14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Einhaltung aller geltenden gesetzlichen Vorschriften zugunsten der Beschäftigten ist selbstverständlich. Die Einhaltung dieser und aller weiterer externen und internen Vorschriften wird durch ständige Kontrollen der internen Compliance-Abteilung sichergestellt.   

Der Flughafen München legt Wert auf eine Personalpolitik, die sowohl den Menschen als auch die Unternehmensentwicklung im Blick hat. Deshalb orientiert sich das langfristig ausgerichtete Personalkonzept an der aktuellen Geschäftssituation und Unternehmensstrategie. Gesellschaftliche Trends der letzten Jahre, wie die demografische Entwicklung und die digitale Transformation sowie der dafür nötige Kulturwandel innerhalb des Konzerns, beschäftigen das Unternehmen auch in Zukunft.

Veränderte Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiter machen es zudem erforderlich, die Belegschaft mit Personalentwicklungskonzepten beim Einsatz neuer Technologien und dynamischer Arbeitsweisen zu begleiten. Aber auch die Mitarbeiter stellen Ansprüche: Nachfolgende Generationen zum Beispiel bringen andere Erwartungen an die Zusammenarbeit und die Führung ins Unternehmen – beispielsweise flache Hierarchien oder nachhaltiges unternehmerisches Handeln ihres Arbeitgebers. Diese Prämissen müssen sich in einer zeitgemäßen Personalpolitik entsprechend widerspiegeln.
 
Ab März 2020 musste das Unternehmen schnell und konsequent auf die massiven Verkehrseinbrüche reagieren. Um Personalkosten zu senken, wurde in großen Teilen des Konzerns Kurzarbeit eingeführt. Andere Ad-hoc-Maßnahmen waren ein Einstellungsstopp, die Unterbrechung oder Beendigung betrieblich nicht unbedingt notwendiger Projekte und der Abbau von Überstunden. Die größten personalpolitischen Herausforderungen für die kommenden Jahre sind die durch die Krise erforderliche Reduktion der Personalkapazität und die Anpassung der Führungs- und Organisationsstruktur an die zu erwartende mittelfristige Verkehrsentwicklung.

Tarifliche Rahmenbedingungen
Die Flughafen München GmbH ist als Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern e. V. an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebunden. Die Beschäftigten der FMG erhalten eine betriebliche Altersvorsorge, die tariflich geregelt und über die bayerische Zusatzversorgungskasse für kommunale Arbeitgeber abgedeckt ist. Im März 2020 gab es für die Beschäftigten im Schnitt 1,06 Prozent mehr Gehalt. Die Laufzeit des Tarifvertrags endete am 31. August 2020. Die Ergebnisse der Verhandlungen zum TVöD im Herbst 2020 wurden für die Beschäftigten der FMG und AeroGround nicht übernommen. Stattdessen wurde im Dezember ein Notlagentarifvertrag für die deutschen Verkehrsflughäfen abgeschlossen, der den aktuellen äußerst negativen Entwicklungen im Luftverkehr und insbesondere auch am Flughafen München Rechnung trägt. Der Tarifvertrag gilt rückwirkend ab 1. September 2020. Er sieht vor, ab 1. Januar 2022 die Arbeitszeit der Beschäftigten um sechs Prozent reduzieren zu können. Die für die weiteren Beschäftigten im öffentlichen Dienst vereinbarte Lohnerhöhung wird verschoben. Erst ab Oktober 2022 erhalten die Flughafenbeschäftigten 1,4 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 50 Euro. Im Dezember 2020 erfolgte eine Corona-Sonderzahlung, die je nach Entgeltgruppe bis zu 800 Euro betrug.
 
Kapazitätsanpassung sozialverträglich und mit Augenmaß gestalten.
Personalkosten nachhaltig zu senken und die Personalkapazität an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, sind Ziele der nächsten Jahre. Gerade in der Krise steht die FMG zu ihrem Anspruch, ein verlässlicher Arbeitgeber zu sein. Sie wird dieser Herausforderung sozialverträglich, verantwortungsvoll und in enger Zusammenarbeit mit den Arbeitnehmervertretern begegnen.

Für einen Arbeitgeber in öffentlicher Hand gehört die enge Beteiligung der Arbeitnehmer bei allen relevanten Unternehmensentscheidungen zur Kultur. Derzeit werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch 31 Mitglieder des Betriebsrats, durch die Schwerbehindertenvertretung, im Sprecherausschuss sowie im Aufsichtsrat vertreten. Ein Großteil der Belegschaft ist gewerkschaftlich organisiert.  

Die FMG achtet darauf, alle Anspruchsgruppen so frühzeitig wie möglich über für sie relevante betriebliche Veränderungen zu informieren und sie so weit wie möglich in betriebliche Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Gemäß dem Betriebsverfassungsgesetz wird der zuständige Betriebsrat über geplante Betriebsänderungen, die wesentliche Nachteile für die Belegschaft oder erhebliche Teile der Belegschaft zur Folge haben können, rechtzeitig und umfassend unterrichtet, und die geplanten Betriebsänderungen werden mit dem Betriebsrat beraten. Betriebsvereinbarungen werden stets gemein mit dem Betriebsrat ausgearbeitet.
Auch über den Betriebsrat hinaus haben Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeiten sich einzubringen, z.B. in der Jugend- und Auszubildendenvertretung oder der Schwerbehindertenvertretung. Auch der direkte Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter ist garantiert: das jährliche Mitarbeitergespräch ist in einer Betriebsvereinbarung festgehalten.
 

Einbindung in die wesentlichen Themen & nachhaltige Ideen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden als Stakeholder im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse mit einbezogen. Weiterhin können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Verbesserungsvorschläge über das interne Ideenmanagementsystem InnovationPilot eingeben, um ihren Beitrag zu den Konzernzielen aktiv zu leisten.   
 
Risikohandhabung
Durch die traditionell starke Beteiligung der Beschäftigten stehen die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit jeher im Mittelpunkt der Unternehmensentscheidungen. Durch die wirtschaftlich starke und hervorgehobene Position des Arbeitgebers in der Region sind hier keine negativen Veränderungen zu befürchten.

Munich Airport International GmbH (MAI)
Im August 2017 wurde eine 100% Tochtergesellschaft, die Munich Airport International gegründet. Diese ist exclusiv verantwortlich für die Beratung und das Training für andere, internationale Flughäfen. Mittlerweile hat sie sich auch als Service Provider an anderen Flughäfen weltweit entwickelt. 
Für die in Deutschland Angestellten gilt deutsches Recht, für die Mitarbeiter in anderen Ländern die dort geltende Rechtlage. Die Töchter sind haftungs- und vermögensrechtlich als selbstständige Trägerinnen von Rechten und Pflichten einzustufen. Die MAI verantwortet ihren Geschäftsbereich und damit auch ihr Compliance selbst. Bei der Vergabe von internationalen Leistungen wird gewährleistet, dass nationale und internationale Gesetze und ein Übereinkommen damit Anwendung finden. Dies wird bei Vertragsabschluss nochmals dokumentiert und im Supplier Code of Conduct der MAI bereits im Vorfeld festgelegt.

Global Airport Experts - Munich Airport International


15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Vielfalt im Konzern
Der Münchner Airport profitiert von der Vielfalt seiner Mitarbeiter. Das Unternehmen respektiert – unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, kulturellem Hintergrund, sexueller Orientierung und Weltanschauung – alle Beschäftigten und berücksichtigt deren unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Um dieses Engagement zu dokumentieren, hat der Flughafen München die deutsche Charta der Vielfalt unterzeichnet und setzt sich damit für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ein. Das Frauennetzwerk »MStars«, das den kontinuierlichen Austausch beruflich erfolgreicher Frauen innerhalb und außerhalb des Unternehmens fördert, oder die LGBTQ+ - Initiative »Queerport« bereichern die Vielfalt am Flughafen. Außerdem strebt der Flughafen München Konzern eine kontinuierliche Erhöhung des Frauenanteils im Aufsichtsrat und in den Leitungsebenen an. 
 
Frauenquote
Im Sinne einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern legen Aufsichtsrat und Geschäftsführung der FMG Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil in Aufsichtsrat, Geschäftsführung sowie den ersten beiden Leitungsebenen fest. Der Frauenanteil im Aufsichtsrat lag zum 30. Juni 2020 mit 19 % unter dem angestrebten Ziel von 31 %. Bis zum 30. Juni 2024 soll die Quote von 25 % erreicht werden. Im Betrachtungszeitraum haben Aufsichtsratswahlen und einige Mitgliederwechsel stattgefunden. Die Besetzung der Arbeitsnehmervertreter im Aufsichtsrat erfolgt durch Wahl, die Vertreter der Anteilseigner werden vorwiegend funktionsgebunden besetzt. Insofern ist die Möglichkeit des Aufsichtsrats zur direkten Beeinflussung des Frauenanteils eingeschränkt. Der derzeitige Frauenanteil in der Geschäftsführung von 33 % erfüllte das Ziel zum 30. Juni 2020 und soll bis zum 30. Juni 2024 beibehalten werden. Das angestrebte Ziel für den Anteil weiblicher Führungskräfte in der obersten Führungsebene der Konzernmuttergesellschaft FMG von 19 % konnte zum 30. Juni 2020 vollumfänglich erfüllt werden. Der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der zweithöchsten Führungsebene zum 30. Juni 2020 betrug 22 %. Die Zielsetzung von 29 % konnte damit nicht erreicht werden. Im Betrachtungszeitraum wurden vier von zwölf Positionen mit Frauen besetzt. Nicht in allen Besetzungsverfahren standen Bewerberinnen zur Verfügung, die die erforderlichen Voraussetzungen für die vakanten Positionen erfüllten. Unter der Prämisse, dass auf der obersten und der zweithöchsten Führungsebene zukünftig strukturelle und personelle Veränderungen stattfinden, wurde für die erste Leitungsebene ein Zielwert für einen Anteil an Frauen zum 30. Juni 2024 auf 25 % festgesetzt. Für die zweithöchste Führungsebene wird der Zielwert auf 30 % erhöht.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Schutz vor Corona
2020 hatte der Schutz der Beschäftigten vor einer Infektion mit dem Coronavirus oberste Priorität. Mit einer angepassten Organisation stellte sich das Krisenmanagement der FMG den Herausforderungen der Corona-Pandemie: Aufklärung, aber auch Verhaltensregeln, Angebote zur Unterstützung, Hygienemaßnahmen und Homeoffice prägten den Arbeitsalltag im Berichtsjahr. Mit Erklärfilmen, FAQs im Internet, Plakaten, Handzetteln oder Gesprächen mit Führungskräften und dem Gesundheitsmanagement nutzte der Flughafen vielfältige Kommunikationsangebote, um seine Mitarbeiter auch während Kurzarbeit und am mobilen Arbeitsplatz bestmöglich zu unterstützen und zu sensibilisieren. Für die Beschäftigten gab es Mund-Nase-Masken, zum Schutz von Mitarbeitern mit Kundenkontakt erfolgte ferner eine schnelle Umsetzung weiterer Maßnahmen, wie das Aufstellen von Plexiglaswänden oder Abstandsmarkierungen in den Terminals.

5-Star-Airport
Der Flughafen München ist der einzige 5-Star-Airport in der Europäischen Union und einer von nur sieben Hub-Airports weltweit, die dieses Gütesiegel tragen dürfen. Das gilt nach einem 2020 erfolgreich bestandenen Re-Zertifizierungsaudit auch weiterhin. Bei den jährlich verliehenen »World Airport Awards« von Skytrax konnte München den Titel »Bester Flughafen Europas« verteidigen. Im weltweiten Ranking verbesserte sich der Münchner Airport um zwei Plätze gegenüber dem Vorjahr auf den fünften Rang. Er wurde außerdem wieder zum besten Flughafen weltweit in der Größenklasse zwischen 40 und 50 Millionen Passagieren gekürt, und das Terminal 2 zum sechstbesten Terminal der Welt. Auch die Hotellerie ist Weltklasse: Das Hilton Munich Airport sicherte sich 2020 bei den »Best Airport Hotels in Europe« den zweiten Platz und den sechsten Rang unter den »World’s Best Airport Hotels«. Knapp zwölf Millionen Passagiere aus über 100 Ländern bewerteten bei der Befragung 550 internationale Flughäfen sowie zahlreiche Fluggesellschaften. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie fanden Befragungen von Reisenden zu den Messgrößen Passagiererlebnisindex (PEI) und Airport Service Quality (ASQ) nur von Januar bis März 2020 statt.
Um diese hohe Auszeichnung zu erreichen bedarf es einen hochen Qualifizierungsanspruch für die Mitarbeiter. Hier wird die FMG  durch viele unterschiedlichen Maßnahmen ihrem Anspruch gerecht.

Digital Airport
Die Digitalisiserung verändert ganze Branchen und Wertschöpfungsketten. Das gilt auch für die Luftverkehrswirtschaft. Im Flughafen München Konzern sind bereits zahlreiche Passagierservices digitalisiert: Bezahlsysteme in den Shops, virtuelle Speisekarten in den Restaurants und Buchungssysteme für Parkplätze und Besucherrundfahrten. Die Herausforderung für das Unternehmen bei der Weiterentwicklung der digitalen Services besteht im Wesentlichen aus dem Erkennen von Digitalisierungspotenzialen und dem Evaluieren von Business Cases. Entsprechend müssen Veränderungsprozesse initiiert sowie zugehörige Projekte priorisiert und bereichsübergreifend gesteuert werden. Zusätzlich zum bisherigen Fokus auf den Kundenzugang berücksichtigt die neu geschaffene Stabsstelle Digitalisiserung auch die Bedürfnisse von Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie übergeordnete Konzerninteressen. Alle Themen werden mit Blick auf ihre Wirkung auf die Unternehmens- und Prozessbereiche sowie ihre Kostenoptimierungs- und Umsatzpotenziale priorisiert. Dabei liegt der Schwerpunkt derzeit auf der ökonomischen Bewältigung der Corona-Krise.

Auf dem Weg zum »Airport 4.0«
Unter dem Leitmotiv »Airport 4.0« bündelt der Flughafen verschiedene Themenfelder der Digitalisierung innerhalb des Konzerns. Die laufenden Projekte schaffen die technologischen Voraussetzungen für den Flughafen von morgen und die Rahmenbedingungen, mit denen das Verständnis für die digitale Transformation gefördert werden kann. Die Projekte beziehen sich auf verschiedene prozessuale Vorgänge im Unternehmen. Alle Initiativen stellen die Bedürfnisse der Kunden und der Mitarbeiter des Flughafens München in den Mittelpunkt. Durch die Corona-Pandemie war das Unternehmen im Jahr 2020 gezwungen, die meisten Projekte von »Airport 4.0« auszusetzen.




Digitalstrategie: Kundenservice, Vernetzung, Datenschutz, Automatisierung (Grafik)
 
 
 
 

















 
Biometric Hub: Reisen mit Augenkontakt
Die biometrische Gesichtserkennung ermöglicht einen schnelleren Kontrollvorgang und birgt gleichzeitig einen deutlichen Hygienevorteil. Neben der gewohnten Identifikation per Bordkarte haben Reisende an ausgewählten Sicherheitskontrollstellen und Boarding Gates im Terminal 2 die Möglichkeit, die Durchgänge kontaktlos zu passieren.

Passagierweg-Analyse
Der Flughafen München arbeitet an Lösungen, die das Passagieraufkommen und die Auslastung in den Terminalbereichen prognostizieren. So können beispielsweise Service-Mitarbeiter vor Ort optimal eingesetzt, Wartezeiten minimiert und die hohe Aufenthalts- und Servicequalität am Münchner Flughafen für Reisende weiter gesteigert werden.

»Passngr«-App
Mit der »Passngr«-App erhalten Passagiere entlang der gesamten Reisekette individuell zugeschnittene Informationen über das Verkehrsgeschehen und Routenalternativen, über die Verfügbarkeit und Preise von Parkplätzen, über die voraussichtliche Dauer des Check-ins, Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle sowie über Angebote der Restaurants und Shops. »Passngr« wurde 2020 um Informationen zu den jeweils geltenden Reisebeschränkungen im Luftverkehr erweitert.

»Passngr«
 
 
Mitarbeitermobilität
Das Projekt »Optimized Campus Mobility« konzipiert die Mitarbeitermobilität auf dem Campus neu. Die Grundlage bilden Simulationen, die den Mobilitätsbedarf der Flughafenmitarbeiter abbilden und mit künftigen Infrastrukturentwicklungen am Campus verknüpfen. Auf diese Weise wird der optimale Mobilitätsmix identifiziert.

Social Intranet
Mit dem Projekt Social Intranet arbeitet der Flughafen München an einem Ort der Begegnung im digitalen Raum, einer Art »virtuellen Konzernzentrale« für alle Mitarbeiter. Ziel ist es, die Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen zu erleichtern sowie einen effizienten Informations- und Wissenstransfer zu unterstützen. Responsives Design wird die vollumfängliche Nutzung an stationären Arbeitsplätzen und mobilen Endgeräten gewährleisten. Im Jahr 2020 ist die Relevanz eines Social Intranet nicht zuletzt durch den hohen Anteil an Beschäftigten im Homeoffice deutlich gestiegen. Die Anforderungen hinsichtlich Information, Interaktion und Kollaboration wurden daraufhin nochmals überarbeitet und konkretisiert.

Airport Academy: Expertise für Bildung und Training
Der Flughafen München betreibt ein konzerneigenes Bildungszentrum mit knapp 50 Beschäftigten. Die Airport Academy ist »zertifizierter Bildungsträger« nach DIN ISO 9001:2015 und akkreditiertes Trainingsinstitut des Airports Council International (ACI). Bedingt durch die Corona-Pandemie wurden die Qualifikationsmaßnahmen auf gesetzlich vorgeschriebene und betriebskritische Aktivitäten reduziert. Dies führte zu einem Rückgang auf 14.660 (2019: 35.950) Teilnehmertage von Konzernmitarbeitern und externen Kunden an Präsenzveranstaltungen und zu 10.540 (2019: 12.700) Teilnehmern an digitalen Lernformen, die vor allem Inhalte in den Bereichen Aviation und Security besuchten. Der Fokus der Airport Academy lag auf digitalen Lern- und Lehrformen. Neben der Umsetzung von Distanzlösungen mit Web Based Trainings, Webinaren und Virtual-Reality-Qualifikationen im Bereich der Flugzeugabfertigung wurde eine Learning Management Solution mit neuen Funktionalitäten implementiert. Im ersten Quartal 2023 soll die Airport Academy in ein neues Gebäude auf das Gelände des LabCampus umziehen.

Engagement für die nächste Generation
Der Flughafen München Konzern ist mit elf verschiedenen Ausbildungs- und dualen Studienrichtungen einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region. Für den Ausbildungsbeginn im Jahr 2020 gingen bei der FMG 1.189 Bewerbungen ein. Zum 1. September 2020 starteten 57 Auszubildende ihre berufliche Laufbahn beim Flughafen München. 15 Nachwuchskräfte entschieden sich für ein Bachelor-Studium in fünf unterschiedlichen dualen Studiengängen. Damit befanden sich konzernweit 287 Jugendliche zum 31. Dezember 2020 in der Ausbildung. Gleichzeitig beendeten im Berichtsjahr 49 junge Menschen ihre Ausbildung bei der FMG. Trotz großer Herausforderungen durch den Wegfall von Präsenzveranstaltungen oder durch mobil arbeitende Ausbildungs- und Lehrbeauftragte wegen der Pandemie gelang es auch 2020, die Qualität der Ausbildung lückenlos sicherzustellen. Technische Anforderungen wurden schnell und flexibel erfüllt, und allen Auszubildenden konnte eine Übernahme angeboten werden.

Ausgezeichnete Ausbildung
Der Flughafen München wurde von der Zeitschrift Focus Money erneut zum besten Ausbildungsbetrieb in der Branche »Flughäfen« ausgezeichnet. Trotz erschwerter Bedingungen durch die Pandemie schnitt ein Auszubildender im Beruf »Werkfeuerwehrmann« als Jahrgangsbester in Bayern ab.

Weltweite Partnerschaften mit Sister Airports
Internationale Austauschprogramme fördern die persönliche, fachliche, sprachliche und kulturelle Weiterentwicklung von Fach- und Führungskräften sowie den unternehmerischen Fortschritt des Flughafens München. Im Februar 2020 besuchten vier Auszubildende im Rahmen des europäischen Mobilitätsprogramms »Erasmus+« den Partnerflughafen in Prag. Die weiterhin für 2020 geplanten Austausche mit Athen und Wien mussten aufgrund der Corona-Krise entfallen. Um künftig auf halbvirtueller Basis einen intensiven Austausch zu ermöglichen, wurde das Modell »Blended Mobility« entwickelt. Außerdem waren im Februar 2020 Vertreter aus Denver, Nagoya, Singapur und Moskau in München zu Gast. Die weiterhin für 2020 geplanten gegenseitigen Besuche von Delegationen der Sister Airports mussten wegen der Corona-Krise verschoben werden. Dennoch blieb der Flughafen München mit seinen Sister Airports auf virtueller Ebene in Kontakt. In sogenannten »CEO Talks« tauschten sich die Geschäftsführer aus und bei virtuellen Besprechungen auf Arbeitsebene bearbeiteten Experten konkrete Themen und Projekte. 2021 sollen wieder Outgoings und Incomings in einem angepassten Format stattfinden.

Wohnraum für Mitarbeiter
Die FMG nimmt ihre Verantwortung als Arbeitgeber ernst und engagiert sich, um Wohnraum für Mitarbeiter bereitzustellen. Von möblierten Apartments – auch zur temporären Nutzung – bis hin zu Wohnhäusern umfasst das Angebot verschiedene Ausstattungen und Preiskategorien. In der Nachbargemeinde Hallbergmoos bietet der Konzern zudem 132 »Serviced Apartments« an. Das Wohnungsportfolio wird derzeit an die aktuelle Situation und den erwarteten Bedarf angepasst.

Familie und Gesundheit im Fokus
Die Konzernleitung ist davon überzeugt, dass ein familienfreundliches Arbeitsumfeld gute Leistung fördert. Viele Aktivitäten zielen außerdem darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten oder zu verbessern. Betriebliche Zusatzleistungen für eine gesunde Work-Life-Balance ergänzen das Angebot. Das Leistungsspektrum des Betrieblichen Gesundheits- und Sozialmanagements reicht von der Arbeitsmedizin über die Mitarbeiterverpflegung bis hin zur Beratung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

BETSI leicht gemacht
Arbeitnehmer haben seit dem 1. Juli 2020 einen erheblich leichteren Zugang zu Präventionsprogrammen der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Dazu zählt auch das BETSI-Präventionsprogramm (BETSI = Beschäftigungsfähigkeit teilhabeorientiert sichern). Die DRV trägt nun die gesamten Kosten für den Aufenthalt im Centrum für Prävention zuzüglich Reisekosten. Der Arbeitgeber leistet die Freistellung und Entgeltfortzahlung während der Initial- und Auffrischungsphase. Seit 2014 haben 163 Beschäftigte am BETSI-Präventionsprogramm teilgenommen. 2020 beendeten 13 Beschäftigte ihre Präventionsmaßnahme, ebenso viele haben im Oktober 2020 mit BETSI begonnen.

Mit »BEM« zurück in den Beruf
Der Flughafen München unterstützt alle Beschäftigten nach längeren Arbeitsunfähigkeitsphasen im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Dabei handelt es sich um ein freiwilliges und vertrauliches Verfahren zur Wiederherstellung, Förderung und zum Erhalt der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit. Sobald die Betriebsvereinbarung »IT-System BEM« zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber abgestimmt ist, werden 2021 Gesprächseinladungen an Beschäftigte mit Unterstützungsbedarf verschickt.


Arbeitsschutz: fest in der Unternehmenskultur verankert


Gesundheitsschutz hat höchste Priorität
Der Flughafen München tritt gesundheitlichen Gefährdungen oder Risiken am Arbeitsplatz aktiv entgegen. Zur systematischen Steuerung von Arbeits- und Gesundheitsschutz im Konzern dienen Kennzahlen, die stetig überwacht und analysiert werden. Ziel ist es, Handlungsfelder zu identifizieren, um notwendige Maßnahmen ableiten zu können. 2020 standen der konzernübergreifende Austausch sowie die Kommunikation und Zusammenarbeit rund um Covid-19 im Mittelpunkt. Dieses Thema beherrschte auch die konzernweite Arbeitsschutzausschusssitzung, die 2020 aufgrund der Corona-Lage im Dezember als virtuelle Jahresabschlussveranstaltung stattfand. Neben dem Geschäftsführer und Arbeitsdirektor Jost Lammers nahmen die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften, Führungskräfte, die Arbeitsmedizin, das Betriebliche Gesundheitsmanagement und Betriebsräte teil.

Gemeinsamer Arbeitsschutzstandard zum Schutz vor Corona
Am 16. April 2020 veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam mit dem Dachverband der Berufsgenossenschaften den neuen Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2. Ziel des Standards war ein einheitliches Vorgehen zum Schutz der Beschäftigten vor einer Infektion mit Covid-19. Da die Gesundheit von Mitarbeitern, Passagieren und Besuchern für die Flughafen München GmbH oberste Priorität hat, wurde der Sonderstab »Corona« gegründet. Dieser war im Wesentlichen dafür verantwortlich, einen koordinierten Wiederanlauf des Flugbetriebs vorzubereiten und die Umsetzung notwendiger Schutz- und Hygienemaßnahmen sicherzustellen. Dazu gehörten unter anderem die Verpflichtung zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, die Einrichtung von Schutz- und Trennwänden, die Einhaltung von Abstandsregeln oder etwa die Bereitstellung von Desinfektionsmittelspendern. Die Bereiche Krisenmanagement, Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Betriebsrat und die »Task-Force Infektiologie« des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit arbeiteten in der Corona-Krise sehr eng zusammen und stimmten die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards im Dialog mit allen Parteien ab.

Arbeitssicherheit: Basis-Training ist online
In Zusammenarbeit mit der Airport Academy hat der Bereich Arbeitssicherheit in den letzten zwei Jahren das erste flughafenspezifische Web Based Training (WBT) mit Gamification-Elementen entwickelt. Das WBT stellt ein umfassendes Basis-Training für alle relevanten Grundlagen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz dar. Es steht seit dem dritten Quartal 2020 allen FMG-Beschäftigten online zur Verfügung.

Ergonomieprojekt zur roboterbasierten Gepäckverladung
Flugzeugabfertiger verrichten schwere körperliche Tätigkeiten mit einem nachweisbar erhöhten Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen. Deshalb hat die FMG 2018 gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut eine Studie zur Entwicklung eines automatischen Gepäckladesystems auf Roboterbasis durchgeführt – mit dem Ziel, die manuellen Tätigkeiten dieser Mitarbeiter deutlich zu reduzieren. 2019 wurden in einer Konzeptstudie konkrete Ergebnisse präsentiert, die mit modellhaftem Charakter erste Lösungsansätze sowohl der Greif-und Stapelfunktion von Gepäckstücken im Flugzeug als auch der Fördertechnik am Flugzeug bieten. Der nächste Schritt wäre eine Machbarkeitsstudie, in der die Lösungsansätze in ersten Modellen und Mock-ups physisch simuliert werden könnten.

Psychische Belastungen reduzieren
Seit Juli 2019 gibt es bei der FMG eine Betriebsvereinbarung zur Ermittlung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Genaue Ergebnisse wird ein wissenschaftlich validiertes mehrstufiges Screening-Verfahren liefern. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde eine geplante Mitarbeiterbefragung zur Belastungssituation im Unternehmen auf 2021/2022 verschoben. Ziel ist es, aus den Ergebnissen der Befragung Maßnahmen abzuleiten, um die psychischen Belastungen der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu reduzieren.

Konkret geplante Qualifizierungsmaßnahmen aus dem Nachhaltigkeitsprogramm für das Jahr 2022 und Folgende :

1. Identifikation der Rolle des Flughafens im Umgang mit der Menschenrechtsthemen- Analyse:
- Sensibilisierungsmaßnahmen der Belegschaft, z.B. bezüglich Menschenhandel.


2. Quality of Service & Passenger Experience:
-  Sicherstellung der notwendigen Qualität und Effizienz des Standorts Flughafen München
durch einheitliche Serviceschulungen am Campus, Entwicklung von maßgeschneiderten Workshops zur Optimierung von »Service and Hospitality«.


3. Employee Experience & Engagement
- Verbesserung der Arbeitssicherheit durch die Durchführung eines Projekts zur Sensibilisierung hinsichtlich verhaltensorientierter Arbeitssicherheit.

- Mitarbeitersensibilisierung für Integration von Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz: Förderung nachhaltigen Verhaltens der Belegschaft (bspw. Bildung von Fahrgemeinschaften oder Nutzung des ÖPNVs, Reduktion von Papierverbrauch, Mülltrennung)

4. Economic Development
- Sicherstellung der exzellenten Führung durch Erarbeitung und Durchführung von Trainingsmodulen zum Thema »Führen in der Krise« und durch Erarbeitung neuer Schulungsmodelle für das Leadership-Excellence.

- Erarbeitung von Qualifizierungs- und Entwicklungsplänen durch die Identifikation von Qualifizierungsbedarf aufgrund von Aufgabenveränderung.

- Qualitative und quantitative Deckung des Mitarbeiterbedarfs durch die Schaffung von Nachwuchsprogrammen und zeitgemäßer, bedarfsorientierter Berufsausbildung.

- Neuausrichtung des konzerneigenen Weiterbildungszentrums durch die Neugestaltung der Airport Academy auf dem Areal der AirSite West.


Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.


Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;
b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Arbeitssicherheit und Gesundheit GRI 403-9  
  Konzern1,2 2020 FMG1 2020
Unfallstatistik 3    
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 94 16
Dadurch Ausfalltage4 2.508 298
Tödliche Arbeitsunfälle 0 0
1.000-Mann-Quote5 10,9 5

1 Inklusive Auszubildenden, geringfügig Beschäftigte, Leiharbeitnehmer und Praktikanten
² Ohne amd.sigma
³ Verletzungen auf dem Niveau von Erste-Hilfe-Maßnahmen werden auch erfasst, sobald der Beschäftigte beim medizinischen Dienst des Flughafens München vorstellig wird.
⁴ Es handelt sich um Kalender tage und diese werden ab dem Folgetag des Arbeitsunfalls gezählt.
5 Meldepflichtige Arbeitsunfälle x 1.000 / tatsächlich geleistete Mitarbeiterkapazitäten (MAK) im Jahresdurchschnitt

Ein Schwerpunkt der Arbeitssicherheitsmaßnahmen liegt beim Flughafen München auf dem Bereich Flugzeugabfertigung am Boden. Daher veröffentlicht die FMG eine zusätzliche Unfallstatistik für Mitarbeiter, die in der Flugzeugabfertigung tätig sind.  


Unfallhäufigkeitsraate1 GRI 403-9  
  2020
Gesamt (FMG + AeroGround)² 11,45
FMG 4,60
AeroGround2 30,54
1  Arbeitsunfälle (mit Ausfallzeit ≥ 1 Tag) x 1.000.000 / geleistete Arbeitsstunden
² Inkl. Mitarbeiter in der Bodenabfertigung am Standort München mit Betriebszugehörigkeit FMG, Beschäftigte der AeroGround sowie bei AeroGround beschäftigte Leiharbeitnehmer
           

Berufskrankheiten1) GRI 403-10    
  2020 2020
In % Konzern2) FMG
Anzeige von Berufskrankheiten 3 3
1 Inklusive Auszubildenden, ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Leiharbeitnehmer und ohne Praktikanten² Ohne eurotrade, ohne amd.sigm
           


Krankenstand1 GRI 403-10    
Konzern 2020
In % Frauen Männer Gesamt3
Krankheitsquote2 5,09 6,29 6
       
FMG 2020
In % Frauen Männer Gesamt
Krankheitsquote2 4,84 6,84 6,39
1 Inklusive Auszubildenden, ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Leiharbeitnehmer und ohne Praktikanten
² Krankstunden im Verhältnis zu den zu leistenden Sollstunden, inklusive Reha, Kur, Heilverfahren etc.; bezogen auf die Anzahl der Gesamtbeschäftigten nach 1
³ Ohne Eurotrade, ohne amd.sigma, ohne MUCreal, ohne LabCampus, ohne MAI US Holding, ohne EWRT1, ohne InfoGate

 
 

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Die Bereiche Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin (MediCare) und Betriebliches Gesundheits- und Sozialmanagement sind hauptverantwortlich für das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz im Konzern. Sie arbeiten eng mit dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat zusammen. Diese Kooperation bildet ein solides Fundament zur nachhaltigen und systematischen Entwicklung präventiver Maßnahmen, die der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit zugutekommen. Das Arbeitsschutzmanagement sorgt dafür, dass strategische Vorhaben in den Alltag integriert werden und entwickelt hierfür innovative Lösungen und Präventionskonzepte. Das Arbeitsschutzmanagement hat neben dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess das Ziel u.a. Transparenz und Klarheit zu gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben sowie einem arbeits- und gesundheitsschutzgerechtem Verhalten zu schaffen. Die Arbeits- und Gesundheitsschutzpolitik wurde im Rahmen des Arbeitsschutzmanagementsystems, das seit 2015 bei der FMG und AE implementiert ist, entwickelt. Die Konzepte und Ziele im Bereich operativer Arbeitsschutz gelten für die FMG und alle Tochtergesellschaften (exklusive Medicare und AeroGround Berlin). Geschäftsführung und Führungskräfte betreiben weitsichtig einen präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz und ergreifen die erforderlichen Maßnahmen, um Arbeitsunfälle, Verletzungen und berufsbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Die Untereinheit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterstützt konzernweit, dass die A&G-Politik implementiert und gelebt wird.

Bereich MediCare

Die MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH bietet mit einem hochspezialisierten Ärzte- und Pflegeteam ein breites Spektrum medizinischer Dienste an. Dazu gehören die Notfallversorgung von Passagieren, Besuchern und Mitarbeitern sowie arbeitsmedizinische und flugärztliche Leistungen. Zusätzlich zur Airport Clinic M wird die Privatklinik Munich AirportClinic GmbH betrieben. Die stationäre Versorgung erfolgt in den Bereichen Orthopädie, Chirurgie und Plastische Chirurgie.

Betriebliches Gesundheits- und Sozialmanagement

Die Konzerneinheit betriebliches Gesundheits- und Sozialmanagement ist im Konzernbereich Personal als eigenständige Abteilung angesiedelt. Sie ist verantwortlich für die Umsetzung eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Nutzung moderner Tools und Methoden.

Bereich Arbeitssicherheit

Neben der Flughafen München GmbH betreut der Bereich Arbeitssicherheit auch alle Tochtergesellschaften (ausgenommen MediCare und AeroGround Berlin) sowie mehrere externe Unternehmen am Campus. Um die gesetzliche Anforderung (Arbeitssicherheitsgesetz) der „Anbindung der Arbeitssicherheit an den Leiter des Betriebs“ zu gewährleisten, berichtet die leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit alle Themen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes direkt an den Vorsitzenden der Geschäftsführung. Für das Unfallmeldewesen und die Unfallanalyse stehen alle relevanten Daten im zentralen IT-System Quentic für die weitere Auswertung zur Verfügung. So können Maßnahmen abgeleitet und deren Umsetzung und Wirkung geprüft werden, woraus sich eine aussagekräftige Unfallstatistik erstellen lässt. Um eine hohe Qualität in der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz erhalten zu können, erfolgen nach Bedarf Prozessreviews anhand gesetzlicher und betrieblicher Vorgaben. Zusätzlich fließen international anerkannte Kennzahlen mit in die Beurteilung ein und ermöglichen einen internationalen Vergleich mit anderen Flughäfen. Hierfür soll künftig zusätzlich die Lost-Time-Incident-Rate erhoben werden. Abgesehen von den fortlaufend stattfindenden kennzahlenbasierten Auswertungen liefern Abstimmungsrunden mit Stakeholdern (z.B. Betriebsrat und Arbeitsmedizin) richtungsweisende Erkenntnisse für die Prozessoptimierung.


Mitglieder des Betriebsrats sind ständige Vertreter im Arbeitsschutz-Ausschuss.   Die Stimme der Arbeitnehmer ist ein wertvoller Faktor bei Unternehmensentscheidungen. Den Mitarbeitern stehen zahlreiche Möglichkeiten offen, sich in den gesetzlich vorgeschriebenen Gremien oder in anderen Arbeitsgruppen einzubringen: im Aufsichtsrat, in der Jugend- und Auszubildendenvertretung sowie Schwerbehindertenvertretung, beim betrieblichen Gesundheitsmanagement oder im Betriebssportverein.   Mitglieder des Betriebsrats (die Vertreter der Gewerkschaften); sind ständige Vertreter im Ausschuss für Arbeitsschutz und Gesundheit. Die meisten übergreifenden Regelungen im Unternehmen münden in Betriebsvereinbarungen mit dem Betriebsrat, der derzeit 31 Mitglieder zählt. Die Arbeitnehmervertretung hat in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Arbeitgeber wichtige Betriebsvereinbarungen getroffen, beispielsweise zu Home- und Mobile-Office, zu Mitarbeitergesprächen und zur Förderung beruflicher Qualifizierung.   Betriebsvereinbarungen werden zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat geschlossen und wirken unmittelbar auf die Arbeitsverhältnisse der Arbeitnehmer ein. Sie stellen verbindliche Normen für alle Arbeitnehmer eines Betriebes dar.

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

 
Durchschnittliche Weiterbildungsstunden1) GRI 404-1    
  2020  2020
  Konzern2) FMG
Anzahl der durchschnittlichen Weiterbildungsstunden pro Mitarbeiter 11,9 5,2
Pro männlichem Mitarbeiter 12,9 5,8
Pro weiblicher Mitarbeiterin 9,8 3,3
Pro Führungskraft3) 6,6 4,8
Pro Mitarbeiter (ohne Führungsverantwortung) 12,3 5,2
1 Durchschnittliche Fortbildungs-, Schulungs- und Seminarstunden, die zeitwir tschaftlich erfasst werden (exklusive Luftsicherheitsschulung) pro Beschäftigtem (ohne Auszubildende, ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Leiharbeitnehmer und ohne Praktikanten) zum Stichtag 31. 12.
² Ohne MUCreal, LabCampus, ohne amd.sigma , ohne EWRT1
3 Führungskräfte der Ebenen 1 bis 4 ohne Geschäftsführung der FMG

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

Altersstruktur der Mitarbeiter GRI 405-1            
Konzern 2020          
   Frauen Anteil in %2  Männer Anteil in % 2  Gesamt Anteil in % 2
Altersstruktur Mitarbeiter1)            
Unter 30 Jahre 486 5,20 736 7,88 1.222 13,09
30 bis 50 Jahre 1.622 17,37 3.178 34,03 4.800 51,40
Über 50 Jahre 873 9,35 2.443 26,16 3.316 35,51
Gesamt 2.981 31,92 6.357 68,08 9.338 100,00
             
FMG 2020          
   Frauen Anteil in % 2)  Männer Anteil in % 2)  Gesamt Anteil in % 2)
Altersstruktur Mitarbeiter1)            
Unter 30 Jahre 203 4,65 239 5,48 482 10,13
30 bis 50 Jahre 592 13,57 1.356 31,07 1.994 44,64
Über 50 Jahre 284 6,51 1.690 38,73 1.931 45,23
Gesamt 1.079 24,73 3.285 75,27 4.389 100,00
1Stichtag: 31.12.: ohne Auszubildende, ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Leiharbeitnehmer, ohne Praktikanten

2Alle Prozentsätze beziehen sich auf die Anzahl der Gesamtbeschäftigten nach 1
    
 
Führungskräfte1 GRI 405-1    
Konzern 2020  
    Anteil in %
Führungskräfte gesamt 688 7,37
Frauen 151 1,62
Männer 537 5,76
Altersstruktur Führungskräfte    
Unter 30 Jahren 14 2,032
30 bis 50 Jahre 357 51,892
Über 50 Jahre 317 46,082
     
FMG 2020  
    Anteil in %
Führungskräfte gesamt 421 9,65
Frauen 64 1,47
Männer 357 8,18
Altersstruktur Führungskräfte    
Unter 30 Jahren 7 1,662
30 bis 50 Jahre 169 40,14 2
Über 50 Jahre 245 58,192
1  Stichtag 31.12.: Anteil der Führungskräfte an der Anzahl der Gesamtbeschäftigten.

2 Anteil der Führungskräfte im Verhältnis zu deren Gesamtzahl.

   
Beschäftigung behinderter Mitarbeiter GRI 405-1  
Konzern 2020
Anzahl beschäftigter Mitarbeiter mit Einschränkung1 711
Schwerbehindertenquote in %2 7,06
   
FMG 2020
Anzahl beschäftigter Mitarbeiter mit Einschränkung1 485
Schwerbehindertenquote in %2 10,6
 1 Grad der Behinderung mindestens 30 im Sinne der Gleichstellung gemäß Sozialgesetzbuch IX

2 Anteil von Mitarbeitern mit Einschränkung nach 1) an den durchschnittlichen Gesamtbeschäftigten inklusive Auszubildenden, inklusive geringfügig Beschäftigten, exklusive Leiharbeitnehmern und exklusive Praktikanten. 2017 exklusive HSD. Ab 2018 exklusive MAI, InfoGate, LabCampus und MUCreal
   


Nationalitäten1  GRI 405-1        
Konzern 2020      
  Frauen Männer Gesamt Anteil in %2
Verteilung nach Nationalitäten gesamt 3.121 6.504 9.625  
Deutsche Staatsangehörigkeit 2.525 4.781 7.306 75,91
Ausländische Staatsangehörigkeit 598 1.723 2.319 24,09
         
FMG 2020      
  Frauen Männer Gesamt Anteil in % 2)
Verteilung nach Nationalitäten gesamt 1.137 3.397 4.534  
Deutsche Staatsangehörigkeit 1.084 3.019 4.103 90,49
Ausländische Staatsangehörigkeit 53 378 431 9,51
1 Stichtag: 31.12.: Gesamtbeschäftigte inklusive Auszubildenden, ohne geringfügig Beschäftigte, ohne Leiharbeitnehmer und ohne Praktikanten.

2 Alle Prozentsätze beziehen sich auf die Anzahl der Gesamtbeschäftigten nach 1
 


 

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

Im Berichtszeitraum gab es keine gemeldeten Fälle von Diskriminierung.
Mitarbeiter in der Bodenabfertigung München und Berlin
Mitarbeiter in der Bodenabfertigung München6 GRI 403-9 2020
Unfallstatistik2  
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 33
Dadurch Ausfalltage3 816
Tödliche Arbeitsunfälle 0
1.000-Mann-Quote4 15,30
   
   
   
Mitarbeiter in der Bodenabfertigung Berlin3  GRI 403-9 2020
Unfallstatistik3  
Meldepflichtige Arbeitsunfälle 21
Dadurch Ausfalltage3 838
Tödliche Arbeitsunfälle 0
1.000-Mann-Quote4 48,24
 
1 Inklusive Auszubildenden, geringfügig Beschäftigte, Leiharbeitnehmer und Praktikanten

² Ohne amd.sigma

³ Verletzungen auf dem Niveau von Erste-Hilfe-Maßnahmen werden auch erfasst, sobald der Beschäftigte beim medizinischen Dienst des Flughafens München vorstellig wird.

⁴ Es handelt sich um Kalender tage und diese werden ab dem Folgetag des Arbeitsunfalls gezählt.

5 Meldepflichtige Arbeitsunfälle x 1.000 / tatsächlich geleistete Mitarbeiterkapazitäten (MAK) im Jahresdurchschnitt

6 Mitarbeiter in der Bodenabfertigung mit Betriebszugehörigkeit FMG, Beschäftigte der AeroGround sowie bei AeroGround beschäftigte Leiharbeitnehmer

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Prüfung und Dokumentation der Achtung von Menschenrechten
Der Flughafen München Konzern übt seine Geschäftstätigkeit schwerpunktmäßig in Deutschland aus. Der Schutz der Menschenrechte ist hier gesetzlich verankert. Bei der Ausschreibung von internationalen Leistungen wird gewährleistet, dass nationale und internationale Gesetze und Übereinkommen Anwendung finden. Dies wird bei Vertragsabschluss nochmals dokumentiert. Zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte werden derzeit Maßnahmen im FMG-Konzern weiterentwickelt und abgestimmt. Deren Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen in die Risikobewertung mitintegriert werden und können gegebenenfalls mittelfristig in die Risikoeinschätzung des internationalen Off-Campus-Geschäfts einfließen.

Strenge Vorgaben zum Ausschluss von Kinderarbeit
Bei Produkten, die diesbezüglich ein erhöhtes Risiko aufweisen, wird im Rahmen der Ausschreibung besonders darauf geachtet, Kinderarbeit auszuschließen. Hersteller von Produkten aus gefährdeten Regionen haben Zertifizierungen unabhängiger Organisationen vorzuweisen, die die Unbedenklichkeit der Produkte belegen. Entsprechende Klauseln werden in die Ausschreibungs- und Vergabeunterlagen integriert.

Konzernweites Warengruppenmanagement
Der Flughafen München hat keine klassische Lieferkette, sondern beschafft eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen, die für den Betrieb und Ausbau eines internationalen Drehkreuzflughafens nötig sind. Das Warenspektrum entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt: Die 132 Warengruppen reichen von Bürobedarf über Straßenbau bis hin zu Fahrzeugen und Gebäuden. Für 2020 betrug das Beschaffungsvolumen des Flughafen München Konzerns rund 643 Millionen Euro (netto) und lag damit rund 15 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Um Synergieeffekte zu nutzen, laufen alle Beschaffungsvorgänge der Fachbereiche und der Tochtergesellschaften über das zentrale konzernweite Warengruppenmanagement. Nur Handelswaren, Food & Beverage sowie medizinische Artikel werden direkt von den Tochterunternehmen eingekauft.

Verantwortung in der Lieferkette

Der Flughafen München vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Maßnahmen zur Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes sind konzernweit in Vorbereitung. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Um die Beschaffungsprozesse in allen Unternehmensbereichen möglichst nachhaltig zu gestalten, unternimmt der Flughafen München immer größere Anstrengungen. Nachhaltige Beschaffung beginnt dabei nicht erst beim tatsächlichen Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Schon die Bedarfsträger in den Fachabteilungen geben vermehrt ökologische, ökonomische und soziale Standards vor, sowohl in der IT, bei der Instandhaltung von Gebäuden oder beim Bau neuer Gebäude, im Fuhrpark als auch beim Kauf von Werbemitteln. So enthielten beispielsweise die Ausschreibungsunterlagen zur Dienstkleidung den Passus, dass der Auftragnehmer die Einhaltung ethischer Verpflichtungen gewährleisten muss (keine Kinderarbeit, umweltgerechte Herstellung und Verarbeitung der Stoffe und Materialien, gesundheitsgerechte Arbeitsplätze bei den Herstellern). Bei der Beschaffung von Werbemitteln sind die Herkunft des Artikels, eine umweltschonende Produktion und die Recyclingfähigkeit wichtige Kriterien. Bei Fahrzeugen und Geräten für den Fuhrpark der FMG wird darauf geachtet, umweltschonende und insbesondere CO2-arme Fahrzeuge zu beschaffen.

Lieferantenmanagement
Rund 4.300 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. 96 Prozent des Beschaffungsvolumens des Flughafens fließt an Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Von diesen kommen wiederum 61 Prozent aus Bayern und 32 Prozent aus München und der Flughafenregion. Da der Flughafen München hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert wird, sind die Transportwege kurz, und die CO
2-Emissionen werden reduziert. Beispielsweise bezieht die Tochtergesellschaft Allresto das ganze Jahr über größtenteils saisonale Lebensmittel– fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus der direkten Flughafenregion. Eine Beurteilung der Rahmenvertragspartner fand 2020 auf Grund der Folgen der Corona-Pandemie nicht statt.  
 

Compliance-Management-System Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet, das die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann, umfasst. Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems.  

Mitarbeiterschulungen zu Menschenrechten Die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz geregelte permanente Information erfolgt bei der FMG über das Intranet und die Führungskräfte. Insbesondere die Führungskräfte erhalten regelmäßige Schulungen.

Erklärung im Sinne des NAP Wirtschaft und Menschenrechte

1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob Ihr Unternehmen über eine eigene Unternehmensrichtlinie zur Achtung der Menschenrechte verfügt und ob diese Richtlinie die ILO-Kernarbeitsnormen umfasst.

b. ) Hat die Unternehmensleitung die Grundsatzerklärung verabschiedet?

c. ) Beschreiben Sie die interne und externe Kommunikation Ihres Unternehmens zur Grundsatzerklärung.

d. ) Auf welcher Ebene ist die Verantwortung für menschenrechtliche Belange verankert? (CSR-RUG Checkliste 1b)

e. ) Welche Reichweite hat die Richtlinie (welche Standorte, auch Tochterunternehmen etc.)

Durch die Compliance Abteilung wurde ein Code of Conduct erarbeitet, der die Grundsätze und Leitlinien für ein werte- und gesetzeskonformes Verhalten im Flughafen München Konzern beinhaltet. Hierin wird geregelt werden, dass sich der der Flughafen München Konzern zur Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze, staatlichen Vorschriften und behördlichen Vorgaben sowie der unternehmensinternen Regelungen verpflichtet. Dazu gehöre u.a. die Einhaltung von Menschenrechten und –verfahren, aber auch das Verbot von Diskriminierungen jeglicher Art sowie das Verbot von Gewalt und Folter.  Dieser Code of Conduct ist derzeit in der internen Abstimmung und wird zeitnah veröffentlicht. Einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen ist im nächsten Schritt geplant.

Die Töchter der Flughafen München GmbH agieren eigenständig und die MAI hat 2020 einen eigenen Code of Conduct sowie einen Supplier Code of Conduct eingeführt. In diesen sind die Achtung der Menschenrechte fester Bestandteil.

Verantwortung in der Lieferkette

Der Flughafen München vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Um die Beschaffungsprozesse in allen Unternehmensbereichen möglichst nachhaltig zu gestalten, unternimmt der Flughafen München immer größere Anstrengungen. Nachhaltige Beschaffung beginnt dabei nicht erst beim tatsächlichen Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Schon die Bedarfsträger in den Fachabteilungen geben vermehrt ökologische, ökonomische und soziale Standards vor, sowohl in der IT, bei der Instandhaltung von Gebäuden oder beim Bau neuer Gebäude, im Fuhrpark als auch beim Kauf von Werbemitteln. So enthielten beispielsweise die Ausschreibungsunterlagen zur Dienstkleidung den Passus, dass der Auftragnehmer die Einhaltung ethischer Verpflichtungen gewährleisten muss (keine Kinderarbeit, umweltgerechte Herstellung und Verarbeitung der Stoffe und Materialien, gesundheitsgerechte Arbeitsplätze bei den Herstellern). Bei der Beschaffung von Werbemitteln sind die Herkunft des Artikels, eine umweltschonende Produktion und die Recyclingfähigkeit wichtige Kriterien. Bei Fahrzeugen und Geräten für den Fuhrpark der FMG wird darauf geachtet, umweltschonende und insbesondere CO2-arme Fahrzeuge zu beschaffen.

2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob und wie Ihr Unternehmen menschenrechtliche Risiken analysiert (durch Ihre Geschäftstätigkeit, durch Geschäftsbeziehungen, durch Produkte und Dienstleistungen, an Standorten, durch politische Rahmenbedingungen) (Kriterium 17, Checkliste Aspekt 4)

b. ) Werden besonders schutzbedürftige Personengruppen in die Risikobetrachtung mit einbezogen?

c. ) Wie hoch werden die menschenrechtlichen Risiken und die eigenen Einflussmöglichkeiten diesen zu begegnen eingeschätzt?

d. ) Wie werden menschenrechtliche Risiken in das Risikomanagement Ihres Unternehmens integriert?

Die menschenrechtliche Risiken wurden im Rahmen einer umfänglichen NAP Analyse identifiziert und werden von den Bereichen und Töchten in das Risikomanagement eingebracht. Die Integration der Menschenrechts-Risiken in die allgemeine Chancen-/Risikenanalyse des Flughafens München zeigt den hohen Stellenwert des Themas im Unternehmen auf.

3. Maßnahmen zur Wirksamkeitskontrolle / Element: Beschwerdemechanismus

a. ) Gibt es Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Menschenrechten?

b. ) Berichten Sie, ob und wie die Einhaltung von Menschenrechten geprüft wird.

c. ) Beschreiben Sie interne Beschwerdemechanismen und klare Zuständigkeiten im Unternehmen oder erläutern Sie, wie der Zugang zu externen Beschwerdeverfahren sichergestellt wird.

d. ) Gelten Whistle-Blowing-Mechanismen auch für Zulieferer?

Schulungen der MitarbeiterInnen zu Menschenrechten sind für 2021/2022 in Planung.

Für die MAI wurden diese Schulungen 2020 im Rahmen der Einführung ihres Code of Conduts  für alle Mitarbeitenden durchgeführt. Diese werden jährlich wiederholt.

Elektronisches Hinweisgebersystem

Über ein elektronisches Hinweisgebersystem, das Business Keeper Monitoring System (BKMS®) können Mitarbeiter des Flughafens München, Geschäftspartner und auch Kunden Hinweise auf unternehmensschädigendes Verhalten geben. Im Zug der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten wird das Hinweisgebersystem fortan auch in englischer Sprache angeboten. Ferner können Dokumente nun auch anonymisiert auf elektronischem Weg zugeleitet werden. Daneben steht die Konzerneinheit Compliance internen und externen Personen auch über weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch) als Ansprechpartner bei Hinweisen auf Compliance-Verstöße und zur Beratung zur Verfügung. In den Ausschreibungsunterlagen werden die Interessenten über die Möglichkeit zur Nutzung des BKMS® bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß informiert.

4. Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette

a. ) Gibt es einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen, der die vier ILO-Kernarbeitsnormen umfasst?

b. ) Berichten Sie, ob und wie eine Prüfung von menschenrechtlichen Risiken vor dem Eingehen einer Geschäftspartnerschaft durchgeführt wird.

c. ) Werden zuliefernde Unternehmen zu Menschenrechten geschult?

d. ) Mit welchen Prozessen stellt Ihr Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechten bei zuliefernden Unternehmen sicher?

e. ) Ergreifen Sie (gemeinsam mit zuliefernden Unternehmen) Maßnahmen im Konfliktfall oder kooperieren Sie mit weiteren Akteuren? Wenn ja: welchen?

f. ) Welche Konzepte gibt es zur Wiedergutmachung? Berichten Sie über Fälle im Berichtszeitraum.

Durch die Compliance Abteilung wurde ein Code of Conduct erarbeitet, der die Grundsätze und Leitlinien für ein werte- und gesetzeskonformes Verhalten im Flughafen München Konzern beinhaltet. Hierin wird geregelt werden, dass sich der der Flughafen München Konzern zur Einhaltung der nationalen und internationalen Gesetze, staatlichen Vorschriften und behördlichen Vorgaben sowie der unternehmensinternen Regelungen verpflichtet. Dazu gehöre u.a. die Einhaltung von Menschenrechten und –verfahren, aber auch das Verbot von Diskriminierungen jeglicher Art sowie das Verbot von Gewalt und Folter.  Dieser Code of Conduct ist derzeit in der internen Abstimmung und wird zeitnah veröffentlicht. Einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen ist im nächsten Schritt geplant. 

Die Töchter der Flughafen München GmbH agieren eigenständig und die MAI hat 2020 einen eigenen Code of Conduct sowie einen Supplier Code of Conduct eingeführt. In diesen sind die Achtung der Menschenrechte ein fester Bestandteil.


Verantwortung in der Lieferkette

Der Flughafen München vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Um die Beschaffungsprozesse in allen Unternehmensbereichen möglichst nachhaltig zu gestalten, unternimmt der Flughafen München immer größere Anstrengungen. Nachhaltige Beschaffung beginnt dabei nicht erst beim tatsächlichen Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Schon die Bedarfsträger in den Fachabteilungen geben vermehrt ökologische, ökonomische und soziale Standards vor, sowohl in der IT, bei der Instandhaltung von Gebäuden oder beim Bau neuer Gebäude, im Fuhrpark als auch beim Kauf von Werbemitteln. So enthielten beispielsweise die Ausschreibungsunterlagen zur Dienstkleidung den Passus, dass der Auftragnehmer die Einhaltung ethischer Verpflichtungen gewährleisten muss (keine Kinderarbeit, umweltgerechte Herstellung und Verarbeitung der Stoffe und Materialien, gesundheitsgerechte Arbeitsplätze bei den Herstellern). Bei der Beschaffung von Werbemitteln sind die Herkunft des Artikels, eine umweltschonende Produktion und die Recyclingfähigkeit wichtige Kriterien. Bei Fahrzeugen und Geräten für den Fuhrpark der FMG wird darauf geachtet, umweltschonende und insbesondere CO2-arme Fahrzeuge zu beschaffen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Der Flughafen München Konzern übt seine Geschäftstätigkeit schwerpunktmäßig in Deutschland aus. Der Schutz der Menschenrechte ist hier gesetzlich verankert. Bei der Ausschreibung von internationalen Leistungen wird gewährleistet, dass nationale und internationale Gesetze und Übereinkommen Anwendung finden. Dies wird bei Vertragsabschluss nochmals dokumentiert. Für die Auswahl ihrer Geschäftspartner hat die im Auslandsgeschäft tätige Tochter, Munich Airport International GmbH, einen entsprechenden Prüfprozess für die Geschäftspartnerprüfung implementiert. Relevante Informationen wie die Auflistung in Sanktionslisten, Gesellschaftsstrukturen, Staatsbeteiligungen, politische Verwicklungen und öffentliche Berichterstattung werden standardisiert abgerufen; sofern die Umstände es erfordern, wird eine weitergehende individuelle Prüfung des Geschäftspartners vorgenommen. Zulieferer sind zudem verpflichtet, bestimmte vorgegebene Standards einzuhalten.  

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Der Flughafen München Konzern übt seine Geschäftstätigkeit schwerpunktmäßig in Deutschland aus. Der Schutz der Menschenrechte ist hier gesetzlich verankert. Bei der Ausschreibung von internationalen Leistungen wird gewährleistet, dass nationale und internationale Gesetze und Übereinkommen Anwendung finden. Dies wird bei Vertragsabschluss nochmals dokumentiert.

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans (NAP) für Wirtschaft und Menschenrechte wurde Ende 2018,  eine interne Risikoanalyse durch Einzelgespräche angestossen. Nach Beendigung dieser Analyse und deren Auswertung ist in 2019 eine Prozessfestlegung innerhalb der Flughafen München GmbH geplant. Die Integration der Menschenrechts-Risiken in die allgemeine Chancen-/Risikenanalyse des Flughafens München zeigt den hohen Stellenwert des Themas im Unternehmen auf. Die Prozessfestlegung wurde auf Grund der Auswirkungen der Covid 19 Pandemie auf 2021 verschoben.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Rechtliche Vorgaben bei der Beschaffung
Der Flughafen München Konzern ist als Sektorenauftraggeber im Bereich »Häfen und Flughäfen« tätig. Daher richtet sich die Beschaffung grundsätzlich nach dem Kartellvergaberecht. Bei öffentlichen Aufträgen erfolgt eine europaweite Ausschreibung nach verbindlichen vergaberechtlichen Vorgaben. Aufträge, die nicht unter das Kartellvergaberecht fallen, schreibt der Konzern in der Regel nach einem unternehmensspezifischen, formalisierten Verfahren aus. Bieter müssen bei der Angebotsabgabe die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bestätigen, um Gründe auszuschließen, die gegen eine Teilnahme am Kartellvergabe- oder Ausschreibungsverfahren sprechen. Zudem müssen sie verschiedene Nachweise über die Einhaltung von Qualitätssicherungs- und Umweltmanagementnormen erbringen.

Rund 4.300 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. 96 Prozent des Beschaffungsvolumens des Flughafens fließt an Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Von diesen kommen wiederum 61 Prozent aus Bayern und 32 Prozent aus München und der Flughafenregion. Da der Flughafen München hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert wird, sind die Transportwege kurz, und die CO2-Emissionen werden reduziert. Beispielsweise bezieht die Tochtergesellschaft Allresto das ganze Jahr über größtenteils saisonale Lebensmittel– fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus der direkten Flughafenregion. Eine Beurteilung der Rahmenvertragspartner fand 2020 auf Grund der Folgen der Corona-Pandemie nicht statt.

Eine entsprechende Kennzahl wurde im Berichtszeitraum nicht erhoben, da 100% der wesentlichen und 99% der gesamten Lieferanten aus der Europäischen Union, der Schweiz und Großbritannien stammen.  

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Für das Berichtsjahr 2020 sind keine negativen menschenrechtlichen Auswirkungen in der Lieferkette bekannt.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Arbeitgeber
Mit 9.625 Mitarbeitern (inklusive Auszubildenden) ist der Flughafen München Konzern nach der Deutschen Lufthansa AG der zweitgrößte Arbeitgeber am Standort. Der benachbarte Arbeitsagenturbezirk Freising, der auch die Landkreise Dachau, Ebersberg und Erding umfasst, weist mit durchschnittlich 2,6 Prozent, trotz eines Anstiegs um 0,7 Prozent, eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten Deutschlands auf. Deutschlandweit kam es zu einem Anstieg um 0,9 auf 5,9 Prozent. 2018 lag jedes vierte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnis in den Landkreisen Freising und Erding am Flughafen. Das Lohnniveau am Münchner Flughafen liegt zudem über den Durchschnittswerten aus verwandten Branchen im Verkehrs- oder Dienstleistungsbereich.

Verlässliche Partnerschaft
Der Flughafen München nimmt auch in schwierigen Zeiten seine Verantwortung in der Region wahr und unterstützt Vereine und Institutionen mit gemeinnützigem Hintergrund. 2020 gingen zahlreiche Rückmeldungen von Vereinen und Organisationen ein, die trotz teils stark gekürzter Mittel Kontakt zum Flughafen halten wollten. Rund 350 Träger und Projekte konnten im Rahmen des Regionalsponsorings im Jahr 2020 gefördert werden. Dazu zählten das Sophienhospiz in Erding und der Elisabeth Hospizverein Dachau sowie der integrative Kindergarten des Franziskuswerks Schönbrunn. Der Flughafen München setzt sich mit Leidenschaft in der Region ein und engagiert sich in vielen Projekten. 55 Prozent des Sponsorings gingen an den Sport, gefolgt von 21 Prozet für Soziales, 10% für  Bildung, 13 % für Kultur und 1% für Natur. Als verantwortungsvoller Nachbar unterstützt der Flughafen München seit über 25 Jahren gemeinnützige Einrichtungen und Initiativen in der Region, die möglichst viele Menschen erreichen und nachhaltig wirken.

So profitieren derzeit über 700 Projekte von unseren Finanz- und Sachmitteln.
Weiterführende Info: Spenden- und Sponsoringbericht

Die Zusammenarbeit mit der Region ist unerlässlich. Eine zentrale Rolle spielt dabei der offene und ehrliche Dialog mit den Anrainergemeinden. Der Aufgabe, neben großem Arbeitgeber, Wirtschaftsmotor und Tor zur Welt gleichzeitig verantwortungsvoller Nachbar zu sein, stellt sich die FMG täglich – mit offenem Dialog und Engagement in der Region. Der Konzern pflegt langfristige wechselseitige Beziehungen mit den wesentlichen Stakeholdern, um Vertrauen und Akzeptanz in der Gesellschaft rund um den Standort zu schaffen. Im Fokus stehen dabei die Flughafenanwohner sowie Vertreter der Politik. Die persönlichen Gespräche mit kommunalen und politischen Vertretern der Flughafenregion wurden in 2019 weitergeführt. Die zentralen Bausteine des Dialogs sind:  
Hier einige Beispiele:  

Interaktiver Umwelt-Radweg
Insgesamt 16 Stationen umfasst der neu gestaltete Umwelt-Radweg des Münchner Flughafens – der erste seiner Art an einem europäischen Flughafen. Auf der interaktiven Tour erhalten Besucher Informationen über die vielfältigen Maßnahmen des Airports zum Schutz der Umwelt. Radfahrer und Spaziergänger können entlang der 18 Kilometer langen Strecke beschilderte Stationen zu Umweltthemen entdecken. Der auf dem Schild abgebildete QR-Code lässt sich mit einem Smartphone einscannen und leitet auf die jeweilige Themenseite auf der Website des Flughafens weiter. Dort erfahren die Besucher unter anderem weitere Details zur Klimaschutzstrategie des Flughafens, Wissenswertes über das Vogelschutzgebiet oder was sich hinter »Honigmonitoring« verbirgt. Mit etwas Glück kann an einer Station des Radwegs auch eine Biberfamilie beobachtet werden. Der Weg besteht überwiegend aus Schotter und asphaltierten Abschnitten. Wer sich einen Überblick über die verschiedenen Stationen verschaffen will, findet die Informationen, Navigationsdaten, Koordinaten der Stationen und eine Übersichtskarte unter: www.munich-airport.de/umweltradweg

Regionale Lieferkette
Rund 4.300 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. Da der Flughafen München hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert wird, sind die Transportwege kurz, und die CO2-Emissionen werden reduziert. Beispielsweise bezieht die Tochtergesellschaft Allresto das ganze Jahr über größtenteils saisonale Lebensmittel – fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus der direkten Flughafenregion. Eine Beurteilung der Rahmenvertragspartner fand 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt. »Jugend forscht« am Airport Als Pate und Organisator des Regionalwettbewerbs »Jugend forscht/Schüler experimentieren« unterstützt der Flughafen München den Nachwuchs mit ­besonderen Begabungen in Mathematik, Informatik, Naturwissen­schaften und Technik (MINT). An der 19. Veranstaltung, die im März 2020 unter dem Motto »Homeoffice« stattfand, nahmen virtuell rund 51 Nachwuchserfinder teil, die 30 Projekte aus den MINT-Bereichen vorstellten.


Weiterführende Infos: Jugend forscht


Hilfe für Menschen in Not.
Der Flughafen München unterstützt Institutionen und Vereine, die sich um hilfsbedürftige und benachteiligte Menschen kümmern. Seit 2014 gibt es eine Betriebsvereinbarung, in deren Rahmen die FMG für in Not geratene Mitarbeiter jährlich 100.000 Euro bereithält. Beträge, die zum Jahresende nicht ausgeschöpft wurden, könnten an soziale Einrichtungen in der Region ausgeschüttet werden.

Weiterführende Infos: € 30.000 Spende für die Region


Wertschöpfung

Ökonomischer Nutzen
Die ökonomischen Auswirkungen des Flughafens München auf sein Umfeld sind vielschichtig. Grundsätzlich wird zwischen Effekten unterschieden, die unmittelbar aus dem Betrieb des Flughafens resultieren, und solchen, die durch seine Nutzung entstehen.

Wertschöpfungseffekte
Die Wertschöpfungseffekte, die der Betrieb des Airports erzeugt, unterteilen sich in direkte, indirekte und induzierte Effekte. Die aktuellste Studie zur Bruttowertschöpfung spiegelt das Jahr 2018 wider. Zu diesem Zeitpunkt generierten alle Unternehmen, die auf dem Flughafen-Campus angesiedelt waren, eine direkte Wertschöpfung in Höhe von 3,78 Milliarden Euro. Knapp jeder hundertste Euro, der 2018 in Bayern erwirtschaftet wurde, war auf den Flughafen München zurückzuführen. Die Bruttowertschöpfung am Flughafen München ist zuletzt durch den coronabedingten Verkehrsrückgang deutlich gesunken.

Effekte durch die Nutzung des Luftverkehrs
Effekte, die sich aus der Nutzung des Flughafens München ergeben, werden als Standorteffekte bezeichnet. Zu diesen zählen positive ökonomische Auswirkungen, wie etwa die Steigerung der Produktivität und Investitionen sowie ein hohes Beschäftigungs- und Innovationsniveau. Denn die Nähe zum Flughafen ist ein wichtiges Kriterium für die Ansiedlung von Firmen, insbesondere von international tätigen Unternehmen. Der Flughafen bietet außerdem beachtliche Vorteile für die Tourismusbranche. Die Wertschöpfungseffekte, die der Betrieb des Airports erzeugt, unterteilen sich in direkte, indirekte und induzierte Effekte.  

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.



Wertschöpfung Ermittlung GRI 201-1  
Konzern in Mio. € 2020
Umsatzerlöse 579.7
+ Sonstige Erlöse 44.5
Gesamtleistung 624.2
+ Erträge aus Beteiligungen -1,8
./. Sachaufwendungen -377,4
./. Abschreibungen -242,0
= Wertschöpfung                                              3,0
 

Wertschöpfung Verteilung GRI 201 -1  
Konzern in Mio. € 2020
Mitarbeiter 408,6
Darlehensgeber (saldiert) 27,8
Öffentliche Hand - 112,0
Flughafen München Konzern - 321,4
 


Die Wertschöpfungsrechnung stellt die Differenz zwischen der vom Unternehmen erbrachten Leistung und dem Wert der benötigten Vorleistungen dar. In der Verteilungsrechnung werden die Anteile der am Wertschöpfungsprozess Beteiligten - Mitarbeiter, öffentliche Hand, Darlehensgeber - ausgewiesen. Die Leistungen der FMG an die öffentliche Hand beinhalten Steuern. Die Zinsen für die Gesellschafterdarlehen sind unter der Empfängergruppe Darlehensgeber enthalten. Die Erträge aus Beteiligungen beinhalten das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen. Die Sachaufwendungen beinhalten den Materialaufwand und die sonstigen Aufwendungen.

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.


Der Flughafen München ist zu 100% in öffentlicher Hand. Die Gesellschafter Bundesrepublik Deutschland (26%), Freistaat Bayern (51%), Landeshauptstadt München (23%) beeinflussen den Flughafen München maßgeblich durch ihre politischen Aktivitäten. Siehe auch Organe der Gesellschaft.  

Die flughafeninterne Stabsstelle >Politische Angelegenheiten< vertritt die Interessen des Münchner Flughafens auf EU-, Bundes- und Landesebene mit dem Ziel der Verbesserung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen und der Aufrechterhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Flughafen München Konzerns. Im Fokus stehen relevante Institutionen der Europäischen Union, die Bundesregierung, der Bundestag, die Bayerische Staatsregierung, der Bayerische Landtag und auch der Stadtrat der Landeshauptstadt München. Hierzu findet eine kontinuierliche Kontaktpflege mit einem stetigen Informationsaustausch statt. Darüber hinaus sind Vertreter des Flughafen München Konzerns in den Fachausschüssen und Arbeitsgruppen von Branchenverbänden wie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) oder des Airports Council International (ACI) tätig. Die FMG ist im Transparenz-Register der EU gelistet.  

Der weltweite Luftverkehr steht vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie mittelfristig vor wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen in einer nie dagewesenen Größenordnung. Auch der Flughafen München ist unmittelbar von den Erschwernissen im europäischen und internationalen Reiseverkehr betroffen. Daher setzt die Flughafen München GmbH sich für eine stärkere nationale, europäische und internationale Abstimmung der Maßnahmen ein. Hinzu kommen gestiegene politische Erwartungen an die nachhaltige Gestaltung des zukünftigen Luftverkehrs, unter anderem in Zusammenhang mit der Markteinführung nachhaltiger Flugkraftstoffe zur Verringerung klimawirksamer Emissionen, der Umsetzung marktbasierter Klimaschutzinstrumente oder der Verbesserung der Schienenanbindung des Flughafens München. Der so genannte „Green Deal“ und das Klimaschutzprogramm „Fit for 55“ der Europäischen Kommission greift entsprechende Fragestellungen auf und wird mit Nachdruck vorangetrieben.  

Die FMG hat an ausgewählten Konsultationsprozessen der EU zu Luftverkehrsthemen teilgenommen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Grundsätzlich leistet die Flughafen München GmbH keinerlei finanzielle Zuwendungen an Politiker, politische Parteien oder damit verbundene Institutionen.  

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Compliance-Management-System
Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen München relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet, das die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann, umfasst. Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems. Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Risikomanagement und Compliance statt.   

Compliance-Risiken erkennen und minimieren
Die Konzerneinheit Compliance erstellt jährlich gemeinsam mit den Bereichen der FMG die Compliance-Risikoanalyse und führt sie mit den Compliance-Risikoanalysen der Tochter-/Beteiligungsgesellschaften zusammen. Die Bewertung der Compliance-Risiken erfolgt analog zum Risikomanagement. Nach Abschluss der Compliance-Risikoanalyse wird die Geschäftsführung in einem Bericht über die Ergebnisse informiert. Im Jahresbericht Compliance an den Aufsichtsrat der FMG wird ebenfalls über die Ergebnisse der Compliance-Risikoanalyse informiert. Liegen für ein Risiko trotz aller ergriffenen Gegenmaßnahmen ein hohes Schadenspotenzial und gleichzeitig eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit vor, wird dies im Bericht näher beleuchtet.

Korruptionsprävention
Die Compliance-Grundsätze und die Geschenke-/Einladungsrichtlinie unterstützen Geschäftsführung, Führungskräfte und Beschäftigte bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Sie sind im Intranet veröffentlicht und somit allen Beschäftigten zugänglich. Darüber hinaus verweisen die Grundsätze auf die Beachtung weiterer betriebsinterner Vorgaben, wie beispielsweise die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen, die Datenschutzorganisation oder die Informationssicherheit. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergaben und Ausschreibungsverfahren fordert der Flughafen München von Bietern eine Verpflichtungserklärung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Korruption zu vermeiden. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel der Ausschluss von der Auftragsvergabe. Die Position des Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für das Jahr 2020 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt. Kleinere Betrugsversuche gegen den Flughafen München konnten im Vorfeld unterbunden werden.

Interne Verhaltensstandards des FMG-Konzerns
Für alle Führungskräfte und Mitarbeiter im FMG-Konzern gelten verbindliche Regelungen und Verhaltensstandards, die den Umgang mit Geschenken und Zuwendungen, Essenseinladungen, Nebentätigkeiten sowie den Umgang mit Daten und Informationen und das Vorgehen und Verhalten bei Beschaffungen regeln.   

Kommunikation und Schulung
Eine Kernaufgabe der Konzerneinheit Compliance ist die Schulung und Beratung der Beschäftigten, der Führungskräfte und der Geschäftsführung der FMG in Compliance-Fragen, um so Compliance-Verstöße bereits präventiv zu verhindern. Alle Mitarbeiter und Führungskräfte werden regelmäßig mit den Compliance-Dokumenten sowie mit ihren Aktualisierungen und Neuerungen vertraut gemacht. Sie müssen deren Kenntnisnahme jährlich persönlich gegenzeichnen. Infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde die Compliance-Unterweisung der Beschäftigten im Jahr 2020 flexibel sowohl persönlich als auch digital durchgeführt. Die Kenntnisnahme wurde dokumentiert. Die Inhalte des webbasierten Trainings (wbt) Compliance wurden aktualisiert und die Schulung auf den neuesten technischen Stand gebracht. Zur weiteren Steigerung der Compliance-Awareness sind zukünftig alle Mitarbeiter verpflichtet, das wbt Compliance einmal jährlich erfolgreich zu absolvieren. Geschäftsführung und Aufsichtsrat befassen sich in regelmäßigen Abständen mit dem Thema Compliance. Die Geschäftsführung befasst sich in einem fortlaufenden Prozess in kurzen Abständen mit dem Thema Compliance, der Aufsichtsrat wird in regelmäßigen Abständen unterrichtet.   

Elektronisches Hinweisgebersystem
Über ein elektronisches Hinweisgebersystem, das Business Keeper Monitoring System (BKMS®), können Mitarbeiter des Flughafens München, Geschäftspartner und auch Kunden Hinweise auf unternehmensschädigendes Verhalten geben. Im Zug der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung der Geschäftstätigkeiten wird das Hinweisgebersystem fortan auch in englischer Sprache angeboten. Ferner können Dokumente nun auch anonymisiert auf elektronischem Weg zugeleitet werden. Daneben steht die Konzerneinheit Compliance internen und externen Personen auch über weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch) als Ansprechpartner bei Hinweisen auf Compliance-Verstöße und zur Beratung zur Verfügung. In den Ausschreibungsunterlagen werden die Interessenten über die Möglichkeit zur Nutzung des BKMS® bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß informiert.

Datenschutz
Der Flughafen München hat umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie des neu gefassten Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) getroffen. Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften haben Datenschutzbeauftragte benannt, die die Beratungs- und Überwachungsaufgaben gemäß DSGVO wahrnehmen. In den Fachbereichen der FMG wurden zudem Datenschutzkoordinatoren implementiert, um die Themen und Risiken der Fachbereiche entsprechend identifizieren und abbilden zu können. Sie werden durch die Konzerneinheit Compliance in Zusammenarbeit mit dem Datenschutzbeauftragten fortlaufend geschult, informiert und beraten. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wird dies auch kurzfristig flexibel über verschiedene Medien gehandhabt. Die Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes für ihre jeweiligen Verarbeitungsprozesse liegt im Einzelnen dezentral bei den einzelnen Fachbereichen der FMG beziehungsweise bei den Tochter-/Beteiligungsgesellschaften. Der Datenschutzbeauftragte der FMG ist für die Beratung und Unterstützung der Fachbereiche zuständig und ist in den meisten Tochter-/Beteiligungsunternehmen unmittelbar als Datenschutzbeauftragter bestellt. Der Datenschutzbeauftragte der FMG ist disziplinarisch der Konzerneinheit Compliance unterstellt und hat eine unmittelbare, unabhängige Berichtslinie zur Geschäftsführung. Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie fanden im Jahr 2020 die Schulungsmaßnahmen für Konzernmitarbeiter und Führungskräfte zur weiteren Sensibilisierung in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit fast ausschließlich digital statt. Daneben wurde über das Intranet fortlaufend sensibilisiert. In Einzelfällen war zudem eine fachliche und individuelle Beratung gewährleistet, die die Sicherheit im Umgang mit personenbezogenen Daten unterstützt.

Einkaufsprozess
Der Flughafen München ist ein sogenannter Sektorenauftraggeber im Sinn des Kartellvergaberechts (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen– GWB – und der Sektorenverordnung – SektVO) sowie Konzessionsgeber nach dem Konzessions-vergaberecht (GWB und Konzessionsvergaberecht – KonzVgV).

Öffentliche Aufträge umfassen die Beschaffung von Leistungen, die Liefer-, Bau- oder Dienstleistungen zum Gegenstand haben. Das europäische Kartellvergaberecht nach GWB und SektVO ist bei Beschaffungsvergaben der Flughafen München GmbH anzuwenden, wenn die Voraussetzungen aus den folgenden Rechtsgrundlagen vorliegen:



Die Flughafen München GmbH führt dann in der Regel ein europaweites, zweistufiges Verhandlungs-verfahren mit Teilnahmewettbewerb (Eignungsprüfung) durch. Ist der Anwendungsbereich des Kartellvergaberechts nicht eröffnet – zum Beispiel weil insbesondere der Schwellenwert für europaweite Vergabeverfahren nicht erreicht ist – führt die Flughafen München GmbH nationale Ausschreibungen durch. Hierbei finden ausschließlich interne Regelungen Anwendung. Diese haben die Zielsetzung, Aufträge im Wettbewerb an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben. Das Kartellvergaberecht findet keine Anwendung. Für die FMG gelten unter anderem folgende Vergabegrundsätze auf Basis § 97 GWB: 

Wettbewerbsgrundsatz
Möglichst vielen Bietern ist in einem formalisierten Verfahren die Gelegenheit zu geben, ihre Leistung anzubieten.  

Transparenzgrundsatz
Allen Bietern sind die gleichen Informationen zur Verfügung zu stellen. In einem laufenden Vergabeverfahren darf die gewählte Verfahrensart nicht geändert werden.

Gleichheitsgrundsatz/Diskriminierungsverbot
Alle Bieter sind gleich zu behandeln. Gebot der Losvergabe Umfangreiche Aufträge sollen in einzelne Fach- und Teillose aufgeteilt werden, um kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit zu eröffnen, sich im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit zu bewerben.  

Gebot der Wirtschaftlichkeit
Der Zuschlag ist auf das wirtschaftlichste Angebot zu erteilen. Aufgrund der rechtlichen Vorgaben für den Flughafen als Sektorenauftraggeber darf bei der Vergabe von Aufträgen kein »Umlandbonus« für Unternehmen aus der unmittelbaren oder mittelbaren Umgebung eingeräumt werden.  


Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Die Compliance-Grundsätze und die Geschenke-/Einladungsrichtlinie unterstützen Geschäftsführung, Führungskräfte und Beschäftigte bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Sie sind im Intranet veröffentlicht und somit allen Beschäftigten zugänglich. Darüber hinaus verweisen die Grundsätze auf die Beachtung weiterer betriebsinterner Vorgaben, wie beispielsweise die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen, die Datenschutzorganisation oder die Informationssicherheit. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergaben und Ausschreibungsverfahren fordert der Flughafen München von Bietern eine Verpflichtungserklärung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Korruption zu vermeiden. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel der Ausschluss von der Auftragsvergabe. Die Position des Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für das Jahr 2020 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt. Kleinere Betrugsversuche gegen den Flughafen München konnten im Vorfeld unterbunden werden.

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

Im Berichtszeitraum sind keine bestätigten Korruptionsfälle bekannt geworden. Kleinere Betrugsversuche gegen die FMG konnten im Vorfeld unterbunden werden.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nicht-monetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Die Einhaltung von Rechtsvorschriften und Verordnungen ist für den Flughafen München Konzern selbstverständlich. Grundlage dafür sind die jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften. Dies ist jedoch keine Garantie für rechtskonformes Verhalten jedes Einzelnen. Wenn es zu einem Verstoß kommt, wird der Vorgang auch auf systemische Fehler untersucht und es werden gegebenenfalls erforderliche Verbesserungen veranlasst.   Strafen wegen Verstoßes gegen Rechtsvorschriften im Berichtszeitraum waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts nicht bekannt.