14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die WERTGARANTIE Group beschäftigt ausschließlich Arbeitnehmer innerhalb Europas. An den verschiedenen Standorten in Deutschland, Österreich, Niederlande, Spanien und Frankreich werden EU-Standards für Arbeitnehmerrechte strikt umgesetzt und geachtet. Verstöße gegen die ILO-Kernarbeitsnormen sind daher für die WERTGARANTIE Group ausgeschlossen. Aufgrund dieser geographischen Begrenzung der Unternehmenstätigkeit existieren auch keine direkten Risiken hinsichtlich von Verstößen gegen Arbeitnehmerrechte.

Der Großteil der Geschäftsbeziehungen besteht zu Dienstleistern und Lieferanten innerhalb der EU. Die Rechte der Arbeitnehmer werden durch die Anwendung der ILO-Kernarbeitsnormen auf den europäischen Standorten eingehalten. Die interne „Leitlinie zur Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern“ dient als Orientierungshilfe zur Bewertung der direkten Geschäftspartner und fragt mittels Prüfplänen auch soziale Kriterien wie die Einhaltung von Menschen- und Persönlichkeitsrechten ab.

Internationale Geschäftsbeziehungen bestehen zumeist indirekt durch die Beschaffung von Gütern bei Vorlieferanten mit Produktionsstätten außerhalb der EU. Bislang überprüft die Unternehmensgruppe die indirekte Zulieferkette hinsichtlich der Einhaltung von Arbeitnehmerrechten nicht.

Die Unternehmensstrategie der WERTGARANTIE Group eröffnet den Mitarbeitern Chancen und Perspektiven für ihre berufliche und persönliche Entwicklung. Abwechslungsreiche Tätigkeiten, umfangreiche Sozialleistungen, moderne Arbeitsplätze und die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen ein attraktives Arbeitsumfeld.  

Entsprechende Ziele finden sich in Kriterium 3 „Ziele – Mitarbeiterentwicklung“. Die Unternehmensführung ist in die Entwicklung der Ziele eingebunden.

Die Rechte der Arbeitnehmer werden jederzeit durch den Betriebsrat vertreten. Die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen sowie der Arbeitsordnung der WERTGARANTIE Group sichern die Achtung der Rechte. Darüber hinaus werden besondere Programme zum Arbeitsschutz aufgelegt.

Die WERTGARANTIE Group erklärt in ihrem Leitbild klar, dass die Unternehmenskultur so gestaltet wird, dass sich Mitarbeiter wohl fühlen und gemeinsam erfolgreich arbeiten. Daher genießt auch die interne Kommunikation einen hohen Stellenwert, was durch die Aussagen in den Interviews von allen Befragten bekräftigt wurde. Regelmäßige Teammeetings, geplante und spontane Besprechungen sowie ein direkter Kontakt und kurzer Weg zwischen Mitarbeitern und Team-, Abteilungs-, Bereichs- oder Geschäftsleitern fördern den intensiven Austausch untereinander. Auf diese Weise haben die Mitarbeiter auch die Möglichkeit, ihre Ideen jederzeit aktiv einzubringen und sich mit Verbesserungsvorschlägen direkt an die Vorgesetzten zu wenden. 

In der Arbeitsordnung, dem Leitbild und Kompetenzmodell sind die Unternehmenswerte und wünschenswerten Prinzipien der Zusammenarbeit und des Miteinanders bei der WERTGARANTIE Group festgeschrieben. Auch hier gilt der Verweis auf Ziele in Kriterium 3 ebenso wie auf verschiedene Leitlinien wie jene zu Compliance, Governance, Risikomanagement und der Arbeitsordnung. In der Arbeitsordnung sind ferner Regelungen zu Bezahlung, Urlaub, Sonderleistungen, Arbeitszeiten und Urlaub, aber auch zur Weiterbildung und zum allgemeinen Verhalten am Arbeitsplatz hinterlegt. Darüber hinaus wird in dem Dokument festgelegt, wie die Mitarbeiter gezielt durch Weiterbildung gefördert werden, wie die Gesundheit der Mitarbeiter sichergestellt wird und welche Sonderleistungen getätigt werden, um die Leistungsfähigkeit, aber auch die Motivation der Mitarbeiter zu fördern (siehe hierzu Kriterien 15 und 16). Kennzahlen zu Gesundheits- und Arbeitssicherheit bzw. zur Weiterbildung werden jährlich über den Bereich Human Ressources erhoben und im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht. Die WERTGARANTIE Group will sich hier von einem hohen Niveau kommend weiterentwickeln. Bei auffälligen Entwicklungen der Kennzahlen würde die Personalleitung informiert werden und ggf. notwendige Gegenmaßnahmen erarbeiten.

Der Austausch zwischen den Mitarbeitern ist und bleibt auch bei ortsunabhängiger Arbeit wichtig. Die WERTGARANTIE Group fördert eine Arbeitskultur, die offene Rückmeldungen aller Beteiligten schätzt und hierzu ermutigt. Alle Mitarbeiter sollen für ihre individuellen Fähigkeiten und Beiträge respektiert werden. In den jährlichen Mitarbeitergesprächen wird ein offener und ehrlicher Dialog gefördert, der individuell auf den Einzelnen eingeht. Alle Vorgesetzten und auch der Betriebsrat stehen für mögliche Probleme der Mitarbeiter bereit. Über die Beteiligung der Mitarbeiter hinaus wird auch die stetige Verbesserung der Prozesse und Produkte gefördert. Mitarbeiter können jederzeit Vorschläge einreichen, die z. B. Arbeitsmethoden, -abläufe oder -ergebnisse sowie das Thema Nachhaltigkeit betreffen. Befragungen der Mitarbeiter und die regelmäßige Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen auf dem Portal CONNECT laden die Mitarbeiter zusätzlich und kontinuierlich ein, sich aktiv in das Nachhaltigkeitsmanagement einzubringen.

Als Reaktion auf die Ergebnisse der letzten dort durchgeführten Befragung wurde daran gearbeitet, Mitarbeiter noch stärker über Nachhaltigkeitsthemen zu informieren. Als ein Bestanteil des Konzeptes zur Nachhaltigkeitskommunikation für die Mitarbeiter wurde im Social Intranet CONNECT eine Nachhaltigkeitsgruppe gegründet, in der aktuell 38 % der Mitarbeiter am Standort Hannover Mitglied sind. Die Möglichkeit des Dialoges wird darin gut angenommen. Anregungen der Mitarbeiter werden von anderen Mitarbeitern, aber auch vom Nachhaltigkeitsteam und dem Vorstand beantwortet und zum Teil auch umgesetzt. Im Sinne einer noch stärkeren Sensibilisierung und eines verbesserten gegenseitigen Austauschs der Mitarbeiter über Nachhaltigkeitsthemen wurde im Berichtszeitraum eine Informationskampagne erarbeitet, die Anfang 2021 in CONNECT startet.
Inhaltlich liegt dabei der Fokus auf der Vermittlung von Tipps zur Gestaltung eines nachhaltigen Arbeitsalltags.

Der in Kriterium 12 beschriebene Risikomanagement-Prozess schließt auch das Thema Arbeitnehmerbelange ein. In 2020 wurden keine wesentlichen Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen sowie Produkten und/oder Dienstleistungen der WERTGARANTIE Group ergeben und sehr wahrscheinlich negative Auswirkungen auf Arbeitnehmerbelange haben, gemeldet. Im Jahr 2020 wurde die WERTGARANTIE Group in einer von CHIP und GreatJobs durchgeführten Studie von 27 untersuchten Versicherungshäusern unter den Top-6-Arbeitgebern für IT-Fachkräfte platziert. Mit diesem Abschneiden sieht die WERTGARANTIE Group sich darin bestätigt, auch für die Gruppe der stark umworbenen IT-Fachkräfte attraktive Arbeitsbedingungen anbieten zu können.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Die WERTGARANTIE Group orientiert sich bei der Bezahlung ihrer Mitarbeiter an der nötigen Qualifikation für die ausgeschriebene Stelle sowie an marktüblichen Gehältern. Die Entwicklung der Gehälter wird jährlich überprüft und sowohl an Leistungen, aber auch an die Wertigkeit der Tätigkeiten angepasst. Darüber hinaus erhalten Mitarbeiter der WERTGARANTIE Group zusätzlich zu ihrem monatlichen Gehalt freiwillige Leistungen, die von Geschenken zu Jubiläen, Hochzeit oder Nachwuchs über Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge und Kinderkrippen bis hin zu Restaurantgutscheinen für das Mittagessen reichen. Programme zur Förderung der Mitarbeiter werden unter den Zielen des Kriteriums 3 beschrieben und sind dort in den Entwicklungszielen der Mitarbeiter zu finden.

Die WERTGARANTIE Group bietet auch außerhalb der „normalen“ Vergütung den Mitarbeitern ein attraktives Mitarbeiterbeteiligungsprogramm an, mit dem sich die Mitarbeiter am heutigen und zukünftigen Erfolg der WERTGARANTIE Group beteiligen und sie am kontinuierlichen Wachstum mitwirken und teilhaben können.

Die WERTGARANTIE Group toleriert keinerlei Diskriminierung oder Belästigung im Arbeitsumfeld, sei es aufgrund von Alter, Behinderungen, ethnischer Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, politischer Haltung oder gewerkschaftlicher Betätigung, vermeintlicher Rasse, Religion oder Weltanschauung. Darüber hinaus wurden keine weiteren konkreten Ziele zu diesem Thema formuliert.

Der WERTGARANTIE Group ist es wichtig, dass die Mitarbeiter ihren Job mit ihrer Familie gut vereinbaren können. Alle Beschäftigten haben daher einen gewissen Spielraum in ihrer Arbeitszeiteinteilung, um flexibel auf Lebenssituationen reagieren zu können. Flexible Arbeitszeiten sind selbstverständlich und nach Absprache bestehen Möglichkeiten des mobilen Arbeitens. Individuelle Übereinkommen zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitern erlauben eine gute Vereinbarkeit von Privat- und Arbeitsleben. Im Jahr 2020 wurden auch durch die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 die ohnehin geplante Möglichkeiten zur Flexibilisierung („FlexWork“ und „Desksharing“) beschleunigt. Diese werden im kommenden Jahr konsequent weiter umgesetzt. 

Als Versicherer von Hunden bietet die WERTGARANTIE Group ihren Mitarbeitern zusätzlich an, nach Absprache den eigenen Hund mitzubringen. Dieses Angebot leistet einen weiteren Beitrag zum Wohlfühlen am Arbeitsplatz.

Für eine flexible Nutzung der Lebensarbeitszeit wurde bei der WERTGARANTIE Group durch eine Betriebsvereinbarung ein Lebensarbeitszeitmodell eingerichtet. Im Rahmen dieses Lebensarbeitszeitmodells wird den Beschäftigten z. T. die Gelegenheit gegeben, Entgelt- bzw. Zeitbestandteile in ein Wertkonto einzubringen und in Freizeit auszugleichen.

Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, wurden Vorschriften zur Vermeidung von Arbeitsunfällen verfasst, die im Personalbereich angefordert oder jederzeit im Intranet abgerufen werden können. Alle Beschäftigten sind angehalten, Arbeitsunfälle der Abteilungsleitung und dem Personalbereich sofort mitzuteilen. Hierüber hinaus gibt es E-Learning-Module für Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz, die von der Hausverwaltung betreut werden. Auch wurde ein Arbeitssicherheitsausschuss eingerichtet. Hier tauschen sich in regelmäßigen Treffen verschiedene Unternehmensbereiche mit Arbeitssicherheitsfachkraft und Betriebsärztin aus.

Die WERTGARANTIE Group bezahlt alle Mitarbeiter angemessen und bietet eine Vielzahl von freiwilligen Leistungen, wie zu Beginn des Kapitels beschrieben.

Auch bei den Sozialthemen haben aktuell alle Ziele eine dauerhafte Gültigkeit. An der Zielerreichung wird stetig gearbeitet. Eine Konkretisierung der Ziele hinsichtlich mehr quantitativer Vorgaben und genauerer zeitlicher Vorgaben ist für das Jahr 2021 geplant.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Die Mitarbeiter der WERTGARANTIE Group sind das höchste Gut der Unternehmensgruppe. Für ein gesundes und motivierendes Klima werden in der Arbeitsordnung zwei wesentliche Strategien verfolgt: Gesundheitsförderung und -schutz sowie Mitarbeiterförderung und Weiterbildung. Mehr als jeder zweite Mitarbeiter hat 2020 dokumentierte Entwicklungspläne vereinbart, womit das selbstgesteckte Ziel einer 50-prozentigen Abdeckung erreicht wurde (siehe auch: Kriterium 3 – Ziele – Mitarbeiterentwicklung wie z. B. „Fit für die Arbeit 4.0“). Das Ziel von 2,5 durchschnittlichen Tagen Weiterbildung pro Mitarbeiter konnte 2020 mit einem Durchschnittswert von 1,3 allerdings nicht erreicht werden. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass viele Seminaranbieter erst Mitte des Jahres 2020 als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie auf Onlinetrainings umgestellt haben. Für einige Themengebiete konnten leider im Berichtszeitraum keine geeigneten Angebote gefunden werden.

Um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und zu fördern, wird eine Vielzahl von Maßnahmen angeboten: HanseFit, Drachenbootrennen, Firmenlaufgruppen & Events, Fußball, Obst & Gemüse sowie Getränke am Arbeitsplatz, aber auch Ernährungskurse und natürlich ergonomische und moderne Arbeitsplätze. Weitere Maßnahmen sind strukturell in der Arbeitsordnung hinterlegt. Nach dem Prinzip „Vorbeugen ist besser als Heilen“ haben die Mitarbeiter der WERTGARANTIE Group die Möglichkeit, die persönliche Vorsorgeuntersuchung (Generaluntersuchung) auch während der Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen. Sollte es dennoch zu einer längeren Krankheit kommen, trägt die WERTGARANTIE Group beim Krankengeld die Differenz zwischen dem von der Krankenkasse gezahlten Betrag bis zum normalerweise erhaltenen Nettogrundgehalt für die Dauer von einem Jahr. Zudem wird ein Gesundheitstag pro Jahr zusätzlich zum Jahresurlaub gewährt.

Ziel der WERTGARANTIE Group ist es, agil zu bleiben und sich dem Wandel der Zeit anzupassen. Aus diesem Grund können sich Änderungen bzw. Ergänzungen der Tätigkeit und unter Umständen auch ein anderes Aufgabengebiet ergeben, die die Neigungen der Beschäftigten berücksichtigen. Die Qualifikation der Mitarbeiter wird stetig erweitert und durch Schulungen, Training-on-the-Job sowie Einarbeitungskonzepte etc. unterstützt. Auch für den Arbeitsalltag gilt: Man lernt nie aus – darum wird den Mitarbeitern nach persönlicher Absprache die Möglichkeit geboten, sich durch gezielte Seminare, Kurse, Schulungen etc. für ihren Arbeitsbereich entsprechend zu qualifizieren und weiterzubilden. In den jährlichen Mitarbeitergesprächen liegt ein Fokus auf dem Thema Aus- und Weiterbildung. In diesem werden Entwicklungspläne zwischen Führungskraft und Mitarbeitern erstellt, diskutiert und festgelegt. Im Jahr 2020 haben 82,3 % der Mitarbeiter entsprechende Gespräche geführt, womit das Ziel einer 95-prozentigen Abdeckung verfehlt wurde (siehe dazu auch Kriterium 3 – Ziele und KPIs zu Mitarbeitern). Als maßgebliche Ursache dafür, dass weniger Mitarbeiterjahresgespräche als geplant stattgefunden haben, sind organisatorische Anpassungen an die starke Zunahme von Homeoffice zu sehen.

Im Bereich Ausbildung ist die Verbindung zur Nachhaltigkeit, den Auszubildenden neben den fachlichen Fähigkeiten auch möglichst viele Sozialkompetenzen mitzugeben und damit jungen Menschen reelle Chancen auf Ausbildung und Übernahme zu bieten. Dieser Tatsache wird die WERTGARANTIE Group mit einer hohen Anzahl an Auszubildenden gerecht. Dafür gab es die Auszeichnung als einer der besten Ausbilder Deutschlands 2020 durch das Fachmagazin Capital. Risiken bezüglich des Kriteriums Qualifizierung, das auch als kein wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt identifiziert wurde, werden bei der WERTGARANTIE Group somit nicht gesehen.

Im Jahr 2020 hat WERTGARANTIE COVID-19-bedingt allen Mitarbeitern, deren Tätigkeiten es erlauben, mobiles Arbeiten ermöglicht. Trotz dieser gewaltigen Herausforderung ist es gelungen, den Arbeitsprozess weiterhin mit hoher Effizienz durchzuführen. Aus dieser Erfahrung heraus wurden im Berichtszeitraum für 2021 sinnvolle Angebote zur Förderung flexibler arbeitsplatzunabhängiger Arbeit („FlexWork“ und „Desksharing“) entwickelt.

Im Jahr 2020 hat WERTGARANTIE zudem ein Führungskräfteentwicklungsprogramm für alle Führungskräfte mit agilem und Blended-Learning-Ansatz gestartet. Aus der Erfahrung während der COVID-19-Krise lautet das Ziel, die Chancen der Flexibilisierung der Arbeit zu nutzen und durch systematische Einführung mobiler Arbeitslösungen voranzutreiben. In einem durch die Personalentwicklung der WERTGARANTIE Group ausgearbeiteten Entwicklungsprogramm für Führungskräfte zum Thema „Auf zu zeitgemäßen Ufern – Werner Wert entdeckt die New Work“ wird Schritt für Schritt die mobile Führungskompetenz systematisch auf- und ausgebaut. Von formellem Erwerb von Kenntnissen und Wissen zu Themen der digitalen und distalen Führung über Training in gemeinsamer kollegialer Bearbeitung von konkreten Fällen near-the-job bis hin zu beratender Begleitung on-the-job für den nachhaltigen Transfer werden Führungskräfte aller Ebenen der WERTGARANTIE Group auf die Herausforderungen der neuen mobilen Arbeitswelt vorbereitet.

Jenseits des Führungskräfteentwicklungsprogramms wurde auch das E-Learning-Angebot für sämtliche andere Mitarbeiter um weitere Module um das Thema Arbeiten im Homeoffice erweitert.

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator GRI SRS-403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Verletzungen;
ii. Anzahl und Rate arbeitsbedingter Verletzungen mit schweren Folgen (mit Ausnahme von Todesfällen);
iii. Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen;
iv. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Verletzungen;
v. Anzahl der gearbeiteten Stunden.

Die Punkte c-g des Indikators SRS 403-9 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.


Leistungsindikator GRI SRS-403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Für alle Angestellten:
i. Anzahl und Rate der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen;
b. Für alle Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden:
i. Anzahl der Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Erkrankungen;
ii. Anzahl der dokumentierbaren arbeitsbedingten Erkrankungen;
iii. die wichtigsten Arten arbeitsbedingter Erkrankungen.

Die Punkte c-e des Indikators SRS 403-10 können Sie entsprechend GRI entnehmen und an dieser Stelle freiwillig berichten.

Berufskrankheitstage:
Hier können keine Angaben gemacht werden, da „bürotypische Krankheiten“ wie z. B. Burnout oder Rückenleiden nicht erfasst werden. Aus Datenschutzgründen müssen die Mitarbeiter den Arbeitgeber nicht über die Art ihrer jeweiligen Erkrankung informieren. Sofern Mitarbeiter dies dennoch tun und es eine arbeitsbedingte Erkrankung ist, werden entsprechend mögliche Maßnahmen vereinbart. Grundsätzlich kann jeder Mitarbeiter die Beratung der Betriebsärztin nutzen, um bestmöglich am Arbeitsplatz geschützt zu sein. 

Abwesenheitsrate insgesamt: 4,74 % 
Anzahl und Rate der dokumentierbaren arbeitsbedingten Verletzungen: 5 Verletzte bei 611 Mitarbeitern entspricht einer Quote von 0,82%
Arbeitsbedingte Todesfälle: keine 

Sofern ein Arbeits- oder Wegeunfall mitgeteilt wird, wird umgehend ein Vordruck der Unfallanzeige mit der Bitte, diese auszufüllen, an den verletzten Mitarbeiter weitergeleitet. Nach Rückerhalt wird dieser vom Vorstand und dem Betriebsrat unterzeichnet, für die Personalakte eingescannt und die Unfallanzeige auf dem Laufwerk abgespeichert. Das Original wird direkt an die Berufsgenossenschaft versandt. Die durch STREIT GmbH angebotene Online-Schulungsmodule zu Arbeits- und Sicherheitsschutz werden darüber hinaus von der Hausverwaltung betreut. In jeder Abteilung befindet sich ein Verbandskasten, dessen Nutzung in einem digitalen Verbandsbuch dokumentiert wird.  

Im Jahr 2020 hat WERTGARANTIE das digitale Verbandsbuch um psychische Gefährdungen erweitert. So können Mitarbeiter starke emotionale Erlebnisse, wie sie z. B. im Umgang mit schwierigen Kunden vorkommen können, hier eintragen.

Leistungsindikator GRI SRS-403-4: Mitarbeiterbeteiligung zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Die berichtende Organisation muss für Angestellte und Mitarbeiter, die keine Angestellten sind, deren Arbeit und/oder Arbeitsplatz jedoch von der Organisation kontrolliert werden, folgende Informationen offenlegen:

a. Eine Beschreibung der Verfahren zur Mitarbeiterbeteiligung und Konsultation bei der Entwicklung, Umsetzung und Leistungsbewertung des Managementsystems für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und zur Bereitstellung des Zugriffs auf sowie zur Kommunikation von relevanten Informationen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den Mitarbeitern.

b. Wenn es formelle Arbeitgeber-Mitarbeiter-Ausschüsse für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz gibt, eine Beschreibung ihrer Zuständigkeiten, der Häufigkeit der Treffen, der Entscheidungsgewalt und, ob und gegebenenfalls warum Mitarbeiter in diesen Ausschüssen nicht vertreten sind.

Wie in Kriterium 14 beschrieben, gibt es einen Betriebsrat.

Es bestehen keine formellen Vereinbarungen mit Gewerkschaften. In den Häusern der WERTGARANTIE Group arbeiten auch Personen, die nicht bei der WERTGARANTIE Group angestellt sind. Hierbei handelt es sich um Reinigungskräfte, Dienstleister wie Wartungsfirmen oder auch beauftragte Handwerksunternehmen für Sanierungsarbeiten an den Gebäuden.

Die WERTGARANTIE Group wendet ein Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nur für Handwerksunternehmen bei größeren Baumaßnahmen oder bei Arbeiten mit besonderen Gefahren (Maschineneinsatz/Absturz aus großer Höhe/statische Konstruktionsarbeiten) an. In diesem Fall wird ein externer Sicherheits- und Gesundheitskoordinator beauftragt. Zu seinen Aufgaben zählen die Erstellung eines Maßnahmenplans, das regelmäßige Controlling der Leistungen sowie im Bedarfsfall die Erstellung eines Mängelberichts.

Leistungsindikator GRI SRS-404-1 (siehe G4-LA9): Stundenzahl der Aus- und Weiterbildungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. durchschnittliche Stundenzahl, die die Angestellten einer Organisation während des Berichtszeitraums für die Aus- und Weiterbildung aufgewendet haben, aufgeschlüsselt nach:
i. Geschlecht;
ii. Angestelltenkategorie.

Die Mitarbeiter der WERTGARANTIE Group haben im Jahr 2020 durchschnittlich 1,3 Weiterbildungstage in Anspruch genommen. In Anbetracht der durch COVID-19 erschwerten Rahmenbedingungen wird dies als ein gutes Ergebnis angesehen.

Leistungsindikator GRI SRS-405-1: Diversität
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der Personen in den Kontrollorganen einer Organisation in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

b. Prozentsatz der Angestellten pro Angestelltenkategorie in jeder der folgenden Diversitätskategorien:
i. Geschlecht;
ii. Altersgruppe: unter 30 Jahre alt, 30-50 Jahre alt, über 50 Jahre alt;
iii. Gegebenenfalls andere Diversitätsindikatoren (wie z. B. Minderheiten oder schutzbedürftige Gruppen).

Alle Angaben beziehen sich auf WERTGARANTIE Deutschland, Niederlande und Österreich, AGILA Haustierversicherung AG sowie GARANTE Prestaciones S.L., GARANTE Corredores S.L. und PRO REPAIR GmbH sowie SFG.

Stand 31.12.2020 

Frauenanteil (in Prozent)
  Frauenquote
Vorstand/ Geschäftsführung 14,48 %
Bereichsleitung 27,14 %
Abteilungsleitung 33,81 %
Teamleitung 39,63 %
Auszubildende 66,67 %
Full Time Equivalent (FTE) 54,74 %
Gesamt 57,64 %

Alterstruktur (in Jahren)
  Männer Frauen
70 und älter 0,00 % 0,22 %
60-69 1,15 % 2,58 %
50-59 8,07 % 8,83 %
40-49 11,30 % 12,38 %
30-39 13,67 % 17,33 %
20-29 9,58 % 13,67 %
jünger als 20 Jahre 0,54 % 0,32 %

Anteil der Teilzeitkräfte (in Prozent)
Männer 5,83 %
Frauen
37,35 %
Gesamt 24,00 %
        
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (in Jahren)
Männer 6,69
Frauen
5,72
Gesamt 5,95
       
Schwerbehinderte (in Prozent) 
Männer 1,39
Frauen 3,47
Gesamt 2,59

Durchschnittsalter (in Jahren) 
Männer 42,00
Frauen 38,95
Gesamt 39,86
      
Fluktuationsquote (Kündigungen durch Arbeitnehmer*)
2020 0,47
2019 0,59

* bzgl. der Firmen: AEGIDIUS Rückversicherung Aktiengesellschaft, WERTGARANTIE AG, WERTGARANTIE Beteiligungen GmbH, AGILA Haustierversicherung AG, WERTGARANTIE Vertriebs GmbH, WERTGARANTIE Austria GmbH, WERTGARANTIE Nederland B. V.

Leistungsindikator GRI SRS-406-1: Diskriminierungsvorfälle
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle während des Berichtszeitraums.

b. Status der Vorfälle und ergriffene Maßnahmen mit Bezug auf die folgenden Punkte:
i. Von der Organisation geprüfter Vorfall;
ii. Umgesetzte Abhilfepläne;
iii. Abhilfepläne, die umgesetzt wurden und deren Ergebnisse im Rahmen eines routinemäßigen internen Managementprüfverfahrens bewertet wurden;
iv. Vorfall ist nicht mehr Gegenstand einer Maßnahme oder Klage.

2020 wurden keine Diskriminierungsvorfälle gemeldet.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Die WERTGARANTIE Group ist ausschließlich auf dem europäischen Markt tätig. Dies gilt sowohl für den Vertrieb der eigenen Produkte als auch für den Einkauf externer Dienstleistungen und Produkte. Alle Aktivitäten entsprechen den hiesigen Gesetzgebungen, in Deutschland entsprechend dem AGG, JAG, BetrVG usw. Die WERTGARANTIE Group verstößt im Rahmen ihrer geschäftlichen Aktivitäten weder selbst gegen Menschenrechte noch werden Missstände in der (gesamten) Lieferkette toleriert. Aus der Geschäftsstätigkeit als Versicherungsdienstleister resultieren bei den direkten Zulieferern innerhalb der EU hinsichtlich von Menschenrechtsverletzungen geringe Risiken. Aus Gründen der Wesentlichkeit ist in diesem Bereich kein umfassendes Konzept vorhanden, da die Tätigkeit in Europa keine großen Risiken birgt. Der Passus Menschen- und Persönlichkeitsrechte befindet sich in der Leitlinie zur Auswahl der Lieferanten und Dienstleister. Das Kapitel Menschenrechte berücksichtigt die UN Bill of Human Rights, die ILO-Kernarbeitsnormen, die OECD-Grundsätze sowie geltendes nationales Gesetz.   

Die WERTGARANTIE Group nimmt diesbezüglich ihre Sorgfaltspflicht dennoch wahr und gibt ihren Mitarbeitern mit der „Leitlinie zur Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern“ eine Orientierungshilfe an die Hand. Entlang definierter sozialer und ökologischer Kriterien kann so eine Bewertung und Einstufung der direkten Geschäftspartner in der Lieferkette erfolgen. In den anhängigen Prüfplänen wird abgefragt, ob die Lieferanten und Dienstleister die Menschenrechte und Persönlichkeitsrechte wahren sowie Kinder-/Zwangs- und Schwarzarbeit bzw. Diskriminierung ausschließen können. Darüber hinaus wird die Einhaltung weiterer nationaler Regelwerke in den jeweiligen europäischen Ländern zu Themen wie strafrechtliche Regelungen zu Korruption und Bestechung und datenschutzrechtliche Regelungen abgefragt. Die Leitlinie wurde 2020 aktualisiert und ist auf alle Unternehmen der WERTGARANTIE Group anwendbar. Mit Fragebögen stellt die WERTGARANTIE Group auch gegenüber Lieferanten sicher, dass innerhalb der Lieferkette der Wahrung von Menschenrechten und Arbeitnehmerbelangen entsprochen wird. 

Die Unternehmensgruppe erwartet, dass auch die Vorlieferanten außerhalb der EU menschenrechtskonform agieren. Eine Überprüfung der Vorlieferkette erfolgt bisher indirekt durch die „Leitlinie zur Auswahl der direkten Lieferanten und Dienstleister“.  

Mit der Unterzeichnung des B.A.U.M.-Kodex für nachhaltiges Wirtschaften bekennt sich die WERTGARANTIE Group auch nach außen zur Einhaltung der Menschenrechte und zum Einsatz für gerechte Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern. Unterzeichner des Kodex wenden sich zudem gegen Kinderarbeit und sonstige Ausbeutung sowie gegen Korruption (https://www.baumev.de/Kodex.html).

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator GRI SRS-412-3: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Investitionsvereinbarungen
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der erheblichen Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder auf Menschenrechtsaspekte geprüft wurden.

b. Die verwendete Definition für „erhebliche Investitionsvereinbarungen“.

Investitionsvereinbarungen oder -verträge enthalten keine Menschenrechtsklauseln und werden auch nicht unter Menschenrechtsaspekten geprüft.  

Von allen Vertragspartnern wird aber die Einhaltung von Recht und Gesetz gefordert.

Leistungsindikator GRI SRS-412-1: Auf Menschenrechtsaspekte geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, an denen eine Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte oder eine menschenrechtliche Folgenabschätzung durchgeführt wurde, aufgeschlüsselt nach Ländern.

Die WERTGARANTIE Group ist ausschließlich auf dem europäischen Markt tätig, es werden daher keine Geschäftsstandorte in Hinblick auf Menschenrechte oder menschenrechtliche Auswirkungen hin überprüft.

Leistungsindikator GRI SRS-414-1: Auf soziale Aspekte geprüfte, neue Lieferanten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Prozentsatz der neuen Lieferanten, die anhand von sozialen Kriterien bewertet wurden.

Die WERTGARANTIE Group ist ausschließlich auf dem europäischen Markt tätig, auch der Einkauf von Dienstleistungen und Produkten für den Geschäftsbetrieb erfolgt mit wenigen Ausnahmen ausschließlich über Anbieter auf dem europäischen Markt. Die „Leitlinie zur Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern“ wurde im Jahr 2020 aktualisiert und auf alle Bereiche angepasst. Sie dient der Bewertung von Lieferanten auch im Hinblick auf soziale Kriterien. Die Prüfung aller Lieferanten auf Grundlage der Leitlinie erfolgt dezentral in den Fachbereichen. Eine zentral gesteuerte Prüfung erfolgt derzeit nicht.

Leistungsindikator GRI SRS-414-2: Soziale Auswirkungen in der Lieferkette
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Zahl der Lieferanten, die auf soziale Auswirkungen überprüft wurden.

b. Zahl der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen ermittelt wurden.

c. Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen, die in der Lieferkette ermittelt wurden.

d. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt und infolge der Bewertung Verbesserungen vereinbart wurden.

e. Prozentsatz der Lieferanten, bei denen erhebliche tatsächliche und potenzielle negative soziale Auswirkungen erkannt wurden und infolgedessen die Geschäftsbeziehung beendet wurde, sowie Gründe für diese Entscheidung.

Die „Leitlinie zur Auswahl von Lieferanten und Dienstleistern“ wurde im Jahr 2020 aktualisiert und auf alle Bereiche angepasst, um eine Lieferantenbewertung hinsichtlich sozialer Aspekte vornehmen zu können.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Neben den Handlungsfeldern bei der WERTGARANTIE Group, in denen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Gesellschaft auftreten können, leistet die WERTGARANTIE Group über das Versicherungsgeschäft hinaus einen Beitrag für das Wohl der Gesellschaft.

Die WERTGARANTIE Group ist mit dem Hauptsitz in Hannover ein großer Arbeitgeber, der attraktive Arbeitsplätze bietet, Sozialleistungen erbringt und Gewerbesteuern zahlt. Sonderleistungen für die Beschäftigten fördern zudem die Entwicklung in der Region Hannover (z. B. den öffentlichen Nahverkehr durch das Jobticket, die ansässige Gastronomie durch Restaurantgutscheine oder auch Anbieter von Gesundheitsleistungen).

Der respektvolle Umgang miteinander wird hervorgehoben. Toleranz und Anerkennung für Leistung und Engagement sind wichtig und prägen das tägliche Handeln. Das wurde vom Vorstand auch in den WERTGARANTIE-Leitgedanken explizit festgehalten. Dazu gehört auch, dass die Mitarbeiter der WERTGARANTIE Group Anträge auf Freistellungen für freiwilliges, soziales Engagement stellen können, welche individuell geprüft und entschieden werden.  

Neben Sponsoring und Spenden gehören auch Einladungen, Geschenke und ähnliche Zuwendungen sowie Mitgliedschaften zum gesellschaftlichen Engagement der WERTGARANTIE Group. Im Rahmen dieses gesellschaftlichen Engagements können Probleme dann entstehen, wenn Sponsoring und Spenden-Aktivitäten sowie Zuwendungen und auch Mitgliedschaften der Korruption, Bestechung, unzulässigen Beeinflussung und anderem Missbrauch Vorschub leisten. Sämtliche Aktivitäten in diesem Bereich können für die WERTGARANTIE Group neben möglichen Korruptionsrisiken auch Reputationsrisiken darstellen. Daher wurde 2020 eine Leitlinie entwickelt, die bei der Vermeidung eben dieser Risiken Hilfestellung gibt.

Aktuell erstrecken sich die Spenden- und Sponsoring-Aktivitäten der WERTGARANTIE Group auf diese drei Bereiche:   

Internationales soziales Engagement
Die WERTGARANTIE Group übernimmt Verantwortung durch die finanzielle Unterstützung von Projekten von und mit anerkannten Organisationen wie World Vision, Plan International (Patenschaften), Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (Fit for Future, Hardware for Future, Youth to Youth, Youth Trucks) und Opportunity International (Mikrokredite, Micro-Schools durch die Spendenfahrradtour Dr. Marta Binder). Alle Projekte verfolgen das Ziel, Menschen ein eigenständiges, selbstbestimmtes und unabhängiges Leben zu ermöglichen. 

Humanitäre Hilfe im Katastrophenfall
Die WERTGARANTIE Group unterstützt Einzelprojekte bei akuten Katastrophenlagen oder konkreten Hilfsprojekten, bspw. Seebeben Südasien (2005), Flutopfer Pakistan (2010), HAZ-Weihnachtshilfe (2015, 2020), Integration und sportliche Teilhabe für Flüchtlinge (2016).

Hilfe vor Ort und deutschlandweit
Die WERTGARANTIE Group unterstützt die Stiftung Regenbogenfahrt und AKTIONfahrRAD. Auch engagiert sich die WERTGARANTIE Group zugunsten von lokalen Kinder- und Jugendheimen (Erlös von Versteigerungen) sowie der Mitarbeiteraktion „Wunschbaum“, bei der die Beschäftigten die Weihnachtswünsche von zahlreichen in sozialen Einrichtungen lebenden Kindern und Jugendlichen verwirklichen. Die Wunschbaumaktion wird vom Personalbereich koordiniert.

Ziel im Bereich Sponsoring ist es, die bisherige Diversifizierung beizubehalten. Zweck und Höhe des Sponsorings werden jährlich einer Prüfung durch Unternehmensleitung und den zuständigen Bereich unterzogen.

Weiterhin ist die WERTGARANTIE Group Mitglied im „Verein zur Förderung der Versicherungswissenschaften an der Universität Hannover e. V.“ und im „Center of Excellence – Hannover“ sowie im „House of Insurance“. Hier engagiert sich die WERTGARANTIE Group u. a. finanziell, um qualifizierten Nachwuchs für die Versicherungswirtschaft in Hannover zu fördern und zu rekrutieren.

Das gesellschaftliche Engagement folgt dabei der Überzeugung, dass Unternehmen auch über ihr eigentliches Geschäft hinaus gesellschaftliche Verantwortung tragen. Mögliche Risiken für das Gemeinwesen bestehen im Verlust von Arbeitsplätzen und der Einstellung der Spendentätigkeit.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator GRI SRS-201-1: Unmittelbar erzeugter und ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. den zeitanteilig abgegrenzten, unmittelbar erzeugten und ausgeschütteten wirtschaftlichen Wert, einschließlich der grundlegenden Komponenten der globalen Tätigkeiten der Organisation, wie nachfolgend aufgeführt. Werden Daten als Einnahmen‑Ausgaben‑Rechnung dargestellt, muss zusätzlich zur Offenlegung folgender grundlegender Komponenten auch die Begründung für diese Entscheidung offengelegt werden:
i. unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert: Erlöse;
ii. ausgeschütteter wirtschaftlicher Wert: Betriebskosten, Löhne und Leistungen für Angestellte, Zahlungen an Kapitalgeber, nach Ländern aufgeschlüsselte Zahlungen an den Staat und Investitionen auf kommunaler Ebene;
iii. beibehaltener wirtschaftlicher Wert: „unmittelbar erzeugter wirtschaftlicher Wert“ abzüglich des „ausgeschütteten wirtschaftlichen Werts“.

b. Der erzeugte und ausgeschüttete wirtschaftliche Wert muss getrennt auf nationaler, regionaler oder Marktebene angegeben werden, wo dies von Bedeutung ist, und es müssen die Kriterien, die für die Bestimmung der Bedeutsamkeit angewandt wurden, genannt werden.

Direkt erwirtschafteter Wert 2020

Bilanzsumme: 264.273 TEUR
Aufwendungen für Steuern: 9.820 TEUR
Aufwendungen für Personal: 53.709 TEUR
Aufwendungen für Versicherungsfälle: 207.480 TEUR   

Verteilter wirtschaftlicher Wert 2020
Spenden/Engagement: 10,77 TEUR

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Die WERTGARANTIE Group ist Mitglied im GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.) und beim Arbeitgeberverband Hannover. Diese Verbände vertreten die Interessen ihrer Mitgliedsunternehmen u. a. auch gegenüber der Politik. Weiterhin ist die WERTGARANTIE Group Mitglied im „Verein zur Förderung der Versicherungswissenschaften an der Universität Hannover e. V.“ und im „Center of Excellence – Hannover“ sowie im „House of Insurance“. 

Bei politischen Vereinigungen unterhält die WERTGARANTIE Group keine Mitgliedschaften oder Spendentätigkeiten, auch wird kein politischer Einfluss genommen oder Engagement bei aktuellen Gesetzgebungsverfahren getätigt. Es bestehen folglich auch keine Risiken aus der Geschäftstätigkeit der WERTGARANTIE Group durch politische Einflussnahme.   

Für den Bereich Governance/Compliance besteht ein eigenes Konzept (vgl. Kriterium 20).

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator GRI SRS-415-1: Parteispenden
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Monetären Gesamtwert der Parteispenden in Form von finanziellen Beiträgen und Sachzuwendungen, die direkt oder indirekt von der Organisation geleistet wurden, nach Land und Empfänger/Begünstigtem.

b. Gegebenenfalls wie der monetäre Wert von Sachzuwendungen geschätzt wurde.

Es werden keine politischen Spenden durch die WERTGARANTIE Group getätigt.

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Die WERTGARANTIE Group toleriert keinerlei Form von Korruption oder Bestechung. Dies wurde vom Vorstand explizit in den Verhaltensgrundsätzen festgeschrieben. Auch in der Arbeitsordnung sind Mitarbeiter der WERTGARANTIE Group angehalten, sich in ihrem Arbeitsumfeld redlich und fair, mit Anstand und Integrität zu verhalten und jeden Konflikt zwischen privaten und geschäftlichen Interessen zu vermeiden.   

Alle wesentlichen Entscheidungen des Unternehmens werden unter Anwendung des bei der WERTGARANTIE Group geltenden Vier-Augen-Prinzips getroffen. Dies bedeutet, dass mindestens zwei Personen an der Entscheidungsfindung beteiligt sind. Dies gilt nicht nur auf Vorstandsebene, sondern für alle Fälle, in denen tatsächliche Entscheidungen der WERTGARANTIE Group getroffen werden.   

Alle Verhaltensgrundsätze sind im Compliance-Handbuch niedergelegt und gelten verbindlich für alle Mitarbeiter. Das Compliance-Handbuch gehört zum Governance-System der WERTGARANTIE Group und umfasst u. a. die Compliance-Funktion. Die Compliance-Funktion ist als zentrale Leitungsaufgabe originär bei der Geschäftsleitung angesiedelt. Die Geschäftsleitung stellt sicher, dass die Inhalte der Leitlinien allen relevanten Mitarbeitern gegenüber bekannt gemacht werden. Im Bedarfsfall werden Schulungen organisiert, die die Umsetzung der sich aus den jeweiligen Leitlinien ergebenen Vorgaben durch die Mitarbeiter fördern.

Die inhaltliche Überprüfung und ggf. Anpassung der Governance-Leitlinien findet einmal jährlich bzw. bei Bedarf durch den jeweiligen Inhaber der Schlüsselfunktion statt. Der jeweilige Vorstand trägt dafür Sorge, dass das Governance-System einschließlich der vorliegenden Leitlinien einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen wird. Diese Überprüfung umfasst alle Elemente des Governance-Systems. Bei der Überprüfung wird u. a. der Aspekt „Auftreten der Gefahr von Interessenskonflikten“ berücksichtigt. Das Ergebnis der Wesentlichkeitsanalyse verifiziert einmal mehr den hohen Stellenwert rechtskonformen Handelns bei der WERTGARANTIE Group: Das Handlungsfeld „Risikobewertung und Verhaltenskodex“ wurde als wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt für die WERTGARANTIE Group eingestuft.   

Die WERTGARANTIE Group ist ein Versicherungsdienstleister und nimmt als solcher auch am Wirtschaftsleben teil. Gerade im Rahmen der Leistungsbearbeitung können dadurch Risiken entstehen, indem die Versicherungsunternehmen der WERTGARANTIE Group in Streitverfahren (Rechtsstreite, Beschwerden) einbezogen werden. Aber auch darüber hinaus ist es möglich, dass Einzelgesellschaften bei unterschiedlicher Auslegung von Verträgen oder in Haftungsszenarien in den rechtlichen Diskurs gehen. Dies führte jedoch bisher nicht zu bestätigten Verstößen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich.   

Compliance und das übergeordnete Governance-System dienen somit der Risikoprävention. Sämtliche Risiken (einschließlich rechtlicher Risiken) der WERTGARANTIE Group sind in einer Risikolandkarte niedergelegt. Die Prüfpläne der Bereiche Interne Revision und Compliance werden jährlich von der Geschäftsleitung genehmigt. Die Compliance-Richtlinien der WERTGARANTIE Group, die von der Unternehmensführung freigegeben und konzernweit gültig sind, beinhalten umfangreiche Ausführungen zur Korruptionsvermeidung. Darin sind auch Strategien und Maßnahmen zur Prävention festgelegt. Dazu zählen beispielsweise die regelmäßige Schulung der Mitarbeiter sowie eine eigene Whistleblower-Hotline. Zuständig für den gesamten Bereich ist die Bereichsleitung Human Resources & Compliance.

Da es im Jahr 2020 zu keinen Korruptionsvorfällen kam, wurden keinerlei mit dem Thema Korruption in Verbindung stehende Bußgeldstrafen verhängt. Weiterführende Informationen zum Thema Risikomanagement können dem Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) der WERTGARANTIE Group entnommen werden.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator GRI SRS-205-1: Auf Korruptionsrisiken geprüfte Betriebsstätten
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Gesamtzahl und Prozentsatz der Betriebsstätten, die auf Korruptionsrisiken geprüft wurden.

b. Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden.

Für alle Standorte (100 %) gilt die Compliance-Richtlinie im Rahmen des Governance-Systems (siehe hierzu Kriterium 20). Darüber hinaus erfolgt keine dezidierte Prüfung der Betriebsstätten auf Korruptionsrisiken.

Leistungsindikator GRI SRS-205-3: Korruptionsvorfälle
Die berichtende Organisation muss über folgende Informationen berichten:

a. Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle.

b. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Angestellte aufgrund von Korruption entlassen oder abgemahnt wurden.

c. Gesamtzahl der bestätigten Vorfälle, in denen Verträge mit Geschäftspartnern aufgrund von Verstößen im Zusammenhang mit Korruption gekündigt oder nicht verlängert wurden.

d. Öffentliche rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Korruption, die im Berichtszeitraum gegen die Organisation oder deren Angestellte eingeleitet wurden, sowie die Ergebnisse dieser Verfahren.

Im Berichtsjahr liegen keine Korruptionsfälle oder Verfahren in diesem Zusammenhang vor.

Leistungsindikator GRI SRS-419-1: Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften
Die berichtende Organisation muss folgende Informationen offenlegen:

a. Erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich, und zwar:
i. Gesamtgeldwert erheblicher Bußgelder;
ii. Gesamtanzahl nicht-monetärer Sanktionen;
iii. Fälle, die im Rahmen von Streitbeilegungsverfahren vorgebracht wurden.

b. Wenn die Organisation keinen Fall von Nichteinhaltung der Gesetze und/oder Vorschriften ermittelt hat, reicht eine kurze Erklärung über diese Tatsache aus.

c. Der Kontext, in dem erhebliche Bußgelder und nicht-monetäre Sanktionen auferlegt wurden.

Im Berichtsjahr gibt es keine erheblichen Bußgelder oder monetären Strafen infolge der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften.