14. Arbeitnehmerrechte

Das Unternehmen berichtet, wie es national und international anerkannte Standards zu Arbeitnehmerrechten einhält sowie die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und am Nachhaltigkeitsmanagement des Unternehmens fördert, welche Ziele es sich hierbei setzt, welche Ergebnisse bisher erzielt wurden und wo es Risiken sieht.

Die Mitarbeiter von Anker's Hörn und Hilligenley werden in der Regel übertariflich bezahlt. Um den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern zu gewährleisten, musste das Unternehmen auch im Ausland nach Personal suchen. Das ist im Wesentlichen in Polen geschehen. Anfänglich wurde über eine in Polen ansässige Leiharbeitsfirma inseriert. Mittlerweile erfolgt die Anwerbung polnischer Fachkräfte ausschließlich über Direktanzeigen auf Polnisch in entsprechenden polnischen Fachorganen.

Das Unternehmen folgt dabei den nationalen und europäischen Standards bei der Wahrung der Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das betrifft u.a. die Arbeitsbedingungen, die Achtung gewerkschaftlicher Abkommen und Vereinbarungen zu Tarifen und sozialen Standards, das Recht auf Informationen zur Wahrnehmung der Arbeitnehmerrechte, den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit. Spezifische Vereinbarungen mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wurden bisher nicht geschlossen. 

Das Unternehmen führt einen informellen Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, um so individuell auf die Anregungen und Wünsche für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen eingehen zu können. Die aktive Beteiligung der Mitarbeiter ist dabei für das Unternehmen sehr wichtig. Das gilt auch für die soziale Einbindung der Mitarbeiter in das gesellschaftliche Umfeld vor Ort (auf der Hallig). Nur so können die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen gebunden werden. Das Unternehmen unterstützt die Mitarbeiter darüber hinaus in vielerlei Hinsicht. Unter anderem werden die Kosten für die Anreise und zwischenzeitliche Heimreisen übernommen. Hinzu kommt die kostengünstige Bereitstellung von Wohnraum. Für die Mitarbeiter sind neue, geräumige Apartments im Bau. Essen und Getränke stehen während der Arbeitszeit kostenfrei eingenommen werden.

Betriebsbedingt kommt es bei Hilligenley zum Ende der Saison (Sommer) im Herbst/Winter dazu, dass ca. die Hälfte der Mitarbeiter den Betrieb verlassen. Zu Beginn der Frühjahr-/Sommersaison kommen viele der Mitarbeiter wieder zurück. In der Betriebsstätte Anker's Hörn ergibt sich ein anderes Bild. Durch den ganzjährigen Vollbetrieb, können die Mitarbeiter hier das ganze Jahr über beschäftigt werden. Es gibt keine saisonale Fluktuation, die Mitarbeiterbindung ist hoch. 

Eine aktive Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in das Nachhaltigkeitsmanagement, hat mit der Durchführung der Entsprechenserklärung zum DNK begonnen. Der nächste Schritt ist eine gezielte Weiterbildung der Mitarbeiter. Das "Was-Wie-Wo-Wann" soll in 2018 in Angriff genommen werden. Dafür sollen gemeinsam individuelle Zielvereinbarungen erarbeitet werden, die sich am Erreichen von Nachhaltigkeitszielen orientieren.

Das Unternehmen ist nicht international tätig. Fragen zur Einhaltung deutscher Standards im Ausland stellen sich daher nicht. Die Einhaltung internationaler Abkommen, Regeln, und Standards in Deutschland wird insoweit befolgt, wie sie von der Bundesregierung in nationale Standards überführt wurden.

15. Chancengerechtigkeit

Das Unternehmen legt offen, wie es national und international Prozesse implementiert und welche Ziele es hat, um Chancengerechtigkeit und Vielfalt (Diversity), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Mitbestimmung, Integration von Migranten und Menschen mit Behinderung, angemessene Bezahlung sowie Vereinbarung von Familie und Beruf zu fördern, und wie es diese umsetzt.

Im Unternehmen erhalten Frauen und Männer gleiche Löhne. Die Arbeitsverträge und Löhne/Gehälter werden individuell abgeschlossen. Dabei wird großer Wert auf faire Bezahlung und flexible Arbeitszeiten gelegt. In persönlichen Absprachen mit den Mitarbeitern wird nach individuellen Lösungen gesucht. Im Rahmen fester Betriebsabläufe ist es das Bestreben des Unternehmens, eine größtmögliche Flexibilität bei der Anpassung von Löhnen und Arbeitszeiten zu gewährleisten.

Die Grundsätze zur Gleichbehandlung der Mitarbeiter, Chancengleichheit sowie soziale und kulturelle Toleranz sind fester Bestandteil des Unternehmensalltags. Das kommt auch in der Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter zum Ausdruck, die sehr willkommen sind und übertariflich bezahlt werden. Das Unternehmen hat ein starkes Interesse daran, die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Es wird daher angestrebt, im größtmöglichen Umfang Vollzeitstellen anzubieten.

Soziale und interkulturelle Toleranz gehören zu den Grundüberzeugungen des Unternehmens, dessen touristische Dienstleistungen und gastronomische Produkte zunehmend auch von Gästen aus dem Ausland nachgefragt werden. Das tägliche Miteinander verschiedener Nationalitäten ist gelebte Unternehmenskultur auf Anker's Hörn und Hilligenley.

Die isolierte Lage der Hallig sowie die große Anzahl ausländischer Fachkräfte stellt das Unternehmen vor besondere Herausforderungen, wenn es um Gesundheitsvorsorge, Aus-und Weiterbildung sowie die Balance von Privat- und Arbeitsleben geht. Die Unternehmerfamilie Karau ist deshalb sehr daran interessiert, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am sozialen Miteinander und gesellschaftlichen Leben auf der Hallig und dem angrenzenden Festland teilhaben können. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Vorhandensein von adäquaten Wohnungen für die Mitarbeiter und gegebenenfalls ihre Familien. Der Neubau moderner Mitarbeiterwohnungen soll dazu einen Beitrag leisten. In 2018 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein.

16. Qualifizierung

Das Unternehmen legt offen, welche Ziele es gesetzt und welche Maßnahmen es ergriffen hat, um die Beschäftigungsfähigkeit, d. h. die Fähigkeit zur Teilhabe an der Arbeits- und Berufswelt aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu fördern und im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen, und wo es Risiken sieht.

Die Weiterbilidung/Qualifizierung der Mitarbeiter erfolgt in Anlehnung an die betrieblichen Entwicklungen und Erfordernisse. In persönlichen Gespräch zwischen Geschäftführung und Mitarbeitern wird abgewogen, welche konkrten Schritte in welchen Arbeitsbereichen erforderlich sind bzw. sich abzeichnen. Im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird angestrebt, die Qualifizierung vorausschauender auszurichten. Dazu gehört auch die Interessenlage der Mitarbeiter regelmäßig mit den betrieblichen Entwicklungen abzugleichen. Die Mitarbeiter sollen dadurch auch die Gelegenheit erhalten, sich rechtzeitig auf betriebliche Veränderungen vorzubereiten und ihr Kompetenzprofil entsprechend zu erweitern. Es wird angestrebt, dass jeder Mitarbeiter einmal pro Jahr an einer Fortbildungsmaßnahme teilnimmt. Das schließt Online-Weiterbilidungen mit ein.

Grundsätzlich verfolgt die Geschäftsführung eine Personalpolitik, die Leistungsbereitschaft und Engagement über die formale Qualifizierung eines Mitarbeiters stellt. Dazu gehört natürlich auch die Bereitschaft der Mitarbeiter, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten regelmäßig weiterzuentwickeln

Leistungsindikatoren zu den Kriterien 14 bis 16

Leistungsindikator G4-LA6
Art der Verletzung und Rate der Verletzungen, Berufskrankheiten, Ausfalltage und Abwesenheit sowie die Gesamtzahl der arbeitsbedingten Todesfälle nach Region und Geschlecht. Link

Krankheits- und Verletzungsfälle sind unauffällig. Besondere Maßnahmen in diesem Bereich hat es bisher nicht gegeben. Arbeitsbedingte Todesfälle sind nicht aufgetreten.

Leistungsindikator G4-LA8
Gesundheits- und Sicherheitsthemen, die in förmlichen Vereinbarungen mit Gewerkschaften behandelt werden. Link

Die Arbeitnehmer sind nicht gewerkschaftlich organisiert. Die Sicherheitsstandards werden gemäß der gestzlichen Verordnungen und gemäß den Vorschriften des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) praktiziert und regelmäßig durch die Bereichsleiter und Geschäftsführung überprüft.

Leistungsindikator G4-LA9
Durchschnittliche jährliche Stundenzahl für Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter nach Geschlecht und Mitarbeiterkategorie. Link

Das Unternehmen hat bisher keine systematische Auswertung der Aus- und Weiterbildung pro Mitarbeiter nach Geschlecht und Mitarbeiterkategorie vorgenommen. Das Unternehmen strebt es an, dass die Mitarbeiter 1 x pro jahr an einer Fortbildung teilnehmen. In der Vergangeheit wurden entsprechende Maßnahmen nicht dokumentiert. Dementsprechend lässt sich auch kein Mittelwert bilden. Für die Aktualisierung des Nachhaltigkeitsberichts in 2018, soll eine systematische Weiterbildung initiiert und dokumentiert werden. Die Geschäftsührung wird dementsprechend Gespräche mit den Mitarbeitern führen.

Leistungsindikator G4-LA12
Zusammensetzung der Kontrollorgane und Aufteilung der Mitarbeiter nach Mitarbeiterkategorie in Bezug auf Geschlecht, Altersgruppe, Zugehörigkeit zu einer Minderheit und andere Diversitätsindikatoren. Link

Im Unternehmen wird nach den genannten Kategoríen nicht unterschieden. Bei Kontrolle und Zusammensetzung von Organen der Mitbestimmung haben die Mitarbeiter ein grundlegendes Mitspracherecht. Die genauere Festlegung von Zuständigkeiten und der inhaltlichen Aussgestaltung obliegt der Geschäftsführung.

Leistungsindikator G4-HR3
Gesamtzahl der Diskriminierungsvorfälle und ergriffene Abhilfemaßnahmen. Link

Es hat im Unternehmen keine Fälle von Diskriminierung gegeben. Es wird trotzdem daraufhin gearbeitet, bei den gewerblichen Interessenverbänden und Kammern externe Anlaufstellen für Diskriminierungsfälle zu benennen. Dadurch soll verdeckte Diskriminierung aufgedeckt bzw. das Potenzial für solche minimiert werden.

17. Menschenrechte

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Strategien und Zielsetzungen für das Unternehmen und seine Lieferkette ergriffen werden, um zu erreichen, dass Menschenrechte weltweit geachtet und Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Ausbeutung verhindert werden. Hierbei ist auch auf Ergebnisse der Maßnahmen und etwaige Risiken einzugehen.

Bereits unter den Kriterien 14/Arbeitnehmerrechte und 15/Chancengleichheit wurde berichtet, dass es im Unternehmen selbst keine Diskrimierung gibt. Es ist der Gschäftsführung sehr wichtig Gleichberechtigung zu praktizieren und keine Diskriminierung zu dulden. Das betrifft alle Aspekte des Unternehmensalltags. Dazu gehören z. B. die Einstellung von neuen Mitarbeitern, der Vereinbarung von Löhnen und Gehältern, die Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen, der persönliche Umgang miteinander sowie die Respektierung des Geschlechts, der Religion und der Herkunft.

Das Thema Menschenrechte im Zusammenhang mit Lieferkette steht gegenwärtig nicht im Fokus der Nachhaltigkeitsüberlegungen des Unternehmens. Das liegt im Wesentlichen darin begründet, dass der Einkauf für Anker's Hörn und Hilligenley zum überwiegenden Teil bei regionalen Anbietern aus Schleswig-Holstein erfolgt. Artikel aus dem Bereich der Haushaltswaren und Drogerierartikel (einschließlich Reinigungs- und Hygieneartikel) werden gegebenenfalls in anderen Bundesländern, jedoch nicht außerhalb der Europäischen Union eingekauft. Es wird daher vorausgesetzt, dass die die Wahrung der Menschenrechte in den betreffenden Unternehmen durch regionale (Bundesländer), nationale, und/oder europäische Gesetze geregelt ist. Im Rahmen der Aktaulsiserung des Nachhaltigkeitsberichts in 2018 soll dennoch ein Fragebogen erstellt werden, mit dem gezielt die Wahrung der Menschenrechte bei den Lieferanten und/oder Einkausmärkten (einschließlich Discountern) erfragt werden soll.

Die Geschäftsführung wird darüber hinaus ein Schreiben an alle Geschäftspartner und Anspruchsgruppen verfassen, in dem darauf hingewiesen wird, dass Anker's Hörn und Hilligenley sich der Anwendung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) verpflichtet fühlen. Es soll darauf hingewiesen werden, dass mit der Erstellung der Entpsrechenserklärung nach den Grundsätzen des DNK (Nachhaltigkeitsbericht), die beiden Betriebe sich nun "Anwender des Deutschen Nachhaltigkeitskodex" nennen dürfen. Sie möchten auf diese Weise ihren Beitrag zum Erhalt des Kultur- und Naturerbes der Halligen und des Wattenmeeres transparent gestalten und den Geschäftspartnern und der interessierten Öffentlichkeit uneingeschränkt zur Verfügung stellen.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 17

Leistungsindikator G4-HR1
Gesamtzahl und Prozentsatz der signifikanten Investitionsvereinbarungen und -verträge, die Menschenrechtsklauseln enthalten oder unter Menschenrechtsaspekten geprüft wurden. Link

Daten sind für die Geschäftsvorgänge im Unternehmen zur Zeit nicht relevant.

Leistungsindikator G4-HR9
Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Menschenrechte oder menschenrechtliche Auswirkungen geprüft wurden. Link

Das Unternehmen hat zwei Geschäftsstandorte (Anker's Hörn und Hilligenley) in Nachbarschaft zueinander auf der Hallig Langeneß. An beiden Standorten werden die Menschenrechte nach der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Grundrechtecharta) und der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten der Europäischen Union (Menschenrechtskonvention) eingehalten.

Leistungsindikator G4-HR10
Prozentsatz neuer Lieferanten, die anhand von Menschenrechtskriterien überprüft wurden. Link

Bisher hat keine Überprüfung stattgefunden. Im Sinne der zu Kriterium 17 gemachten Erläuterungen, will das Unternehmen künftig aktiv werden und die Geschäftspartner über Erstellung der Entsprechenserklärung gemäß der Grundsätze des DNK informieren.

Leistungsindikator G4-HR11
Erhebliche tatsächliche und potenzielle negative menschenrechtliche Auswirkungen in der Lieferkette und ergriffene Maßnahmen. Link

Vorfälle dieser Art sind dem Unternehmen nicht bekannt.

18. Gemeinwesen

Das Unternehmen legt offen, wie es zum Gemeinwesen in den Regionen beiträgt, in denen es wesentliche Geschäftstätigkeiten ausübt.

Als einzige Gastronomie- und Hotelbetriebe auf der Hallig leisten die Betriebe einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung. Durch naturkundliche Führungen und kulturelle Veranstaltungen, bieten sie darüber hinaus auch für die Menschen vom angrenzenden Festland ein interessantes und gern nachgefragtes Freizeitangebot. Das gesellschaftliche und unternehmerische Alleinstellungsmerkmal der Betriebe, sowie eine geringe Besiedlungsdichte auf der Hallig und dem angrenzenden Festland an der Westküste Schleswig-Holsteins, hat darüber hinaus eine enge Verflechtung mit dem Gemeinwesen zur Folge.

Im Gasthaus Hilligenley erhalten die Einwohner der Hallig jedes 1. Wochenende von Mai bis September 75 Prozent Ermäßigung auf die Eintrittspreise für die angebotenen kulturellen Veranstaltungen und Konzerte. Im dortigen Festsaal finden auch die Feste der Feuerwehr, des Freisenvereins (Friesenfest), die Familienfeste sowie die Lotto-Bingo-Abende statt. Hinzu kommen Versammlungen der Gemeindevertreter und der Jagdgenossenschaft; und die Krabbenpuhler puhlen hier alle 10 Tage die angelandeten Krabben der örtlichen Fischer bzw. der von angrenzenden Fischerhäfen. Die Unternehmerfamilie Karau organisert auch Spenden für die Tombola der Feuerwehr- und Friesenfeste. Und es werden Spendenschiffchen an Einheimische und Gäste verkauft, um den Erlös für die Seenotrettungskreuzer zu spenden.

Für das Gemeinwesen und den Erhalt des Kultur- und Naturerbes der Hallig, leisten Hilligenley und Anker's Hörn einen grundlegenden Beitrag. Durch Gasthaus und Hotel erreicht die Hallig eine überregionalen Ausstrahlung, die sowhohl für das Unternehmen als auch die Gemeinschaft der Hallig überlebenswichtig ist. Der unternehmerische Erfolg von Hilligenley und Anker's Hörn erhöht nicht nur die Wertschöpfung für díe Unternehmen, sondern auch für das Gemeinwesen. Insofern ist das Grundprinzip der Nachhaltigkeit, die Berücksichtigung und Wertschätzung der Wechselwirkungen und Abhängigkeiten aller Mitglieder (Elemente) eines Systems und ihre gegenseitige Stärkung, gelebte Hallig-Praxis.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 18

Leistungsindikator G4-EC1
Direkt erwirtschafteter und verteilter wirtschaftlicher Wert. Link

Die diesbezüglichen betriebswirtschafltichen Kennzahlen zum direkt erwirtschafteten wirtschaftlichen Wert (Nettoerlöse) und den Betriebskosten und sonstigen betrieblichen Leistungen, können den jährlichen Geschäftsberichten und Steuererklärungen des Unternehmens entnommen werden.

19. Politische Einflussnahme

Alle wesentlichen Eingaben bei Gesetzgebungsverfahren, alle Einträge in Lobbylisten, alle wesentlichen Zahlungen von Mitgliedsbeiträgen, alle Zuwendungen an Regierungen sowie alle Spenden an Parteien und Politiker sollen nach Ländern differenziert offengelegt werden.

Eigentümer und Geschäftsführer Malte Karau ist an Eingaben zu Gesetzgebungsverfahren nicht beteiligt. Allerdings ist er durch seine Tätigkeit als Mitglied im Gemeinderat an der gemeindepolitischen Entwicklungen der Halligen Langeneß und Oland beteiligt. Dabei geht es vor allem um Stellungnahmen zu Flächennutzungs- und Bebauungsplanungen bzw. Planfestellungsverfahren.

In dieser Funktion war Herr Karau auch in die Aufstellung eines Tourismuskonzepts, das halligübergreifend für alle 10 Halligen vor der Schleswig-Holsteinischen Küste entwickelt wurde, beteiligt. Das Vorhaben wurde aber von der übergeordneten Planungsbehörde des Landes abgelehnt.

Hinzu kommen vielfältige Initiativen zur Sicherung der Lebensrundlagen und -qualität auf den Halligen. Die Ansiedlung eines vollwertigen Lebensmittelladens wird angestrebt. Gegenwärtig erfolgt die Belieferung der Halligbewohner - und zum Teil des Gast- und Hotelbetriebs - über den Edeka-
Laden vom Festland.

Der Unternehmer ist mit seinen Betrieben Mitglied im Deutschen Hotel und Gaststättenverband (DEHOGA). Auch in diesem Zusammenhang unterstützt er Initiativen zur Entwicklung nachhaltiger Tourismuskonzepte. Das betrifft auch die Umsetzung und Einhaltung sozialer Standards in der Hotellerie und Gastronomie (vgl. hierzu die Ausführungen zu den Kriterien 16/ Qualifizierung und 17/Menschenrechte).


Herr Karau ist nicht als Lobbyist tätig und leistet keine Zuwendungen an Politiker, Parteien und Regierungen. Sein Unternehmen engagiert sich bei den örtlichen Festen und Kulturveranstaltungen, indem es Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellt. Das gilt auch für einzelne gemeinschaftliche Beschäftigungmaßnahmen, wie das Krabbenpuhlen. Geldzuwendungen und Sachwerte werden nur in geringem Umfang bei örtlichen Festlichkeiten gespendet, wie zum Beispiel für die Tombola bei den Feuerwehr- und Friesenfesten.

Herr Karau ist unternehmerisch nur auf der Hallig Langeneß tätig. Als Eigentümer und Geschäftsführer am Standort Hilligenley (Gasthaus) und Anker's Hörn (Hotel und Restaurant) ist er Mitglied des deutschen Hotel und Gaststätten Verbands und Partner des Nationalpark Wattenmeer/UNESCO Wattenmeer Weltnaturerbe und leistet im satzungmäßigen Rahmen seine Mitgliedsbeiträge.

Er nutzt sein Engagement in diesen Organisationen auch dazu, um das Thema Nachhaltigkeit in kleinen und mitteren Familienbetrieben als Motor für ihre Zukunftsfähigkeit zu verankern. Ein Großteil des unternehmerischen Engagements zielt darüber hinaus auf die Zukunftsfähigkeit des Gemeinwesens ab. Peripher gelegene ländliche Regionen und Orte bedürfen eines besonderen persönlichen Einsatzes. Nachhaltige Perspektiven für das Gemeinwesen bedürfen darüber hinaus unternehmerischen Engagement und politischen Gestaltungswillen. Die Menschen hinter Hilligenley und Anker's
Hörn orientieren sich an diesem Typus des sozialverantwortlichen Gestaltens.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 19

Leistungsindikator G4-SO6
Gesamtwert der politischen Spenden, dargestellt nach Land und Empfänger/Begünstigtem. Link

Das Unternehmen leistet dagegen weder Geldzuwendungen noch Zuwendungen von Sachwerten an Parteien, Politiker und damit verbundenen Einrichtungen. Es engagiert sich bei den örtlichen Festen und Kulturveranstaltungen, indem es Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellt. Das gilt auch für einzelne gemeinschaftliche Beschäftigungmaßnahmen, wie das Krabbenpuhlen. Geldzuwendungen und Sachwerte werden nur in geringem Umfang bei örtlichen Festlichkeiten gespendet, wie zum Beispiel für die Tombola bei den Feuerwehr- und Friesenfesten.

20. Gesetzes- und richtlinienkonformes Verhalten

Das Unternehmen legt offen, welche Maßnahmen, Standards, Systeme und Prozesse zur Vermeidung von rechtswidrigem Verhalten und insbesondere von Korruption existieren, wie sie geprüft werden, welche Ergebnisse hierzu vorliegen und wo Risiken liegen. Es stellt dar, wie Korruption und andere Gesetzesverstöße im Unternehmen verhindert, aufgedeckt und sanktioniert werden.

Das Unternehmen hat keine unternehmensinternen Compliance - und Antikorruptionsrichtlinien. Bis zur Aktualisierung der Nachhaltigkeitsberichtserstattung in 2018, sollen jeweils 5-10 Unternehmensleitsätze zu drei Schwerpunktbereichen formuliert werden: Ziel, Selbstverständnis und Weg. Die Aspekte Chancengerechtigkeit, Gemeinwesen nud soziale Verantwortung werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Dazu kommt die Sensibilisierung der Mitarbeiter und Geschäftspartner, wie auch schon zum Punkt Wertschöpfung und Lieferkette erläutert wurde. Bleibt noch die Auswahl relevanter Antikorruptionsrichtlinien und ihre Integration in das zu erstellende Unternehmensleitbild.

Das Thema Compliance wird zukünftig von dem Eigentümer und Geschäftsführer wahrgenommen. Unter seiner Verantwortung sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dieses Thema künftig gezielt sensibilisiert werden.  

Im Unternehmen ist kein rechtswidriges Verhalten, insbesondere keine Fälle von Korruption, bekannt.

Leistungsindikatoren zu Kriterium 20

Leistungsindikator G4-SO3
Gesamtzahl und Prozentsatz der Geschäftsstandorte, die im Hinblick auf Korruptionsrisiken hin geprüft wurden, und ermittelte erhebliche Risiken. Link

Korruptionsrisiken wurden weder am Betriebsstandort Hilligenley noch Anker's Hörn geprüft. Risiken wurden nicht ermittelt. Im Zusammenhang mit der Erstellung eines Unternehmensleitbildes werden Richtlinien hierzu festgelegt.

Leistungsindikator G4-SO5
Bestätigte Korruptionsfälle und ergriffene Maßnahmen. Link

In der bisherigen Geschäftstätigkeit hat es keine Korruptionsfälle gegeben.

Leistungsindikator G4-SO8
Monetärer Wert signifikanter Bußgelder und Gesamtzahl nicht monetärer Strafen wegen Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften. Link

Ein Bußgeldverfahren hat es für Anker's Hörn kurz nach der Eröffnung im Jahr 2010 gegeben. 170 Gramm Lachs wurden eingefroren, woraufhin das Verterinäramt Husum eine Geldstrafe in Höhe von 450,00 € verhängte. Aufgrund dieses Vorfalls wurde die Richlinienkompetenz im Unternehmen aktualisiert und seitdem regelmäßig angepasst.