Berichterstattung zur EU-Taxonomie

Disclaimer:
Der DNK gibt keine inhaltlichen Vorgaben, welche Taxonomie-Angaben zu veröffentlichen sind oder wie die Darstellungen zu erfolgen haben und wo die Informationen zur Erfüllung der Verpflichtungen nach Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung (Verordnung (EU) 2020/852) zu veröffentlichen sind. Dies ergibt sich unmittelbar aus der EU-Taxonomie-Verordnung bzw. aus der Delegierten Verordnung (C (2021) 4987)), ihren Anhängen und weiteren Delegierten Rechtsakten.
Das berichtende Unternehmen ist für die Qualität, Vollständigkeit, Aktualität und Korrektheit der in den Erklärungen enthaltenen Informationen zur Erfüllung der Anforderungen im Rahmen der EU-Taxonomie-Verordnung selbst verantwortlich.


1.) Leistungsindikatoren (KPI)
Berichten Sie die für Ihr Unternehmen nach Art. 8 der EU-Taxonomie-Verordnung in Verbindung mit den Delegierten Rechtsakten zu veröffentlichenden umweltbezogenen Leistungsindikatoren (KPI).

[Bei berichtpflichtigen Nicht-Finanzunternehmen sind derzeit gemäß Art. 8 EU-Taxonomie-Verordnung ((EU) 2020/852) i.V.m. Art. 10 Abs. 1 der Delegierten Verordnung (C (2021) 4987) und Anhang I Angaben zum Anteil der Umsatzerlöse, der Investitionsausgaben (Capex) und der Betriebsausgaben (Opex), die mit ökologisch nachhaltig Wirtschaftsaktivitäten verbunden sind, erforderlich. Berichtspflichtige Finanzunternehmen müssen demgegenüber derzeit nach Art. 8 EU-Taxonomie-Verordnung ((EU) 2020/852) i.V.m. Art. 10 Abs. 2 der Delegierten Verordnung (C (2021) 4987) und ihrer jeweiligen Anhänge Asset-orientierte Angaben machen, wobei nach der jeweiligen Art des Finanzunternehmens zu unterscheiden ist. Der Umfang der Pflichtangaben wird in den kommenden Berichtsjahren gemäß Art. 8 EU-Taxonomie-Verordnung ((EU) 2020/852) i.V.m. der Delegierten Verordnung (C (2021) 4987) für alle berichtspflichtigen Unternehmen steigen. Daher können auch unter Aspekt 3.) weitere Darstellungen zu den Leistungsindikatoren (KPI) erfolgen.]

Hinweis: Sie können hierfür die Tabellenfunktion nutzen.

EU-Taxonomieverordnung

Die, in der EU-Taxonomieverordnung (2020/852) (nachfolgend Taxonomie-VO) kodifizierte, EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem, das die Klima- und Umweltziele der EU in Kriterien für Nachhaltigkeit bestimmter Wirtschaftstätigkeiten für Investitionszwecke überträgt. Mit der EU-Taxonomie werden zum ersten Mal europaweit verbindliche Regeln geschaffen, die festlegen, welche Wirtschaftsaktivitäten künftig als „ökologisch nachhaltig“ zu klassifizieren sind und welche nicht.

Das Ziel der EU-Taxonomie ist es, Nachhaltigkeit einheitlich zu definieren, um so eine Basis dafür zu schaffen Finanzströme in nachhaltige Investments zu leiten, Anlegern Orientierung für nachhaltige Investitionsentscheidungen zu geben, Anleger vor Greenwashing zu schützen und so letztlich den grünen Umbau der Wirtschaft zu finanzieren. Die EU-Taxonomie enthält keine verbindlichen Anforderungen bezüglich der Umweltleistung von Unternehmen oder Finanzprodukten. Kunden steht es frei zu entscheiden, worin sie investieren wollen.

Die Verordnung trat in diesem Jahr in Kraft und die Concordia berichtet zum ersten Mal hierzu.

Bisher wurden durch die Verordnung lediglich „technische Bewertungskriterien“ für zwei Umweltziele der EU, den „Klimaschutz“ und die „Anpassung an den Klimawandel“, festgelegt. Diese Kriterien sind im delegierten Rechtsakt zum Klima dargelegt.Die Kriterien für die vier verbleibenden Umweltziele werden in einem künftigen delegierten Rechtsakt festgelegt.

Die Taxonomie-VO wird sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln, was zu einer Ausweitung des Bewertungs- und Berichtsumfangs in verschiedenen Dimensionen führen wird.

Während einer Übergangszeit von zwei Jahren gilt für den Finanzsektor ein vereinfachter Ansatz. In diesem Kontext muss lediglich die Taxonomiefähigkeit berichtet werden.

Es sind nur diese Wirtschaftssektoren taxonomiefähig, welche in einer der von der EU-Kommission veröffentlichten Listen (delegierter Rechtsakt zum Klima) explizit beschrieben werden. Derzeit gelten Unternehmen bzw. Institutionen aus 136 Wirtschaftszweigen als grundsätzlich taxonomiefähig. Die Taxonomiefähigkeit gibt keinen Hinweis darauf, ob eine Tätigkeit umweltfreundlich oder ökologisch nachhaltig ist.

Darüber gibt zukünftig der Leistungsindikator für die Taxonomiekonformität Aufschluss. Die Taxonomiekonformität muss ab dem Jahr 2024 berichtet werden.

Dafür muss geprüft werden, inwieweit die Wirtschaftsaktivität einen wesentlichen Beitrag zur Erfüllung von mindestens einem der sechs in Art. 9 der Taxonomie-VO genannten Umweltziele leistet. Explizite Bewertungskriterien existieren aktuell nur für die Umweltziele „Klimaschutz“ und „Anpassung an den Klimawandel“. Diese sind für jede taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeit individuell definiert.

Sollte die Wirtschaftstätigkeit einen wesentlichen Beitrag zu einem der Umweltziele leisten, wird abschließend geprüft, ob eine Beeinträchtigung der anderen fünf Umweltziele vorliegt. Hierzu sind für jede Wirtschaftstätigkeit individuelle „Do no significant harm”(DNSH)-Kriterien zu jedem der Umweltziele definiert. Sollte keines der anderen Umweltziele negativ beeinfluss werden (kein DNSH-Kriterium trifft zu) und sollten die sozialen Mindeststandards aus Art. 18 der Taxonomie-VO gewährleistet sein, so lässt sich die Wirtschaftstätigkeit als taxonomiekonform und damit als nachhaltig im Sinne der Taxonomie-VO bewerten.

Als Versicherungsunternehmen wendet die Concordia die Taxonomie-VO zum einen auf ihre Versicherungsprodukte und zum anderen auf ihre Kapitalanlageaktivitäten an. Nachfolgend sind die gemäß Art. 10 Abs. 3 der Delegierten Verordnung (2021/2178) (nachfolgend Del-VO) definierten Kennzahlen zur Taxonomiefähigkeit der Versicherungsprodukte und der Kapitalanlage dargestellt. Die Kennzahlen zur Taxonomiefähigkeit erlauben keinen Rückschluss darauf, wie nachhaltig die Versicherungsprodukte oder die Kapitalanlage der Concordia sind.

Versicherungstechnik

Taxonomiefähige Brutto-Prämie 45%
Nicht-Taxonomiefähige Brutto-Prämie 55%

Kapitalanlage

Positionen Anteil an den Gesamtaktiva Anteil an den Gesamtkapitalanlagen
Taxonomiefähige Risikopositionen 2% 6%
Nicht taxonomiefähige Risikopositionen 32% 80%
       davon Risikopositionen, für die keine Informationen vorliegen 29% 73%
Risikopositionen ggü. Staaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten 57% 0%
Derivate 0% 0%
Risikopositionen ggü. Unternehmen, die nicht zur Veröffentlichung nichtfinanzieller Informationen verpflichtet sind 6% 14%

Von den Kapitalanlagen des Konzerns in Höhe von rund 4,5 Mrd. EUR per 31.12.2021 stimmen circa 77% mit dem Anlageuniversum der grünen Produktlinie „Leben oeco“ der COL überein. Im Leistungsindikator G4 FS11 zu Kriterium 10 wird näher auf diese Anlagekriterien eingegangen.

2.) Ansatz / Prozessbeschreibung
Beschreiben Sie den Ansatz Ihres Unternehmens in Bezug auf die EU-Taxonomie und die Prozesse zur Ermittlung der unternehmensspezifischen Leistungsindikatoren.

[An dieser Stelle sind von den berichtspflichtigen Unternehmen insbesondere die jeweils spezifischen qualitativen Angaben gemäß Art. 8 EU-Taxonomie-Verordnung i.V.m. der Delegierten Verordnung (C (2021) 4987) und ihren Anhängen zu machen (z.B. Erläuterungen zur Ermittlung von Umsatz, Investitions- und Betriebsausgaben bei Nicht-Finanzunternehmen gemäß Art. 8 EU-Taxonomie-Verordnung i.V.m. der Delegierten Verordnung (C (2021) 4987), Anhang I, Abschnitt 1.2, Ziffer 1.2.1 lit. a)). Auch hierbei kann ergänzend die Möglichkeit unter Aspekt 3.) genutzt werden, weitere erforderliche Darstellungen hochzuladen.]

Versicherungstechnik

Die Berechnungsgrundlage für die Taxonomie-Kennzahlen der Versicherungstechnik sind die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen für das Geschäftsjahr 2021. Die dargestellten Beitragseinnahmen resultieren aus dem selbst abgeschlossenen im Inland betriebenen Nichtleben-Versicherungsgeschäft der Concordia Versicherungs-Gesellschaft a.G.. Die Daten wurden aus den zentralen Bestandsführungssystemen übernommen und entsprechen den zum 31.12.2021 ausgewiesenen Bilanzdaten.

Um taxonomiefähig zu sein, muss das Versicherungsgeschäft innerhalb der taxonomiefähigen Geschäftsbereiche (Solvency II Lines of Business) im Zusammenhang mit der Übernahme klimabedingter Risiken stehen. Die Concordia geht dabei davon aus, dass zur Ermittlung der Taxonomiefähigkeit nur unmittelbare klimabedingte Risiken einzubeziehen sind. Eine Prämie gilt dabei als taxonomiefähig, wenn in den Vertragsbedingungen klimabedingte Risiken explizit genannt sind.

Unter dieser Maßgabe sind bei der Concordia die Geschäftsbereiche  sonstige Kraftfahrzeug-, See-, Luftfahrt- und Transportversicherung sowie Feuer- und andere Sachversicherungen taxonomiefähig. Nicht-taxonomiefähig sind die Geschäftsbereiche Krankheitskosten-, Einkommensersatz-, Kraftfahrzeughaftpflicht-, und Beistandsversicherung, da diese nur mittelbar klimabedingte Risiken abdecken. Die ebenfalls von Concordia betriebenen Geschäftsbereiche allgemeine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung sowie verschiedene finanzielle Verluste und Renten aus Nichtlebensversicherungsverträgen sind gemäß Taxonomie-VO grundsätzlich nicht taxonomiefähig.

Zukünftig kann die Taxonomiequote als steuerungsrelevante Größe in der Geschäftsstrategie als richtungsweisender Indikator dienen. Die Bewertung der daraus entstehenden Chancen und Risiken in Bezug auf unsere Nichtlebensversicherung steht bei der Concordia noch aus.

Derzeit erfolgt die Berechnung der geforderten Taxonomiequote wie oben beschrieben. Eine Berücksichtigung im Produktentwicklungsprozess erfolgt ggf. nach einer Bewertung der Chancen und Risiken.

Die Taxonomiequote und der Erhebungsprozess wird transparent im Zuge der Offenlegungspflichten und der nichtfinanziellen Erklärung (bei der Concordia DNK) kommuniziert. Zunächst geht es darum, eine valide Datenqualität sicherzustellen und einen Bewertungsprozess zu etablieren. Darüber hinaus kann es aufgrund zusätzlicher Konkretisierungen seitens des Gesetzgebers zur Taxonomie-VO oder sonstiger neuer Erkenntnisse zu Auslegungsfragen dazu kommen, dass die Berechnung der Quoten in den kommenden Berichtsperioden angepasst wird. Dies betrifft insbesondere die Auslegung hinsichtlich der Beachtung von mittelbaren klimabedingten Risiken.

Kapitalanlage

Gemäß Annex IX Del-VO sind in der Analyse der Kennzahlen für die Kapitalanlagen, anhand der im Climate DA definierten Wirtschaftstätigkeiten, alle direkten und indirekten Investitionen, inklusive Investments in Organismen für gemeinsame Anlagen und Beteiligungen, sowie Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte der Concordia Gruppe berücksichtigt.

Für den Berichtszeitraum lagen nur für einen geringen Teil der Kapitalanlagen Informationen zur Taxonomiefähigkeit bzw. Nicht-Taxonomiefähigkeit der zugrundeliegenden Wirtschaftsaktivitäten vor, da Informationen genutzt werden müssen, die von den jeweiligen Unternehmen veröffentlicht werden und somit zweifelsfrei und ohne Verwendung von Schätzungen vorliegen. Bei der Concordia kann dies für die Immobilieninvestitionen, immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen bestätigt werden. Daher umfassen die Angaben zu taxonomiefähigen Risikopositionen für das Berichtsjahr 2021 alleinig Immobilieninvestitionen. Darüber hinaus sind als nicht taxonomiefähig immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen berücksichtigt worden.

Zur Bestimmung der Risikopositionen gegenüber Staaten, Zentralbanken und supranationalen Emittenten wurde auf die Abgrenzung gemäß dem aufsichtsrechtlichen Meldewesen unter Solvency II (Solvenzbilanz) abgestellt. 

Für die Bestimmung des Anteils der Risikopositionen gegenüber Unternehmen, die nicht zur Veröffentlichung einer nichtfinanziellen Erklärung nach EU-Recht verpflichtet sind, wurde auf öffentlich zugängliche Informationen der Unternehmen wie Mitarbeiterzahl, Umsatzzahlen und Bilanzsumme zurückgegriffen. Unternehmen, die ihren Sitz außerhalb der EU haben, sind nicht zur Veröffentlichung einer nichtfinanziellen Erklärung verpflichtet und wurden dementsprechend klassifiziert.

Bei unzureichender Informationslage bzgl. Taxonomiefähigkeit einer Kapitalanlage wurde diese dem Vorsichtsprinzip nach als nicht taxonomiefähig in der obenstehenden Tabelle zu den Kapitalanlagen berücksichtigt. Immaterielle Vermögensgegenstände wurden mit ihrem im Jahresabschluss verwendeten Buchwert berücksichtigt. Darüber hinaus berücksichtigt der Zähler keine übrigen Aktiva.

Nach Artikel 10 Absatz 3 Buchstaben a)-c) Del-VO sollen Finanzunternehmen den Anteil ihrer Risikopositionen an ihren gesamten Aktiva offenlegen. Alternativ können die Risikopositionen auch ins Verhältnis zu den Gesamtkapitalanlagen ohne Staatsanleihen gemäß Annex IX Del-VO gesetzt werden.

Aufgrund der begrenzten Aussagekraft der Taxonomieinformationen zum aktuellen Zeitpunkt, legen wir der Transparenz halber die Kennzahlen zum Anteil der Gesamtaktiva und zum Anteil der Gesamtkapitalanlage (ohne Staatsanleihen) offen. Die Concordia Gruppe investiert vermehrt in Staatsanleihen. Daher ergeben sich je nach verwendetem Nenner sehr unterschiedliche Taxonomiequoten.

Sämtliche Risikopositionen (Ausnahme immaterielle Vermögensgegenstände) wurden mit Ihren Solvency II Marktwerten für den Stichtag 31.12.2021 angesetzt.