltigkeitsmanagement
Bereits 2010 hat das ZDF ein direktionsübergreifendes Nachhaltigkeitsteam eingesetzt. Die Mitglieder sind Multiplikator*innen und Botschafter*innen für das Thema Nachhaltigkeit in ihren Redaktionen und Bereichen. Gemeinsam mit der Nachhaltigkeitskoordinatorin werden Projekte und Direktiven erarbeitet und mit den betreffenden Bereichen im Unternehmen abgestimmt und der Geschäftsleitung vorgelegt. Zudem kommuniziert die Nachhaltigkeitskoordination auf den unternehmensinternen Portalen und greift Mitarbeiterinitiativen regelmäßig auf.

Internationale Tätigkeit
Die in den ZDF-Auslandsstudios tätigen Ortskräfte werden unter Einbindung von Rechtsanwälten und Steuerberatern vor Ort nach dem jeweiligen nationalen Arbeits- und Sozialrecht und im europäischen Ausland auch unter Berücksichtigung der einschlägigen EU-Richtlinien beschäftigt. Die vom ZDF entsandten deutschen Mitarbeitenden werden nach deutschen Standards beschäftigt.  

Risiken
Aus der Geschäftstätigkeit des ZDF ergeben sich keinerlei Risiken oder negative Auswirkungen auf Arbeitnehmerrechte.

Vereinbarungen mit Verbänden der Filmschaffenden
Das ZDF befindet sich darüber hinaus in einem regen und kontinuierlichen Austausch mit zahlreichen Verbänden der Filmschaffenden, der eine unverzichtbare Basis für eine positive Gestaltung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit darstellt. Darunter sind zum einen die Verbände von Urhebern wie die Autorenverbände VDD (Verband deutscher Drehbuchautoren) und VDB (Verband deutscher Bühnen- und Medienverlage) und der Bundesverband Regie (BVR). Mit diesen Verbänden bestehen „Gemeinsame Vergütungsregelungen“, die durch die Festlegung von Vergütungsmodellen und -sätzen eine angemessene Bezahlung sicherstellen und in regelmäßigen Verhandlungsrunden evaluiert und angepasst werden. Derzeit befindet sich das ZDF u. a. mit dem VDD in Verhandlungen zur Vergütungsregelung. Zum anderen führt das ZDF auch Gespräche mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS), der Allianz unabhängiger Filmdienstleister (AUF), dem Verband der Filmverleiher (VDF) und anderen Institutionen, um Themen der Branche zu diskutieren. Durch diese Vernetzung mit verschiedenen Stakeholdern im Markt können Themen wie die Altersversorgung von Filmschaffenden („Limburger Lösung“), Initiativen für Nachhaltigkeit im Produktionsprozess („Green Production“) oder Maßnahmen als Reaktion auf die „#MeToo“-Debatte erarbeitet werden.  

„Limburger Lösung“
Die Einführung der sogenannten „Limburger Lösung“ im Jahr 2016 ist ein wichtiger Bestandteil bei der Absicherung der Altersversorgung für freie Film- und Fernsehschaffende. Die Vereinbarung zwischen ZDF, ARD, der Allianz Deutscher Produzenten Film- und Fernsehen e. V., Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, der Bundesverband Schauspiel e. V. und die Pensionskasse Rundfunk VVaG sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten denjenigen Produzenten, die Beiträge an die Pensionskasse Rundfunk abführen, bei voll- und teilfinanzierten Auftragsproduktionen die PKR-Beiträge zu 100 % auf Nachweis erstatten. Bei Fernseh-Koproduktionen teilen sich Sender und Produzent*innen die Anstaltsbeiträge je nach Höhe ihres Finanzierungsanteils. Rückwirkend zum 1. Januar 2018 erstatten ARD und ZDF den Produzent*innen auch bei geförderten Koproduktionen die Pensionskassen-Beiträge in Höhe ihres jeweiligen Finanzierungsanteils. Mit dieser Klarstellung konnten die Befürchtungen der Produzent*innen zerstreut werden, eventuell die Kosten der Beitragszahlungen an die Pensionskasse Rundfunk tragen, bzw. sie vom Herstellungsbudget begleichen zu müssen. Auch Produzenten ohne Mitgliedschaft in der Pensionskasse Rundfunk können sich auf die Limburger Lösung berufen.  
 
Für den Bereich Arbeitnehmerrechte gilt es selbstverständlich als Zielsetzung des ZDF, weiterhin alle national und international anerkannten Standards einzuhalten und die schon bislang in vielerlei Hinsicht darüber hinaus gehenden Tarif- und Dienstvereinbarungen möglichst konsensual mit den Mitarbeiter*innen und den entsprechenden Vertretungen an sich wandelnde Umfelder und Herausforderungen anzupassen.  
Das ZDF ist abgesehen von seiner durch die internationale Berichterstattung erforderlichen Aktivität außerhalb Deutschlands (Studios und Korrespondent*innen) ein vornehmlich national tätiges Unternehmen und sieht sich in Hinsicht auf das Thema „Arbeitnehmerrechte“ keinen spezifischen Risiken ausgesetzt.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

ZDF für alle
Der Anspruch des ZDF ist es, für alle Menschen in Deutschland ein Angebot zu machen. Das ZDF hat als nationaler Sender einen Integrationsauftrag. Er beinhaltet sowohl den Vielfaltsgedanken (Abbildung der kulturellen Vielfalt) als auch zu einer Kultur des Verstehens in einer pluralistischen Gesellschaft beizutragen (§ 5 ZDF-Staatsvertrag). Das ZDF verfolgt im Bereich Diversität und Chancengerechtigkeit deshalb das Ziel, einen wertschätzenden, bewussten und respektvollen Umgang mit Individualität und Verschiedenheit zu finden, die reale Vielfalt in der Gesellschaft sichtbar zu machen, dabei aber gleichzeitig auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.  

Ansatzpunkte für Diversity liegen für das ZDF sowohl im Unternehmen als auch im Programm. Wesentlich ist, Diversität in Unternehmen und Programm sichtbar und besprechbar zu machen. Diversität braucht als Grundlage ein gemeinsames Leitbild und eine gemeinsame Sprache, damit alle im Unternehmen das gleiche Grundverständnis haben. Das ZDF war 2007 einer der ersten Unterzeichner der Charta für Vielfalt, einer Arbeitgeberinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. In einer eigenen Unternehmens-Charta für Vielfalt, Inklusion und Chancengleichheit hat das ZDF 2019 die Grundsätze der Charta für Vielfalt für das Unternehmen konkretisiert. In ihr ist das Leitbild für das ZDF formuliert: „Die Lebenswirklichkeit unserer Gesellschaft ist vielfältig und soll sich in der Mitarbeiterschaft des ZDF und seinen Programmen widerspiegeln. Es ist daher unser Ziel, alle unterschiedlichen Talente zusammenzubringen, zu nutzen und daraus ein vielfältiges und vorurteilsfreies Miteinander im Unternehmen zu entwickeln. Um die Lebenswirklichkeit und das Lebensgefühl aller gesellschaftlichen Gruppen im Programm abzubilden, müssen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven Teil des ZDF sein.“  

Vielfalt der Persönlichkeit als Basis
Die Basis zur Implementierung bildet die Diversity-Landkarte im ZDF, die der Vielfalt der Persönlichkeit eines Menschen Rechnung trägt. Die sieben Kerndimensionen der Persönlichkeit sind Alter, ethnische Herkunft/Nationalität, Geschlecht/geschlechtliche Identität, körperliche/geistige Fähigkeiten, Religion/Weltanschauung, sexuelle Orientierung und soziale Herkunft. Sie sind unmittelbar mit der Persönlichkeit verknüpft und zum größten Teil unveränderbar. Auf der zweiten Ebene finden sich Merkmale wie geographische Lage, Einkommen, Gewohnheiten, Freizeitverhalten. Auf der dritten organisationalen Ebene sind weitere berufsbezogene Dimensionen aufgeführt, die sich im Laufe des Lebens mehrfach verändern können, wie z. B. Arbeitsort, Funktion, Arbeitsinhalte. Die Persönlichkeit speist sich aus vielen Facetten und kann nicht singulär auf einzelne Dimensionen wie etwa die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit oder dem Migrationshintergrund reduziert werden. Jede*r findet sich in diesen Dimensionen wieder und gehört in einer oder mehreren Dimensionen möglicherweise einer Minderheit an. Gleichwohl kann sie auch zur Identifikation von Diskriminierung oder Unterrepräsentation in einzelnen Dimensionen und notwendigen weiteren Anstrengungen genutzt werden. Allerdings sind die beschriebenen Merkmale – anders als bei der Gleichstellung der biologischen Geschlechter – nicht immer „offensichtlich“ oder quantifizierbar. Diese sensiblen Daten unterliegen Datenschutzvorschriften und es bestehen strenge rechtliche Hürden bezüglich ihrer Erfassung.  

Vielfalt als Querschnittsaufgabe
Diversity ist im ZDF eine Querschnittsaufgabe über alle Bereiche im Unternehmen. Sie umfasst u. a. Unternehmenskultur, Führung, Personalgewinnung und -entwicklung, Organisationsstruktur bzw. strukturelle Ansätze zur Förderung von Diversität in der redaktionellen Arbeit (z. B. Einbindung in das zielorientierte Führen, zuschauerorientierte Programmentwicklung), Zusammenarbeit mit Partner*innen wie beispielsweise Produktionsfirmen, Programm und Kommunikation. Das ZDF versteht die Implementierung von Diversität im Unternehmen als Prozess. In den letzten Jahren wurden vielfältige strategische Ansatzpunkte identifiziert und konkrete Maßnahmen eingeleitet, um Vielfalt im Unternehmen zu fördern. Während anfänglich meist die Förderung einzelner Gruppen im Fokus stand, wird dies nun verstärkt durch die Implementierung übergreifender Diversity-Maßnahmen ergänzt.  Das ZDF versteht die Zielerreichung in diesen Bereichen als permanenten, integrativen und rückgekoppelten Prozess, dem teilweise quantitative Ziele wie die Parität der Geschlechter zugrunde liegen, jedoch nicht für jeden Vielfaltsaspekt konkrete Zielkorridore vorgegeben werden.

Vielfalt beim Personal
Ziel des ZDF ist es, in gemischten Teams erfolgreich, innovativ und kreativ zu arbeiten. Gesellschaftliche Teilhabe soll dabei nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera gelebt werden. Die Qualität im Programm wird damit unterstützt und befördert. Es gilt der Grundsatz: Was Maßstab für die Programme ist, muss auch für das Unternehmen selbst gelten. Ein vielfältiges Miteinander und ein respektvoller Umgang gehören zum Selbstverständnis des ZDF und tragen zu seiner Zukunftsfähigkeit bei. Das ZDF setzt auf eine diskriminierungsfreie Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen, ebenso wie auf die Erfahrungen und Talente von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Weltanschauung und Identität.  

Das ZDF hat in diesem Zusammenhang Parität bei Frauen und Männern in der Belegschaft unternehmensweit bereits seit vielen Jahren erreicht. Die in den Technik- und IT-Bereichen existierende Unterrepräsentanz von Frauen stellt allerdings nach wie vor eine Herausforderung dar.  

Parität ist auch das Ziel bei der Besetzung von Führungsfunktionen auf allen Ebenen. Auf dem Weg dahin hat das ZDF mit einem Frauenanteil von 41,7 % (Stand 31.12.2020) einen guten Wert erreicht.  

Zum dritten Mal in Folge ist der Sender vom Düsseldorfer Institute of Research & Data Aggregation im Rahmen einer jährlichen Metastudie als "Leading Employer" ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung würdigt unter anderem Arbeitsbedingungen, Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsplatzsicherheit und Image des Unternehmens. Das Ranking berücksichtigt dabei auch das Engagement im Rahmen von Initiativen wie der Charta für Vielfalt oder Klischeefrei und die Medienberichterstattung.  

Das ZDF richtet seine Personalarbeit u. a. mit folgenden Maßnahmen auf Vielfalt aus:   Diese Maßnahmen werden in den nächsten Jahren beständig weiterentwickelt. Das ZDF möchte dadurch noch bessere Bedingungen für die Entfaltung von Talenten und Leistungen, eine weitere Steigerung der Kreativität und Innovationsfähigkeit, eine bessere Zusammenarbeit und nicht zuletzt eine Stärkung des Unternehmens insgesamt schaffen. Ziel ist es hierbei das Verhältnis von älteren und jüngeren Kolleg*innen über das ganze ZDF gesehen ausgewogener zu gestalten. Auch gilt es, Repräsentanz von Frauen in technischen und IT-Berufen zu stärken.   

Karl-Holzamer-Stipendium 
Durch die Zusammenarbeit mit zwei Initiativen sollen Menschen mit finanzschwachem bzw. bildungsfernem Background als auch solche mit Migrationshintergrund gefördert werden. Dabei werden zum einen eine redaktionell-journalistische Ausrichtung zum anderen eine administrativ-technische Ausrichtung verfolgt. Mit dem Verein Neue Deutsche Medienmacher*innen, der sich für mehr Vielfalt im Journalismus einsetzt, wird die bereits mit dem ZDF bestehende Kooperation weiter ausgebaut. Durch ein Mentoringprogramm würden hier Journalisten mit Einwanderungsgeschichte in ihrer beruflichen Laufbahn unterstützt. Da das Mentoringprogramm programmlich orientiert ist, wird der Einsatz der Praktikanten vor allem in der Chefredaktion und Programmdirektion erfolgen. Des Weiteren wird das ZDF mit dem „Netzwerk Chancen“ Sozialer Aufstieg | Netzwerk Chancen | Berlin (netzwerk-chancen.de) zusammenarbeiten, um auch in den Verwaltungs- und Produktionsbereichen geförderte Praktika anzubieten. Über die Ausschreibung des Stipendiums innerhalb des Netzwerks sollen junge Menschen für ein finanziell gefördertes Praktikum im technischen oder verwaltenden Bereich gewonnen werden.  

Gleichstellung und Diversity
Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern ist auf der Grundlage einer Dienstvereinbarung seit 1995 mit der Funktion einer Gleichstellungsbeauftragten institutionalisiert. Die Gleichstellungsbeauftragte wird jeweils für drei Jahre vom Intendanten im Einvernehmen mit den Personalräten berufen. Sie unterstützt das Unternehmen bei der Realisierung der Gleichstellungsziele, ist Ansprechpartnerin für Frauen (und Männer) in Sachen Gleichstellung, unterstützt Fachbereiche nicht nur bei Unterrepräsentanz von Frauen, sie entwickelt Initiativen und ist beteiligt an Konzepten, wie z. B. zur internen Personalentwicklung. Einmal jährlich berichtet sie der Geschäftsleitung, Personalräten und den Gremien des ZDF über die aktuelle Entwicklung.  

Seit 2012 existiert im ZDF eine Arbeitsgruppe Diversity. Diese berät den Intendanten und die Geschäftsleitung in Fragen der Chancengerechtigkeit und Vielfalt. Als wichtige jährliche Veranstaltung informiert der Diversity-Tag in Vorträgen und Workshops und lädt zu Mitmachaktionen ein.  

Das Thema „Diversität“ ist zudem fester Bestandteil des Fortbildungsmoduls „Personal“ des Führungskräfteprogramms, um Führungskräfte in Bezug auf die Vorteile und Herausforderungen einer vielfältigen Beschäftigtenstruktur zu sensibilisieren.  

Alle Menschen sollen sich im täglichen Miteinander und darüber hinaus im Programm ohne Geschlechterhierarchien und Stereotype angesprochen fühlen. Dazu gibt es seit 2020 einen Leitfaden für gendersensiblen Sprachgebrauch. Er soll für den Umgang mit Sprache sensibilisieren und Orientierung geben und denen Hilfestellung bieten, denen eine inklusive Sprache wichtig ist. Inklusive Sprache ist freiwillig, denn Sprache lässt sich nicht verordnen. Richtig ist aber auch, dass Sprache Bewusstsein schafft. Wer nicht genannt wird, ist nicht gemeint und wer nicht angesprochen wird, wird auch nicht erreicht. Das galt in der Vergangenheit für Frauen und gilt heute ganz besonders für Menschen, die sich nicht binär verorten.  

Seit 2021 beteiligt sich das ZDF an der Initiative „Klischeefrei“ und setzt sich aktiv dafür ein, dass die Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees ist. Die von der Initiative beschriebenen Grundsätze finden in der Personalakquise auf allen Ebenen, ganz besonders auch bei der Gewinnung von Auszubildenden, ihren Niederschlag. U. a. mit der Teilnahme am jährlichen Girls’ Day setzt das ZDF dafür ein Zeichen.  

Unterstützung bei Beschwerden wegen Diskriminierung oder Belästigung
Das ZDF verfolgt in Fällen des Vorwurfs sexueller Belästigung eine Null-Toleranz-Politik. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, an die sich Mitarbeiter*innen des ZDF, aber auch Beschäftigte von Tochter- und Enkelfirmen sowie Mitarbeitende (u. a. Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produktionsbeschäftigte) von Produktionsfirmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten, in Fällen von Diskriminierung oder einer Belästigung wenden können.  

Persönliches Fehlverhalten wird durch das ZDF, die Tochter- und Beteiligungs­unternehmen oder die vom ZDF beauftragten Unternehmen arbeitsrechtlich geahndet. Neben den seit 2018 benannten Vertrauenspersonen können sich Betroffene an ihre Vorgesetzten, die Personalräte, die Personalabteilung wenden. Beschäftigte von ZDF Studios sowie der Tochter- und Beteiligungsunternehmen können sich an die Betriebsräte oder die Personalabteilung von ZDF Studios sowie an die vom ZDF benannten Vertrauenspersonen wenden.  

Die ZDF-Werbefernsehen GmbH hat auf der Grundlage der ZDF-Dienst­vereinbarung eine eigene Richtlinie erlassen (01.01.2022).  

Des Weiteren ist das ZDF Gründungsmitglied der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e. V. (https://themis-vertrauensstelle.de) und hat sein Engagement seither finanziell verstetigt. Es gibt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Vertrauensstelle.  

Netzwerke
Im ZDF gibt es mehrere aktive Netzwerke. Das Ziel ist ein gegenseitiger Austausch und die Unterstützung von Netzwerkmitgliedern mit ähnlichen Hintergründen, Zielen und Problemen. Neben dem Kreis von Frauen in Führungsfunktionen, den Büromanager*innen und dem LGBTIQ+-Netzwerk hat sich 2020 das Netzwerk „Frauen im ZDF“ etabliert.  

Gesundheitsschutz
Neben ganzjährigen Angeboten zur Gesundheitsförderung der Mitarbeiter*innen, einer vielseitig engagierten Betriebssportgruppe oder Angeboten von ZDFmove, einem Rücken- und Herz-/ Kreislaufpräventionszentrum, sorgen regelmäßig stattfindende Gesundheitstage zu ausgewählten Schwerpunktthemen im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und betrieblicher Gesundheits­förderung für aktive Motivation.  

Der betriebsärztliche Dienst des ZDF übernimmt arbeitsmedizinische Aufgaben gemäß den gesetzlichen Rahmenvorgaben entsprechend den Rechtsvorschriften:
 
Über gesetzliche Rahmenvorgaben hinaus existieren hier aber auch noch zusätzliche Angebote:
Zu Zeiten der Pandemie unterstützt und berät der betriebsärztliche Dienst zu allen Fragen des Gesundheitsschutzes: Aufklärung und Unterweisung der Mitarbeiter*innen in die Präventionsmaßnahmen gegen eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2, Erarbeitung von Hygienekonzepten, Unterstützung bei der Auswahl und Umsetzung von Schutzmaßnahmen. Beratung des Arbeitgebers und der Beschäftigten auf der Basis von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in Fragen zum Infektionsgeschehen.  

Vertrauensperson der Schwerbehinderten/Inklusionsbeauftragte des ZDF
Die Inklusion von Menschen mit Behinderung und deren Teilhabe am Berufsleben sind das erklärte Ziel des ZDF. Die gelebte Praxis zeigt sich u. a. in der Übererfüllung der Pflichtquote für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Sie sorgt darüber hinaus für die gebotene praktische Unterstützung im Arbeitsleben.      


Vielfalt im Programm
 

Für das ZDF bedeutet Diversity der bewusste Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft. Ziel ist ein wertschätzender und respektvoller Umgang mit Verschiedenheit und Individualität. Die vielfältigen Merkmale, Erfahrungen und Leistungen von Menschen werden als Potentiale begriffen. Es gilt, Diskriminierungen abzubauen und Chancengleichheit zu fördern. Ein wichtiger Bestandteil dieser Zielsetzung im Hinblick auf die Programmgestaltung ist ein Dreiklang aus Sichtbarkeit, Bewusstsein und Wertschätzung. Die Sichtbarkeit der realen gesellschaftlichen Vielfalt im Programm führt zum Abbau von Berührungsängsten, Erkenntnis von Gemeinsamkeiten und gegenseitigem Respekt. Der bewusste Umgang mit der Vielfalt im Programm fördert Verständnis und bildet die Grundlage für einen offenen Diskurs. Das Ziel der Wertschätzung von Unterschieden und Individualität bedeutet ein Erkennen der Potenziale von Diversität im Programm als auch im Unternehmen und führt so zu gesteigerter Inklusion.  

Gendergerechtigkeit vor und hinter der Kamera
Eine ausgewogene Berücksichtigung aller Geschlechter vor und hinter der Kamera sowie eine zeitgemäße gendergerechte Darstellung im Programm sind wichtige Anliegen des ZDF.  

Das ZDF fördert die Gleichstellung von Frauen in der TV-Produktion aktiv. Dies betrifft in kreativen Schlüsselpositionen vor allem den Bereich Regie. Hierzu wurde ein Acht-Punkte-Plan vereinbart, in dem u. a. ein frauenspezifisches Förderprogramm, Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein Gender-Monitoring etabliert wurden. Außerdem führen die programmbildenden Direktionen Zielvereinbarungsgespräche mit allen Redaktionen und Abteilungen. Es gilt hier etwa, genrespezifische Vielfalts­zielsetzungen zu erreichen, wie die Förderung in kreativen Schlüsselpositionen vor und hinter der Kamera. Die Zielerreichung wird regelmäßig überprüft.  

Um einen besseren Überblick über die verschiedenen Gewerke bei den fiktionalen Auftragsproduktionen des ZDF zu bekommen, wird seit 2016 die Geschlechter­verteilung für TV-Produktionen der besonders prägenden Gewerke (Regie, Buch, Schnitt, Kamera, Szenographie, Ton, Kostüm, Musik und Produktion) erfasst. Das Gendermonitoring hat zum Ziel, die ZDF-Mitarbeiter*innen für eine angemessene Geschlechterverteilung bei der Beauftragung zu sensibilisieren, die Frauenbeteiligung sichtbar zu machen und gegebenenfalls Korrekturbedarf aufzuzeigen. Deutlich positive Ergebnisse zeigen sich bereits auf einzelnen Sendeplätzen und in einzelnen Gewerken, wie z. B. auf den beiden Serienleisten um 18:00 Uhr und 19:25 Uhr und im Herzkino am Sonntagabend im Bereich der Regie. Das fiktionale Kinder- und Jugendprogramm des ZDF ist 2021 neu in das Monitoring mitaufgenommen worden.  

Expertinnen und Experten in den ZDF-Sendungen
In den Informations- und Nachrichtensendungen des ZDF und auf dem Nachrichtenportal heute.de wird im Laufe eines Jahres eine Vielzahl von Expert*innen zu den unterschiedlichsten Themen interviewt oder zitiert. Bei der Auswahl der Fachleute achten die Redaktionen neben dem eigentlichen Fachwissen immer auch darauf, dass Vertreter*innen unterschiedlicher Denkrichtungen zu Wort kommen. Angestrebt wird ausdrücklich, auf dem Bildschirm unterschiedliche Expert*innen zu Wort kommen zu lassen. Eine Expert*innen-Datenbank im ZDF wird mit der Maßgabe der Erreichung einer möglichst großen Ausgewogenheit fortlaufend erweitert. Dort sind die Namen für alle Bereiche zu Recherchezwecken abrufbar. Außerdem finden die Namen auch Eingang in die sogenannte Expert*innenliste auf der Unternehmensseite des ZDF (kurz.zdf.de/Expert/). 
  
Gendergerechtes Erzählen
2019 hat das ZDF das Fortbildungsprogramm „Beyond Stereotypes“ der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, des Erich Pommer Instituts und der MaLisa-Stiftung unterstützt. Das Programm legt den Fokus nicht auf die Genderverteilung hinter der Kamera, sondern auf tradierte, aber überholte Erzählmechanismen mit stereotypen Figurenzeichnungen in Fernsehproduktionen. In erster Linie soll das Programm für eine zeitgemäße Darstellung von Geschlechterrollen sensibilisieren und die Teilnehmer*innen dazu befähigen, diese in ihrem Arbeitsalltag (ihren Serien- und Fernsehfilmproduktionen) zu durchbrechen.

Barrierefreie Programmangebote

Für das ZDF gehören barrierefreie Angebote seit vielen Jahren zum Selbstverständnis https://barrierefreiheit.zdf.de. Das ZDF betrachtet es als seine Aufgabe, den Kanon seines Programms aus Information, Kultur, Wissenschaft und Unterhaltung so aufzubereiten, dass Barrieren gar nicht erst empfunden werden. Dabei setzt es vor allem auf den Ausbau der Barrierefreiheit im Netz. Technische Neuerungen, wie etwa Personalisierung oder intuitive Menüführung, tragen wesentlich dazu bei, die Nutzerfreundlichkeit seiner Angebote zu erhöhen. Das Angebot umfasst derzeit Untertitelung (UT), Audiodeskription (AD), Deutsche Gebärdensprache (DGS) und leicht verständliche Sprache (LS), wobei letztere einen Projektstatus hat. So weist etwa die Hauptredaktion Kinder und Jugend ein Angebot von mehr als 90 % des Kinderprogramms des ZDF mit Untertiteln auf. Die Kindernachrichten "logo!" können mit Untertiteln und der Deutschen Gebärdensprache (DGS) verfolgt werden. Ein großes Angebot von Spielfilmen und die Serie "Löwenzahn" werden mit Untertiteln und Audiodeskription ausgestrahlt. Seit 2021 stehen ausgewählte Folgen von "Löwenzahn" nicht nur mit UT und AD, sondern auch mit DGS zur Verfügung. Das erhöhte Informationsbedürfnis während der Pandemie hat zum Ausbau von Untertitelung und Gebärdensprache geführt. Hier lag die Abdeckung im Berichtsjahr 2021 bei 7,95 %. Bei der Untertitelung im TV wurde 2020 mit 90,4 % ein wichtiger Meilenstein passiert. 2021 konnte der Anteil nochmals auf 91,5 % gesteigert werden.  

Auch in der Mediathek wurde die Zahl der untertitelten und mit DGS versehenen Abrufvideos deutlich erhöht. Seit 2020 gibt es alle ZDF-spezial-Sendungen und Programme von großer gesellschaftlicher Relevanz standardmäßig mit DGS. Neben den Informationsangeboten werden vor allem fiktionale Inhalte stark abgerufen. Hier wird nach Genres unterschieden: Untertitelung Spielfilme 88 %, Serien 76 %, Dokus 43 % und News 26 %. In einem ähnlichen Maße konnte die Audiodeskription von fiktionalem Programm gesteigert werden, z. B. durch größere Effizienz in den hausinternen Prozessen. Im TV ist eine Steigerung von 19,6 % in 2020 auf 22,0 % in 2021 zu verzeichnen. Um auch andere Genres mit Gebärdensprache anzubieten, werden alle neuen Folgen des Kinder-Formats „Löwenzahn“ in 2022 entsprechend produziert, außerdem als programmliches Highlight die Märchenverfilmung „Zwerg Nase“, die alle drei Attribute der Barrierefreiheit aufweist.  

Zur Bundestagswahl konnte das ZDF erstmals ein Angebot in leicht verständlicher Sprache machen. Hier gab es acht erklärende Beiträge zu Ablauf und Ziel der Wahlen. Diese waren in der ZDFheute-App abrufbar. Es besteht die Absicht, ein solches Angebot im Jahr 2022 auszubauen, um es zukünftig zu verstetigen. Um der dynamischen Entwicklung der non-linearen Angebote Rechnung zu tragen, bemüht sich das ZDF um den Einsatz neuer Technologien, z. B. KI-gestützte Untertitelung und mehr Automation im redaktionellen Alltag. Hier sind verschiedene Projekte in der Erprobung.      

Im regelmäßigen Austausch mit Expert*innen und Interessensvertreter*innen der verschiedenen Zielgruppen sowie mit den Arbeitsgruppen der anderen deutschsprachigen Sendeanstalten arbeitet das ZDF weiter daran, dass seine barrierefreien Angebote zeitgemäß und zielgruppenorientiert bleiben.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Ausbildung/Fortbildung/Weiterbildung/Personalentwicklung
Das ZDF hat im Jahr 2021 rund 620 Ausbildungsplätze in den verschiedensten Formen von Auszubildenden, Praktikant*innen bis hin zu Volontär*innen betreut, um damit den kompetenten Nachwuchs zu sichern.  

Die Personalentwicklung des ZDF unterstützt die erforderliche Entwicklung aller Mitarbeiter*innen im Laufe des Berufslebens mit der Absicht einer Optimierung der Aufgabenerfüllung. Ziel ist die Etablierung eines an den Unternehmenszielen und -leitlinien ausgerichteten Personalentwicklungssystems für Mitarbeiter*innen, (Nachwuchs-) Führungskräfte, junge Talente und fachliche Experten/innen. Zur Anwendung kommen bedarfsgerechte Konzepte und Instrumente (z. B. Neuauflage des Mitarbeitergesprächs, Kompetenz- und Potenzialanalysen) und Strategien, die eine systematisierte Fort- und Weiterbildung sicherstellen. Das Spektrum der Personalentwicklung reicht von fachspezifischen Trainings über fachübergreifende Angebote bis zu Maßnahmen wie z. B. Formatentwicklung, Changeprozess­begleitungen und Seminaren zur Unterstützung der Organisationsentwicklung.  

Eine besondere Herausforderung liegt im demografischen Wandel und dem bevorstehenden Generationenwechsel im ZDF. Das ZDF beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Thema Nachfolgeplanung. In diesem Zusammenhang wurde auf Basis einer Altersstrukturanalyse im Bereich der Abgänge bei den Führungskräften ab 2020 und auf Grundlage von spezifischen Anforderungsanalysen im Bereich Führung ein Nachwuchsführungskräfteprogramm entwickelt. Um ggf. extern gezielt gut qualifiziertes Personal rekrutieren zu können liegt der Fokus zudem auf einem adäquaten Personal- und Ausbildungsmarketingkonzept. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung relevanten Wissens. Zur Unterstützung der Erfüllung der Einsparvorgaben wurden im Rahmen der Auslagerung von Aufgaben zur strukturierten Vorbereitung von Arbeitsplatzwechseln und sich neu formierender Teams-Pilotprojekte zur bedarfsgerechten Personalentwicklung gestartet. Dabei gilt es zu gewährleisten, dass gut qualifizierte Mitarbeiter*innen in den Bereichen eingesetzt werden können, in denen eine Entlastung benötigt wird. Darüber hinaus werden im Rahmen eines umfangreichen Umschichtungsprozesses auch in den kommenden Jahren freie Funktionen in feste Funktionen umgewandelt.  

Die Hauptabteilung Personal beschäftigt sich außerdem mit den Auswirkungen der Digitalisierung und den damit verbunden neuen Anforderungen und Möglichkeiten Lernoptionen orts- und zeitunabhängig auch am Arbeitsplatz zu ermöglichen. Neben den betrieblich angebotenen Aktivitäten unterstützt die gemeinsam von ARD und ZDF getragene ARD-ZDF-Medienakademie GmbH einen wesentlichen Teil der Qualifizierungsstrukturen.  

Qualifizierung Green Production
Auch das Thema Nachhaltigkeit findet seinen Niederschlag in der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter*innen. Im Jahr 2021 wurden die Seminare zum Thema Green Production fortgesetzt. Eine Weiterbildung zum Green Consultant wurde mit der Implementierung des Seminars ‚Production goes green‘ bei der ARD-ZDF-Medienakademie für ZDF-Eigenproduktionen geschaffen. Das ZDF bietet interne Fortbildungsreihen zum Thema umweltschonendes und ökologisches Produzieren an. Hier werden insbesondere die Themenfelder energiesparende Beleuchtungs­technik und Energieversorgung, Transport und Reisen, Set- und Dekobau, Catering, Produktionsbüro, IT und Postproduction im Sinne der nachhaltigen Produktionsweise geschult.  

Teilhabe
Das betriebliche Vorschlagswesen innerhalb des ZDF bietet allen Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, ihre kreativen Ideen zum Wohle und Nutzen des ZDF mit Erfindungen und Verbesserungsvorschlägen einzubringen, sich aktiv am Unternehmensgeschehen zu beteiligen und so ihren Teil zur Zukunftssicherung des ZDF beizutragen. Mit dem Vorschlagswesen werden klassische Unternehmens­ziele verfolgt wie Kostensenkung, Arbeitserleichterung, Qualitätsverbesserung, Produktivitätssteigerung, Erhöhung der Arbeitssicherheit und Förderung des Umweltschutzes. Zu den vorrangigen Zielen gehört gleichermaßen, das innovative Potenzial sowie die Kenntnisse und Erfahrungen der Mitarbeiter*innen über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus zu nutzen, sie zu kritischem und verantwortungsbewusstem Mitdenken anzuregen und ihre Identifikation mit dem ZDF zu stärken. Aufgabe aller Führungskräfte ist es, das Vorschlagswesen zu fördern.

Verbesserungsvorschläge und Erfindungen werden beim Ausschuss für Erfindungen und Verbesserungsvorschläge eingereicht, der sich paritätisch aus Beauftragten der Betriebsleitung und der Personalräte zusammensetzt. Ein vom Intendanten bestellter Erfinderberater berät das ZDF und alle Mitarbeiter*innen in Fragen, die sich auf Erfindungen und Verbesserungsvorschläge beziehen.  

Zielsetzungen
Der demographische Wandel in Verbindung mit dem erfolgten Personalabbau führt zu einem Schwerpunkt an Personal-Marketing-, Recruiting-, Onboarding- und Knowhow-Transfer-Aktivitäten und geht einher mit einer Nachfolgeplanung. Das ZDF stellt mehr Ausbildungskapazitäten und Volontariate zur Verfügung. Das Gesundheitsmanagement hat, auch im Hinblick auf das durchschnittliche Alter der Mitarbeitenden, einen hohen Stellenwert. Das betriebliche Gesundheits­management wird systematisch ausgebaut. Die Dienstvereinbarung Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) dient gezielt der Überwindung und Vorbeugung von Arbeitsunfähigkeit. Neben ganzjährigen Angeboten zur Gesundheitsförderung, Gesundheitstagen und Angeboten von ZDFmove, (Rücken- und Herz-/Kreislaufpräventionszentrum), kümmert sich der betriebsärztliche Dienst des ZDF über die gesetzlich verankerte arbeitsmedizinische Betreuung hinaus um Belange des Gesundheitsschutzes im ZDF. So wurde beispielsweise in 2021 und 2022 Impfaktionen gegen das Coronavirus durchgeführt. Ziel ist ein weiterer Ausbau bzw. die Weiterführung der genannten Aktivitäten.  

Strategien und konkrete Maßnahmen
Strategische Entscheidungen des Hauses werden in einer neu geschaffenen Jahresplanung zusammengefasst. Sie nehmen so durch eine einhergehende Priorisierung unmittelbaren Einfluss auf die Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter*innen.  

Zielerreichung
Im Jahre 2020 wurde die Lernplattform „Campus“ bei der ARD-ZDF-Medienakademie eingerichtet. Gerade in der pandemischen Situation konnten so umfangreiche Webangebote die erforderlichen Qualifizierungen unterstützen. Gleichzeitig konnten die zwingend in einer Präsenzumsetzung erforderlichen Maßnahmen nur unter Berücksichtigung der dynamischen Hygiene- und Gesundheitskonzepte in aufwändiger Form und einer Teilnehmerreduzierung durchgeführt werden. Darüber hinaus wurden Führungskräfteprogramme wie „Nachwuchsführungskräfte“, „FK-Talent“ und „FK-Expert“ aufgesetzt.  

Risiken
Es ergeben sich aus der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und aus den crossmedialen Dienstleistungen des ZDF grundsätzlich keine Risiken für die Qualifizierung. Die Frage ist eher generell im Kontext der digitalen Transformation von Ökonomie, Technik und Gesellschaft für alle Unternehmen zu sehen. Die pandemische Situation hat besonders im Kalenderjahr 2021 eine Konzentration von Großveranstaltungen generiert, zu einer Arbeitsverdichtung und hohen Arbeitsbelastung führt. Diese Situation birgt eine reduzierte Teilnahmemöglichkeit an Qualifizierungen. Dies resultiert im Zusammenhang mit der pandemischen Situation zu einer Verschiebung und Streckung von erforderlichen Maßnahmen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.


Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;
b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Die Berichtserstattung aus Kriegs- und Krisengebieten beinhaltet ein erhöhtes Risiko an arbeitsbedingten  (nicht quantifizierbarer) Verletzungen. In Mitbestimmung mit dem Personalrat ist ein Sicherheitsmanagement implementiert, dass bei der Betreuung von Journalist*innen vor, während und nach dem Einsatz ein möglichst hohes Sicherheitsniveau gewährleistet. Es existiert ein Katalog von Maßnahmen, die je nach Einsatzgebiet, Struktur des Teams und Persönlichkeiten variieren. Mitarbeiter werden speziell für den Einsatz in Krisengebieten ausgebildet und eingespielt. Dazu gehört auch ein Krisentraining der Bundeswehr für Journalist*innen oder vergleichbare Trainings. Grundsätzlich gibt es für alle Teams das Angebot einer psychologischen Nachbetreuung bei besonderen Einsätzen. Hierfür arbeitet das ZDF seit Jahren mit Psychotherapeuten und Traumatologen zusammen.
 
Psychische Belastung durch traumatische Bilder
Nicht nur dem Publikum, auch seinen Arbeitnehmern gegenüber hat das ZDF eine besondere Verantwortung, insbesondere wenn es über Katastrophen und bewaffnete Konflikte berichtet. Nicht jedes Bild, das den Sender durch den Einsatz seiner Reporter oder über Agenturen erreicht, ist dem Zuschauer zuzumuten – gerade deshalb muss es jemanden geben, der hier eine Auswahl trifft. So stehen neben den Berichterstatter*innen aus Krisengebieten auch die bildbearbeitenden Kolleg*innen aus der Zentrale in der Gefahr, sich bewusst oder unbewusst traumatisierenden Situationen auszusetzen. Daher gibt es bei Bedarf Angebote zu Früherkennung und Umgang mit belastenden Erfahrungen.

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Das Arbeitsschutzmanagement des ZDF ist seit 2017 durch die VBG zertifiziert. Über das Intranet werden allen Mitarbeitenden für Arbeitsmittel, Arbeitsstätten und Tätigkeitsprofile sowie für die im ZDF eingesetzten Gefahrstoffe Hinweise und Handlungsanweisungen zur Verfügung gestellt. Ebenso werden Möglichkeiten zur individuellen Beratung, für Meldungen von Problemen und für Feedback angeboten.  

Gesundheits- und Sicherheitsthemen wurden und werden mit dem Personalrat und den Gewerkschaften behandelt. Als Teil eines umfassenden Betrieblichen Gesundheitsmanagements wurde Ende 2018 eine Dienstvereinbarung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement abgeschlossen. Ziel dieser Dienstvereinbarung ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz zu erhalten und zu fördern. Krankheitsbedingte Fehlzeiten sollen verringert und nach Möglichkeit vermieden werden. Krank machende Ursachen sollen ermittelt sowie durch geeignete Maßnahmen beseitigt werden. Regelmäßig finden Besprechungen und Begehungen im Rahmen von Neu- und Umbauten statt.  

Arbeitsschutzausschüsse werden vom Sicherheitsingenieur im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben organisiert und einberufen. Der Sicherheitsingenieur führt den Vorsitz in den Arbeitsschutzausschüssen, die sich gemäß Arbeitssicherheitsgesetz zusammensetzen.  

Der Sicherheitsingenieur arbeitet auf Grundlage einer Dienstvereinbarung bei der Ausfüllung der dem Arbeitsschutz und der Unfallverhütung vorgegebenen Vorschriften eng mit dem Personalrat und dem Betriebsarzt zusammen.  

Neben den Arbeitsschutzausschüssen des Unternehmens finden regelmäßig jährliche Arbeitsschutzausschüsse in den Landesstudios statt, die mit sicherheitstechnischen Begehungen, Erfahrungsaustausch und Beratungs­gesprächen verbunden sind.

Tarifvertrag zur Modernen Arbeit
Die Arbeitswelt unterliegt durch technologische Entwicklungen und gesellschaftliche Anforderungen fortlaufenden Veränderungen. Die Tarifpartner/-innen verfolgen gemeinsam das Ziel, die Perspektiven und Gestaltungsmöglichkeiten, die sich hierdurch ergeben, durch den nachfolgenden Tarifvertrag zur Flexibilisierung des Arbeitsumfeldes und zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Privatleben und Berufstätigkeit zu nutzen.  

Nach dem Willen der Tarifpartner/-innen soll ein Ausgleich geschaffen werden zwischen einer zunehmend vernetzten, flexibleren und einer größeren Selbstbestimmtheit zugänglichen Berufstätigkeit einerseits und dem damit einhergehenden Risiko einer Entgrenzung von Arbeit und Privatleben.  

Die Regelungen des 2020 eingeführten Tarifvertrags zur Modernen Arbeit entsprechen dem Leitbild eines modernen Arbeitsumfeldes im Sinne der Tarifpartner/-innen. Es entspricht ihrem Wunsch, dass der Tarifvertrag gelebt wird. Sowohl Führungskräfte des ZDF als auch alle Mitarbeiter*innen werden darin unterstützt, zur erfolgreichen Umsetzung des Tarifvertrages zur Modernen Arbeit im ZDF konstruktiv beizutragen.

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

Fortbildungszahlen 2020

  TN-Tage Teilnahmen MA
Feste   3.864 1.703
Freie   1.379 770
Gesamt 9.430 5.243 2.473


Fortbildungszahlen 2021
 
  TN-Tage Teilnahmen MA
Feste   4.774 3.229
Freie   1.686  965
Gesamt 8.402 6.460 4.194

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

Die Repräsentativität der Kontrollorgane
Der Fernsehrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF. Deshalb ist er kein Expertengremium, sondern so vielfältig wie die Gesellschaft selbst. Seine Mitglieder werden von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entsandt.

2016 wurde im ZDF-Staatsvertrag ein Abwechslungsgebot verankert, wonach einem ausscheidenden Mann eine Frau bzw. einer ausscheidenden Frau ein Mann folgen muss. Aktuell (30.05.2022) liegt das Verhältnis der 60 benannten Mitglieder bei 40 Männern, 19 Frauen und eine non-binäre Person (2016: bei 57 Mitgliedern 34 Männer und 23 Frauen). Das Durchschnittsalter der Mitglieder des Fernsehrates ist 58 Jahre. Zum Zeitpunkt der Neukonstituierung am 8. Juli 2016 lag das Durchschnittsalter bei 54 Jahren.  

Der Verwaltungsrat, der die Tätigkeit des Intendanten vor allem in Haushaltsfragen überwacht, setzt sich aus 12 Mitgliedern zusammen (2021: 5 Frauen und 7 Männer). Diese werden für eine Amtszeit von fünf Jahren entsendet. Die Zusammensetzung ist in § 24 des ZDF-Staatsvertrages geregelt. Die
XII. Amtsperiode begann am 1. Juli 2017 und endet im Sommer 2022.  

Diversität bei Angestellten
Vielfalt in seinen Programmen und beim Personaleinsatz zu praktizieren ist dem ZDF mit dem staatsvertraglichen Vielfaltsgebot eine besondere Verpflichtung. Es hat nicht nur den Auftrag, ein umfassendes Bild der Wirklichkeit in Deutschland zu vermitteln, das Geschehen in den Ländern und die kulturelle Vielfalt Deutschlands sichtbar zu machen und dabei die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland zu fördern. Das ZDF soll mit seinen Programmen und Angeboten ausdrücklich auch der gesamtgesellschaftlichen Integration dienen und auf ein diskriminierungsfreies Miteinander hinwirken (§ 5 ZDF-Staatsvertrag). Das ZDF war 2007 einer der ersten Unterzeichner der Charta für Vielfalt, einer Arbeitgeberinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Die Umsetzung des Diversitätsauftrags sowie die Implementierung von Vielfaltskonzepten erfolgen auf Basis gesetzlicher Vorgaben. Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität werden im Unternehmen nicht geduldet.  

Das ZDF präsentiert sich mit den vielfältigen Persönlichkeiten seiner Moderatoren*innen als Teil einer diversen Gesellschaft. Neben fachlicher Qualifikation spielen deshalb auch Diversity-Erwägungen seit Langem eine Rolle bei der Auswahl der Moderatoren*innen für Nachrichten- und Magazinformate. Unterschiedliche Präsentator*innen liefern nicht nur wichtige Informationen und Erklärungen, sondern stehen in ihrer Vielfalt auch stellvertretend für die Gesellschaft in Deutschland. Die Durchführung des letzten Redaktionsvolontariats startete im Herbst 2020. Auch hier gilt, dass Bewerber*innen mit interkulturellen biografischen Hintergründen bei gleicher fachlicher Qualifikation und Eignung besonders berücksichtigt werden.

Im Unternehmen hat sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den letzten elf Jahren von 29,5 % auf 40,5 % erhöht. Das ZDF erfüllt seit vielen Jahren die gesetzliche Quote (5 %) zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen. Zuletzt betrug deren Anteil 5,2 %.

Im Einzelnen zu Vielfalt im Programm und beim Personal siehe DNK-Kriterium 15 Chancengerechtigkeit.


Zahlen zum Stichtag 31.12.2020  

Zusammensetzung der Mitarbeiter*innen nach Alter

Fest angestellte Mitarbeiter*innen
Alter FTE
bis 29 110,57
30 - 39 412,71
40 - 49 788,27
50 - 59 1.636,78
60 und älter 547,08
Gesamt 3.495,41

Freie Mitarbeiter*innen*
Alter FTE
bis 29 0
30 - 39 6,68
40 - 49 233,78
50 - 59 361,8
60 und älter 77,16
Gesamt 679,42

* Mitarbeiter*innen im "zweiten Kreis"

Zusammensetzung der Mitarbeiter*innen nach Geschlecht

Fest angestellte Mitarbeiter*innen
Geschlecht FTE Anteil
M 1.830,9 52,38 %
W 1.664,6 47,62 %
Gesamt 3.495,5  

Freie Mitarbeiter*innen*
Geschlecht FTE Anteil
M 355,72 52,36 %
W 323,7 47,64 %
Gesamt 679,42  

Anteil weiblicher FTE in Führungspositionen im Verhältnis zu gesamten FTE in Führungspositionen

Geschlecht FTE Anteil
M 129,02 60,09 %
W 89,71 39,91 %
Gesamt 218,73  


 
Zahlen zum Stichtag 31.12.2021 
 
Zusammensetzung der Mitarbeiter*innen nach Alter 
Fest angestellte Mitarbeiter*innen 
Alter 
FTE 
bis 29 
103,52 
30 - 39 
391,64 
40 - 49 
757,31 
50 - 59 
1.604,26 
60 und älter 
654,74 
Gesamt 
3.511,47 
 
Freie Mitarbeiter*innen*
Alter 
FTE 
bis 29 
0 
30 - 39 
3,67 
40 - 49 
192,17 
50 - 59 
367,33 
60 und älter 
90,47 
Gesamt 
653,64 

* Mitarbeiter*innen im "zweiten Kreis"
 

Zusammensetzung der Mitarbeiter nach Geschlecht
  
Fest angestellte Mitarbeiter*innen 
Geschlecht 
FTE 
Anteil  
M 
1.838,67 
52,36 % 
W 
1.672,80 
47,64 % 
Gesamt  
3.511,47 
 
 
Freie Mitarbeiter*innen 
Geschlecht 
FTE 
Anteil  
M 
338,00 
51,71 % 
W 
315,64 
48,29 % 
Gesamt  
653,64 
 
 
 
Anteil weiblicher FTE in Führungspositionen im Verhältnis zu gesamten FTE
in Führungspositionen
 
Geschlecht 
FTE 
Anteil 
M 
129,49 
59,54 % 
W 
87,99 
40,46 % 
Gesamt 
217,48 
 
 

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

Das ZDF setzt auf eine diskriminierungsfreie Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen, ebenso wie auf die Erfahrungen und Talente von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Weltanschauung und Identität. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass das ZDF Parität bei Frauen und Männern in der Belegschaft, aber auch in den Führungsfunktionen aller Ebenen anstrebt. Ziel muss es darüber hinaus sein, dass gesellschaftliche Teilhabe nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera stattfindet. Für die Qualität im Programm ist das gut.  

Das Thema „Diversität ist fester Bestandteil des Fortbildungsmoduls „Personal“. Schulungen der Vorgesetzten zum sensiblen und korrekten Umgang mit Fällen sexueller Belästigung, aber auch sonstigen Fällen von Diskriminierung sind in Vorbereitung. Derzeit nutzen die Vertrauenspersonen das aktuelle Führungskräfteprogramm zu Informationszwecken. Für die Programm­mitarbeitenden gibt es außerdem ein Seminarangebot zusammen mit der ARD/ZDF-Medienakademie zum Thema „Berichterstattung über Migration – Stereotypen in Bildsprache und Text vermeiden“.  

Das ZDF hat Anlaufstellen, an die sich Mitarbeiter*innen, aber auch Beschäftigte von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten (unter anderem Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produktions­beschäftigte), bei Fällen von Diskriminierung oder Belästigung wenden können. Der Intendant richtete sich in einem Aufruf im Zusammenhang mit der „#MeToo“-Debatte an alle Beschäftigten. Er appellierte an alle Beschäftigen, Fehlverhalten nicht zu ignorieren, sondern zu benennen.  

Bei Fällen von Diskriminierung oder Belästigung können sich betroffene Beschäftigte des ZDF schon immer an ihre Vorgesetzten, an die Personalvertretung oder die Personalabteilung wenden. Für Beschäftigte von Produktions­unternehmen, die im Auftrag des ZDF arbeiten, wurden Vertrauenspersonen des ZDF als Anlaufstellen benannt. Beschäftigte von ZDF Studios sowie der Tochter- und Beteiligungsunternehmen, können sich an den Betriebsrat oder an den Personalbereich bei ZDF Studios wenden. Festangestellte und freie Mitarbeiter*innen von Produktionsunternehmen, die im Auftrag des ZDF an Programmen arbeiten (u. a. Autor*innen, Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produktionsbeschäftigte), können sich an die verantwortlichen Redaktionen des Hauses wenden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Vertrauenspersonen zu kontaktieren. Eine Dienstvereinbarung zum Schutz vor sexueller Belästigung, Diskriminierung und Mobbing am Arbeitsplatz ist zum 01.01.2021 in Kraft getreten. Damit kommt das ZDF verstärkt seiner Verpflichtung aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nach. Das ZDF behandelt Vorwürfe von sexueller Belästigung konsequent, diskret und professionell. Eine Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle im Berichtszeitraum wird nicht kommuniziert.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Das ZDF als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt gehört in Erfüllung seines Programmauftrags keiner Branche mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit für menschenrechtliche Risiken an. Die eigene Wertschöpfung weist eine vergleichsweise geringe Komplexität auf und hat einen hohen Bezug zum Standort Deutschland. Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit, bei der Herstellung und Gestaltung seiner Programme und im Rahmen seiner Geschäftsbeziehungen unterliegen Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Arbeitssicherheit, Gesundheits-, Datenschutz-, Jugendschutz sowie Persönlichkeitsrechte, Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Geschlechtern, Nichtdiskriminierung etc., fast ausschließlich der deutschen und europäischen Gesetzgebung und dem Vorherrschen rechtsstaatlicher Prinzipien. Risiken für Menschenrechte ergeben sich daher nicht. Soweit das ZDF als öffentliche Auftraggeberin Waren und Leistungen am Markt im Wettbewerb bei Lieferanten und Unternehmen beschafft, berücksichtigt es auftragsbezogen in seinen Ausschreibungen und im gesamten Beschaffungs­prozess u. a. soziale Aspekte und ergreift hierüber Maßnahmen, Unternehmen zur Einhaltung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in der Lieferkette zu verpflichten und anzuhalten. So greift das ZDF neben zwingenden und fakultativen Ausschlüssen in Vergabeverfahren bei Verstößen von Unternehmen gegen strafrechtliche Normen des Menschenhandels, Zwangsprostitution, Zwangsarbeit und Ausbeutung, bzw. gegen sozial- oder arbeitsrechtliche Verpflichtungen, beispielsweise im Rahmen der Wertung auch auf die Erbringung von Nachweisen zur Transparenz über die Lieferkette durch Unternehmen mittels Zertifizierungen wie EcoVadis zurück.

Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten (LkSG)
Ab dem 01.01.2023 wird das Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten (LkSG) in Kraft treten. Auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt u. a. Fragen zum Geltungsbereich für juristische Personen des öffentlichen Rechts wie das ZDF, die gerade nicht unternehmerisch tätig sind, nicht gänzlich geklärt sind, ist sich das ZDF seiner Verantwortung und Vorbildfunktion im Hinblick auf den Schutz von Menschenrechten im Rahmen der Beschaffungsprozesse bewusst. Im Zuge öffentlicher Ausschreibungen und Vergabeverfahren wird das ZDF die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben durch Bieter und Bewerber genau prüfen und Verstöße von Bietern und Bewerbern werden Einfluss auf die Auswahlentscheidung des ZDF entfalten.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Es existiert kein beim ZDF explizit erhobener Indikator, da alle signifikanten Investitionsvereinbarungen und -verträge den strengen rechtlichen Anforderungen an öffentlich-rechtliche Unternehmen unterliegen.  

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Es existiert kein beim ZDF explizit erhobener Indikator, da alle geschäftlichen Aktivitäten an allen Betriebsstätten den strengen rechtlichen Anforderungen an öffentlich-rechtliche Unternehmen unterliegen.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Es existiert kein beim ZDF explizit erhobener Indikator, da alle Lieferbeziehungen den strengen rechtlichen Anforderungen an öffentlich-rechtliche Unternehmen unterliegen. In 2022 wird der erarbeitete Leitfaden für nachhaltige Beschaffung in Kraft gesetzt und durch begleitende Schulungen im Haus etabliert. Für die Lieferanten wird ein Kodex erarbeitet, der soziale und umweltbezogene Kriterien vorgibt.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Keine.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Der finanzielle Gesamtaufwand des ZDF beträgt für den Berichtszeitraum circa
2,3 Milliarden Euro p.a. Das ZDF veröffentlicht unter
https://www.zdf.de/zdfunternehmen/2021-jahrbuch-finanzen-jahresabschluss-100.html
detaillierte Informationen zum entsprechend dort ausgewiesenem Jahresabschluss, der die systematisch miteinander verknüpften Einzelrechnungen Ertrags- und Aufwandsrechnung (Abrechnung des Ertrags- und Aufwandsplans), Finanzrechnung (Abrechnung des Finanzplans), Bilanz (Vermögensrechnung) und Gewinn- und Verlustrechnung umfasst.  

Als Arbeitgeber beschäftigt das ZDF gut 3.400 feste Mitarbeiter*innen an den Standorten Sendezentrum Mainz, Hauptstadtstudio Berlin sowie in 16 Inlands- und 18 Auslandsstudios einschließlich Korrespondenten- und Außenstelle für das Programm. Hinzu kommen rund 1.500 freie Mitarbeiter*innen auf Vollzeit-Äquivalentebasis.  

Wie das ZDF zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, bemisst sich aber nicht nur nach ökonomischen Kennzahlen und Kriterien. So wie das Medienunternehmen ZDF seine öffentlich-rechtliche Funktion erfüllt und in Deutschland die kommunikative, kulturelle und gesellschaftliche Infrastruktur befördert, trägt es damit auch seinen Standort in die Welt. Und schafft umgekehrt zahlreiche ökonomische, kulturelle und kreative Impulse für seinen Hauptsitz in Mainz sowie die Studios in den Ländern und im Ausland.  

Das ZDF ist Mitglied, Kooperationspartner oder Förderer zahlreicher regionaler, nationaler und internationaler Verbände, Institutionen und Initiativen und trägt so zur gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und technologischen Entwicklung des Gemeinwesens bei.

Branchenförderung
Das ZDF engagiert sich auf vielfältige Weise für den Erhalt und die Weiterentwicklung einer leistungsstarken deutschen Kreativwirtschaft. Wichtige Brancheninstitutionen vom Deutschen Theaterpreis über die Berlinale bis zum Goldenen Spatz werden durch das ZDF unterstützt. So ist das ZDF als einziger deutscher Bewegtbildanbieter Förderer aller relevanten Preisverleihungen, Branchenfestivals sowie Filmfördereinrichtungen des Bundes und der Länder (siehe DNK-Kriterium 19 Politische Einflussnahme).

Nachwuchsförderung
Die Förderung des Nachwuchses besteht aus drei Säulen und umfasst Studierende in journalistischen, dramaturgischen und medienwirtschaftlichen Bereichen. Hierzu verfügt das ZDF bundesweit über Partnerschaften mit Hochschulen und Bildungsinstitutionen.

„Das kleine Fernsehspiel" ist die Nachwuchsredaktion im ZDF. Zusammen mit ihr realisieren Film- und Fernsehmacher von morgen – Autor*innen, Regisseur*innen, Produzent*innen und Schauspieler*innen – ihre ersten Filme. Ob dokumentarisch, fiktional oder crossmedial – die Produktionen verbindet ein junger, frischer Blick auf die Welt.

Aktion Mensch – Engagement für die Gesellschaft
Das ZDF ist wesentlicher Initiator und Mitbegründer der „Aktion Mensch“. Seit ihrer Gründung im Jahr 1964 stehen die „Aktion Mensch“ und das ZDF gemeinsam für eine Gesellschaft ein, in der das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zum Alltag wird. Beide tragen dazu bei, Inklusion stärker in die Gesellschaft zu bringen und dort als selbstverständlichen Bestandteil des täglichen Lebens zu verankern.

Das ZDF nutzt seine Breitenwirkung, um gesellschaftlichen Ungleichheiten engagiert entgegenzutreten. Mit seinen journalistischen Beiträgen und ganzen Sendeformaten zum Thema Inklusion erreicht der Sender dabei Millionen Nutzer*innen – und baut Barrieren in den Köpfen der Menschen ab, die sich dem Thema Inklusion bisher kaum genähert haben. Denn es wollen zwar 93 % aller Deutschen in einer inklusiven Gesellschaft leben. Doch nur ein Drittel der Bevölkerung ohne Behinderung hat häufig Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Nichtbegegnung statt Begegnung ist die Realität. Dabei können Begegnungen die persönliche Einstellung ändern und so ein positives Klima für eine inklusive Gesellschaft schaffen. Wie Begegnungen auf Augenhöhe das Leben verändern – das zeigt jeden Samstag die Sendung „Menschen – das Magazin“. Die Reportagen über Menschen mit Behinderung machen Hindernisse im Alltag deutlich und zeigen, wie es besser geht. Schon heute gibt es gelungene Beispiele, wie Inklusion in vielen Bereichen des Lebens – sei es am ersten Arbeitsmarkt oder in der Freizeitgestaltung – Realität sein kann. Seit nun mehr als 50 Jahren hat das ZDF das Wachstum der Soziallotterie zu der inzwischen größten privaten deutschen Förderorganisation im sozialen Bereich vorangetrieben. Als Mitglied und Medienpartner steht das ZDF auch weiterhin an der Seite der „Aktion Mensch“.

Schau hin! – Kinder und Medienkompetenz
Fernsehen, Handy, Computerspiele und Internet sind allgegenwärtig, auch im Alltag unserer Kinder. Eltern können viel dazu beitragen, dass ihre Kinder lernen, richtig und gefahrlos mit diesen Geräten umzugehen. Neben einer breiten Berichterstattung zu diesem Thema im Programm stellt sich das ZDF auch als Partner von SCHAU HIN! dieser gesellschaftlichen Verantwortung. Die Initiative hält ein umfassendes Beratungsangebot zum Thema Medienkompetenz für Kinder zwischen drei und 13 Jahren bereit. Praktische Tipps helfen Eltern und Erziehenden, ihre Kinder beim maßvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu unterstützen. Der Medienratgeber ist inzwischen bei Journalist*innen und Organisationen ein anerkannter und gefragter Experte mit wachsendem Renommee. Im Internetangebot finden sich aktuelle Ratschläge zum Umgang mit Internet, Fernsehen und sozialen Netzwerken, wie auch mit mobilen Geräten und Computerspielen. Broschüren und Flyer stehen, auf Deutsch und Türkisch, zum kostenlosen Download zur Verfügung und können auch als Printversion angefordert werden. Die Experten des SCHAU HIN!-Beirats bilden den fachlichen Hintergrund des Medienratgebers.

Nationale und internationale Kooperationen – Engagement in der Branche
Das ZDF sieht im kontinuierlichen Austausch mit Wissenschaft und Praxis einen wichtigen Baustein für die Ausbildung qualifizierten Nachwuchses und die Fortbildung seiner Mitarbeiter*innen. Neben der Ausbildung und Personalentwicklung dient der Austausch auch dazu, bei den zentralen Entwicklungen etwa in den Bereichen Medientechnik, Medienforschung, Medienpolitik oder Medienrecht an der Spitze des Geschehens zu sein und die jeweiligen Veränderungen aktiv mitgestalten zu können. Vor diesem Hintergrund hat das ZDF den Austausch mit der Wissenschaft und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern auf verschiedenen Ebenen institutionalisiert.

Seit seinem Programmstart 1963 ist das ZDF aktives Mitglied der Europäischen Rundfunkunion (EBU), des Dachverbands der europäischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit Mitgliedern aus über 50 Ländern. Die EBU fördert in einer ganzen Reihe von Fachversammlungen den Austausch ihrer Mitglieder, unter anderem zu den Themenfeldern Technik, Fernsehen, Nachrichten oder Medienrecht. Das ZDF ist in allen Gremien und Arbeitsgruppen der EBU vertreten und setzt sich für einen intensiven und nachhaltigen Austausch der verschiedenen öffentlich-rechtlichen Sender ein. Seit den 1960er Jahren ist das ZDF ebenso assoziiertes Mitglied der Asia-Pacific Broadcasting Union (ABU). Die ABU ist das Pendant zur EBU im asiatisch-pazifischen Raum und stellt für das ZDF die Institution für den Praxisaustausch mit Sendern in dieser Region dar.

Mehr Hintergründe, Informationen und Aktuelles zu den unterschiedlichsten Engagements in der Gesellschaft, in der Branche und im Unternehmen finden sich unter nachhaltigkeit.zdf.de.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

Der finanzielle Gesamtaufwand des ZDF beträgt für den Berichtszeitraum circa
2,3 Milliarden Euro p.a. Detaillierte Informationen zum Jahresabschluss finden sich unter https://www.zdf.de/zdfunternehmen/2021-jahrbuch-finanzen-jahresabschluss-100.html

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Das ZDF beteiligt sich unter anderem bei folgenden Rundfunkorganisationen und Einrichtungen mit Beiträgen bzw. Zuwendungen:   Das ZDF ist im Rahmen von Informationspflichten, Auskunftsersuchen oder Transparenzinitiativen medienpolitisch aktiv. Es wird zu allen für das ZDF relevanten Gesetzgebungsinitiativen auf nationaler und europäischer Ebene Stellung genommen. Das ZDF informiert darüber hinaus die nationalen Institutionen sowie die Institutionen der Europäischen Union und erläutert Auswirkungen spezifischer legislativer Vorschläge und politischer Initiativen auf den Rundfunk und audiovisuelle Medien.  

Dabei standen auf EU-Ebene im Jahr 2021 insbesondere die Gesetzesvorschläge zur Plattformregulierung im Zentrum (Digital Services Act und Digital Market Act). Gemeinsam mit den europäischen Partnern und anderen Interessensvertretern hat das ZDF die Auswirkungen dieser Gesetzesvorschläge für die Branche im Allgemeinen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Besonderen erläutert. Des Weiteren betonte das ZDF in einer Reihe von verschiedenen EU-Gesetzes­initiativen die Notwendigkeit, Grundpfeiler einer freien Medienordnung (Quellenschutz, Redaktionsgeheimnis und Zeugnisverweigerungsrecht gerade auch bei investigativem Journalismus) abzusichern (u. a. sogenannte E-Evidence Verordnung).

Das ZDF ist im Transparenzregister der Europäischen Union eingetragen.  

Auf nationaler Ebene gibt es Stellungnahmen zur Verbesserung des strafrechtlichen Schutzes gegen sogenannte Feindeslisten und zur effektiveren Bekämpfung von Nachstellungen und bessere Erfassung des Cyberstalkings, gemeinsam mit dem Bündnis der Medien (neben dem ZDF gehören dem Bündnis der Medien an: ARD, BDZV, Deutschlandradio, DJV, dju, Presserat, Vaunet und VDZ). Das ZDF appelliert des Weiteren, ebenfalls gemeinsam mit dem Bündnis der Medien, zugunsten eines Medienauskunftsgesetzes des Bundes.  

Das ZDF bemüht sich um Einflussnahme, wenn und soweit die Sendeanstalt in ihrer Aufgabenwahrnehmung betroffen ist.  

Das politische Engagement des ZDF folgt seiner Aufgabenstellung (Gestaltung der Medienordnung, Verteidigung der Rundfunkfreiheit und der journalistischen Grundfreiheiten, usw.).

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Das ZDF erbringt keine Parteispenden.    

(EFFAS G01-01: Zahlungen an politische Parteien
Das ZDF leistet keine Zahlung Parteien.)         

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Compliance
Das unternehmerische Handeln des ZDF unterliegt einem unternehmens­spezifischen Compliance-Management-System (CMS), das stetig weiterentwickelt wird.  

Der Intendant trägt unter Einbezug der Geschäftsleitung die Gesamtverantwortung für das Compliance Management im ZDF und gibt die Compliance-Ziele und die Grundzüge der Compliance-Organisation vor.  
Um das CMS des ZDF künftig noch sichtbarer zu machen und seine Steuerung zu verbessern, hat das ZDF ein fachbereichsübergreifendes Compliance Board eingerichtet. Dieses wird von einem / einer Compliance Board Koordinator/in geleitet. Das Compliance Board erörtert und bewertet unternehmensrelevante Compliance-Risiken und unterbreitet dem Intendanten Vorschläge für die Anpassung des Regelwerks und von Compliance-Maßnahmen sowie initiiert Schulungs- oder Kommunikationsmaßnahmen.

Compliance-Regeln und Ziele
Das ZDF als öffentlich-rechtlicher Rundfunksender steht in einer besonderen Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, die pro Haushalt den Rundfunkbeitrag entrichtet. Hierbei gehören Unabhängigkeit, Integrität und Glaubwürdigkeit zu den zentralen Werten des ZDF.  

Ziel ist es daher, eine nachhaltige Compliance-Kultur im Unternehmen weiter zu stärken, die diesen hohen ethischen Anforderungen Rechnung trägt.  

Mitarbeiterkodex zur Korruptionsverhütung
Die Compliance-Regeln des ZDF werden stetig an die sich ändernden Erfordernisse angepasst. 

Hervorzuheben ist der Mitarbeiterkodex als zentrale Compliance-Vorschrift des ZDF. In der Präambel des ZDF-Mitarbeiterkodex steht: „Um als größte Fernsehanstalt Europas für die Ethik einer unabhängigen Unternehmenskultur auch öffentlich einzutreten, führt das ZDF die wesentlichen Elemente der Korruptionsverhütung und -bekämpfung in diesem Kodex zusammen. Sie werden präzisiert durch verschiedene Einzelvorschriften, auf die der Kodex im jeweiligen Zusammenhang verweist. Dieser Kodex gilt grundsätzlich für alle unbefristet und befristet Angestellten sowie für alle in erheblichem Umfang, insbesondere auf Basis von Honorarzeitverträgen beschäftigten freien Mitarbeitern des ZDF.“  

Keine privaten Vorteile
Dass der Status von ZDF-Mitarbeiter*innen nicht dazu genutzt werden darf, sich individuelle private Vorteile zu verschaffen, ist in verschiedenen Einzelregelungen festgehalten, die den korrekten Umgang mit Geschenken, Einladungen, Rabatten oder Reisen genau festlegen.  

Geschäftspartner*innen

Doch der Mitarbeiterkodex enthält noch weitere Verhaltensrichtlinien, etwa bei „Interessenkonflikten im Umgang mit Geschäftspartner*innen“. Der Umgang ist sowohl dienstlich als auch privat so zu gestalten, dass daraus keine Abhängigkeiten erwachsen, die zum Zweck der Korruption genutzt werden können – unter den Punkten „Nebentätigkeiten“, „Rechtsgeschäfte mit Familienangehörigen oder sonst nahestehenden Personen“ sowie „Insiderwissen und Kapitalbeteiligungen“ ist nachzulesen, wie dem Anschein einer privaten Vorteilsnahme offensiv entgegenzutreten ist.  

Auch das Verhalten bei einem Korruptionsverdacht ist im Mitarbeiterkodex thematisiert. Ergibt sich ein Verdacht auf Korruption sind alle ZDF-Mitarbeiter*innen dazu aufgerufen, Vorgesetzte oder die Revision zu informieren. Zudem steht ein externer Vertrauensanwalt sowohl Mitarbeiter*innen als auch Außenstehenden als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn sie Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten im Geschäftsverkehr des ZDF erkennen. Der Vertrauensanwalt wahrt hierbei auf Wunsch die Anonymität des Hinweisgebers / der Hinweisgeberin gegenüber dem ZDF.  

Der Vertrauensanwalt wird künftig auch als interne Meldestelle für Whistleblower nach der EU-Hinweisgeber-Richtlinie (2019/1937) fungieren.  

Der Mitarbeiterkodex stellt weiter klar, dass eine Verletzung der darin niedergelegten Pflichten zu arbeitsrechtlichen oder sogar strafrechtlichen Konsequenzen führen kann. Führungskräfte und Mitarbeiter*innen erhalten regelmäßig Schulungen und Informationen zum Compliance-Regelwerk des ZDF.  

Abseits der implizit beschriebenen Risiken werden keine weiteren wesentlichen Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit des ZDF, aus seinen Geschäftsbeziehungen und aus seinen Produkten und Dienstleistungen ergeben und die wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung haben, gesehen.

Interne Revision
Die Revision ist die eigene Prüfungseinrichtung des ZDF. Sie untersteht unmittelbar dem Intendanten und ist in der Durchführung ihrer Prüfungen unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie prüft den gesamten Betrieb des ZDF auf Wirtschaftlichkeit, Ordnungsmäßigkeit und Zweckmäßigkeit. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten ist durch die strengen Regeln der öffentlich-rechtlichen Verfasstheit des ZDF gewährleistet. Charakteristisch für die Interne Revision ist ihre Prozess­unabhängigkeit: Zur Gewährleistung möglichst objektiver Prüfungs­ergebnisse erfolgen die Prüfungen durch Personen, die nicht in die betrieblichen Arbeitsabläufe eingebunden und nicht für das Ergebnis der zu überwachenden Prozesse verantwortlich sind.  

Für das ZDF sind Funktion und Aufgaben der Internen Revision im Einzelnen in der Revisionsordnung des ZDF niedergelegt.

Überwachungsaufgaben werden auch durch externe Revisionseinrichtungen wahrgenommen: Der Jahresabschluss des ZDF wird gemäß § 30 a ZDF-Staatsvertrag vor seiner Feststellung durch den Abschlussprüfer auf Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften geprüft. Weiterhin unterliegt die Haushalts- und Wirtschaftsführung des ZDF gemäß § 30 ZDF-Staatsvertrag der Prüfung durch den Rechnungshof Rheinland-Pfalz.

Datenschutz
Das ZDF passt seine Datenschutzprozesse an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) an und setzt die neuen gesetzlichen Vorgaben um. Als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen unterliegt es dabei jedoch Besonderheiten. Zur Gewährleistung der Rundfunkfreiheit und insbesondere einer freien Berichterstattung gelten die datenschutzrechtlichen Regelungen auch unter der DSGVO für die journalistische Datenverarbeitung nur eingeschränkt. Nach dem sog. Medienprivileg sind in Ausführung der Datenschutz-Grundverordnung und nach § 9 c Rundfunkstaatsvertrag im Bereich der journalistischen Arbeit nur die Grundsätze der Regelungen zur Datensicherheit und Vertraulichkeit und sowie eine Zweckbindung umzusetzen.  

Auch in organisatorischer Hinsicht bestehen für das ZDF Besonderheiten. Wegen der verfassungsrechtlich garantierten Staatsferne des Rundfunks obliegt gemäß § 16 ZDF-Staatsvertrag in Verbindung mit Art. 51 DSGVO die Aufsicht über den Datenschutz im ZDF nicht den staatlichen Datenschutzbehörden, sondern dem Rundfunkdatenschutz­beauftragten. Er wird vom Fernsehrat mit Zustimmung des Verwaltungsrats bestellt, arbeitet weisungsfrei und ist in der Ausübung seines Amtes nur dem Gesetz unterworfen. Der Rundfunkdatenschutzbeauftragte überwacht gemäß DSGVO die Einhaltung der Datenschutzvorschriften des ZDF-Staatsvertrages, des Rundfunkstaatsvertrages und sämtlicher weiterer das ZDF betreffenden Vorschriften über den Datenschutz bei der gesamten Tätigkeit des ZDF und seiner Beteiligungsunternehmen.

Er erstattet jährlich auch den Organen des ZDF einen schriftlichen Bericht im Sinne des Artikels 59 der Verordnung (EU) 2016/679 über seine Tätigkeit. Der Bericht wird im Online-Angebot des ZDF unter datenschutz.zdf.de veröffentlicht. Jede Person hat das Recht, sich unmittelbar an den Rundfunkdatenschutzbeauftragten zu wenden, wenn sie der Ansicht ist, bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten durch das ZDF oder seine Beteiligungsunternehmen in ihren schutzwürdigen Belangen verletzt worden zu sein.

Darüber hinaus hat das ZDF einen Datenschutzbeauftragten nach Art. 37 DSGVO bestellt. Nach dem gesetzlich hierfür vorgesehenen Verfahren hat ihn der Intendant mit Zustimmung des Verwaltungsrats ernannt. Ungeachtet des Beschwerderechts an den Rundfunkdatenschutzbeauftragten kann sich jede Person an den Datenschutzbeauftragten wenden, die Auskunft über die zu ihr beim ZDF gespeicherten Daten wünscht oder sich in schutzwürdigen Belangen bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten verletzt fühlt.

Der Datenschutzbericht der Jahre 2016 - 2018 ist abrufbar unter:
https://www.zdf.de/zdfunternehmen/zdf-und-datenschutz-102.html

Jugendmedienschutz
Es ist ein Kernanliegen des ZDF, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln und sie vor schädlichen Medieninhalten zu schützen.

Zur Sicherung des Jugendmedienschutzes hat das ZDF eine Jugendschutzbeauftragte berufen. Sie besitzt die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderliche Fachkenntnis und ist auf dem Gebiet des Jugendmedienschutzes weisungsfrei. Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, den Intendanten und die Programmmacher*innen des Senders in allen Fragen des Jugendmedienschutzes zu beraten – von der konkreten Programmgestaltung über die Programmplanung bis hin zum Programmeinkauf. Sie steht im ständigen Erfahrungs- und Informationsaustausch mit den Programmbereichen, begleitet entweder auf Anfrage der Redaktionen oder aufgrund eigener Initiative einzelne Sendungen und Angebote und bearbeitet externe Anfragen und Beschwerden.  

Ein weiterer wichtiger Bereich ist der präventive Jugendmedienschutz – denn ohne eine konsequente Vermittlung von Medienkompetenz ist ein moderner und effektiver Jugendmedienschutz in Zeiten von Internet, Social Media und Smart-TVs nicht möglich. Hier leistet das ZDF einen wichtigen Beitrag durch gezielte Programmangebote sowie durch seinen Einsatz im Rahmen der Initiative „Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht“.

Der gesetzliche Jugendmedienschutz ist im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geregelt. Der Fernsehrat hat darüber hinaus Richtlinien für den Jugendmedienschutz im ZDF verabschiedet, die über das vom Gesetz vorgegebene Maß hinausgehen und deren Einhaltung er streng überwacht. Allen für das Programm verantwortlichen Mitarbeiter*innen sind diese Richtlinien ebenso Arbeitsgrundlage wie die Kriterien zur Sicherung des Jugendmedienschutzes. Diese Vorschriften und weiterführende Informationen findet man unter jugendschutz.zdf.de im Internet.

Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten ist für das öffentlich-rechtlich verfasste ZDF die entscheidende Conditio sine qua non in Hinblick auf seine rechtliche und gesellschaftliche Existenzberechtigung. Insofern kann es dem ZDF hier nicht um Ziele, Teilziele oder Zielerreichungskennziffern gehen, sondern um das unbedingte Erfüllen der zahlreichen und vielschichtigen Compliance-Dimensionen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft werden.

Die ZDF-Revision hat in den Jahren 2020/2021 neben Prüfungen in der Zentrale in Mainz, eine Beteiligung und drei Außenstudios (Inland) geprüft.  

Zudem wurde bei der ZDF-Enterprises GmbH (seit 01.04.2022 ZDF Studios GmbH) als einer weiteren Beteiligung die interne Revision von einem externen Dienstleister durchgeführt, in deren Rahmen auch eine Beteiligung von ZDF-Enterprises geprüft wurde.
  

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Erhebliche Korruptionsrisiken wurden im Jahr 2020/2021 nicht festgestellt.

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsfälle.

Es gab im Berichtszeitraum keine bekannten Korruptionsfälle.


b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

Entsprechend der Ausführungen zu Punkt a. gab es keine Entlassungen oder Abmahnungen aufgrund von Korruption.

Angaben zu Verträgen, die aufgrund von Verstößen in Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden (c.) und öffentliche rechtliche Verfahren in Zusammenhang mit Korruption (d.) sind nicht bekannt.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nicht-monetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Es ist kein Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften bekannt, in dem erhebliche Bußgelder und nicht monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften auferlegt wurden.