13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die StEB Köln veröffentlichen THG-Emissionen aus dem Jahr 2017 in der Umwelterklärung 2018. Die Umwelterklärung für das Jahr 2017 wurde von den Umweltgutachtern Dr. Uwe Schloßer und Dr. Reiner Huba, Schorndorfer Straße 41 in 70736 Fellbach nach EMAS III validiert.

In den Umwelterklärungen der StEB Köln bis zum Jahr 2017 wurden die Gesamtemissionen – sowohl klimaneutral als auch klimaschädlich – anhand des Emissionsfaktors (378 g CO2/kWh) aus der UBA-Veröffentlichung „Nationaler Inventarbericht zum Deutschen Treibhausgasinventar 1999 -2014“, UBA 23/2016 berechnet und dargestellt.
Da die durch Verbrennung des Klärgases emittierte CO2-Menge der Atmosphäre nicht neu hinzugefügt wird, handelt sich dabei um bewahrende und nicht vermehrende Äquivalente. Die Nennung der Gesamtemissionen durch die energetische Nutzung von Klärgas kann daher missverständlich wahrgenommen werden.
Die StEB Köln haben entschieden, zukünftig den Anteil der klimaschädlichen Emissionen deutlicher darzustellen. Als Emissionsfaktor für den klimaschädlichen Emissionsanteil für die Verbrennung von Klärgas im BHKW wird der Wert von 29,76 g CO2/kWh verwendet. Quelle dieses Emissionsfaktors ist die „Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger“, UBA 23/2017. Dieser Faktor beinhaltet treibhausrelevante Gase inklusive Methanschlupf der BHKW. Weitere Methanemissionen aus den Kraftwerken sowie die Lachgasemissionen wurden bisher bei den StEB Köln nicht bilanziert. Der bisherig verwendete Emissionsfaktor von 378 g CO2/kWh wird für die Berechnung der klimaschädlichen und klimaneutralen Gesamtemissionen weiter verwendet. Quelle für diesen Faktor: „Nationaler Inventarbericht zum Deutschen Treibhausgasinventar 1990-2014“ UBA 23/2016. In der Umwelterklärung 2018 werden die Zusammenhänge erläutert.

Der Fokus der Emissionsbetrachtung bei den StEB Köln liegt auf den CO2-Äquivalenten. Im Verwaltungsbereich sind weitere Treibhausgasemissionen vernachlässigbar. Für den Fuhrpark der StEB Köln sind ebenfalls die Emissionen von SO2, NOx sowie Feinstaub erfasst. Die StEB Köln erfassen und stellen die CO2-Äquivalente dar, die durch die Nutzung von Strom, Erdgas, Heizöl und Flüssiggas, Diesel und Benzin hervorgerufen werden. Zusätzlich werden die CO2Äquivalente, die durch die Verbrennung von Klärgas entstehen, berücksichtigt. Hinsichtlich dieser durch die Verbrennung von Klärgas hervorgerufenen CO2-Äquivalente wurde das Vorgehen bei der Erstellung der CO2-Bilanz der StEB Köln weiterentwickelt.

Bei der Bilanzierung der CO2-Äquivalente, die durch die Verbrennung von Klärgas in den Blockheizkraftwerken entstehen, wird nun die Unterteilung nach klimaneutralen und klimarelevanten Emissionen deutlicher vorgenommen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden zur Bestimmung dieses Faktors Emissionserklärungen von genehmigungspflichtigen Anlagen analysiert, um brennstoffspezifische Emissionsfaktoren für den direkten Anlagenbetrieb abzuleiten. Bei der Gesamtmenge der CO2-Äquivalente wird weiterhin der Emissionsfaktor von 378 g CO2 /kWh berücksichtigt (Quelle: Nationaler Inventarbericht zum Deutschen Treibhausgasinventar 1990 - 2014, UBA 2016).

Weiter wurde bei der Umrechnung der Klärgasmenge von Kubikmeter in kWh bisher der idealisierte Heizwert von 10 benutzt. Aufgrund der Zusammensetzung des Klärgases ist auch hier eine Konkretisierung vorgenommen worden. Messungen in den Klärwerken haben ergeben, dass das Klärgas zu knapp 58,9 Prozent aus Methan besteht.
Für die Energiemenge, die mit einem Kubikmeter Erdgas erzeugt werden könnte, sind vom Klärgas der StEB Köln 1,65 Kubikmeter erforderlich, um denselben Energieertrag zu erzielen. Unter diesen Annahmen wurden die CO2-Äquivalente auch für die letzten Jahre detaillierter berechnet. 

Am Standort der Verwaltung in Köln-Merheim sowie im Kanalnetz und beim Fuhrpark konnten die klimarelevanten Emissionen gemindert werden. Durch den erhöhten Stromverbrauch in den Klärwerken ist hier ein Anstieg der Emissionen zu verzeichnen. Insgesamt konnten die StEB Köln in den letzten fünf Jahren ihre klimarelevanten Emissionen aus der Verbrennung von Klärgas um über 2.000 Tonnen senken. Die Äquivalente der Gesamtemissionen der StEB Köln im Jahr 2017 betrugen 40.042 t CO2/a. Diese setzen sich aus klimarelevanten und klimaneutralen Emissionen zusammen. Für die klimarelevanten Emissionen aus der Verbrennung von Klärgas wurde der Emissionsfaktor 29,76 g/kWh angesetzt. Dieser Faktor entstammt der Veröffentlichung des Umweltbundesamtes „Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger 23/2017“. Für die klimaneutralen Emissionen wird der Emissionsfaktor von 378 g CO2 /kWh berücksichtigt (Quelle: Nationaler Inventarbericht zum Deutschen Treibhausgasinventar 1990 – 2014, UBA 2016).

Dementsprechend ergab sich der Anteil der klimarelevanten CO2-Äquivalente zu 9.034 t CO2/a. Von den Gesamtemissionen der StEB entspricht der Anteil dieser treibhausgaswirksamen Emissionen lediglich 22,56 Prozent.

Bei nahezu gleichbleibenden CO2-Äquivalenten der Gesamtemissionen für 2016 und 2017 konnten die StEB Köln mit ihren umwelttechnischen Maßnahmen den Anteil der klimaschädlichen CO2-Äquivalente auf gut 23 Prozent konstant niedrig halten. Mit ihren aktuellen und kommenden Maßnahmen streben die StEB Köln an, diesen klimaschädlichen Anteil an den Gesamtemissionen weiter zu reduzieren und auf null zu setzen.

Die THG-Emissionen der StEB Köln werden unter den Leistungsindikatoren zu Punkt 13 beschrieben.

In der Umwelterklärung 2018 sind auf den Seite 46 bis 57 Umweltziele und -maßnahmen des Unternehmens beschrieben. Diese Planung verfolgt immer auch die Ziele des Klimaschutzes.

Beispiele konkreter Ziele zur Reduktion von THG-Emissionen bis 2025:
- Reduktion des Gesamtstromverbrauchs in den Klärwerken um 20 Prozent.
- 100 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in den Klärwerken sollen durch Nutzung von Klärgas
  und PV selbst hergestellt werden.

Die StEB Köln beabsichtigen, erneuerbare Energien vermehrt einzusetzen und dadurch klimarelevante Emissionen aus fossilen Energieträgern zu vermindern. Die Klärwerke sollen bis 2025 energieautark und mit Klärgas und PV betrieben werden. Zugekaufter Strom kommt ab 2018 ausschließlich aus erneuerbaren Quellen. Technische Lösungen zum Betrieb von Spül- und Reinigungsfahrzeugen mit umweltfreundlichen Antriebsenergien sind derzeit noch nicht auf dem Markt verfügbar. Insofern kann eine präzise Zeitplanung derzeit nicht verlässlich aufgestellt werden, wann auch in diesem Bereich die THG-Emissionen erheblich gesenkt werden.