14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Arbeitnehmerrechte der Mitarbeitenden der Kindernothilfe ergeben sich insbesondere aus dem Bundes-Angestellten-Tarif – Kirchliche Fassung (BAT-KF) und dem Mitarbeiter-Vertretungs-Gesetz (MVG), das den sogenannten " dritten Weg" aus der Kirchenzugehörigkeit über die Diakonie Rheinland- Westfalen-Lippe eröffnet. Hierdurch ist ein international hoher Standard zu Arbeitnehmerrechten erreicht, der konkret in der Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Personalreferat und Mitarbeitervertretung gelebt wird. Konkrete Absprachen zwischen Vorstand und Mitarbeitervertretung werden in Form von Dienstvereinbarungen (z.B. zu den Themen Arbeitszeit, Suchtmittel, Stellenbewertung) abgeschlossen. Es finden regelmäßige Gespräche zwischen Mitarbeitervertretung und Vorstand statt.

In Fragen von Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Datenschutz, Raumplanung ist die Mitarbeitervertretung in Arbeitsgruppen vertreten. Zum Thema psychische Gefährdungsbeurteilung wurde eine Umfrage durchgeführt, deren Ergebnisse insbesondere zu den Themen Störungen am Arbeitsplatz und Führung gemeinsam mit den Mitarbeitenden besprochen wurden. Diese Umfrage wird Ende 2019 wiederholt. Konkrete Maßnahmen wurden auf Referatsebene vereinbart und umgesetzt. Für das Jahr 2020 sollen eine Dienstvereinbarung zum Thema „Sexuelle Belästigung“ und eine Diversity-Policy erarbeitet werden. Die jährliche Fahrradaktion zahlt bewusst auf das Thema Nachhaltigkeit ein. Ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement auf Mitarbeiterebene gibt es nicht.

In der Arbeit in den Koordinationsbüros soll die Einhaltung der jeweiligen nationalen Arbeitnehmerstandards sichergestellt werden. Vertragliche Verpflichtungen hierzu gibt es insbesondere bzgl. Zahlungen von Gehältern, Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, Compliance, Korruptionsbekämpfung und Schutz von persönlichen Daten. Die Risiken von Verstößen insbesondere in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Gleichbehandlung und Datenschutz liegen in langzeitigen Ausfällen und sinkender Motivation von Mitarbeitenden sowie im Reputationsverlust und damit verbundenen Spendenrückgängen sowie in möglichen Strafzahlungen und Gerichtsverfahren.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Bei der Kindernothilfe wird nach BAT-KF bezahlt, durch die geltende Entgelttabelle findet eine geschlechtergerechte Bezahlung statt. Es gibt Zuschüsse zum Gehalt für kindergeldbeziehende Eltern. Konkrete Zielsetzungen bzgl. des Tarifwerks gibt es keine, da diese von den Tarifpartnern in Kirche und Diakonie ausgehandelt werden.
Frauen in Führungspositionen (50 % der Referatsleitungen sind Frauen), die Vorstandsvorsitzende (der Vorstand besteht insgesamt aus 3 Personen) ist eine Frau. Insgesamt hatte die Kindernothilfe in 2018 166 Mitarbeitende, davon 120 weibliche und 46 männliche.

Im Jahr 2017 wurde die Organisation durch eine externe Beraterin zum Thema „Gender“ analysiert und ein Aktionsplan erstellt. Konkrete Zielsetzung im Bereich Diversity ist die Entwicklung des Diversity-Konzepts in 2020, das auch das Gender-Thema mit umfasst (vgl. auch Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz – AGG). Bereits 2016 wurde die Kindernothilfe als „familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet, verschiedene Teilzeitmodelle, ein Eltern-Kind-Büro und die Möglichkeit von zu Hause zu arbeiten eröffnen sehr flexible Arbeitszeitmodelle.

Die Kindernothilfe hat 2017/2018 ein großes Projekt zur psychischen Gefährdungsbeurteilungen im gesamten Haus aufgesetzt. Störfaktoren wurden ermittelt und im direkten Umfeld nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Das Thema „Störungen am Arbeitsplatz“ wurde jeweils auf Arbeitsebene von den  Referatsleitungen angesprochen und weitestmöglich gelöst. Das Thema „Führung“ wird kontinuierlich in Führungs- und Managementklausuren zwischen Vorstand und Referatsleitungen angesprochen und weiterentwickelt. Im November 2019 wurden die Ergebnisse einer zweiten Befragung in der Geschäftsstelle vorgestellt und Veränderungen in der Einschätzung der Mitarbeitenden mit den Ergebnissen der ersten Befragung verglichen.
 
Zusätzlich zu den Maßnahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes gibt es diverse Angebote zu präventiven Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der persönlichen gesundheitlichen Situation in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und dem ASD (Rückentraining, auf sich Acht geben, progressive Muskelentspannung etc.).

Die Kindernothilfe beschäftigt 9 Mitarbeitende mit Schwerbehinderung und hat eine Schwerbehindertenvertretung.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Personalentwicklung ist eine wesentliche Aufgabe des Personalreferats, das gemeinsam mit den Leitungskräften über die Verwendung des Fortbildungsetats entscheidet. Die Kindernothilfe fördert die Weiterbildung unserer Mitarbeitenden auf breiter Basis. Es gibt hausweite Angebote sowie individuelle Schulungsmöglichkeiten, die mit dem Vorgesetzten vereinbart werden. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 734 Stunden Weiterbildungsmaßnahmen genehmigt, davon 184 Stunden in Form von Bildungsurlaub, 73 Stunden wurden als hausinterne Schulungen angeboten.   Auf internationaler Ebene fördert die Kindernothilfe die Weiterbildung ihrer Partner, indem sie jährliche Workshop-Veranstaltungen zum Austausch organisiert. Der Rahmen für Fortbildungsmaßnahmen wird jährlich im Rahmen der Haushaltsplanung neu festgelegt. 
Die Kindernothilfe bietet die Ausbildung zu Kaufleuten für Büromanagement an.

Wesentliche Aufgabe des Personalreferats ist das Gesundheitsmanagement. Risiken liegen für die Mitarbeitenden in langfristigen Erkrankungen und für die Kindernothilfe in langwierigen Ausfällen von Mitarbeitenden. Ziel des Gesundheitsmanagements ist natürlich die Vermeidung von solch lang dauernden Erkrankungen zunächst einmal durch die Sensibilisierung für Gesundheitsthemen und das Erlernen von Fertigkeiten, Erkrankungen zu vermeiden und Symptome bereits in einer Frühphase zu erkennen. Im Jahr 2017 wurde eine psychische Gefährdungsbeurteilung mit Unterstützung eines externen Beraters vorgenommen. Beschäftigte, die aufgrund ihrer dienstlichen Tätigkeit ins Ausland reisen, werden regelmäßig ärztlich untersucht und erhalten die notwendigen Vorsorgemaßnahmen für die jeweiligen Länder wie z.B. Schutzimpfungen und Malariaprophylaxe. Außerdem müssen die Mitarbeitenden verpflichtend an einem Sicherheitstraining teilnehmen. Über die genannten Risiken hinaus sehen wir keine wesentlichen weiteren Risiken mit negativen Auswirkungen auf Qualifizierung.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.


Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;
b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Für die Arbeitssicherheit im Büroalltag liegen die gesetzlichen Maßstäbe zugrunde.
Im Jahr 2018 gab es 2 Unfälle, beides Wegeunfälle.
Insgesamt 166 Mitarbeitende, davon 120 weibliche und 46 männliche Mitarbeite. Einer der Mitarbeitenden hat eine anerkannte Berufskrankheit, in 2018 gab es keine neuen Anerkennungen.

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Wesentliche Aufgabe des Personalreferats ist das Gesundheitsmanagement. Im Jahr 2017 wurde eine psychische Gefährdungsbeurteilung mit Unterstützung eines externen Beraters vorgenommen. Die Ergebnisse wurden an die Mitarbeitenden kommuniziert und erste Maßnahmen zur Beseitigung von Belastungsstörungen umgesetzt. Für die Beschäftigten der Kindernothilfe gilt der der BAT-KF. Mit dem Thema Arbeitssicherheit und Gesundheit beschäftigt sich ein Arbeitsschutz-Ausschuss, in dem die Mitarbeitenden über die Mitarbeitervertretung vertreten sind. Beschäftigte, die aufgrund ihrer dienstlichen Tätigkeit ins Ausland reisen, werden regelmäßig ärztlich untersucht und erhalten die notwendigen Vorsorgemaßnahmen für die jeweiligen Länder wie z.B. Schutzimpfungen und Malariaprophylaxe. Außerdem müssen die Mitarbeitenden verpflichtend an einem Sicherheitstraining teilnehmen. Die Kosten dieser Maßnahmen trägt der Arbeitgeber. Hilfsmittel wie Reiseapotheken und Moskitonetze können für die Dauer der Dienstreise ausgeliehen werden. Weitergehende Gesundheitsthemen werden ggf. von der Mitarbeitervertretung aufgenommen. Beim Thema psychische Gefährdungsbeurteilung war die Mitarbeitervertretung Teil der Begleitgruppe.

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

Im Jahr 2018 wurden den Mitarbeitenden der Kindernothilfe insgesamt 734 Stunden Weiterbildung gewährt, davon waren 184 Stunden in Form von Bildungsurlaub. 73 Stunden wurden hausintern gegeben.

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

Die Mitgliederversammlung wählt den Verwaltungsrat und beachtet dabei die Kriterien der Wahlordnung: „Dabei hat der Nominierungsausschuss - im Hinblick auf die dem Verwaltungsrat obliegenden satzungsgemäßen Aufgaben - darauf zu achten, dass die Kandidatinnen/ Kandidaten insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Es ist daher insbesondere darauf zu achten, dass die Mitglieder des Verwaltungsrates möglichst über unterschiedliche Qualifikationen verfügen (z.B. in Entwicklungszusammenarbeit und Kinderrechtsarbeit, in Arbeitskreisen, Kirche, Wissenschaft oder Wirtschaft bzw. am Standort).“

Der Vorstand wird vom Verwaltungsrat bestellt. Hierbei sind folgende Kriterien relevant:
relevanter Studienabschluss, Berufserfahrung, Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche und das Geschlecht. Im Diakonischen Governance Kodex bekennt sich die Kindernothilfe zum Ziel, bei der Zusammensetzung von Gremien, Organen und von Leitungsstellen auf Vielfalt (Diversity) zu achten und dabei insbesondere eine angemessene Berücksichtigung aller Geschlechter anzustreben.
Die Mitarbeitervertretung besteht aus 7 Mitgliedern sowie 5 Ersatzmitgliedern, die sich nach den Kriterien des Mitarbeiter-Vertretungs-Gesetz (MVG) zusammensetzen.

2018 hatte die Kindernothilfe insgesamt 166 Mitarbeitende, davon 120 weiblich und 46 männlich. Diese können nach Rücksprache mit dem Personalreferat und der Vorstandsassistenz in verschiedene Gruppen wie (Geschlecht, Alter, Denomination, Grad der Behinderung und Nationalität) aufgeteilt werden.

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

Im Betrachtungszeitraum wurden keine Vorfälle angezeigt.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Als Kinderrechtsorganisation sind der Einsatz für Menschenrechte in der Projekt- und Advocacy-Arbeit Satzungszweck der Kindernothilfe. Das große Risiko der Kindernothilfe liegt darin, dass bei Menschen- und insbesondere Kinderrechtsverletzungen in der eigenen Organisation ein erheblicher Reputationsverlust zu erwarten ist, der einen erheblichen Spendenrückgang zur Folge haben kann. Insofern liegt im Schutz von Kindern eine besondere Zielsetzung und verschiedene Verfahren sind installiert worden, um im Integrität, Transparenz, Kindesschutz, Corporate Governance und Compliance sicherzustellen. Dazu gehören die Kindesschutz-Policy und die Integritäts- und Antikorruptions-Policy als Teil des Arbeitsvertrages, der Diakonische Governance Kodex und die Unternehmensleitlinien, die bereits bei der Auswahl von Unternehmen als Spender und Unterstützer Risiken im Bereich Kinderrechtsverletzungen untersucht.
Bei Auftragsvergabe versuchen wir, wo möglich, Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu berücksichtigen (Catering).  Für Mitarbeitende Umsetzung des Allgemeinen Gleichbehandlungs-Gesetzes (AGG) insbesondere bzgl. des Grades von Behinderung, Alter, Nationalität und Geschlecht. Satzungsgemäße Öffnung für Mitarbeitende anderer Denominationen.Durch kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen sollen Einzelaspekte (z.B. bei der Auftragsvergabe) verbessert werden, grundsätzlich gilt jedoch die Einhaltung der Menschenrechte als konstitutives Merkmal der Arbeit der Kindernothilfe.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Ein wachsender Teil der Mittel der Kindernothilfe wird durch Spenden und Sponsoring-Zuwendungen von Unternehmen generiert. Aus Basis von Leitlinien für die Kooperation mit Unternehmen wird je nach Art der Zusammenarbeit (Kooperation, Sponsoring, Höhe der Spende, Dienstleitung z.B. im Bereich Kindesschutz) das Unternehmen neben dem Unternehmenszweck auch auf Verstöße gegen Menschenrechte oder Korruptionsfälle geprüft. Die Leitlinien sind angelehnt an die Anlagerichtlinien der Kindernothilfe, die wiederum den Richtlinien der Evangelischen Kirche Deutschlands und dem Nachhaltigkeitsfilter der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) entsprechen. Im Jahr 2019 wurde eine ins Auge gefasste Unternehmenskooperation mit Hinblick auf mögliche Menschenrechtsverletzungen nicht begonnen. Aufgrund der geringen Anzahl von Investitionsvereinbarungen erfolgt aus Datenschutzgründen keine weitere Angabe.

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Prüfungen der Kindernothilfebüros in den Partnerländern erfolgt kontinuierlich, i.d.R. sogar jährlich im Hinblick Finanzadministration, Wirkung der Programme und dabei insbesondere auf die Auswirkung zur Verbesserung von Kinderrechten. Es findet keine spezifische Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechten im Büro selbst statt, es wird allerdings sicher gestellt, dass lokales Recht (insbesondere lokales Arbeitsrecht) und damit auch die Menschenrechte berücksichtigt und angewandt werden Es liegen allerdings keine Erkenntnisse zu Menschenrechtsverletzungen vor.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Keine, da einzelne Lieferanten eine zu geringe Bedeutung im Geschäftsmodell der Kindernothilfe haben.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Aufgrund des Geschäftsmodells der Kindernothilfe haben Lieferanten keine signifikanten Anteile an den Produkten der Kindernothilfe. Daher gibt es keine Überprüfungen. Beendete Geschäftsbeziehungen wegen erheblicher sozialer Auswirkungen sind nicht bekannt.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Durch die Mitgliedschaft im Verein „Wirtschaft für Duisburg“, durch Kindesschutz-Schulungen durch Training & Consulting und durch die Organisation des Kinderfestes beim jährlich stattfindenden Innenhafenfest engagiert sich die Kindernothilfe am Standort Duisburg.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

Erträge im Jahr 2018:
Spenden: 50,6 Mio EUR
Zuwendungen und Zuschüsse: 5,8 Mio EUR
Andere Erträge: 3,6 Mio EUR
Gesamt: 60,0 Mio EUR

Aufwendungen im Jahr 2018:
Projektausgaben: 47,8 Mio EUR
Werbe- und Verwaltungsausgaben: 9,9 Mio EUR
Gesamt: 57,8 Mio EUR

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Mit Advocacy-Arbeit in Deutschland und in den Partnerländern wirkt die Kindernothilfe auf Politiker ein, damit sie sich für Kinder in Entwicklungsländern einsetzen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für sie verbessern. Gelder an Regierungen, Parteien und Politiker werden nicht gezahlt. Im Rahmen der Kampagnen-Arbeit gibt es regelmäßige Treffen mit der Menschenrechtsbeauftragten. Zur Durchsetzung der politischen Ziele arbeitet die Kindernothilfe insbesondere in folgenden Bündnissen mit:  
- Bündnis Entwicklung Hilft
- VENRO
- TransFair / Fair trade
- Ratify OP3 CRC
- Klima Allianz Deutschland
- Gemeinsam für Afrika
- BBE
- ecumenical Advocacy Alliance
- Deutsches Bündnis gegen Kindersoldaten
- ecpat
- Forum Menschenrechte
- Keeping children save
- National Coalition Deutschland
- Erlassjahr
- Klima der Gerechtigkeit
- Globale Bildungskampagne
- European Network on Debt and Development
- Deutsches Institut für Menschenrechte
- Aktionsbündnis gegen Aids

Gemeinsam mit der National Coaltion Deutschland setzen wir uns dafür ein, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz übernommen werden. Weitere aktuelle Einflussnahmen auf Gesetzgebungsverfahren gibt es nicht, da die Kindernothilfe sich im Wesentlichen auf Lobbyarbeit bzgl. der Umsetzung und Einhaltung von bestehenden Gesetzen konzentriert.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Die Zahl der Treffen mit politischen Mandatsträgern wird nicht erfasst. Die Kindernothilfe zahlt keine politischen Spenden (fehlender Satzungszweck). Die Kindernothilfe ist selbst Spendenempfänger.
 

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Die Einhaltung von geltenden Gesetzen, Arbeitsanweisungen und Dienstvereinbarungen gehört zu den Grundwerten der Kindernothilfe. Wesentliche Regelwerke sind das Organisationshandbuch, der Diakonische Governance-Kodex der Kindernothilfe, die Kindesschutz-Policy, die Integritäts- und Antikorruptions-Policy, die Leitlinien der Zusammenarbeit mit Unternehmen, die Anlagerichtlinien und Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.  

Zur Umsetzung werden insbesondere folgende Maßnahmen durchgeführt:
- DZI-Prüfung
- Regelmäßiges Finanzcontrolling und Auditing
- Mitarbeit im TI-Arbeitskreis Transparenz in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit
- Einrichtung der neuen Stelle "Anti-Korruptions-Team"
- Besetzung der Ombudsstelle
- Schulungen von Mitarbeitenden in der Geschäftsstelle und in der Koordinationsstruktur  

Die DZI-Prüfungen zur Angemessenheit von Werbe- und Verwaltungskosten sowie zu Governance, Finanzadministration, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit haben in den letzten keine wesentlichen Kritikpunkte ergeben und es wurde durchgängig das DZI-Spendensiegel erteilt.  

Erhebliche Korruptionsrisiken wurden insbesondere in den Ländern mit schwachen Governance-Systemen und in Bürgerkriegssituationen und nach humanitären Krisen ermittelt. Bekannte Korruptionsverdachtsfälle in der Koordinationsstruktur und bei den Partnerorganisationen mit Bezug auf Kindernothilfe-Projekte liegen dem Leiter des Referates für Controlling und Finanzen vor. Eine umfassende Dokumentation soll ab 2019 durch die noch einzurichtende Anti-Korruptionsstelle in der Geschäftsstelle der Kindernothilfe erfolgen.

Verstöße gegen die Integritäts- und Anti-Korruption-Policy können folgendermaßen sanktioniert werden:  

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Alle Länderbüros werden kontinuierlich durch Controller und Wirtschaftsprüfer überwacht. Erhebliche Korruptionsrisiken wurden insbesondere in den Ländern mit schwachen Governance-Systemen und in Bürgerkriegssituationen und nach humanitären Krisen ermittelt. Aus Datenschutzgründen werden diese Länder in diesem Bericht nicht genannt.

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

Bekannte Verdachtsfälle in der Koordinationsstruktur und bei den Partnerorganisationen mit Bezug auf Kindernothilfe-Projekte liegen dem Leiter des Referates für Controlling und Finanzen vor. Ein umfassende Dokumentation soll ab 2019 durch die noch einzurichtende Anti-Korruptionsstelle in der Geschäftsstelle der Kindernothilfe erfolgen.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nicht-monetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Bisher keine hat Kindernothilfe keine Strafzahlungen oder Bußgelder leisten müssen.