13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die THG-Emissionen werden jährlich für die wesentlichen Energieträger ermittelt. Die Informationen werden - ebenso wie andere Nachhaltigkeitsaspekte - im Teilmanagementbewertungsbericht Umwelt und Nachhaltigkeit dokumentiert und von der Geschäftsführung mindestens im Rahmen des Managementreviews bewertet.

Die bedeutenste und gleichzeitig beeinflussbare Emissionsquelle resultiert aus der notwendigen Mobilität und damit dem Einsatz von vorwiegend dieselbetriebenen Fahrzeugen. 
Mit Umsetzung einer aktualisierten Green Car Policy, die den Einsatz von E-Fahrzeugen zulässt, sollen Emissionen reduziert werden. Darüber hinaus gilt es Fahrleistungen durch Etablierung von Videokonferenzen etc. insgesamt zu reduzieren. Bedingt durch die Corona-Pandemie zeigt sich in 2020  bereits eine signifikante Reduzierung der Fahrleistung um ca. 6,4 % (ca. 390.000 km), was einer Reduzierung der CO2e-Emissionen von ca. 56 t entspricht. Soweit unter den Pandemiebedingungen möglich, wurde auf Fahrten zum Kunden, zu Behörden und anderen Partnern nur verzichtet, wenn die Alternativen akzeptiert wurden. Insofern ist die Reduzierung der THG-Emission eine gemeinsame Herausforderung für WESSLING, Kunden und die anderen Partner, die positiven Erfahrungen in ein verändertes Verhalten umzusetzen. 

Als kundenorientierter Dienstleister bleiben Termine beim Kunden vor Ort das Tagesgeschäft. Termine erfolgen häufig anlassbezogen und erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Da die Standorte der Kunden und anderen Partnern sich in der Regel nicht an der ÖPNV-Erreichbarkeit ausrichten, die Termine teilweise spontan oder kurzfristig durchgeführt werden müssen und auch die zu überwindenden Strecken signifikant sein können, wird derzeit im Regelfall auf dieselbetriebene Firmenfahrzeuge zurückgegriffen. E-Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben erfüllen derzeit noch nicht die WESSLING Ansprüche.  
Ansprüche sind hier eine hohe Wirtschaftlichkeit, eine hohe Verfügbarkeit (geringe Standzeiten für Wartung etc., große Reichweiten, gute Ersatzteilversorgung) und eine hohe Zuverlässigkeit. Die Bahnnutzung hat in 2020 aufgrund der Pandemie wesentlich an Bedeutung verloren. Gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 beträgt der Rückgang ca. 64%. Während für das Jahr 2019 die CO2-Emissionen von der Bahn mit ca. 2,3 t angegeben wurden, wurden für das Jahr 2020 0 t ausgewiesen. 

Die Ziele der Reduzierung der Treibhausgasemissionen für 2020 ergeben sich grundsätzlich darüber hinaus aus den Zielen zur Verringerung der Nutzung von fossilen Brennstoffen bzw. Strom für die Raumbeheizung und den Betrieb der Anlagen. Angegebenes Ziel ist jeweils eine Einsparung von Emissionen von 2 % gegenüber dem Vorjahr. Da hier ein Wachstum des Unternehmens nicht berücksichtigt wird, wurden Ziele ab 2020 auf eine Kennzahl bezogen, die das wirtschaftliche Wachstum berücksichtigt. Dieses Ziel wurde erreicht, was wesentlich auf die Einführung von Home-Office bzw. mobilem Arbeiten zurückzuführen ist. 
Von WESSLING genutzte Immobilien sind teilweise angemietet. Art und Maß der Infrastruktur sind nicht vollumfänglich von WESSLING beeinflussbar, womit Emissionseinsparungen eine gemeinsame Aufgabe zwischen Vermieter und WESSLING sind. Der Einsatz von PV-Anlagen auf den Dachflächen ist nur bedingt möglich, da diese in erheblichem Maße wegen der installierten Technik (z. B. Abluftanlagen der Laboratorien) zerklüftet sind. Unabhängig davon wird dieser Aspekt regelmäßig hinterfragt.

WESSLING setzt zur Reduzierung der THG-Emissionen auf optimierte Prozesse, auf den Einsatz eines gasbetriebenen Blockheizkraftwerkes mit angeschlossener Absorptionskälteanlage am Hauptstandort, auf die Sensibilisierung und Einbeziehung der Mitarbeiter und auf die Vermeidung unnötiger Mobilität sowie den Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge.
Die regelmäßige Hinterfragung von Prozessen trägt zur Fehlervermeidung bei. Die fortlaufende Verbesserung der Fehlervermeidung reduziert den Aufwand für die Fehlerbehebung, die in der Regel einen Ressourcenverbrauch und damit THG-Emissionen bedeutet. Hierzu sind Qualitätsmanagementsysteme nach den Vorgaben der DIN EN ISO 17025 und DIN EN ISO 9001 implementiert, die auch auf die Vermeidung von Verschwendung abzielen.

Basisjahr zur Bewertung der THG-Emissionen sämtlicher WESSLING Standorte der WESSLING GmbH ist  das vorangegangene Jahr. WESSLING ist Dienstleister und stark kundenorientiert, womit THG-relevante Prozesse, Dienstleistungen und Zielvereinbarungen potenziell kurzlebig sind und der Vergleich über längere Zeiträume an Aussagekraft verliert. Unabhängig davon ist festzustellen, dass die THG-Emissionen bezogen auf die Produktivität tendenziell sinken. Gleichwohl werden gesetzte Ziele, zum Beispiel durch einen auftragsbedingt hohen Mobilitätsanspruch, begründbar regelmäßig nicht erreicht. 

Relevante Informationen zu den die THG-Emissionen bedingenden Ressourcenverbräuchen sind den Kriterien 12 (Ressourcenmanagement) und 13 (Klimarelevante Emissionen) bzw. den zugehörigen Leistungsindikatoren zu entnehmen.