14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Für den Erfolg der Lebensbaum Synthese aus sinnhafter Unternehmenskultur, grünem Kerngeschäft und bedingungsloser Qualitätsorientierung sind unsere Mitarbeiter die entscheidende Größe. Deswegen wollen wir ihnen ein Umfeld schaffen, das sie ermutigt und befähigt, Lebensbaum gemeinsam weiterzuentwickeln.

Ein freundliches Arbeitsklima, die Sicherheit unserer Mitarbeiter im Unternehmen sowie der schonende Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Wirtschaften sind uns wichtig. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital, Weiterbildung und -entwicklung wird unterstützt und offene Kommunikation gepflegt und gefördert.

Die generellen Grundlagen dafür haben wir in unserer Unternehmenspolitik festgelegt, die grundlegenden Arbeitnehmerrechte in einer eigenen Sozialrichtlinie festgeschrieben. Ergänzend sind die im Unternehmen geltenden Grundsätze und Arbeitnehmerrechte in weiterführenden Richtlinien präzisiert. Sie wurden immer wieder in Abstimmungsprozessen unter Einbindung der betroffenen Mitarbeiter festgelegt und weiterentwickelt. Die Richtlinien reichen von Führungsgrundsätzen bis hin zu einer Reihe von spezifischen Betriebsvereinbarungen: Auch eine Antikorruptionsrichtlinie und unsere Markenkernwerte sind explizit festgelegt. Und während wir keine eigenen Standorte im Ausland haben, definieren wir über unsere Sozialrichtlinie sowie über spezifische Handlungsgrundsätze für Lieferanten dennoch für die Lieferkette klare Mindestkriterien hinsichtlich Menschen- und Arbeitnehmerrechten, deren Einhaltung wir auch überprüfen.

Gerade mit Blick auf unser Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement ist es uns darüber hinaus wichtig, unsere Mitarbeiter umfassend einzubinden. Jährliche Umwelt- und Nachhaltigkeitsschulungen stellen dafür lediglich die Grundlage dar. In unserem Nachhaltigkeitsbericht gibt es vielfältige Beispiele dafür, wie wir unsere Mitarbeiter einbinden.

Für unsere eigenen Standorte haben wir das Ziel die Mitarbeiterzufriedenheit weiter zu steigern. Deshalb werden wir im Herbst 2019 eine Befragung zur Zufriedenheit der Mitarbeiter durchführen und sich daraus ergebende Maßnahmen durchführen. 

Betriebsrat

Anfang der 2000er Jahre hatte Lebensbaum knapp über 60 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Um ihnen eine sinnvolle zusätzliche Anlaufstelle für ihre Belange rund um den Arbeitsplatz zu schaffen, haben sich Geschäftsleitung und Mitarbeiter zusammengesetzt und gemeinsam beschlossen, dass es an der Zeit für einen Betriebsrat ist. Die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung verlief in Diepholz seither stets konstruktiv.

Seit 2013 haben jugendliche Beschäftigte (bis 18 Jahre) und Auszubildende (bis 25 Jahre) zusätzlich einen eigenen direkten Ansprechpartner: die Jugend- und Auszubildendenvertretung – kurz JAV. Unsere Jugend- und Auszubildendenvertreter sind entweder noch selbst in der Ausbildung oder haben bereits ausgelernt, nur älter als 25 dürfen sie nicht sein. Sie kümmern sich gemeinsam mit unserem Betriebsrat um den Nachwuchs. Alle zwei Jahre wird die JAV neu gewählt – von oben genannten jugendlichen Beschäftigten und Auszubildenden.

Und ganz unabhängig vom Betriebsrat gilt, damals wie heute, sowohl für Auszubildende als auch für alle anderen Mitarbeiter: Die Geschäftsleitung hat für alle ein offenes Ohr.

Risiken und Ziele

Während im niedersächsischen Diepholz und nordrheinwestfälischen Gronau, wo wir unsere Standorte haben, das Risiko für die Verletzung von Arbeitnehmerrechten auf Grund der hohen gesetzlichen Anforderungen in Deutschland ohnehin geringer ist, als in vielen der Länder, aus denen wir unsere Rohwaren beziehen, ist es gleichwohl nicht null. Grundsätzlich begegnen wir diesen Risiken, indem wir die Konformität mit geltendem Recht und den Normen der ILO sicherstellen, auf eine werteorientierte Unternehmenskultur mit hohen Sozialstandards setzen und eng mit dem Betriebsrat in Diepholz kooperieren. Außerdem hatten wir uns für 2017 das Ziel gesetzt, eine neue Zertifizierung einzuführen, um durch qualifizierte externe Auditoren jährlich prüfen zu lassen dass wir Arbeitnehmerrechte intern und in unserem Lieferkettenmanagement auf hohem Niveau umsetzen. Die Erstzertifizierung ist im Dezember 2017 durch Kiwa International Cert am Standort Diepholz erfolgt und wird in den kommenden Jahren jährlich auditiert.


Viele weitere Themen sind mit Blick auf die Mitarbeiter bedeutend, z.B. alles rund um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, die Bürogestaltung oder unsere Auszubildenden, so dass wir über diese Themen in unserem Nachhaltigkeitsbericht im Kapitel Mensch berichten. Und in Ländern, in denen keine vergleichbar hohen Arbeits- und Sozialstandards wie in Deutschland gelten, aus denen wir aber Rohwaren beziehen, arbeiten wir auf der Basis unseres Lebensbaum Partnersystems daran, dass auch dort entsprechende Standards eingehalten werden.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit 203 Mitarbeitern an zwei Standorten. Wir haben in Diepholz 92 weibliche und 74 männliche Beschäftigte und in Gronau 15 weibliche und 22 männliche. 27 von 166 Mitarbeitern in Diepholz haben Migrationshintergrund. In Gronau sind es sieben von 37 Mitarbeitern.

Wir sind vom Typ her eher norddeutsch-pragmatisch. Selbstverständlich haben wir zu Themen wie z.B. Chancengerechtigkeit grundlegende Regeln formuliert und z.B. in einer Betriebsvereinbarung zur Vermeidung von Ungleichbehandlung niedergeschrieben. Dass bei uns Gleichbehandlungsgrundsätze gelten wie derjenige, dass bei vergleichbaren Positionen gleiches Gehalt geschlechterneutral gezahlt wird, sollte eigentlich nicht mehr der Rede wert sein. Standard-Eintrittsgehälter beginnen bei Lebensbaum bei 120 Prozent des Mindestlohns.

Unsere Ziele zu Chancengerechtigkeit und deren aktueller Status sind in unserem Nachhaltigkeitsbericht einzusehen.

Fürsorge jenseits von Programmen

Für uns gilt: Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig. Große, ausgeklügelte Programme zur Mitarbeiterfürsorge und Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wie sie in vielen Großunternehmen üblich sind, machen in unserem Fall jedoch oft noch keinen Sinn und ersetzen keine individuell auf einzelne Situationen und Mitarbeiter zugeschnittenen Lösungen. Wir stecken unsere Ressourcen grundsätzlich lieber in die Lösung von Problemen als in große Programme. Beispiele:

Die Ehefrau eines Mitarbeiters bricht sich den Fuß und hat obendrein noch ein kleines Kind? Selbstverständlich finden wir sofort eine temporäre Home-Office-Lösung. Und das ist nur ein Beispiel. Die Liste der Individuallösungen ist lang:

Von der Angehörigenpflege wie im Fall des genannten Mitarbeiters und vergleichbaren Fällen über die Freistellung von Mitarbeitern z.B. für soziales Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr bis hin zum Betriebsrat gehen wir auf die Belange von Mitarbeitern ein. Auch Aus- und Weiterbildung sind selbstverständlich. In Einzelfällen gibt es Home-Office-Plätze – da, wo es möglich ist und sich mit dem Firmenalltag vereinbaren lässt. Dasselbe gilt zum Beispiel für Sabbaticals. Denn, solche Möglichkeiten sind schön für den jeweiligen Mitarbeiter, dürfen aber nach unserem Verständnis nicht auf den Schultern seiner Kollegen lasten. Niemandem ist geholfen, wenn sich ein Einzelner verwirklicht und andere darunter leiden müssen.

Wir haben sowohl kurzfristige Überbrückungsdarlehen als auch längerfristige Darlehen an Mitarbeiter vergeben. In unserem Bistro am Standort Diepholz gehen wir auf Lebensmittelunverträglichkeiten Einzelner ein und ermöglichen ihnen den vollen Speiseplan ohne zusätzliche Kosten.

Wir haben keinen Ruheraum, dafür aber einen wunderschönen Garten mit Terrasse, die zum Verschnaufen einlädt. Wir haben keinen Fitnessraum. Brauchen wir auch nicht, denn direkt hinter unserem Gebäude lädt ein malerischer Weg zum Gang ins Moor ein; eine Möglichkeit, die von vielen Mitarbeitern gerne nach dem Mittagessen genutzt wird. Und wem das als Sport nicht reicht, der kann sich über das Unternehmen ein Lebensbaum Mitarbeiter-Rad zulegen oder sich seit 2017 dem Firmenfitness-Programm Hansefit anschließen.

Und obwohl wir generell in Vollzeit beschäftigen, haben wir immer wieder individuelle Teilzeitregelungen zwischen zehn und 35 Stunden Wochenarbeitszeit. Manche für einen längeren Zeitraum, zum Beispiel aus Gründen der Kinderbetreuung, manche auch dauerhaft. Immer gibt es dafür gute Gründe. So gelingt auch der Wiedereinstieg nach der Elternzeit reibungslos.

Auch für andere Themen lässt sich die Liste fortsetzen: Sprachen lernen jenseits der in ländlichen Regionen oft spärlichen Angebote der Volkshochschulen ist auf dem platten Land gar nicht so einfach. Im Herbst 2014 wendete sich ein Mitarbeiter an die Geschäftsführung mit der Frage, ob man nicht eine Lösung hätte. Die war schnell gefunden. An der Universität des Nachbarortes gab es die Sprachlehrerin, Lebensbaum erklärte sich bereit, die Kosten zu übernehmen. Außerdem stellte das Unternehmen die Räumlichkeiten und den Kopierer zur Verfügung. Nur das Lehrbuch mussten sich die Teilnehmer kaufen. Dann konnte das Pilotprojekt „Sprachunterricht im Unternehmen" starten. Die zehn Teilnehmerplätze wurden per Los verteilt und seitdem steht mittwochs abends um 17 Uhr Spanisch auf dem Programm. Im Januar 2017 endet das Pilotprojekt. Ob weitere Sprachlernangebote folgen, werden wir dann sehen.

Partnerschaften mit Behindertenwerkstätten

Chancengerechtigkeit ist jedoch auch ein Thema, das für uns nicht nur in den eigenen vier Wänden relevant ist. Auch außerhalb, z.B. durch unsere Kooperationen mit den Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten und den Diakoniewerkstätten Neubrandenburg, können wir zu Chancengerechtigkeit beitragen: Viele Lebensbaum Gewürze und Tees lassen sich mit Maschinen abfüllen. Bei einigen Produkten ist die anschließende Konfektionierung, also das Verpacken in die passenden Schachteln, allerdings so komplex, dass Handarbeit die bessere Lösung ist. Zum Beispiel beim Verpacken unseres Adventskalenders: 24 verschiedene, einzeln kuvertierte Teebeutel müssen in einer bestimmten Reihenfolge in die Faltschachtel gesteckt werden.

Leiharbeiter wären zwar eine Lösung für die temporären Spitzen durch diese Art der Handkonfektionierung gewesen, müssten aber immer wieder bezüglich Handhabung und Qualitätskontrolle neu eingearbeitet werden. Außerdem freuen wir uns, Menschen mit Behinderung in unsere Arbeitsprozesse einbeziehen zu können. Seit über zwölf Jahren arbeiten wir daher mit den nahe gelegenen Bersenbrücker Gemeinnützigen Werkstätten zusammen, die Menschen mit Behinderung fördern und ihnen selbstständiges Arbeiten ermöglichen. Sie übernehmen heute sämtliche Handkonfektionierungen, die bei Lebensbaum anfallen.

Wie viel Fingerfertigkeit und Feingefühl oftmals nötig sind, konnten wir im Rahmen einer unserer Azubi-Fahrten zu den Werkstätten feststellen: Schon beim Auffalten des Karton-Deckels für eine unserer Teeverpackungen sind viele von uns gescheitert. Es machte verblüffend schnell knack und der Deckel war hinüber.

Ausschuss gibt es bei unseren Kollegen in den Werkstätten so gut wie gar nicht. Außer, wir sind selbst vor Ort und versuchen mitzuhelfen.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte wird sich auch zukünftig im Zuge des demographischen Wandels weiter verstärken. Wir stellen uns diesem Wettbewerb und stellen dabei immer häufiger fest, dass gerade unsere Positionierung als Nachhaltigkeitsvorreiter dabei immer mehr zu einem Wettbewerbsvorteil wird.

Ein weiterer Schritt um in diesem Wettbewerb zu bestehen: Schon seit vielen Jahren bilden wir erfolgreich aus und werden das auch in Zukunft weiterführen: Ganz bewusst haben wir uns vor einigen Jahren auf eine überdurchschnittliche Ausbildungsquote festgelgt und in den Jahren 2013 bis 2015 in Diepholz sogar eine zweistellige Quote erreicht. In 2017 waren es 6,4 %.

Hohe Arbeitssicherheits- und Gesundheitsstandards und Fürsorge jenseits von Programmen ergänzen die Bedingungen für gute und langfristige Beschäftigung. In 2017 wurde das Firmenfitnessprogramm Hansefit eingeführt.

Nicht zuletzt nutzen wir als mittelständisches Familienunternehmen unsere Flexibilität als Chance, um durch viele individuelle Lösungen auf die Belange unserer Mitarbeiter einzugehen, von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie über die Weiterqualifizierung bis zu vielem, das den Wohlfühlfaktor am Arbeitsplatz erhöht. Unsere Antworten auf die Indikatoren zu "Arbeitnehmerrechten" und "Chancengerechtigkeit" geben dafür bereits einige Beispiele. Weitere sind besondere Bürogestaltung oder unser Bio-Bistro am Standort Diepholz.

Zur Verbesserung der Qualifizierung haben wir uns das Ziel gesetzt den Einsatz eines e-learning Tools zu prüfen und diese gegebenenfalls in 2020 einzuführen. Damit versuchen wir auch eine Möglichkeit zu finden um mit unserer Herausforderung des eingeschränkten Zugriffs auf qualifizierte Weiterbildungsmöglichkeiten direkt am Standort besser umzugehen.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator G4-LA6
Art der Verletzung und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Abwesenheit sowie die Gesamtzahl der arbeitsbedingten Todesfälle nach Region und Geschlecht. Link

Krankheitsquote als Verhältnis der Krankheitstage zu den Sollarbeitstagen
Diepholz: 2017: 4,8 %; 2016: 4,82 %
Gronau: 2017: 3,0 %; 2016: 3,22 % 

Unfallquote als Verhältnis der meldepflichtigen Arbeitsunfälle zur Gesamtzahl der Beschäftigten in Vollzeitäquivalenten
Diepholz: 2017: 3,22 % ; 2016:  1,9 %
Gronau: 2017: 0 % ; 2016: 3,1 % 

Ausfallquote als Verhältnis der arbeitsunfallbedingten Abwesenheitstage zu den Sollarbeitstagen
Diepholz: 2017: 0,13 %; 2016: 0,14 %
Gronau: 2017: 0 %; 2016: 0,06 % 

Berufskrankheiten sind nicht bekannt. Die Berufskrankheitsrate und die Ausfalltagequote als Folge von Berufskrankheiten können nicht angegeben werden, da Mitarbeiter gemäß Gesetz keine Krankheitsindikatoren angeben müssen. Arbeitsbedingte Todesfälle sind nicht vorgekommen.

Leistungsindikator G4-LA8
Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in förmlichen Vereinbarungen mit Gewerkschaften behandelt werden. Link

In Übereinstimmung mit den Anforderungen für eine Berichterstattung gemäß GRI G4 "Core" ist dieser Indikator kein Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Wir arbeiten zu Gesundheits- und Sicherheitsthemen eng mit unserem Betriebsrat zusammen. Da wir jedoch keiner Tarifgemeinschaft angehörig sind, erachten wir diesen Indikatoren für die Beurteilung unserer Nachhaltigkeitsleistungen als nicht wesentlich.

Leistungsindikator G4-LA9
Durchschnittliche jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter nach Geschlecht und Mitarbeiterkategorie. Link

Durchschnittliche Schulungs- und Weiterbildungsstunden pro Mitarbeiter 2017

Diepholz: 10 Std., davon 5 Pflichtschulungsstunden (Arbeitssicherheit, Hygiene, Qualität, Prozesse, Gesundheit, Umweltmanagement), 2016: 15 Std

Gronau: 2 Std., davon 2 Pflichtschulungsstunden (Arbeitssicherheit, Hygiene, Qualität, Prozesse, Gesundheit, Umweltmanagement), 2016: 2 Std.

Eine separate Auswertung nach Geschlecht und Mitarbeiterkategorie ist aufgrund nicht aufgeschlüsselter Daten nicht möglich.

Ausbildung bieten wir in fünf Ausbildungsberufen an und berichten darüber im Nachhaltigkeitsbericht. Ausbildungsstunden lassen sich jedoch nicht separat ausweisen, da die Ausbildung „on the job" erfolgt und keine Trennung in Ausbildungs- und Arbeitsstunden möglich ist.

Leistungsindikator G4-LA12
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Aufteilung der Mitarbeiter nach Mitarbeiterkategorie in Bezug auf Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und andere Diversitätsindikatoren. Link

Führungspositionen 2017

Diepholz Gesamt: 22 (7 Frauen, 15 Männer; davon: 0 unter 30 Jahre alt, 13 zwischen 30 und 50 Jahre alt und 9 über 50 Jahre alt; davon 0 mit Migrationshintergrund)

Gronau Gesamt: 5 (0 Frau, 5 Männer; davon: 0 unter 30 Jahre alt, 3 zwischen 30 und 50 Jahre alt, 2 über 50 Jahre alt; davon 0 mit Migrationshintergrund)


Mitarbeiter 2017

Diepholz Gesamt: 166 (92 Frauen, 74 Männer; davon: 53 unter 30 Jahre alt, 74 zwischen 30 und 50 Jahre alt und 39 über 50 Jahre alt; davon 27 mit Migrationshintergrund)

Gronau Gesamt: 37 (15 Frauen, 22 Männer; davon 2 unter 30 Jahre alt, 22 zwischen 30 und 50 Jahre alt, 13 über 50 Jahre alt; davon 7 mit Migrationshintergrund

Leistungsindikator G4-HR3
Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen. Link

keine.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

In Risikoländern prüfen wir zusätzlich Arbeits- und Sozialstandards

Das Lebensbaum Partnersystem steht für faire, langfristige Partnerschaften und hohe und transparente Umwelt-und Sozialstandards in der Lieferkette, zu den selbstverständlich die Einhaltung von Menschenrechten und der Kernarbeitsnormen der ILO gehören. Dafür wurden wir und unser Partnersystem mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem CSR-Preis der Bundesregierung.

Seit 2015 arbeiten wir daran, unser Partnersystem auf eine noch höhere Stufe zu heben. Ziel ist es, insbesondere die Transparenz und Überprüfbarkeit von Menschenrechts-, Sozial- und Arbeitsstandards weiter zu verbessern. Deshalb haben wir eine Risikobewertung von Herkünften eingeführt und setzen bei Lieferanten aus Risikoherkünften inzwischen bevorzugt auf eine Doppelzertifizierung, nämlich Bio plus einer Zertifizierung, die die Einhaltung anerkannter Arbeits- und Sozialstandards nachweist, z. B. Fairtrade, Naturland oder SA 8000. Bei Lieferanten für die das keinen Sinn macht, beauftragen und finanzieren wir bei Naturland die Durchführung eines Umwelt- und Sozialaudits, das im Abstand von drei Jahren wiederholt wird. Von den 4.379 Tonnen Rohwaren, die wir in 2017 bezogen haben, werden bereits bei 95 Prozent diese erweiterten Anforderungen erfüllt. Diese hohe Quote wollen wir auch zukünftig halten.

Um nicht nur unsere Lieferanten, sondern auch uns selbst darauf überprüfen zu lassen, dass wir unsere Sozialstandards einhalten und unseren Sorgfaltspflichten intern wie in Bezug auf unsere Lieferkette nachkommen, haben wir in 2017 auch bei uns im Haus eine externe Auditierung eingeführt. Seitdem werden wir jährlich als erstes Unternehmen überhaupt durch die Kiwa International Cert nach deren Standard "sozial, nachhaltig, fair" geprüft.

Im  Nachhaltigkeitsbericht kann man unser Ziel und den aktuellen Status in Bezug auf Menschenrechte einsehen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator G4-HR1
Gesamtzahl und Prozentsatz der signifikanten Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden. Link

In Übereinstimmung mit den Anforderungen für eine Berichterstattung gemäß GRI G4 "Core" ist dieser Indikator kein Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Da wir nicht über eigene Geschäftsstandorte in anderen Ländern verfügen oder dort Direktinvestitionen getätigt haben, erachten wir diesen Indikatoren für die Beurteilung unserer Nachhaltigkeitsleistungen als nicht wesentlich

Leistungsindikator G4-HR9
Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Menschenrechte oder menschenrechtliche Auswirkungen geprüft wurden. Link

In Übereinstimmung mit den Anforderungen für eine Berichterstattung gemäß GRI G4 "Core" ist dieser Indikator kein Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Da wir nicht über eigene Geschäftsstandorte in anderen Ländern verfügen oder dort Direktinvestitionen getätigt haben, erachten wir diesen Indikatoren für die Beurteilung unserer Nachhaltigkeitsleistungen als nicht wesentlich

Leistungsindikator G4-HR10
Prozentsatz neuer Lieferanten, die anhand von Menschenrechtskriterien überprüft wurden. Link

100 % der neuen Lieferanten werden anhand von Menschenrechtskriterien überprüft. Für alle Lieferanten gelten diesbezüglich die Handlungsgrundsätze des Lebensbaum Partnersystems, deren Einhaltung schriftlich zugesichert und nach einer festen Systematik überprüft wird.

Leistungsindikator G4-HR11
Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative menschenrechtliche Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen. Link

Das Lebensbaum Partnersystem gewährleistet die Einhaltung hoher Arbeits- und Sozialstandards in den Lebensbaum Lieferketten. Risiken in der Lieferkette werden regelmäßig geprüft und bewertet. Im Berichtszeitraum 2015 wurde ein Lieferant wegen Nichtgewährleistung ausreichender Standards gesperrt, in 2016 gab es keine Sperrung. In 2017 wurde kein Lieferant gesperrt.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Engagement in der Gesellschaft

Als Unternehmen stellen wir uns gerne unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Das hat bei uns von Anfang an dazugehört und so ist es auch in unserem Leitbild verankert.

Es beginnt damit, dass wir ein guter Arbeitgeber für unsere Mitarbeiter sein wollen und uns auch als Ausbildungsbetrieb engagieren. Darüber hinaus kooperieren wir mit regionalen Schulen und Hochschulen zu Themen wie Lebensmittelqualität und nachhaltigem Wirtschaften. 

Ein Projekt, das uns am Herzen liegt, ist die Wiedervernässung und der aktive Naturschutz im Diepholzer Moor. Dafür engagieren wir uns finanziell, aber setzen auch unsere Muskelkraft ein: ein- bis zweimal im Jahr ziehen wir  mit unseren Auszubildenden ins Moor, um das Moor zu entkusseln, d.h. aufwachsende Birken zu entfernen, die dem Moor das Wasser entziehen. Diese Aktivität bedeutet für uns nicht nur die gewohnte Arbeitsumgebung zu verlassen, sondern ist eine Gemeinschaftsaktion, bei der wir aktiv die Natur erleben und schützen. 

Aber auch ganz klassisch durch Geld- oder Produktspenden unterstützen wir eine Vielzahl an Projekten und Aktionen. Wir unterstützen ein kleines, aber feines Musikfestival – das Appletree Garden Festival – genauso gerne wie den Schüler-Stadtlauf in Diepholz. Unsere Produkte machen auf einem großen veganen Festival in Österreich, aber auch bei der örtlichen Tafel, die hier Platte heißt, einen Unterschied. Manchmal gibt es auch beides, Geld und Produkte. Zum Beispiel bei der Bio-Brotbox. Mindestens einmal pro Jahr ermöglichen wir einer Organisation sich in unserem Kundenmagazin in Form einer kostenlosen Anzeige den 100.000 Lesern zu präsentieren.

Der größte Posten, wenn es um finanzielle Unterstützung geht, ist, neben der Moorpatenschaft, die Lebensbaum-Stiftung. Mit ihr unterstützen wir auch in den Heimatregionen unserer Lieferanten, z.B. in Ägypten, Mexiko und Indien soziale und ökologische Projekte. Dies reicht von Einmalfinanzierungen bis hin zu dauerhaften Unterstützungen wie z.B. einer Schule in Mexiko. 


Egal welchen Weg wir wählen, wir möchten im Rahmen unserer Möglichkeiten positiven Einfluss nehmen auf die Gesellschaft. Dabei ist es uns wichtig, gerade wenn es um Geld geht, so zu handeln, wie unsere Kunden es sich von uns wünschen. Denn unterm Strich sind sie diejenigen, die unser Engagement überhaupt möglich machen. 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator G4-EC1
Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert. Link

Konsolidierte Angaben für die Pure Taste Group GmbH & Co. KG für das Jahr 2017 in 1.000 Euro:Einnahmen

(=Umsatzerlöse): 60.097 €
Personalaufwand: -8.871 €
Zinsergebnis (=Zahlungen an Kapitalgeber): -339 €
Spenden/Sponsoring (=Zahlungen an das Gemeinwesen): -69 €
Betriebskosten: -44.470 €
Ergebnis vor Steuern: 5.799 €
Steuern (=Zahlungen an öffentliche Stellen): -1.022 €
Jahresüberschuss (=Ergebnis nach Steuern): 4.778 €

In unserem Nachhaltigkeitsbericht finden sich weitere Angaben auch zu den Vorjahren.

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Verbunden in Verbänden

Engagement für Bio und nachhaltiges Wirtschaften ist seit Gründung für Lebensbaum wesentlich. 
1983 gehörte Lebensbaum zu den Gründungsmitgliedern des ersten Bio-Branchenverbandes Naturkost e.V. Gemeinsam beschäftigte man sich mit Qualitätsarbeit, Standards, aber auch der ersten großen Bio- Messe, der Müslimesse. Aus der Müslimesse wurde die Weltleitmesse der Biobranche, die BioFach. Aus dem Naturkost e.V. ist der heutige Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) entstanden.

Mitarbeiten, mitgestalten, mitstreiten, und das in vielfältigsten Verbänden und Netzwerken, liegt Lebensbaum also im Blut. Heute sind wir Mitglied in 19 solcher Organisationen. Ob Anbauverbände, Branchenverbände, Unternehmensnetzwerke – jede Mitgliedschaft hat für uns ihre Berechtigung, wenn wir uns aktiv einbringen können.

Ulrich Walter als unser Geschäftsführender Gesellschafter war bereits im Vorstand von BNN, Demeter oder BÖLW zu finden. Und auch die jeweiligen Fachabteilungen im Haus engagieren sich in den verschiedensten Verbänden, Gremien und deren Facharbeitsgruppen. 

Die großen Ziele, die alle Gruppen gemeinsam haben, sind Bio, Qualität und Nachhaltigkeit. Und so findet sich eine gewisse Einheit in der Vielfalt (Unity in Diversity).

Wir setzen uns ein

Anders gesagt, für das, was uns wichtig ist, wie Bio, nachhaltiges Wirtschaften, faire Partnerschaften, engagieren wir uns - auch in Verbänden, in politischen Gremien, in Multistakeholderinitiativen und mit Blick auf aktuelle Gesetzgebungs- oder Normungsverfahren. Zuwendungen an Regierungen und Parteien sind für uns hingegen kein wesentliches Mittel zum Zweck.

An Gesetzgebungsverfahren war für uns im Berichtszeitraum zum Beispiel die Revision der EU Bio-Verordnung von besonderer Relevanz, die wir intensiv im Rahmen unserer Verbandsarbeit diskutiert haben. Aber auch andere EU-Initiativen, so z.B. zur Etablierung eines europäischen Standards für ökologische Produktfußabdrücke (Product Environmental Footprint, kurz: PEF) oder die Weiterentwicklung des Umweltmanagementstandards EMAS haben wir im Blick und bringen uns über Verbänden oder im Rahmen von Konsultationen dort ein.

Auf nationaler Ebene beteiligen wir uns zum Beispiel im CSR Forum der Bundesregierung. Dieses Engagement werden wir auch in Zukunft fortsetzen, um Bio und nachhaltiges Wirtschaften voran zu bringen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator G4-SO6
Gesamtwert der politischen Spenden, dargestellt nach Land und Empfänger/Begünstigtem. Link

Es erfolgen keine maßgeblichen Zuwendungen an Regierungen und Parteien, so dass wir diesen Indikatoren für die Beurteilung unserer Nachhaltigkeitsleistungen als nicht wesentlich erachten. In Übereinstimmung mit den Anforderungen für eine Berichterstattung gemäß GRI G4 "Core" ist dieser Indikator daher kein Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung.

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Compliance – nach Recht und Gesetz

Zur Gewährleistung der Konformität mit geltenden Rechtsvorschriften und mit den Vorgaben der von uns implementierten Normen und Standards sowie zur Minimierung von Korruptions- und anderen Compliance-Risiken ergreifen wir umfassende Maßnahmen.

Die Übereinstimmung mit geltenden Rechtsvorschriften prüfen wir auf Basis regelmäßig aktualisierter Rechtskataster, zum Beispiel für Umwelt- und Lebensmittelrecht, gegebenenfalls durch Inanspruchnahme rechtlicher Beratung. Für Umwelt- und Nachhaltigkeitsrecht zeichnet dabei unser Nachhaltigkeitsbeauftragter Verantwortung, für das Lebensmittelrecht unsere Qualitätsbeauftragte. Darüber hinaus verbleibt die Gesamtverantwortung bei der obersten Leitung.

In 2017 haben wir ergänzend eine eigene Stabsstelle für Compliance geschaffen, die abteilungs- und fachübergreifend systematisch und umfassend Compliance-Risiken analysiert und Verbesserungen anstößt. Außerdem wurde ein Compliance-Programm für die Jahre 2018 bis 2020 erarbeitet und wird seitdem umgesetzt.

Vorschriften werden verbindlich direkt in die maßgeblichen Prozesse und Dokumente integriert. Diese unterliegen im Rahmen des Prüf- und Freigabeprozesses auch einer Konformitätsprüfung durch die Beauftragten.

Von der Unternehmenspolitik über die Anforderungen unseres Lebensbaum Partnersystems bis hin zur Antikorruptionsrichtlinie wirken klare Vorgaben und eine ausgeprägte Werteorientierung auf rechts- und regelkonformes Verhalten hin.

Im Rahmen eines jährlichen aktualisierten Pflichtschulungsprogramms werden alle Mitarbeiter auf rechts- und normenrelevante Inhalte und Pflichten geschult. Im Rahmen unseres jährlichen Auditprogramms und der jährlichen Managementbewertung der Geschäftsführung wird die Einhaltung überprüft.

Im Berichtszeitraum sind keine Rechtsverstöße festgestellt worden.

Als ein wesentliches Risiko bei dem Thema Compliance sehen wir die stark zunehmende Anzahl an Gesetzänderungen und -neuerungen in den letzten Jahren, insbesondere in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Integrität.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator G4-SO3
Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken hin geprüft wurden, und ermittelte erhebliche Risiken. Link

In Übereinstimmung mit den Anforderungen für eine Berichterstattung gemäß GRI G4 "Core" ist dieser Indikator kein Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung

Leistungsindikator G4-SO5
Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen. Link

keine.

Leistungsindikator G4-SO8
Monetärer Wert signifikanter Bußgelder und Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften. Link

keine.