14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Wahrung der Arbeitnehmerrechte ist für die Bundesdruckerei-Gruppe eine Selbstverständlichkeit. Im Berichtszeitraum betrieb das Unternehmen ausschließlich Standorte in der EU (Deutschland und Polen). An allen Standorten gelten die nationalen und EU-weiten gesetzlichen Regelungen zu Arbeitszeit, Urlaubsansprüchen, Mutter- sowie Kündigungsschutz, die selbstverständlich beachtet werden. Damit ergeben sich nur minimale Risiken bezüglich einer Verletzung der Arbeitnehmerrechte.

Die Bundesdruckerei-Gruppe hat sich außerdem der Einhaltung der von den Vereinten Nationen (UN), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie vom UN Global Compact definierten Arbeitnehmerrechten verpflichtet. Hierzu gehört die Einhaltung der Menschenwürde, das Verbot der Diskriminierung, der Kinderarbeit und Zwangsarbeit, der Anspruch auf Mindestlohn sowie die Vereinigungsfreiheit. Auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sowie das Betriebsverfassungsgesetz werden geachtet. Interne Betriebsvereinbarungen zu bspw. der Integration von Schwerbehinderten in der Bundesdruckerei-Gruppe wurden geschlossen und Prozesse zur Beteiligung der Arbeitnehmervertretung etabliert. Die Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat und der Betriebsrat prüfen die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte im Unternehmen. Zwischen der Bundesdruckerei-Gruppe (ohne genua GmbH) und dem Konzernbetriebsrat der Bundesdruckerei GmbH gilt eine Betriebsvereinbarung zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Dadurch wird der Schutz gesundheitlich belasteter Mitarbeiter sichergestellt und nach gemeinsamen Lösungen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit erarbeitet/entwickelt. Das Team des betrieblichen Eingliederungsmanagement steht allen Mitarbeitern auch präventiv in psychosozialen Fragestellungen zur Seite.

Die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden in Kriterium 16 näher erläutert.

Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprogramms erfordert an vielen Stellen die aktive Teilnahme der Mitarbeiter. Sie werden ggfs. von den jeweils zuständigen Beauftragten für Arbeitssicherheit, Energiemanagement und Umweltschutz eingebunden. Für weitere Informationen zur Beteiligung der Mitarbeiter am Nachhaltigkeitsmanagement (auch über gesetzliche Bestimmungen hinaus) durch bspw. das betriebliche Vorschlagswesen bzw. Ideenmanagement, den Ausschuss für Arbeitssicherheit, Umwelt und Energie des Betriebsrats und Schulungen der Mitarbeiter siehe Kriterium 16 und 9 sowie Indikator GRI SRS-403-4.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Toleranz und ein respektvoller Umgang aller Beschäftigten untereinander - unabhängig von der ethnischen Herkunft, der Nationalität, der Religion, einer Behinderung, des Alters, des Geschlechts oder der sexuellen Identität - sind für uns selbstverständliche Werte, die auch von unseren Mitarbeitern gelebt werden. Das Verbot von Mobbing/Bossing, sexueller Belästigung, Diskriminierung und herabsetzendem Verhalten ist durch eine Betriebsvereinbarung geregelt.

Die Bundesdruckerei-Gruppe nutzt branchenübliche Tarifverträge und variable Entgeltkomponenten (siehe Kriterium 8). Durch die Tarifverträge ist sichergestellt, dass für alle Mitarbeiter gleiche Gehälter für die gleiche Arbeit gezahlt werden. Um darüber hinaus ein attraktives, familienfreundliches Arbeitsumfeld zu bieten, engagiert sich die Bundesdruckerei-Gruppe mit einer Vielzahl an Maßnahmen für die bessere Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben. So bietet das Unternehmen Teilzeit- und Gleitzeitmodelle, mobiles und flexibles Arbeiten mit Kernzeiten an. Die Bundesdruckerei-Gruppe sieht Familie überall dort, wo insbesondere für Partner und Partnerinnen, für Kinder oder Verwandte Verantwortung (Erziehung, Beziehung und Pflege) getragen wird. Die Bundesdruckerei-Gruppe bietet eine kostenlose Beratung durch einen externen Familienservice an. Dort können die Mitarbeiter Erste-Hilfe-Kurse absolvieren oder Unterstützung bei Entwicklungs- und Erziehungsfragen erhalten. Bei Bedarf bietet die Bundesdruckerei-Gruppe kurzfristige Hilfe bei der Kinderbetreuung (Kindertagesstätten-Notfallbetreuung), Pflegefällen oder in Krisensituationen (24-Stunden-Krisenhotline bei persönlichen, familiären und beruflichen Problemen). Zudem stehen weitere Partner (z. B. der Pflegestützpunkt Berlin) zur Mitarbeiterentlastung zur Verfügung. Die Bundesdruckerei-Gruppe bietet außerdem Veranstaltungen zur Finanzierung von und Beratungen zur Pflege an.

Seit 2015 bietet die Bundesdruckerei-Gruppe allen Mitarbeitern bei Bedarf eine psychologische Betreuung im Rahmen des betriebsärztlichen Dienstes an.

Im Jahr 2014 durchlief die Bundesdruckerei-Gruppe das erste Mal erfolgreich das Audit „berufundfamilie“ und wurde seitdem jedes Jahr rezertifiziert. “berufundfamilie“ unterstützt Unternehmen dabei, eine familienbewusste Personalpolitik nachhaltig umzusetzen. Seit 2014 erhält die Bundesdruckerei-Gruppe außerdem jährlich das Gütesiegel der Initiative „Fair Company“, die sich für die Rechte von Praktikanten einsetzt.

Menschen mit Behinderung zu beschäftigen ist ein selbstverständlicher Bestandteil der Unternehmenskultur der Bundesdruckerei-Gruppe. Für ihre Belange steht bei der Bundesdruckerei GmbH eine Schwerbehindertenvertretung zur Verfügung. Außerdem gibt es bei der Bundesdruckerei GmbH seit 2002 eine Vereinbarung zur Integration von schwerbehinderten Personen. Die Bundesdruckerei GmbH stellt grundsätzlich sicher, dass die gesetzlich vorgegebene Pflichtquote von zurzeit mindestens 5 Prozent für Mitarbeiter und Azubis in allen Sparten und Organisationsebenen erfüllt wird. Durch geeignete Maßnahmen wird sichergestellt, dass schwerbehinderte Menschen eine möglichst dauerhafte behinderungsgerechte Beschäftigung bei der Bundesdruckerei GmbH finden können.

Ein wichtiges Anliegen der Bundesdruckerei-Gruppe ist es, Frauen in Führungspositionen zu fördern. Im Berichtszeitraum hat die Geschäftsführung der Bundesdruckerei GmbH die Frauenquote für die erste und zweite Führungsebene auf 30 Prozent festgesetzt. Die Quote für den Aufsichtsrat wurde auf 25 Prozent festgelegt. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte erfüllt in beiden Führungsebenen sowie in der Besetzung des Aufsichtsrats diese Zielsetzung.

Das 2013 in Kraft gesetzte Ruhestandsmodell gibt Mitarbeitern ab einem gewissen Alter die Möglichkeit, vorzeitig aus dem Erwerbsleben zu treten.

Für die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, siehe Kriterium 16.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Als wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb im Bereich Hochsicherheitstechnologien und Druck in Berlin-Brandenburg ist die Förderung der Mitarbeiter und des Nachwuchses ein zentrales Anliegen der Bundesdruckerei-Gruppe. Lebenslanges Lernen, die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter sind für die Bundesdruckerei-Gruppe essentiell, um im Rahmen der Digitalisierung wettbewerbsfähig zu bleiben. Schwerpunktthemen im Personalmanagement und der -entwicklung liegen deshalb in den vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten für Berufsanfänger und der gezielten Weiterbildung für Mitarbeiter und Führungskräfte. Zur Weiterbildung werden Basis- und Aufbauqualifizierungsprogramme sowie regelmäßige Potenzialanalysen angeboten. Diese Angebote richten sich sowohl an einzelne Mitarbeiter als auch an die Bereiche oder Projektgruppen. Das Development-Center für potentielle Führungskräfte mit anschließenden Weiterqualifizierungsmaßnahmen ergänzt das Angebot (Lead-Schulungen). In 2016 startete das Bildungsförderungsprogramm. Speziell gefördert wird nunmehr die Weiterqualifizierung von Mitarbeitern mit Angeboten wie Studienfinanzierung, Bildungsfreistellungen oder Stipendien. Außerdem wurden in den letzten Jahren Trainings und Schulungen durch E-Learning eingeführt. Diese digitale Schulungsform bietet den Mitarbeitern und Führungskräften die Möglichkeit, sich zeitlich individuell, selbstorganisiert und somit bedarfsorientiert weiterzubilden. Außerdem bereitet die Bundesdruckerei-Gruppe ein mehrjähriges Programm für Umschulungen und Fortbildungen mit Abschlusszertifikaten sowie berufsbegleitende Studiengänge vor. Hierdurch können die bereits bestehenden Bildungsangebote zukunftsfähig erweitert werden.

Für die individuelle Förderung der Mitarbeiter wurde im Jahr 2013 eine Konzernbetriebsvereinbarung zur Durchführung jährlich stattfindender Mitarbeitergespräche beschlossen. Durch den offenen Dialog zwischen Mitarbeiter und der Führungskraft wird die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft erhalten, gefördert und gesichert. 

Die Bundesdruckerei-Gruppe weist ihre Mitarbeiter in das Umwelt, Arbeitssicherheits- und Energiemanagementsystem ein und ermittelt regelmäßig den Qualifikations- und Schulungsbedarf. Formell geregelt sind zudem für jeden Mitarbeiter der Bundesdruckerei GmbH, D-TRUST GmbH und Maurer Electronics GmbH Pflichtunterweisungen zu allgemeinen (bspw. zum Managementsystem Arbeitssicherheit, zu allgemeinen Arbeitsschutzvorschriften in der Produktion und dem Verhalten in medizinischen Notfällen) und tätigkeitsbezogenen Themen (bspw. persönliche Schutzausrüstung / Hautschutz) sowie ggfs. zu speziellen Tätigkeiten (bspw. Laser- und Strahlenschutz) und Gefahrstoffen. Die Unterweisungen werden in einer Unterweisungsmatrix dokumentiert, so dass der Bedarf individuell ermittelt werden kann. Regelmäßig finden Schulungen für Sicherheitsbeauftragte, Umweltschutzverantwortliche, Räumungshelfer und Energieverantwortliche statt.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement mit der Initiative Gesundheit verbindet den medizinischen Arbeitsschutz mit der Gesundheitsförderung. Die Führungskräfte tragen entsprechend der Führungsgrundsätze dabei besondere Verantwortung. In internen Seminaren für Führungskräfte und Mitarbeiter wird die eigene Gesundheitskompetenz weiterentwickelt. Zum Gesundheitsprogramm der Bundesdruckerei-Gruppe gehören neben Pilates- und Yoga-Kursen auch Faszientraining, Resilience-Training und Rückenfitnesskurse sowie Kooperationen mit Fitnessstudios und die Ergonomieberatung am Arbeitsplatz. In der „aktiven Pause“ können die Mitarbeiter einmal die Woche halbstündige Übungen mit einem Trainer absolvieren. Im Rahmen der Suchtprävention gibt es bei der Bundesdruckerei-Gruppe interne Anlaufstellen mit Suchtberater, BEM-Team und betriebsärztlichen Teams.

Um gesundheitlich belastete Mitarbeiter optimal zu unterstützen, wird im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements nach gemeinsamen Lösungen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit gesucht. Das Team des betrieblichen Eingliederungsmanagement steht allen Mitarbeitern auch präventiv in psychosozialen Fragestellungen zur Seite.

Das vielfältige Engagement der Bundesdruckerei-Gruppe spiegelt sich auch in einer besonderen Auszeichnung wieder. So erhielt das Unternehmen in 2014 das Bronzesiegel „Berlins beste Arbeitgeber“ und gehört damit zu den attraktivsten Arbeitgebern der Region Berlin-Brandenburg in 2014.

Ziele im Bereich Personalmanagement sind in Kriterium 3 aufgeführt. Konkrete Ziele werden in 2018 entwickelt, die Fortschritte bei der Zielerreichung im darauffolgenden Berichtsjahr offengelegt.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.


Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;
b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Bundesdruckerei GmbH 2016
Arbeitsunfälle mit Todesfolge 0
Arbeitsunfälle (< 3 Tage) 62
Arbeitsunfälle meldepflichtig (> 3 Tage) 25
Wegeunfälle (< 3 Tage) 65
Wegeunfälle meldepflichtig (> 3 Tage) 24
Ausfalltage 911
















Krankenquote (d. h. Fehltage im Verhältnis zu Arbeitstagen):

Bundesdruckerei GmbH Gesamt 7,42
  Männer 6
  Frauen 10,03


D-TRUST GmbH Gesamt 5,44
  Männer  4,73
  Frauen 6,57


Maurer Electronics GmbH Gesamt 4,14
  Männer  3,78
  Frauen 8,42

Für die genua GmbH und die iNCO liegen keine Zahlen vor, da die Personaldaten der beiden Tochterunternehmen nicht über die Bundesdruckerei GmbH erfasst werden.


Erkrankungsschwerpunkte:
Die Bundesdruckerei-Gruppe bildet nicht zuletzt hinsichtlich ihrer Unternehmensgröße einen Querschnitt der deutschen Bevölkerung mit ihren Mitarbeitern ab. Damit sind die Erkrankungsschwerpunkte deckungsgleich mit den von deutschen Krankenkassen berichteten Erkrankungen. Geeignete innerbetriebliche und externe Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie des Gesundheitsmanagements werden ergriffen, um Krankheiten vorzubeugen.

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Der Betriebsrat ist wie gesetzlich gefordert in die Bereiche Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Unfallverhütung eingebunden und hat dazu den Ausschuss für Arbeitssicherheit, Umwelt und Energie (AEU) gegründet, der alle 6 Wochen tagt. Bei diesen Sitzungen werden viermal im Jahr die Arbeitssicherheitsbeauftragten aller Bereiche in die Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbeurteilung des Managementsystems einbezogen.

Zur internen Kommunikation dient eine SharePoint-Seite, die allen Mitarbeitern online zur Verfügung steht. Weitere Elemente der internen Information und Kommunikation sind z. B. Info-Tafeln, Managementbewertungen, Informationen in Betriebsversammlungen sowie interne Schulungen. Mit dem Ideenmanagement bzw. betrieblichen Vorschlagswesen gibt die Bundesdruckerei GmbH ihren Mitarbeitern zudem die Möglichkeit, Ideen für Verbesserungen und Neuerungen im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einzubringen.

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

Folgende Angaben zu Auszubildenden und Weiterbildungen beziehen sich die Bundesdruckerei GmbH, D-TRUST GmbH und BIS GmbH sowie Maurer Electronics GmbH.  

Bundesdruckerei GmbH, D-TRUST GmbH,
BIS GmbH und Maurer Electronics GmbH
2016
Anzahl der Auszubildenden 36
Weiterbildungstage 2962,5
Anzahl Mitarbeiter mit Fort- und Weiterbildungen 735
Durchschnittliche Weiterbildungstage pro Person 1,45

Eine Unterteilung nach Geschlecht und Angestelltenkategorie wird bei der Datenerfassung nicht berücksichtigt.

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

Folgende Angaben zur Diversität der Bundesdruckerei-Gruppe beziehen sich auf die Bundesdruckerei GmbH, D-TRUST GmbH und BIS GmbH sowie Maurer Electronics GmbH.  


Geschäftsführung Gesamt 2
  Davon Frauen 0
  Altersstruktur  
  Unter 30 Jahre 0
  30-50 Jahre 1
  Über 50 Jahre 1
  Anzahl verschiedene Nationalitäten 1


Leitende Angestellte Gesamt 46
  Davon Frauen 11
  Altersstruktur  
  Unter 30 Jahre 0
  30-50 Jahre 26
  Über 50 Jahre 20
  Anzahl verschiedene Nationalitäten 1


Aufsichtsrat Gesamt 12
  Davon Frauen 3
  Altersstruktur  
  Unter 30 Jahre 0
  30-50 Jahre 2
  Über 50 Jahre 10
  Anzahl verschiedene Nationalitäten -


Arbeiter Gesamt 766
  Davon Frauen 294
  Altersstruktur  
  Unter 30 Jahre 94
  30-50 Jahre 357
  Über 50 Jahre 315
  Anzahl verschiedene Nationalitäten 10


Angestellte Gesamt 1194
  Davon Frauen 420
  Altersstruktur  
  Unter 30 Jahre 168
  30-50 Jahre 734
  Über 50 Jahre 287
  Anzahl verschiedene Nationalitäten 18


Beamte Gesamt 2
  Davon Frauen 1
  Altersstruktur  
  Unter 30 Jahre 0
  30-50 Jahre 0
  Über 50 Jahre 2
  Anzahl verschiedene Nationalitäten 1

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

Es gab keine bekannten Diskriminierungsfälle im Berichtszeitraum.

Im Rahmen der Betriebsvereinbarung „Soziales Verhalten am Arbeitsplatz“ verpflichten sich die Geschäftsführung und die Arbeitnehmervertretung der Bundesdruckerei GmbH und der BIS GmbH, ein Arbeitsklima zu fördern, das sich durch einen offenen, fairen und lösungsorientierten Umgang mit Konflikten jeder Art auszeichnet. Im Falle eines Konflikts sind die Beschäftigten angehalten, diese offen anzusprechen.

In einem Konfliktfall kann sich ein Beschäftigter an den Bereich Human Resources oder den Betriebsrat (Ausschuss Soziales) wenden, die für solche Fälle besonders geschult sind. Die angesprochene Vertrauensperson muss allen Hinweisen und Beschwerden zur Konfliktsituation nachgehen, die Konfliktbeteiligten beraten und unterstützen und den Sachverhalt in gemeinsamen und getrennten Gesprächen mit den Beteiligten feststellen sowie den Versuch unternehmen, den Konflikt einvernehmlich zu lösen. Ist eine einvernehmliche Konfliktlösung nicht möglich, wird mit Einverständnis des Betroffenen auf Veranlassung der Vertrauensperson der Konfliktlösungsausschuss einberufen. Bei wiederholten oder besonders schwerwiegenden Fällen können arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet werden.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Die Einhaltung aller Gesetze und Vorschriften ist für die Bundesdruckerei-Gruppe eine Selbstverständlichkeit. Dazu gehört auch, dass sie bzw. die für sie handelnden Personen, die Menschenrechte achten. Ihren Standpunkt zur Wahrung der Menschenrechte und der Ablehnung von Kinder- und Zwangsarbeit macht die Bundesdruckerei-Gruppe in der Leitlinie „Verhalten im Unternehmen“ klar. Sie orientiert sich an den Kernarbeitsnormen der International Labour Organisation der Vereinten Nationen (ILO). Darüber hinaus ist es für die Bundesdruckerei-Gruppe selbstverständlich, für ihre Mitarbeiter für Gleichbehandlung, faire Arbeitsbedingungen, angemessene Bezahlung (Tarifvertrag) sowie für die Vereinigungsfreiheit, Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Altersvorsorge zu sorgen.

Der Großteil der Lieferanten der Bundesdruckerei-Gruppe ist in Deutschland ansässig, so dass strenge nationale Vorgaben und Gesetze in Bezug auf Menschenrechte eingehalten werden und keine Risiken hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen bestehen. Aus diesem Grund ergeben sich für die Bundesdruckerei-Gruppe keine strategischen Konsequenzen und Ziele. Um dennoch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, führt die Bundesdruckerei-Gruppe risikoabhängig Compliance-Checks für Geschäftspartner durch. Dabei werden Berater, Agenten und Handelsvertreter grundsätzlich überprüft. Zudem verpflichten sich die Lieferanten den gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zuzustimmen, womit sie der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen über den Mindestlohn zustimmen.

Seit 2015 müssen Geschäftspartner auch eine Compliance-Erklärung ausfüllen, mit der sie sich zur Einhaltung der Menschenrechte und Menschenwürde und zum Verbot der Zwangsarbeit und Kinderarbeit verpflichten. Die Vorlage der geforderten Selbstverpflichtungen ist Voraussetzung für die Geschäftsbeziehung.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Dieser Indikator ist für die Bundesdruckerei-Gruppe nicht relevant, da sie keine Investitionsvereinbarungen und -verträge geschlossen hat, bei denen Risiken für Menschenrechtsverletzungen bestehen.

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Dieser Indikator ist für die Bundesdruckerei-Gruppe nicht relevant, da sie keine Standorte außerhalb der Europäischen Union betreibt.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Dieser Indikator ist für die Bundesdruckerei-Gruppe nicht relevant, da der größte Teil der in der Lieferkette vorgelagerten Unternehmen in Deutschland ansässig ist, so dass strenge nationale Vorgaben und Gesetze in Bezug auf Menschenrechte eingehalten werden. Die Lieferanten der Bundesdruckerei-Gruppe verpflichten sich bei Vertragsunterzeichnung die für den jeweiligen Standort gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu befolgen. Gleichzeitig werden bei einem Gesamtauftragsvolumen von über 50.000 € Compliance-Checks durchgeführt.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Dieser Indikator ist für die Bundesdruckerei-Gruppe nicht relevant, da der größte Teil der in der Lieferkette vorgelagerten Unternehmen in Deutschland ansässig ist, so dass strenge nationale Vorgaben und Gesetze in Bezug auf Menschenrechte eingehalten werden. Die Lieferanten der Bundesdruckerei-Gruppe verpflichten sich bei Vertragsunterzeichnung die für den jeweiligen Standort gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) zu befolgen. Gleichzeitig werden bei einem Gesamtauftragsvolumen von über 50.000 € Prüfungen durch Compliance Checks vorgenommen.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Gemeinwesen:
Als Hochsicherheitsunternehmen hat die Bundesdruckerei-Gruppe ein besonderes Interesse, Kriminalität, insbesondere von Jugendlichen, vorzubeugen. Durch Bildungsprojekte hilft die Bundesdruckerei-Gruppe Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Verhältnissen, ihre Talente zu entfalten und ihre Identität zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf Projekte im Kiez der Bundesdruckerei. Seit 2008 unterstützt die Bundesdruckerei so beispielsweise die Street University Berlin (SUB) in Kreuzberg. Dort erhalten junge Erwachsene Zugang zu einem umfangreichen Programm: von Politik- und Geschichtskursen über IT- und Computerseminare bis hin zu Theater und Tanz. Die Geldspenden der Bundesdruckerei helfen dabei, das Ausflugs- und Bildungsprogramm zu finanzieren.

Darüber hinaus engagieren sich die Mitarbeiter auch persönlich. So hat das Unternehmen die Raumpatenschaft für das Kids-Café im Kinder- und Jugendhaus Bolle – betrieben vom Verein Straßenkinder e. V. – übernommen. Die Mitarbeiter basteln dort an zwei bis drei Nachmittagen im Jahr mit den Kindern und Jugendlichen und werden dafür freigestellt. Bei der jährlichen Weihnachtsaktion erfüllen die Mitarbeiter darüber hinaus Wünsche von Kindern sozialer Einrichtungen in Berlin.

In den letzten Jahren hat die Bundesdruckerei-Gruppe ihr Engagement und ihre Geldspenden in bildungspolitische Projekte systematisch ausgebaut.  

Dialog mit Personen, Institutionen und Verbänden auf kommunaler und regionaler Ebene:
Seit dem Wintersemester 2014/2015 stiftet das Unternehmen die Gastprofessur für Identitätsmanagement an der Freien Universität Berlin, die sich insbesondere dem Forschungsthema „Identitätsmanagement und elektronische Identitäten“ widmet. Die Gastprofessur erforscht und entwickelt neue Schlüsseltechnologien unserer Zukunft. Bereits 2010 stiftete die Bundesdruckerei einen Lehrstuhl für Sichere Identitäten an der Berliner Exzellenzuniversität, die durch die neue Professur abgelöst wird.

Zudem stiftet die Bundesdruckerei eine Juniorprofessur am Berliner Einstein Center Digital Future (ECDF), die sich dem Thema „Distributed Security Infrastructures“ widmet. Das ECDF wird durch die Einstein Stiftung Berlin gefördert und schafft eine hochschulübergreifende und interdisziplinäre Umgebung für Forschung und Wissenschaft zum Thema Digitalisierung. So werden Wissenschaft und Forschung in Berlin auf internationalem Spitzenniveau gefördert.

Die Bundesdruckerei unterstützt zudem finanziell und personell den Verein Sichere Identitäten Berlin-Brandenburg e. V., ein regionales Netzwerk von und für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg. Er wurde 2009 durch die Bundesdruckerei gemeinsam mit weiteren Partnern gegründet. Damit leistet die Bundesdruckerei einen wichtigen Beitrag, die Region zu einem führenden Standort für „Sichere Identitäten“ zu machen und als treibende Kraft in Deutschland im Bereich Hochsicherheitstechnologie zu etablieren.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

Folgende Tabelle stellt den direkt erwirtschafteten und verteilten wirtschaftlichen Wert der Bundesdruckerei GmbH, das Mutterunternehmen der Bundesdruckerei-Gruppe, dar:  

  2016 T €
Direkt erwirtschafteter wirtschaftlicher Wert  
Umsatzerlöse  
457.281
Erträge aus Beteiligungen – davon aus verbundenen Unternehmen 4.104
Sonstige betriebliche Erträge 42.723
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 466
Verteilter wirtschaftlicher Wert  
Materialaufwand 125.789
Personalaufwendungen 141.817
Ausgaben Personal (Löhne und Gehälter) 122.973
Sozialabgaben und Altersvorsorge 18.845
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 10.273
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 17.819
Eigenkapitalquote 52,3 %

Auf eine länderspezifische Aufschlüsselung wird verzichtet, da die Bundesdruckerei GmbH ihren Standort in Deutschland hat, den Großteil ihrer Umsätze in Deutschland erwirtschaftet und Beschaffung vornehmlich in Deutschland getätigt wird.

Eine ausführliche Darstellung der ökonomischen Kennzahlen der Bundesdruckerei GmbH findet sich im Geschäftsbericht 2016 ab Seite 36.

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung und den damit verbundenen Risiken durch Angriffe aus dem Cyberraum ist der Bereich IT-Sicherheit und der Umgang mit Daten immer mehr in den Fokus der Politik gerückt. Dies drückt sich in verschiedenen Gesetzes-Initiativen aus, zum Beispiel im zweiten IT-Sicherheitsgesetz und im zweiten E-Health-Gesetz, welche 2019 beraten werden sollen. Die Bundesdruckerei-Gruppe steht den entsprechenden Ministerien an dieser Stelle mit ihrem Know-how zur Verfügung und gibt konkrete Ratschläge, wie höchste Datenschutz- und Datensicherheitsstandards mit innovativen Geschäftsmodellen verbunden werden können. Gleichzeitig sucht die Bundesdruckerei-Gruppe das Gespräch zu weiteren politischen Akteuren, um sie für die komplexen Zusammenhänge im digitalen Raum zu sensibilisieren.

Sichere und verlässliche Identitäten und Daten sind unverzichtbar, um die Verwaltung und die deutsche Wirtschaft erfolgreich zu digitalisieren. Die Politik hat die Notwendigkeit einer robusten IT-Sicherheitsinfrastruktur erkannt. Die Bundesdruckerei-Gruppe sieht es als selbstverständliche Aufgabe an, die Politik dabei zu unterstützen und die Rahmenbedingungen für eine sichere Digitalisierung von Wirtschaft und Verwaltung zu schaffen. Daher unterstützt sie die Bundesregierung mit ihrem Fachwissen bei Anfragen, insbesondere zu den Themen sichere Digitalisierung (in der Verwaltung, im Gesundheitswesen und in der Wirtschaft), digitale Souveränität und Cyber-Sicherheit.

Als Expertin für sichere Identitäten und sichere Daten engagiert sich die Bundesdruckerei-Gruppe auch in diversen regionalen, nationalen und internationalen Gremien, Verbänden und Organisationen. Angefangen bei politischen Gremien, Netzwerken, Standardisierungs- und Normungsgremien über Sicherheitsvereinigungen bis hin zu branchenspezifischen Ausschüssen und Vertretungen, wie dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom). Regional engagiert sich die Bundesdruckerei insbesondere im Verein Sichere Identitäten Berlin-Brandenburg e. V., ein regionales Netzwerk von und für Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg zu sicheren Identitäten (siehe Kriterium 18).

Eine vollständige Liste der Gremien, Verbände und Organisationen, in denen die Bundesdruckerei-Gruppe Mitglied ist, befindet sich auf der Internetseite „Politik und Gremienarbeit“ (https://www.bundesdruckerei.de/de/Unternehmen/Gesellschaft-und-Verantwortung/Politik-und-Gremienarbeit) zu finden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Politiker und Parteien oder damit verbundene Einrichtungen werden weder finanziell noch mit Sachleistungen unterstützt.

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Das Thema „Compliance“ ist in der Bundesdruckerei GmbH im Bereich „Internal Audit, Compliance & Data Privacy Protection“ zentral verankert. In einem konzernübergreifenden Compliance-Management-System stellt die Bundesdruckerei-Gruppe klare Regeln für die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern auf. Prozesse werden transparent gestaltet, dokumentiert, regelmäßig kontrolliert und verbessert. Wesentliche Bestandteile des Systems sind die Leitlinie „Verhalten im Unternehmen“ und die Compliance-Richtlinie.

Jeder Mitarbeiter ist aufgefordert, bei Compliance-Verstößen seine/ihre Führungskraft oder den Bereich IA zu informieren. Ein Compliance-Verstoß bzw. -Vorfall liegt bei jeder Nichteinhaltung von Normen (Gesetze, Selbstregulierung, Branchenstandards) sowie betriebsinternen Richtlinien und Regelungen vor. Hinweise können auch anonym gegeben werden. Der Umgang mit Hinweisen und Meldungen ist in der Compliance-Richtlinie geregelt, die Meldewege im Formular „Meldung eines Compliance-Vorfalls“.

Die Leitlinie „Verhalten im Unternehmen“ ist Bestandteil der Arbeitsverträge und damit für alle Mitarbeiter verbindlich. Sie enthält neben der Pflicht zur Einhaltung aller Gesetze im In- und Ausland das Verbot, Bestechungs- oder Beschleunigungsgelder, unangemessene Geschenke oder andere Zuwendungen zu geben oder anzunehmen. Zudem existieren Regelungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten. Im Rahmen von Compliance-Checks wird geprüft, ob Interessenskonflikte bestehen könnten.

Die Einhaltung der Vorschriften ist über das interne Kontrollsystem, die Revision und durch regelmäßig, alle zwei Jahre stattfindende Prüfungen des Compliance-Management-Systems gemäß IDW PS 980 durch unterschiedliche (externe) Wirtschaftsprüfungsunternehmen sichergestellt. So wurde auch für das Berichtsjahr eine Prüfung vorgenommen und das System als angemessen, implementiert und wirksam bewertet.

Die Überprüfung des Compliance-Management-Systems wird sowohl von internen als auch von externen Prüfern (in der Regel Wirtschaftsprüfungsgesellschaften) vorgenommen. Regelmäßig sind, insbesondere in Bezug auf Anti-Korruption, Reisekosten „Externer“ sowie Kosten für Geschenke Gegenstand von Revisionsprüfungen. In den Prüfberichten der Internen Revision werden Maßnahmen und Empfehlungen ausgesprochen und mittels Follow-up-Prüfungen überwacht.

Die Verantwortlichkeit für das Thema Compliance liegt beim Chief Compliance Officer (CCO). Die Gesamtverantwortung für das Compliance-Management-System liegt bei den gesetzlichen Vertretern der Bundesdruckerei-Gruppe. Der CCO ist direkt dem CEO unterstellt und berichtet ad hoc und regelmäßig quartalsweise an die Geschäftsführung.

Alle zwei Jahre wird durch ein internes E-Learning bzw. die Einholung einer schriftlichen Erklärung sichergestellt, dass die Mitarbeiter Kenntnis von der Leitlinie „Verhalten im Unternehmen“ haben und sich daran halten. Zudem findet monatlich eine Qualitäts- und Sicherheitsmesse für neue Mitarbeiter statt, bei der auch die Themen Compliance und Anti-Korruption behandelt werden. In diesem Jahr fand zudem eine Korruptionspräventionsschulung durch externe Rechtsanwälte statt, bei der Führungskräfte, Vertriebsmitarbeiter, Mitarbeiter aus den Bereichen Einkauf, Innovation, Legal Affairs, Consult & Service, Corporate Strategy & Planning und Internal Audit teilgenommen haben.

Die Mitarbeiter werden im Intranet, über die Mitarbeiterzeitschrift und den Führungskräfte-Newsletter über wesentliche Compliance-Themen informiert. Spezielle Compliance-Projekte (z. B. die Einführung der Leitlinie „Verhalten im Unternehmen“, Campus-Week 2015, kartellrechtliche Do‘s & Dont‘s 2016) werden von einem Kommunikationskonzept begleitet.

Der im Intranet abrufbare Compliance-Ticker informiert die Mitarbeiter über aktuelle mediale Compliance-Vorfälle. Mithilfe von Fachzeitschriften informieren sich die entsprechenden Bereiche über gesetzliche Neuregelungen, Rechtsprechung sowie Compliance-Themen. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachbereichen prüft der Bereich Interne Revision inwieweit interne Regelungen angepasst und Neuerungen an die Mitarbeiter zu kommunizieren bzw. Schulungen durchzuführen sind.

Ziel des Compliance-Management-Systems ist, systematisch die Voraussetzungen in der Organisation dafür zu schaffen, dass Verstöße gegen Compliance-Anforderungen vermieden werden sowie eingetretene Verstöße erkannt und Hinweise behandelt werden können.

Ein erhöhtes Risiko für Korruption besteht für die Bereiche Einkauf, Vertrieb und Finanzen. Die Mitarbeiter und Führungskräfte werden daher häufiger und mit spezialisierten Schulungseinheiten zum Thema Anti-Korruption in unterschiedlichen Formaten (z.B. Präsenzschulungen und E-Learning) geschult.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Korruptionsrisiken bestehen bei der Bundesdruckerei-Gruppe wie in den meisten Unternehmen vor allen im Einkauf und Vertrieb. Nach dem Europäischen Vergaberecht ist die Bundesdruckerei GmbH als öffentlicher Auftraggeber ab bestimmten Schwellenwerten verpflichtet, Beschaffungen europaweit formell auszuschreiben. Durch strenge Vorschriften im Ausschreibungs- und Vergabeverfahren und dem transparenten Vergabeprozess werden Korruptionsrisiken deutlich gemindert. Bei Aufträgen aus dem hoheitlichen Bereich werden die Lieferanten vorgegeben, so dass dort kein Korruptionsrisiko besteht.

Alle zwei Jahre findet die Prüfung des Compliance-Management-Systems zum Teilgebiet Anti-Korruption für die gesamte Unternehmensgruppe statt. Der neue Betriebsstandort in Kroatien, die Maurer Electronics Split d.o.o, ist davon ausgenommen, da an diesem Standort kein Vertrieb stattfindet und die Abteilung Einkauf keine wesentlichen Geschäfte tätigt.

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

Es gab keine zu berichtenden Fälle in diesem Jahr.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nicht-monetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Es gab keine Fälle der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften.