14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Provinzial ist als regional tätiger Service-Versicherungskonzern ausschließlich Deutschland ansässig und ist sich der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden bewusst. Unser Bestreben ist es, gute Arbeitsbedingungen zu bieten, die Arbeitnehmerrechte zu achten und stets alle gesetzlichen Bestimmungen (wie Arbeits- und Sozialgesetze, Gesetze zur betrieblichen Mitbestimmung etc.) und die tarifvertraglichen Regelungen für das private Versicherungsgewerbe einzuhalten. Mit dem Betriebsrat, der Jugend- und Ausbildungs- sowie der Schwerbehindertenvertretung pflegen wir eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der Betriebsrat setzt sich für die Interessen und Rechte der Mitarbeitenden ein und achtet auf die Einhaltung der gesetzlichen Regelungen.

Konzepte und Maßnahmen rund um Gesundheit, Zufriedenheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden werden durch folgende interne Funktionen zusätzlich gewährleistet: Unsere langfristig ausgerichtete Personalstrategie hat das Ziel, Lernbereitschaft, Kreativität, Handlungsfähigkeit und Engagement unserer Mitarbeitenden zu stärken. Wir setzen auf Kontinuität und unterstützen unsere Mitarbeitenden in einer sich stetig verändernden Arbeitswelt. Leistungserhalt wird durch das Gesundheitsmanagement gefördert; wir stärken zudem die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden für ihre Gesundheit.

Neue Ideen sind ausdrücklich erwünscht

Ein wesentliches Element unserer Strategie ist die systematische Einbindung unserer Mitarbeitenden in die Unternehmensentwicklung. Diese waren schon immer wichtige Ideengeber für die Weiterentwicklung und Prozessoptimierung der Provinzial. Um sie zu informieren und ihnen eine aktive Kommunikation zu ermöglichen, stehen verschiedene Kommunikationskanäle zur Verfügung. Wir bieten an den Standorten unterschiedliche Beteiligungsformate an, um aktiv über Hierarchiestufen hinweg mitzumachen und auch kritische Anliegen vorzubringen.

Hier ist z.B. ein speziell auf Mitarbeiterbelange ausgerichteter Bereich im Intranet zu nennen, der durch eine Feedbackfunktion jedem Mitarbeitenden die Möglichkeit bietet, Fragen oder Anregungen schnell und unkompliziert einzustellen. Unternehmensmagazine informieren in verschiedenen Rubriken über die Entwicklungen im Konzern.

Bei der Provinzial Rheinland wurde das Ideenmanagement 2019 modernisiert. Eine neue Betriebsvereinbarung hierzu geschlossen und setzt mit „Ideefix “ auch technisch einen modernen Rahmen.

Beim „Open Friday“ wird in kurzen Kreativsessions hierarchie- und bereichsübergreifend diskutiert und gemeinsam Neues entwickelt. 2019 wurde diese Open-Space-Session erstmals zum Thema „Feedback“ durchgeführt. Corona-bedingt musste dieses Erfolgsformat 2020 pausieren, neue Themen sind aber bereits in Vorbereitung.

Jährlich findet die „Azubi-Werkstatt: Nachhaltigkeit“ für die Auszubildenden der Provinzial Rheinland des zweiten Lehrjahrs statt. Die Werkstatt berücksichtigt die Aspekte Ökologie, Ökonomie und Soziales. Das Konzept wurde 2017 mit dem Bildungspreis „InnoWard“ der Versicherungswirtschaft ausgezeichnet. In 2020 musste die Durchführung komplett umgestaltet werden, um die Werkstatt auch unter den Pandemie-Bedingungen stattfinden zu lassen. So standen 11 Nachhaltigkeitsmentoren den Auszubildenden als Ansprechpartner zur Seite. Die Themen wurden von den Auszubildenden vorgeschlagen und selbständig erarbeitet sowie digital aufbereitet. Die Themenvielfalt reichte in diesem Jahr von Foodwaste bis Zero Waste über Plastikverzicht, Mobilität und Regionalität bis zur Bedeutung von Insekten und einer Bewertung der Nachhaltigkeit von Kleidung oder Desinfektionsmitteln. Die Ergebnisse präsentierte das Azubi-Instagram-Team auf dem eigenen Azubi-Kanal. (siehe Link)

Die etablierten „Vorstandsfrühstücke“ ermöglichen den direkten Kontakt zu den Vorständen:  Hier haben Mitarbeitende die Gelegenheit, die Vorstände näher kennenzulernen und ihre Anliegen anzubringen. Die Frühstücke werden seit 2014 am Standort Düsseldorf mehrmals im Jahr jeweils mit einem Vorstandsmitglied durchgeführt.

Auch künftig wollen wir die Einbindung der Mitarbeitenden der gesamten Provinzial durch die beschriebenen Maßnahmen weiter fördern. Es ist uns wichtig, dass sie sich in ihrem Arbeitsumfeld wohl fühlen. Denn nur mit zufriedenen Beschäftigten können wir die Zukunft gemeinsam gestalten. Ein Indiz für eine gute Mitarbeiterzufriedenheit ist die geringe Fluktuationsrate und die hohe durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von 19,7 Jahren.





Durch die Corona-Pandemie, veränderte sich der Arbeits- und Familienalltag in vielerlei Hinsicht: Homeschooling, Kinderbetreuung und Pflege bei gleichzeitiger Arbeit im Homeoffice. Die Personalpolitik der Provinzial hat unmittelbar für innovative familienfreundliche Maßnahmen gesorgt. Die technische Ausstattung wurde umgehend aufgestockt und die Mitarbeitenden sehr kurzfristig in die Lage gebracht, flexibel auf den individuellen Bedarf zu reagieren. Es wurden Einige Unternehmensstandorte konnten durch Kooperationen mit externen Partnern neue Angebote rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereitstellen, bei denen die virtuelle Kinder- und auch die Notfallbetreuung im Vordergrund stehen. In dem Handlungsfeld Arbeitgeberattraktivität werden die Entwicklungen für diesen Bereich festgehalten. Die Ziele und geplanten Maßnahmen sowie der Zeitpunkt der Zielerreichung sind im Kriterium 3 „Ziele“ beschrieben. (Vgl. dazu auch Kriterium 3 Zieltableau)
Die Überprüfung der geplanten Ziele und Maßnahmen der Handlungsfelder wird wie in Kriterium 5 Verantwortung und Kriterium 7 Kontrolle geschildert, durch die Handlungsfeldverantwortlichen durchgeführt, bei Notwendigkeit angepasst und über die DNK-Erklärung vom Vorstand freigegeben.

Die Identifikation von Risiken ist in Kriterium 1 Strategische Analyse und Maßnahmen beschrieben. Für den Bereich Mitarbeiterbelange wurden keine Risiken ermittelt.

 
 

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Bei uns ist jeder Willkommen
Die Provinzial strebt eine Arbeitsatmosphäre an, in der sich jeder Mitarbeitende wohlfühlt und seine Fähigkeiten und Stärken entfalten kann. Bei der Auswahl und Entwicklung unserer Mitarbeitenden entscheiden ihre Fähigkeiten und Qualifikationen. Wir verurteilen und verfolgen jede Art von Diskriminierung und setzen uns für eine Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden ein.

Erfolgsfaktor Vielfalt
Der Provinzial Konzern setzt auf Vielfalt, kennt die Potenziale, die die individuellen Verschiedenheiten der Mitarbeitenden mit sich bringen, und nutzt diese für den Unternehmenserfolg. Eine Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt, Nachwuchstalenten und Erfahrenen, weiblichen und männlichen Kollegen sowie verschiedenen kulturellen Hintergründen steigert unsere Innovationskraft und Leistungsorientierung. Im Sinne einer bereichsübergreifenden Zusammenarbeit wird im Personalbereich dazu beigetragen, die Themen rund um Diversität in der Provinzial in allen mitarbeiterrelevanten Prozessen zu verankern. Gleichzeitig werden Konzepte zum altersgerechten Arbeiten entwickelt, um Lösungen für die Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu haben und Mitarbeitende möglichst lange im Berufsleben halten zu können.




Wir beschäftigten 2020 insgesamt 296 Menschen mit Behinderung, dies entspricht rund 5,0% unserer  Gesamtbelegschaft



Verhältnis Vollzeit zu Teilzeit (Konzern): Teilzeit: 22,4 % und Vollzeit: 77,6%


Gelebte Vielfalt
  
(Aktuelles Verhältnis  (Konzern): 47,3% Frauen zu 52,7 % Männern)
  • Förderung einer intergenerativen Aufstellung von Abteilungen und Projektgruppen
  • Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfelds für viele Generationen, etwa durch die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder das
  • Generationsübergreifendes Mentoringprogramm
  • Chancengleichheit durch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis und die gezielte Begleitung von Frauen sowie
  • Umfassende Unterstützung für Mitarbeitende mit Behinderung
      
Anzahl FK 478 gesamt (Konzern), 27,0 % Frauen


Gute Balance zwischen Beruf und Familie
Eine familienbewusste Ausrichtung des Unternehmens zahlt sich aus. Davon sind wir überzeugt. Die Provinzial unterstützt ihre Mitarbeitenden in den verschiedenen Lebensphasen und bietet individuelle Lösungen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit.
Zu den fest etablierten Maßnahmen zählen: Die Personalberatung zu Themen rund um Mutterschutz, Elternzeit, Pflege und Rentenberatung unterstützt ebenso die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie unterschiedliche Angebote an den verschiedenen Standorten. Beispielhaft sind hier Pflegelotsen, die Nutzungsmöglichkeit von Eltern-Kind-Büros, Eltern-Parkplätze und der Wäsche-Service genannt.

Für die Beschäftigten gelten zudem Betriebsvereinbarungen zur gleitenden Arbeitszeit, zur temporären Heimarbeit und zur Mobilarbeit. Dies bildet den Rahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit. Hier lag im Jahr 2020 der Anteil der Arbeitszeit, die mobil, d.h. unterwegs oder zu Hause, geleistet wurde bei 49,8%, insgesamt haben ca. 70 % der Mitarbeitenden von der Möglichkeit des Homeoffice Gebrauch gemacht.

In 2020 wurde dem Provinzial NordWest Konzern erneut das Zertifikat berufundfamilie der Hertie-Stiftung verliehen. Im Rahmen der Fusion mit der Provinzial Rheinland wird eine systematische Zusammenführung aller Standorte beim Audit berufundfamilie und nachhaltige Absicherung der erreichten Aufstellung angestrebt.

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Um berufliche und private Interessen noch besser in Einklang bringen zu können, existieren im neuen Konzern eine Vielzahl von Vereinbarungen und Möglichkeiten. Diese sind regional unterschiedlich: Durch den Corona-Virus wurde auch die Provinzial seit Frühjahr 2020 vor besondere Herausforderungen gestellt. Unsere Krisenstäbe legten Spielregeln und Maßnahmen zum Arbeits- und Infektionsschutz fest und passten diese maßvoll an den Pandemieverlauf an. Die technische Ausstattung wurde kurzfristig deutlich aufgestockt und innerhalb von kurzer Zeit konnte der Großteil der Mitarbeitenden von Zuhause aus arbeiten. Die in den Nordstandorten kurz vorher als Pilot gestartete digitale Kinderbetreuung und Nachhilfe ist durch die besondere Situation intensiv genutzt worden. Auch während der Corona-Krise legt die Provinzial großen Wert auf die Nachwuchsförderung. Hierzu wurde an einer digitalen Ausbildungsorganisation gearbeitet, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden. Die dafür erforderliche Ausstattung mit Laptops bzw. Tablets für die Auszubildenden ist in Düsseldorf bereits seit einigen Jahren fester Bestandteil der Ausbildung.



Gesundheit bedeutet für uns mehr, als die Abwesenheit von Krankheit
Die langfristige Förderung der Gesundheit der Beschäftigten ist uns wichtig. Dabei haben wir das psychische, soziale und körperliche Wohlbefinden im Blick. Diese Betrachtung beinhaltet ein sehr weites Gesundheitsverständnis: unsere Vision ist die eines gesunden Unternehmens mit gesunden Beschäftigten. Deswegen steht die individuelle Gesundheit gleichermaßen im Fokus wie die Gestaltung gesunder Rahmenbedingungen des Arbeitens. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sehen wir als eine wichtige Form der Gesundheitsförderung, denn eine ausgewogene Work-Life-Balance trägt zur individuellen Gesundheit bei.

Um die körperliche Fitness unserer Mitarbeitenden zu unterstützen, gibt es ein breites Angebot des Betriebssports bzw. der aktiven Pausengestaltung an den Konzernstandorten. Knapp 3000 Mitglieder können über 30 Sportarten ausüben. Neben dem Training und Wettkämpfen organisiert die Betriebssportgemeinschaft auch Sportreisen. Unter Pandemiebedingungen wurde sogar ein neues digitales Angebot geschaffen.

An allen Standorten gibt es Steuerungskreise bestehend aus Vorstandsvertretern oder entsandten Vertretern der oberen Leitungsebene, der Betriebsorganisation, dem Betriebsrat und dem Gesundheitsmanagement, mit dem gemeinsamen Ziel die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zu steigern.

Ob ergonomische Arbeitsplatzunterstützung, Gesundheitsförderung als Führungsaufgabe, Befähigung zur Stressbewältigung, Mitarbeiterberatung in allen Lebensfacetten oder Angebote zur Stärkung der Gesundheitskompetenz – das Konzept zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) und dessen kontinuierliche Weiterentwicklung werden von unseren Arbeitnehmervertretern mitgetragen. Ergänzt wird dies durch die Zusammenarbeit mit Personalentwicklung und –beratung, durch ein breites Weiterbildungsangebot rund um Gesundheit sowie vielfältige konkrete Angebote an die Belegschaft:                                               Eine gesunde Ernährung ist eine wichtige Grundlage für gesunde Mitarbeitende. Die Betriebsrestaurants in Münster und Kiel tragen das Qualitätssiegel des Vereins Greentable, der sich für nachhaltigeres Wirtschaften in einer verantwortungsvolleren Gastronomie einsetzt und sind von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) mit dem JOB&FIT-Zertifikat ausgezeichnet worden. Verliehen wird das JOB&FIT-Logo an Betriebskantinen, die die hohen Qualitätsanforderungen in den Kriterien: Lebensmittelauswahl, Speisenplanung und -herstellung sowie Essatmosphäre erfüllen. Zusätzlich erhielt das Betriebsrestaurant in Münster die Zertifizierung „Nachhaltige Verpflegung“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE); die Zertifizierung für Kiel wird in 2021 angestrebt.

Gemeinsam mit EUREST setzt die Provinzial am Standort Düsseldorf auf Gesundheit und Nachhaltigkeit bei der Mitarbeiterverpflegung. Hierzu wurden Ziele vereinbart, um deklarierungspflichtige Zusatzstoffe zu vermeiden. Da diese Stoffe umstritten sind, wird die Einhaltung der Zielvorgaben täglich überprüft und regelmäßig deutlich übererfüllt. Frisch Einkaufen und Zubereiten sind dabei die wichtigsten Ansatzpunkte. Nebenbei wird dadurch auch eine Menge an Abfall vermieden. Aktuell arbeitet das Küchenteam an der Eigenproduktion veganer und vegetarischer Produkte (z. B. Bratlinge), die ganz ohne deklarierungspflichtige Zusatzstoffe auskommen.

Die Ziele für Vorspeisen und Desserts wurden in 2020 erhöht. Besonders bei den Vorspeisen konnte in 2020 eine deutliche Verbesserung erzielt werden. Leider konnten wir unser Ziel von 100% bei den Suppen nicht komplett erreichen.




Angemessene und gerechte Vergütung
Eine angemessene und gerechte Bezahlung der Mitarbeitenden stellt die Provinzial sicher und ist als Mitglied des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland darüber hinaus an Tarifverträge gebunden.

Darüber hinaus erhalten die Mitarbeitenden Zusatzleistungen. Dazu gehören im Gesamtkonzern teilweise ein 13. und 14. Gehalt, Sonderzahlungen und -leistungen, arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung, vermögenswirksame Leistungen, Mitarbeiterdarlehen, ÖPNV-Zuschuss, Mitarbeitertarife beim Abschluss von Versicherungen und Jubiläumszuwendungen.

Weitere Informationen zum Vergütungssystem unter 8 Anreizsysteme.
 
 
 
 

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Unsere Personalpolitik wird von dem Prinzip „interne Qualifizierung vor externer Beschaffung“ bestimmt. Die Qualifikation und Weiterentwicklung sind daher entscheidende Erfolgsfaktoren. Wir bestärken und unterstützen unsere Mitarbeitenden in jeder Form der beruflichen Weiterbildung.

Der demografische Wandel und die fortschreitende Digitalisierung führen zu vielen zusätzlichen Veränderungen in der Versicherungsbranche, die sich auch auf die Belegschaft und ihre Arbeitsumgebung auswirken. Wir haben daher zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um alle in diesem Prozess mitzunehmen.

Die Zielsystematik mit konkreten Zielen zu den Handlungsfeldern „Digitalisierung" und „Arbeitgeberattraktivität" sind unter „Kriterium 3" aufgeführt. Wir richten unseren Fokus neben einer verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie und dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (vgl. Kriterium 15) auf eine bestmögliche und individuelle Qualifizierung unserer Mitarbeitenden. 

Deshalb bieten wir allen Mitarbeitenden im Innen- und Außendienst vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in den Provinzial Entwicklungsportalen. Jeder Einzelne kann in einem personalisierten Bereich seine Teilnahmen und Zertifikate einsehen. Auch die Weiterbildungszeiten nach der Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) werden hier aufgeführt. Das interne Seminarangebot bietet ein breites Spektrum zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung sowie spezielle Seminare für Führungskräfte an. Agile Methoden sind hier genauso vertreten wie Basisseminare zum Thema Kommunikation oder Gesundheitsförderung.

2020 lag der Fokus durch die besondere Herausforderung der erweiterten Nutzung von Homeoffice auf den Themen Arbeitsorganisation und Eigenverantwortung sowie der Führung auf Distanz. Die überwiegend virtuellen Angebote wurden zahlreich in Anspruch genommen.

Wir betreiben hierfür zudem eigene Weiterbildungszentren. Neben der Weiterbildung ist uns die interne Vernetzung ein wichtiger Nebeneffekt unseres Weiterbildungsprogramms; so sind die meisten Angebote generationen- und bereichsübergreifend.

Bestmögliche Beratung für den Kunden
Auch für unsere Vertriebspartner in der Ausschließlichkeitsorganisation ist eine sehr gute Qualifizierung und stetige Weiterbildung selbstverständlich. Gemäß der IDD-Richtlinie und der Initiative „gut beraten“ arbeiten wir nur mit Versicherungsvermittlern zusammen, die sich regelmäßig fortbilden. Die IDD-Richtlinie regelt dabei ein Mindestmaß an regelmäßiger Weiterbildung als gesetzliche Anforderung.

Zusätzlich sind wir der Initiative "gut beraten" beigetreten, diese wurde von zahlreichen Interessenverbänden der deutschen Versicherungswirtschaft, u.a. dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ins Leben gerufen. Ziel ist es, durch regelmäßige und strukturierte Weiterbildungen den Berufsstand des Versicherungsvermittlers aufzuwerten und das Vertrauen der Verbraucher dauerhaft zu festigen.

Alle Vermittler durchlaufen zu Beginn ihrer Tätigkeit ein einheitliches Ausbildungsprogramm. Bei der Einstellung von Auszubildenden in den Versicherungsfachgeschäften unterstützt die Provinzial beim Auswahlprozess und begleitet die Auszubildenden während ihrer gesamten Ausbildungszeit bis hin zur Abschlussprüfung. Über Karrieremodelle werden junge Mitarbeitende in den Agenturen der Provinzial besonders gefördert und auf die Übernahme einer Agentur vorbereitet. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches hauseigenes Weiterbildungsangebot für erfahrene Vertriebspartner.

Der Fachkräftemangel und die Digitalisierung haben das Arbeitsfeld im Bereich Recruiting stark verändert. Zum einen ist die Suche nach den passenden, qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern herausfordernder denn je und zum anderen haben diese immer höhere Ansprüche an ihre Aufgaben und ihre Entwicklung im Unternehmen. Unsere Antwort darauf ist die gezielte Einbindung von Social Media für die Ansprache junger Talente und eine Vielzahl guter Arbeitgeberleistungen. Auch im Rahmen der Mitarbeiterbindung halten wir viele Maßnahmen bereit, um die Zufriedenheit der Belegschaft zu steigern: Gute Einstiegsmöglichkeiten für Nachwuchskräfte
Ziel des Unternehmens ist es, ausscheidende Mitarbeitende durch eigene Auszubildende zu ersetzen, wo immer dies möglich ist. Der entscheidende Bestandteil bei der Rekrutierung ist und bleibt die eigene Ausbildung.

Als Ausbildungsbetrieb bieten wir konzernweit verschiedene Berufsausbildungen, duale Studienplätze sowie Traineeplätze in einem Management-Nachwuchs-Programm an. Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 wurden insgesamt 304 Auszubildende (Innendienst) und 84 duale Studenten innerhalb der Provinzial betreut. 



Praktikanten- und Werkstudentenplätze werden gut qualifizierten (angehenden) Studenten in versicherungstechnischen Bereichen und auch in verschiedenen Stabs- oder Zentraleinheiten angeboten. Als Werkstudenten werden häufig Interessenten eingestellt, die vorab eine klassische Ausbildung im Hause erfolgreich absolviert haben oder unsere dualen Studenten, die einen guten Abschluss erzielt haben. Seit zehn Jahren gewährt die Provinzial Rheinland in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf jährlich Stipendien für Studierende der Betriebswirtschaftslehre, der Mathematik, der Rechtswissenschaft und IT. 
 
Die konkreten Ziele für das Handlungsfeld Arbeitgeberattraktivität finden Sie in Kriterium 3 Ziele und in dem dazugehörigen Zieltableau. Die Überprüfung der geplanten Ziele und Maßnahmen der Handlungsfelder wird wie in Kriterium 5 Verantwortung und Kriterium 7 Kontrolle geschildert, durch die Handlungsfeldverantwortlichen durchgeführt, und bei Notwendigkeit angepasst.

Die Identifikation von Risiken ist in Kriterium 1 Strategische Analyse und Maßnahmen beschrieben. Für den Bereich Mitarbeiterbelange wurden keine wesentlichen Risiken identifiziert.
 
 

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.


Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;
b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Die gesetzlichen Bestimmungen werden eingehalten. Konzernweit wird das gemeinsame Ziel verfolgt, die Gesundheit der Belegschaft zu erhalten und zu fördern. Deshalb ist die Arbeitsplatzsituation so zu gestalten, dass arbeitsplatzbedingte Erkrankungen möglichst nicht auftreten. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) dient der Vorbeugung oder Überwindung einer Arbeitsunfähigkeit sowie dem Erhalt des Arbeitsplatzes durch gezielte Wiedereingliederung. Zudem werden regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt. Unsere Steuerungskreise an den verschiedenen Standorten haben ein gemeinsames Ziel: die Verbesserung von Gesundheit und Arbeitsbewältigungsfähigkeit der Beschäftigten.

Im Kalenderjahr 2020 hatte die Provinzial keine Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Todesfälle zu verzeichnen.

Arbeitsbedingte Verletzungen und Arbeitsbedingte Erkrankungen in 2020:
Anzahl Betriebsunfälle: 24
Davon
Frauen: 14
Männer: 10

Die Krankenquote des Konzerns liegt bei 5 %.

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz  

Alle gesetzlichen Bestimmungen (wie Arbeits- und Sozialgesetze, Gesetze zur betrieblichen Mitbestimmung etc.) und auch die tarifvertraglichen Regelungen für das private Versicherungsgewerbe versuchen wir stets einzuhalten. Mitarbeiterinteressen werden durch einen Betriebsrat, eine Jugend- und Auszubildendenvertretung sowie die Schwerbehindertenvertretung wahrgenommen. Die Provinzial steht als Arbeitgeber mit diesen Gremien auch über die gesetzlichen Pflichten hinaus in einem konstruktiven und vertrauensvollen Dialog. An allen Standorten existieren Ausschüsse für Arbeitssicherheit sowie für den Gesundheitsschutz, die Interessen der Mitarbeitenden sind dort unter anderem durch Mitglieder des Betriebsrats abgebildet. Die Kommunikation zu diesem Themenbereich erfolgt auf vielfältige Art und Weise, wie z.B. über das Intranet oder die Mitarbeitenden-Zeitungen. Diverse Betriebsvereinbarungen im Zusammenhang mit Gesundheitsschutz, wie z.B. Sucht, Nichtraucherschutz etc. wurden abgeschlossen.  

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

In Gesprächen zur Zielplanung und Erfolgsanalyse werden zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden Entwicklungsbedarfe identifiziert und individuelle Aus- und Weiterbildungsoptionen vereinbart. Dabei bieten wir unseren Mitarbeitenden ein umfangreiches Angebot an internen und externen Weiterbildungsmöglichkeiten (siehe Kriterium 16).

Die Zeitinvestition in Aus- und Weiterbildung wird momentan noch nicht konzernweit vollständig erfasst. Im Rahmen des Aufbaus eines konzernweiten Personalcontrollings und der Weiterentwicklung des konzernweiten Seminarverwaltungsprogramms ist geplant, all das zu erfassen, was aus Personal angeboten und gesteuert wird. Eine Erfassung der rein fachlichen Aus- und Weiterbildungsaktivitäten in den Fachbereichen ist davon ausgenommen.
 

Für den Provinzial Rheinland Konzern konnten die folgenden durchschnittlichen Stundenzahlen für Aus- und Weiterbildung pro Jahr und Angestellten ermittelt werden:

 
 

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).



Zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 16. Mai 2017 Zielquoten für den Anteil von Frauen auf der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb der Vorstandsebene mit 30 Prozent bzw. 30 Prozent bis zum 30. Juni 2022 festgelegt. Zum 31. Dezember 2020 lag der Anteil der Frauen bei 27 Prozent für die erste und zweite Führungsebene; die zweite Führungsebene umfasst dabei sowohl Abteilungs- als auch Gruppenleiter.




Diversität unter Angestellten  
Der Altersunterschied der Mitarbeitenden im Konzern betrug 2020 46,88 Jahre.

 

Wir beschäftigten insgesamt 296 Menschen mit Behinderung, dies entspricht ca. 5 % unserer Gesamtbelegschaft. Besondere Arten personenbezogener Daten von Mitarbeitern im Sinne von §3 Abs. 9 BDSG (d. h. Angaben über rassische und ethnische Herkunft, politische Meinungen, religiöse oder philosophische Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit, Gesundheit oder Sexualleben) werden bei der Provinzial nicht erhoben, verarbeitet oder genutzt, sofern dem nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen.

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

Es wurden im Berichtsjahr 2020 im Innen- und Außendienst keine Diskriminierungsfälle gemeldet.  

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Das Geschäftsgebiet und der Sitz des Konzerns einschließlich aller Versicherungsunternehmen befinden sich in Deutschland. Der faire und würdige Umgang mit Menschen ist für die Provinzial eine Selbstverständlichkeit. Die Achtung der Menschenrechte gehört zu unserem Selbstverständnis - genauso wie die Verhinderung von Zwangs- und Kinderarbeit.

Neben der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben innerhalb des Unternehmens (Vgl. Kriterium 20) verfolgen wir die Achtung der Menschenrechte durch Maßnahmen im Bereich Kapitalanlagen und für unsere Dienstleister. Mit Blick auf die fast ausschließliche Nutzung nationaler und regionaler Dienstleister und Händler sowie die hohen Standards in der Bundesrepublik Deutschland wurde bislang ein weiteres Konzept und eine Einbindung in unserer Risikomanagementsystem als nicht erforderlich erachtet.

Unter Punkt 2. (NAP Wirtschaft und Menschenrechte) finden Sie weitere Hinweise zur Vorgehensweise bei der Berücksichtigung von Menschenrechten. Des Weiteren ist die Identifikation von Risiken in Kriterium 1 „Strategische Analyse und Maßnahmen" beschrieben. Für den Bereich „Menschenrechte" wurden keine wesentlichen Risiken ermittelt. Der Fokus im Jahr 2020 lag auf der Konsolidierung der beiden Provinzialkonzerne. In 2021 wird der Prozess fortgeführt und somit die Ziele für den fusionierten Konzern konkretisiert.

Erklärung im Sinne des NAP Wirtschaft und Menschenrechte

1. Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob Ihr Unternehmen über eine eigene Unternehmensrichtlinie zur Achtung der Menschenrechte verfügt und ob diese Richtlinie die ILO-Kernarbeitsnormen umfasst.

b. ) Hat die Unternehmensleitung die Grundsatzerklärung verabschiedet?

c. ) Beschreiben Sie die interne und externe Kommunikation Ihres Unternehmens zur Grundsatzerklärung.

d. ) Auf welcher Ebene ist die Verantwortung für menschenrechtliche Belange verankert? (CSR-RUG Checkliste 1b)

e. ) Welche Reichweite hat die Richtlinie (welche Standorte, auch Tochterunternehmen etc.)

Erklärung im Sinne des NAP Wirtschaft und Menschenrechte

Der Provinzial Konzern verfügt über keine explizite Unternehmensrichtlinie zur Achtung der Menschenrechte. Als regionaler Versicherer bieten wir ganz überwiegend Versicherungsschutz für in unserem Geschäftsgebiet gelegene Risiken. Daher sehen wir aufgrund unseres Geschäftsmodells kein wesentliches Risiko für Menschenrechtsverletzungen. Künftig werden wir die Einschätzung vor dem Hintergrund des „NAP Wirtschaft und Menschenrechte" weiter validieren. Die Entwicklung eines Konzepts ist für 2021 geplant. Dazu hat bereits ein intensiver Austausch mit dem Helpdesk der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung stattgefunden.

Im Rahmen unserer Wertschöpfungskette nehmen wir Einfluss auf die Beachtung der Menschenrechte hinsichtlich unserer Dienstleister und im Bereich Kapitalanlagen. Wie in „Kriterium 3 Ziele" und „Kriterium 5 Verantwortung" aufgeführt sind die Handlungsfeldverantwortlichen für das Handlungsfeld „Kapitalanlagen" und „Ressourcenschonung" für die Einhaltung der formulierten Ziele verantwortlich. Für den Bereich „Kapitalanlagen" betrifft das die Einhaltung der Ausschlusskriterien (siehe auch Hinweis unter 2.) und im Bereich „Ressourcenschonung - Konzernservices" haben wir ein Ziel für die Berücksichtigung von Menschrechtsaspekten bei der Auswahl von Lieferanten und Dienstleister festgeschrieben.

2. Verfahren zur Ermittlung tatsächlicher und potenziell nachteiliger Auswirkungen auf die Menschenrechte

a. ) Berichten Sie, ob und wie Ihr Unternehmen menschenrechtliche Risiken analysiert (durch Ihre Geschäftstätigkeit, durch Geschäftsbeziehungen, durch Produkte und Dienstleistungen, an Standorten, durch politische Rahmenbedingungen) (Kriterium 17, Checkliste Aspekt 4)

b. ) Werden besonders schutzbedürftige Personengruppen in die Risikobetrachtung mit einbezogen?

c. ) Wie hoch werden die menschenrechtlichen Risiken und die eigenen Einflussmöglichkeiten diesen zu begegnen eingeschätzt?

d. ) Wie werden menschenrechtliche Risiken in das Risikomanagement Ihres Unternehmens integriert?

Bei den Kapitalanlagen werden Investitionen in Unternehmen ausgeschlossen, die in schwerwiegender Form gegen die internationalen Menschenrechte verstoßen oder die Zwangs- bzw. Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung fördern. Gleiches gilt für die Anlage bei Staaten oder Gebietskörperschaften für diejenigen Länder, die bei der Gewährung elementarer Bürgerrechte oder -freiheiten bestimmten Mindestanforderungen nicht genügen. (Vgl. Kriterium 3)

Wir arbeiten ausschließlich mit Dienstleistern zusammen, die unsere Werte teilen. Dieser Grundsatz gilt für die Lieferanten des Konzerneinkaufs genauso wie für die der Betriebsrestaurants. Grundsätzlich arbeiten wir mit Unternehmen, die Zudem fordern wir am Standort Düsseldorf unsere wesentlichen Lieferanten auf einen Code of Conduct, indem auch entsprechende Vereinbarungen zur Einhaltung von Menschenrechten verankert sind, zu unterzeichnen.

Darüber hinaus ist eine Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten und Menschenrechten für die Auswahl der Dienstleister und Lieferanten Konzerneinkauf in „Kriterium 3 Ziele" festgeschrieben.  Die weitere Integration von Menschenrechtsaspekten wird im Rahmen der Konsolidierung ab 2021 weiter konkretisiert. (Vgl. Kriterium 3)

3. Maßnahmen zur Wirksamkeitskontrolle / Element: Beschwerdemechanismus

a. ) Gibt es Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Menschenrechten?

b. ) Berichten Sie, ob und wie die Einhaltung von Menschenrechten geprüft wird.

c. ) Beschreiben Sie interne Beschwerdemechanismen und klare Zuständigkeiten im Unternehmen oder erläutern Sie, wie der Zugang zu externen Beschwerdeverfahren sichergestellt wird.

d. ) Gelten Whistle-Blowing-Mechanismen auch für Zulieferer?

Die Überprüfung der definierten Ziele und Maßnahmen der Handlungsfelder wird wie in Kriterium 5 „Verantwortung" und Kriterium 7 „Kontrolle" geschildert durch die Handlungsfeldverantwortlichen durchgeführt und bei Notwendigkeit angepasst.

Der Umgang mit unseren Mitarbeitenden basiert auf einem durch Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägten Wertesystem. Das findet Berücksichtigung in Leitlinien, Vereinbarung und gesetzlichen Grundlagen: Schulungen für Mitarbeitende und Maßnahmen für Zulieferer bezüglich der Berücksichtigungen werden im  Rahmen der Konsolidierung ab 2021 überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Unsere Kunden haben die Möglichkeit ihre Beschwerden bei den Vertriebspartnern vor Ort zu klären. Falls diese Möglichkeit nicht ausreicht, existiert auf den Internetseiten der Versicherer ein Kontaktformular für Beschwerden. Im Beschwerdemanagement wird für die Anliegen eine Lösung gesucht. Falls die Kunden mit dem Ergebnis der Beschwerde nicht einverstanden sind, gibt es die Möglichkeit, eine Schlichtungsstelle einzubinden.

4. Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Wertschöpfungskette

a. ) Gibt es einen Verhaltenskodex für zuliefernde Unternehmen, der die vier ILO-Kernarbeitsnormen umfasst?

b. ) Berichten Sie, ob und wie eine Prüfung von menschenrechtlichen Risiken vor dem Eingehen einer Geschäftspartnerschaft durchgeführt wird.

c. ) Werden zuliefernde Unternehmen zu Menschenrechten geschult?

d. ) Mit welchen Prozessen stellt Ihr Unternehmen die Einhaltung von Menschenrechten bei zuliefernden Unternehmen sicher?

e. ) Ergreifen Sie (gemeinsam mit zuliefernden Unternehmen) Maßnahmen im Konfliktfall oder kooperieren Sie mit weiteren Akteuren? Wenn ja: welchen?

f. ) Welche Konzepte gibt es zur Wiedergutmachung? Berichten Sie über Fälle im Berichtszeitraum.

Informationen zu der Wertschöpfungskette sind unter Punkt 2. dargestellt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Die Provinzial sucht alle Lieferanten und Dienstleister sehr sorgfältig aus.

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Unsere Geschäftsstandorte (Münster, Düsseldorf, Detmold, Hamburg, Kiel) befinden sich alle in
Deutschland.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Güter und Dienstleistungen werden vorwiegend regional bezogen. Dienstleister und Lieferanten vom
Standort Düsseldorf werden aufgefordert, einen Code of Conduct zu unterzeichnen.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Es sind keine Lieferanten bekannt, bei denen erhebliche, tatsächliche und potenziell negative soziale
Auswirkungen erkannt wurden.
 

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Die Fusion der beiden Provinzial Gesellschaften schafft ein verändertes Umfeld, in dem auch der Umgang mit unserer gesellschaftlichen Verantwortung weiterzuentwickeln ist. Im Rahmen dieser Fusion wird das Gemeinwohlkonzept für den fusionierten Konzern derzeit überarbeitet und neu aufgestellt.

Beide Konzerne hatten bereits in der Vergangenheit eine Vielzahl von Gemeinwohlaktivitäten, die deren Reputation gestärkt haben. Dabei haben die vielfältigen Engagements die tiefe regionale Verankerung und die gesellschaftliche Verantwortung der beiden Konzerne widergespiegelt. Denn durch den gesellschaftlichen Wandel sind Werte wie Regionalität und Gemeinwohl ein strategischer Mehrwert auch für den neuen Provinzial Konzern.
In 2021 wird ein dem Vorstand vorzulegendes Konzept entwickelt, welches diese gesellschaftliche Verantwortung im neuen Provinzial Konzern ganzheitlich betrachtet und diese Werte als besondere Stärken des neuen Konzerns berücksichtigt und weiterentwickelt. In diesem Konzept sind auch Bewertungskriterien enthalten, nach denen die einzelnen Engagements bewertet werden.

Mit unseren Regionen sind wir tief verbunden - wirtschaftlich und menschlich. Wir übernehmen Verantwortung für unser Umfeld als Versicherungsunternehmen mit einem öffentlichen Auftrag. Neben unseren umfangreichen Versicherungsleistungen engagieren wir uns im Sinne guter Nachbarschaft für präventive, soziale, sportliche und kulturelle Initiativen und stellen darüber hinaus die individuellen Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt.

Diese Engagements folgten jeweils einer Strategie und sind Resultat der Einbindung in die Sparkassen-Finanzgruppe und der Verbindung zu den Landschaftsverbänden in NRW. Im Rahmen der Fusion wird nun ein Gemeinwohl-Konzept entwickelt, mit dem die gesellschaftliche Verantwortung im neuen Provinzial Konzern ganzheitlich betrachtet und ggf. weiter ausdifferenziert wird. Hierbei sollen Werte wie Regionalität und Fairness als besondere Stärken des neuen Konzerns weiter im Vordergrund stehen.

Unsere Maßnahmen

Schäden verhüten ist besser als zu vergüten

Im Rahmen der Schadenverhütung übernehmen wir mit unseren vielfältigen Präventionsmaßnahmen Verantwortung in den Regionen. Hier findet ein Austausch und eine enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Feuerwehren, öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Kitas, Museen und Schulen für einen transparenten Wissenstransfer statt. Das wird in einer ganzen Bandbreite von Präventionsprojekten und Dienstleistungen des Risikomanagements umgesetzt. Technische Standards, beispielsweise zum Brandschutz, werden durch gemeinsame Gremienarbeit in Fach- und Branchenverbänden erarbeitet.

Besondere Beispiele dieses Engagements sind: Den Menschen verbunden - Provinzialer helfen
Was viele kleine Einzelbeiträge in Summe bewirken können, zeigen das Mitarbeiterengagement „ProEhrenamt“ der Provinzial Rheinland und die  sozial orientierten Vereine „PROVINZIALER helfen e. V.“ und „Provinzialer in Westfalen-Lippe helfen e. V.“, die von den Mitarbeitern der Provinzial Nord, der Hamburger Feuerkasse und der Westfälischen Provinzial sowie ihren jeweiligen Vertriebspartnern gegründet wurden.

Die Grundidee der Vereine: Um Geld für gute Zwecke zu sammeln, zahlt jedes Mitglied einen von ihm selbst bestimmten Monatsbeitrag. Auch die Unternehmen machen mit:

Jeder gespendete Euro und jeder Mitgliedsbeitrag werden verdoppelt. In 2020 wurden vom Verein Provinzialer in Westfalen-Lippe helfen e.V. 56 Spenden mit einem Gesamtvolumen von 172.800 Euro gezahlt. Bei  Provinzialer helfen e.V. wurden 15 gemeinnützige Projekte mit 25.820,09 Euro gefördert.  


Kultur prägt unsere Gesellschaft
Schon seit vielen Jahren fördern wir das kulturelle Leben mit der Unterstützung von Kulturprojekten und jungen Künstlern. Durch Spenden und Sponsoring ermöglichen wir vielen Menschen den Zugang zu internationaler Spitzenkunst

Im Norden: In Westfalen Im Rheinland


Sport führt Menschen zusammen


Ob im Profi- oder Amateurbereich - Sport führt die Menschen zusammen und sorgt für Spaß, Motivation und Begeisterung. In unseren Geschäftsgebieten engagieren wir uns im Spitzen- und im Breitensport. Vor allem junge Talente möchten wir in ihren Fähigkeiten bestärken. Die Provinzial Rheinland sponsert seit 2009 im Rheinland über 4.000 Trikotsätze - dies entspricht etwa 65.000 einzelnen Trikots.

Umwelt, Biodiversität und Klimaschutz

Mit unserer Mitgliedschaft beim Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (www.baumev.de) fördern wir die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz und bekennen uns zu den Werten des B.A.U.M.-Kodex. Seit 2009 sind wir Teil des Sustainability Leadership Forum (SLF). Dieses exklusive Netzwerk besteht aus Unternehmen, die sich bereits durch ein herausragendes Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement auszeichnen und sich aktiv für die Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie einsetzen. Zudem sind wir bereits seit 2010 als einziges Versicherungsunternehmen Mitglied im bundesweiten Verband  Klimaschutz-Unternehmen e.V.

Weitere Beispiele für unser Engagement sind:
Weitere Information zu den aufgeführten Beispielen finden Sie auf unserer Homepage.

Die Identifikation von Risiken ist in Kriterium 1 Strategische Analyse und Maßnahmen beschrieben. Für den Bereich Gemeinwesen wurden keine Risiken ermittelt.
 
 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

 
 






19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Für den Provinzial Konzern sind alle Gesetzgebungsverfahren, die das Unternehmen mittelbar und unmittelbar betreffen, von Bedeutung und werden mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt, um zeitnah auf mögliche Veränderungen oder Vorgaben zu reagieren. Dies sind insbesondere handels- (HGB), gesellschafts- (GmbHG) und aktienrechtliche (AG) sowie aufsichtsrechtliche (VAG, BaFin und EU-Regelungen) Gesetzesänderungsvorhaben oder auch Verwaltungsvorschriften, die zu Auslegungsänderungen bei relevanten Rechtsnormen führen. Es gibt Veröffentlichungen sowie in der Konsultation befindliche Entwürfe, die intensiv auf die Ausgestaltung des Nachhaltigkeitsmanagements Einfluss nehmen.


Alle gesetzlichen Anforderungen werden aufgenommen und fristgerecht umgesetzt. Die im Gesetzgebungsverfahren befindlichen Vorschriften und Verordnungen werden regelmäßig überprüft und in potenziellen Entwicklungen berücksichtigt. Der Branchenverband GDV und der Verband Öffentlicher Versicherer (VöV) beobachten die Gesetzesentwicklungen und führen die Kommentare und Einschätzungen der Versicherer zusammen.

Der GDV wird in relevanten Gesetzgebungsverfahren angehört. Die Verbände übernehmen insoweit eine Bündelung bei der Rückmeldung in beide Richtungen. Eingeschränkt trifft das auch für Fragen des Klimaschutzes auf die Vereine B.A.U.M. e.V. und Klimaschutz-Unternehmen e.V. zu. Vgl. Kriterium 18 Gemeinwesen
Darüber hinaus gibt es in Nordrhein-Westfalen auf Wunsch des NRW-Wirtschaftsministers einen Arbeitskreis "Versicherungswirtschaft NRW", der sich im Sinne eines Dialogs mit spezifischen Fragestellungen der Versicherungswirtschaft beschäftigt und dem auch die Provinzial angehört. Die Provinzial verfolgt das Ziel, keine politische Einflussnahme auszuüben. Daher lehnen wir eine Mitgliedschaft in politischen Organisationen ab und unterstützen auch keine Parteien oder Politiker und vergeben auch keine Spenden an politische Parteien. Ebenso findet keine politische Lobbyarbeit durch Vertreter des Provinzial Konzerns statt.
Zum Aspekt der Antikorruption (Ziele und Ergebnisse) siehe Kriterium 20. 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Spenden oder sonstige Zuwendungen an politische Parteien oder Gruppierungen sind grundsätzlich ausgeschlossen.
 
 

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Die Provinzial verfügt über ein umfassendes Compliance Management System (CMS), dessen wesentliche Inhalte im Intranet des Konzerns von jedem Mitarbeitenden einsehbar sind. Die Compliance-Leitlinie findet durch mehrere Richtlinien ihre Ausprägung. Für die Provinzial Asset Management GmbH (ProAM) sowie die andsafe AG besteht ein eigenes CMS.

Die Überprüfung der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben erfolgt im Rahmen des CMS über eine Risikoanalyse, der sich anschließenden Überwachung der Risiken und der Risikensenkung durch die Festlegung und Umsetzung von notwendigen Maßnahmen. Im Compliance-Bericht wird dem Vorstand und Aufsichtsrat über die Maßnahmen und Kontrollergebnisse berichtet. Ziel des CMS ist es, systematisch die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten sichergestellt wird. Der Fokus im Jahr 2020 lag auf der Konsolidierung der beiden Provinzialkonzerne. In 2021 wird der Prozess fortgeführt und somit die Ziele für den fusionierten Konzern konkretisiert.

In allen relevanten Themenbereichen, die das Risiko beinhalten, nicht im Einklang mit den Compliance-Richtlinien zu stehen, werden Risikoanalysen in Zusammenarbeit mit den betroffenen Fachbereichen durchgeführt. Dies umfasst insbesondere die Bereiche Steuern, Kartellrecht, Vertrieb, IT, Datenschutz, Geldwäsche, Personal, Betrug (Fraud)  für Schaden/Komposit, Beschwerdemanagement, FATCA/CRS sowie Finanzsanktionen und Embargo. Die Risikoanalysen zu den Themen Aufsichtsrecht, Kapitalmarktcompliance, doloses Verhalten und Nachhaltigkeit werden sukzessive ausgebaut.

Führungskräfte und Beschäftigte werden durch interne Vorgaben sowie Schulungen sensibilisiert, um auf ein rechtskonformes Verhalten hinzuwirken. Bei den internen Vorgaben handelt sich um Leitlinien, Richtlinien und Arbeitsanweisungen.

Bei Eintritt in das Unternehmen erhalten die Mitarbeitenden Regelungen zu Allgemeinen Verhaltensgrundsätzen ausgehändigt und verpflichten sich auf die Compliance Grundsätze. Diese dienen als Leitfaden für einen fairen, verantwortungsvollen Umgang miteinander und mit Kunden. Sämtliche Zuwendungen durch und an Dritte einschließlich gegebenenfalls erforderlicher Genehmigungen werden in einer Compliance-Datenbank transparent erfasst.
 
Die Provinzial toleriert gemäß der Verhaltensleitlinie keinerlei Form von Bestechung oder Bestechlichkeit. Bei Verstößen, die regelmäßig eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten darstellen, ergreift die Provinzial angemessene rechtliche Maßnahmen (z. B. Weisung, Abmahnung etc.). Derartige Maßnahmen können in besonders schweren Fällen eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses nach sich ziehen. Unter bestimmten Umständen kann der Verstoß gegen die Verhaltensrichtlinien auch zu einer Zivilklage oder zu einer Strafverfolgung führen. Bei den Kapitalanlagen werden grundsätzlich Investitionen in Unternehmen ausgeschlossen, die in schwerwiegender Form gegen eine gute Unternehmensführung (Governance) verstoßen und u.a. nicht gegen alle Arten von Korruption, einschließlich Erpressung und Bestechung eintreten. Gleiches gilt für die Anlage bei Staaten oder Gebietskörperschaften für diejenigen Länder, die hinsichtlich des Korruptionsindexes von Transparency International bestimmte Mindestanforderungen nicht erfüllen. 

Hinweise zu Kapitalanlagen bzgl. schwerwiegender Mängel bei der Unternehmensführung (u.a. z.B. Bestechlichkeit, Korruption) oder bei Staaten bzgl. Korruption sind in Kriterium 3 Ziele aufgeführt.
Darüber hinaus sind keine weiteren Ziele geplant. 
 

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Sämtliche Geschäftsstandorte des Provinzial Konzerns sind Teil eines Compliance Management Systems, welches auch die Identifizierung und Überwachung von Korruptionsrisiken umfasst. Der Außendienst wird durch die laufende Aufsicht über die Vermittler der Provinzial sowie durch die Revision überwacht. Die ermittelten und möglichen Risiken werden bei alleiniger Betrachtung von Korruptionstatbeständen als nicht wesentlich bewertet. Aufgrund der vertrieblichen Zusammenarbeit mit Sparkassen sind auch die Amtsträgerfragestellungen berücksichtigt.
 
 

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

Im Geschäftsjahr 2020 gab es keine bestätigten Korruptionsfälle.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nicht-monetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Im Berichtsjahr gab es keine Strafen wegen Nichteinhalten von Gesetzen und Vorschriften.