14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Berliner Wasserbetriebe sind lediglich an einem Standort in Deutschland tätig. Mit 4.490 Mitarbeitern, die alle am Standort Berlin beschäftigt sind, einer Ausbildungsquote von 8,4 % und einem jährlichen Investitionsvolumen von rund 270 Mio. Euro sind wir einer der größten Arbeitgeber, Ausbilder und Auftraggeber der Region Berlin-Brandenburg.

Wir halten uns an alle geltenden Gesetze und Vorschriften. Das schließt insbesondere Gesetze und Regeln zur Wahrung der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen und andere arbeitsrechtliche Bestimmungen ein.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Umfassende Maßnahmen des präventiven Arbeits-und Gesundheitsschutzes (Arbeits-und Gesundheitsmanagementsystem nach OHSAS 18001) sollen arbeitsbedingte körperliche und seelische Belastungen so weit wie nur möglich vermeiden bzw. verringern.

Die Berliner Wasserbetriebe haben 2013 den Corporate Health Award 2013 für ihr hervorragendes betriebliches Gesundheitssystem erhalten. Die Stifter des Preises, das Handelsblatt, TÜV SÜD Life Service und das internationale Marktforschungsunternehmen EuPD Research, haben damit unser großes Engagement für die Gesundheit unserer Beschäftigten gewürdigt. Die Begründung der Jury: Das „vorbildliche, mit Kennzahlen unterlegte, strategische Personal- und Organisationsentwicklungskonzept“.

Unser 18-köpfiger Bereich Gesundheits- und Arbeitsschutz bündelt ehemals getrennten Bereiche, wovon unsere Beschäftigten unmittelbar profitieren, denn sie bekommen jetzt schneller als zuvor Unterstützung und Informationen. Wenn der Betriebsarzt Hilfsmittel für den Arbeitsplatz empfiehlt, weiß die Mitarbeiterberatung sofort, wie diese zu beschaffen sind. Die Folge: Mehr Mitarbeiter nehmen die Unterstützungsangebote wahr.

Um den kulturellen Austausch innerhalb von Unternehmen stetig zu verbessern und auszubauen, sind die Berliner Wasserbetriebe außerdem Teil der Initiative „Mehrwert durch Vielfalt“. Sie verpflichten sich damit, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist. Sie sind außerdem Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“, welche sich für Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt einsetzt.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Wir unterstützen unsere Mitarbeiter bei einer Vielzahl von Maßnahmen. Zum Beispiel durch flexible Arbeitszeiten, die ein Höchstmaß an Gestaltungsmöglichkeiten bieten und die Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung sicherstellen. Darüber hinaus bieten wir finanzielle Unterstützung an, indem wir Studien- und Weiterbildungsgebühren übernehmen. Über 2 Millionen Euro investieren wir jedes Jahr in die Weiterbildung unserer Beschäftigten.

Lebenslanges Lernen gehört zum beruflichen Alltag. Und es meint alle Maßnahmen, mit denen wir vorhandene Potenziale erkennen, nutzen und damit Raum für Veränderung geben, unabhängig von Alter und Position. Ausgangspunkt dafür sind die jährlichen Mitarbeitergespräche. In denen besprechen wir unter anderem, was in den vergangenen zwölf Monaten besonders gut lief, welche Aufgaben umgesetzt werden konnten und welche Eigenschaften dabei besonders zum Tragen gekommen sind. Dabei ermitteln wir, welche Potenziale und Fähigkeiten weiter entwickelt werden können, aber auch, was geschehen muss, damit die Beschäftigten ihre gegenwärtige Aufgabe weiter wahrnehmen können.

Aufgrund des demografischen Wandels wird der Wettbewerb um den Führungskräftenachwuchs immer härter. Talentmanagement heißt auch, potenzielle Fach- und Führungskräfte früh ans Unternehmen zu binden. Das machen wir mit attraktiven Ausbildungsangeboten. In Kooperation mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin bieten wir fünf duale Studiengänge an, die Praxis und Theorie miteinander verbinden.
Wir bieten auch finanzielle Unterstützung an, indem wir Studien- und Weiterbildungsgebühren übernehmen. Über 2 Millionen Euro investieren wir jedes Jahr in die Weiterbildung unserer Beschäftigten.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI LA7
Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Abwesenheit sowie Summe der arbeitsbedingten Todesfälle nach Region.

Der Indikator wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben.

Leistungsindikator GRI LA8
Unterricht, Schulungen, Beratungsangebote, Vorsorge- und Risikokontrollprogramme, die Mitarbeiter, ihre Familien oder Gemeindemitglieder in Bezug auf ernste Krankheiten unterstützen.

Der Indikator wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben.

Leistungsindikator GRI LA10
Durchschnittliche jährliche Stundenzahl pro Mitarbeiter und Mitarbeiterkategorie, die der Mitarbeiter aus- oder weitergebildet wurde.

Weiterbildungstage insgesamt (2013): 14.368 Tage
Durchschnittliche Weiterbildungstage je Mitarbeiter: 3,2 Tage
Anteil der weiblichen Beschäftigten an Weiterbildungen: 33%
Anteil der Führungskräfte an Weiterbildungen: 11%

Leistungsindikator GRI LA13
Zusammensetzung der leitenden Organe und Aufteilung der Mitarbeiter nach Kategorie hinsichtlich Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und anderen Indikatoren für Vielfalt.

Der Indikator wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben.

Leistungsindikator GRI HR4
Gesamtzahl der Vorfälle von Diskriminierung und ergriffene Maßnahmen.

Der Indikator wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Unser Ziel ist es, zu gewährleisten, dass unser Einkauf nur unter Beachtung von Menschenrechtsaspekten, Arbeitsnormen und Umweltschutz erfolgt. Die Berliner Wasserbetriebe kaufen Waren und Dienstleistungen nahezu ausschließlich in der Europäischen Union ein, in der die Wahrung der Menschenrechte und die Verhinderung von Kinderarbeit durch lokale und europäische Gesetze geregelt sind.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI HR2
Prozentsatz wesentlicher Zulieferer und Auftragnehmer, die unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden und ergriffene Maßnahmen.

Der Indikator wurde im Rahmen der GRI G.3 Anwendungsebene C nicht berichtet.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Die Berliner Wasserbetriebe verstehen sich als Teil der Berliner Gesellschaft. Deshalb engagieren wir uns über unser Kerngeschäft hinaus für gesellschaftliche Belange in der Stadt.

Zum Beispiel Berliner NetzwerkE
Wir engagieren uns im Unternehmensverbund Berliner NetzwerkE für die zukünftige Energieversorgung im urbanen Raum. Dazu gehören der fachliche Austausch mit anderen Mitgliedsunternehmen und Wissenschaftlern sowie die Unterstützung bei der Akquise von Fördermitteln. Die Berliner NetzwerkE leisten zudem durch die Einbindung eigener Ingenieure fachliche Unterstützung bei der Projektumsetzung.

Zum Beispiel die Bio-Brotbox
Pünktlich zum Schulbeginn erhalten alle Erstklässler in Berlin eine Bio-Brotbox und eine Trinkflasche. Die Idee: Die ABC-Schützen sollen die Erfahrung machen, dass ein gutes Frühstück zum Schultag gehört. Dafür stellen wir jedes Jahr rund 32.000 Trinkflaschen bereit. Unsere Beschäftigten helfen ehrenamtlich beim Packen der Bio-Brotboxen.

Zum Beispiel CupCycle
CupCycle ist ein Projekt von Berliner Studierenden der Technischen Universität (TU Berlin). CupCycle ersetzt die herkömmlichen Wegwerf-Pappbecher durch wiederverwendbare Mehrwegbecher. Diese werden nach Gebrauch in eigens aufgestellten Boxen gesammelt, gespült und erneut bereitgestellt. Nach Ablauf ihrer Lebensdauer werden sie zurück zum Hersteller gebracht und dort recycelt.

Zum Beispiel Rock Your Life
Seit 2010 bereitet der Verein „Rock your Life“ Schüler auf das Berufsleben vor. Zwei Jahre lang helfen speziell trainierte Coaches Schülerinnen und Schülern, herauszufinden, in welchem Bereich ihre Stärken liegen. Die Berliner Wasserbetriebe unterstützen „Rock Your Life“ und bieten geeigneten Schülern Praktika oder eine Ausbildung an.

Zum Beispiel das Annedore-Leber-Berufsbildungswerk (ALBBW)
Das ALBBW bereitet seit 30 Jahren junge Menschen mit Behinderungen auf die betriebliche und gesellschaftliche Realität vor. Die Integration junger Menschen mit Behinderungen hat auch für uns einen hohen Stellenwert. Daher bilden wir in Kooperation mit dem ALBBW drei Jugendliche im kaufmännischen Bereich aus.

Zum Beispiel die TEAM-Staffel
Seit 2009 sind wir Titelsponsor der 5 x 5 km TEAM-Staffel, die unser Partner SCC Events im Berliner Tiergarten ausrichtet. Am größten Staffellauf Deutschlands nahmen 2013 nahmen über 26.000 Läuferinnen und Läufer in mehr als 5.200 Staffeln teil. Und unsere Mitarbeiter stellten davon allein mehr als 50 Staffeln.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI EC1
Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert, einschließlich Einnahmen, Betriebskosten, Mitarbeitergehältern Spenden und anderer Investitionen in die Gemeinde, Gewinnvortrag und Zahlungen an Kapitalgeber und Behörden (Steuern).

Kennzahlen der Berliner Wasserbetriebe

2013 | 2012 (in T€)

Umsatzerlöse: 1.133.651 | 1.146.569
Andere aktivierte Eigenleistungen: 45.697 | 48.815
Sonstige betriebliche Erträge: 102.005 | 94.831

Gesamtleistung: 1.281.178 | 1.290.219
Materialaufwand: -334.738 | -334.163
Personalaufwand: -275.861 | -276.576
Abschreibungen: -263.456 | -263.599
Sonstige betriebliche Aufwendungen/sonstige Steuern: -97.202 | -93.159

Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT): 309.921 | 322.722
Beteiligungsergebnis: 27 | 32
Finanzergebnis: -95.848 | -97.689
Außerordentliches Ergebnis: -1.324 |-110

Ergebnis vor Steuern (PBT): 212.776 | 224.955
Aufwendungen aus Teilgewinnabführungsverträgen: -89.377 | -96.366
Verlustübernahme stille Gesellschafterin: 7.711 | 7.574
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag: -14.007 | -11.235
Jahresüberschuss: 117.103 | 124.928

Siehe auch Tabelle NHB 2014, S. 63

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

keine

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SO6
Gesamtwert der Zuwendungen (Geldzuwendungen und Zuwendungen von Sachwerten) an Parteien, Politiker und damit verbundenen Einrichtungen, aufgelistet nach Ländern.

keine.

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Die Berliner Wasserbetriebe haben in 2005 einen unternehmenseigenen Corporate Governance Kodex verabschiedet und sich kontinuierlich mit der Weiterentwicklung der Corporate Governance befasst.

Dieser Kodex stellt wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung der Berliner Wasserbetriebe (insbesondere ihrer Unternehmensführung) dar und enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. Der Kodex soll das Corporate Governance System der Berliner Wasserbetriebe transparent und nachvollziehbar machen. Er will das Vertrauen der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung der Anstalt fördern.

Im Dezember 2011 wurde durch FALK & Co Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft eine Prüfung der Angemessenheit, Implementierung und Wirksamkeit des Compliance Managementsystems bezogen auf die Organisationseinheit Einkauf gemäß des IDW PS 980 durchgeführt. Im Ergebnis wurde festgestellt, dass das Compliance Managementsystem grundsätzlich geeignet ist, gesetzes- und regelkonformes Verhalten zu gewährleisten und wirksam ist.

Anhand festgelegter Schwellenwerte werden Lieferanten im Korruptionsregister des Landes Berlin überprüft.

Siehe auch Leistungsindikator GRI 4,8

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SO2
Prozentsatz und Anzahl der Geschäftseinheiten, die auf Korruptionsrisiken hin untersucht wurden.

Der Indikator wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben.

Leistungsindikator GRI SO7
Anzahl der Klagen, die aufgrund wettbewerbswidrigen Verhaltens, Kartell- oder Monopol-bildung erhoben wurden und deren Ergebnisse.

keine

Leistungsindikator GRI SO8
Wesentliche Bußgelder (Geldwert) und Anzahl nicht monetärer Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften.

keine