13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die Reduktion von Treibhausgasen dient unmittelbar dem Ziel des Klimaschutzes. Wenn privatwirtschaftliche Unternehmen oder andere Institutionen und Organisationen dieses Ziel aber derzeit häufig nur durch entsprechende Kompensationszahlungen zu erreichen vermögen, ist dies dem ZDF abgesehen von der umstrittenen Einordnung derartiger Ausgleichszahlungen aufgrund seiner öffentlich-rechtlich fundierten Rundfunkbeitragsfinanzierung aus rechtlicher Sicht (auch das zumindest derzeit) nicht möglich.

Detaillierte Werte zu den THG-Emissionen werden in den Klimabilanzen für die Jahre 2021 und 2020 zu den hier relevanten Leistungsindikatoren dargestellt. Die Einteilung nach Scopes 1, 2, und 3 erfolgt entsprechend des GHG Protocols.  

Messwerte, Berechnungen oder Angaben der Lieferanten zu den THG-Emissionen (Scope 1, 2, 3) werden in den entsprechenden Abschnitten zu den hier relevanten Leistungsindikatoren gegeben.  

Für ein Medienunternehmen wie das ZDF mit seiner Planung und Produktion immaterieller Güter und digitaler Inhalte entstehen keine signifikanten Emissionen von Treibhausgasen nach Scope 1. Die hier relevanten CO2-Emissionen für den Unternehmensfuhrpark (Kraftstoffverbräuche) konnten seit dem Berichtsjahr 2016 um insgesamt 8 % verringert werden. Die niedrigen Emissionszahlen aus den Jahren 2020 und 2021 wurden – aufgrund der verminderten Reisetätigkeiten während der Coronapandemie – nicht berücksichtigt. Die direkte Freisetzung klimaschädlicher Gase im eigenen Unternehmen (Scope 1) kann als ausgesprochen gering eingestuft werden.  

Bei Scope 2 ist hervorzuheben, dass das ZDF hier aufgrund des Bezugs von Fernwärme und Ökostrom zu wesentlichen Teilen klimaneutral agiert. Dabei dient der Bezug von Ökostrom dem Produktions- und Sendebetrieb in fernsehtechnischer Hinsicht sowie der Koordination und Administration in organisationsbezogener Hinsicht für die Erstellung der medialen, nicht physischen Dienstleistung „Programm“ und ist insofern nicht mit Blick auf unterschiedliche Emissionsquellen im Sinne einer klassischen industriebezogenen produktionellen Aktivität differenziert auszuweisen. Abschließend kann auch für Scope 2 (indirekte Freisetzung klimaschädlicher Gase durch Bezug von Energie) ein äußerst geringer Impact konstatiert werden.  

Die sonstigen indirekten THG-Emissionen (Scope 3) beziehen sich insbesondere auf die indirekte Freisetzung klimaschädlicher Gase im Kontext von Lieferketten. Dabei geht es etwa um die Beschaffung von zur eigenen Programmproduktion erforderlichen Inputs (einschließlich Administration und Organisation durch die Chefredaktion, die Programmdirektion und die Dienstleisterbereiche) sowie um den Erwerb extern produzierter Programme (Auftragsproduktionen). Schließlich ist die Kernaufgabe des ZDF das Programm. Das ZDF produziert Programme, die den publizistischen, ethisch-moralischen und gesellschaftlichen Standards sowie den rechtlichen Vorgaben der Sachlichkeit, Objektivität, Ausgewogenheit, Unabhängigkeit und Fairness verpflichtet sind. Und hier, bei der Programmproduktion fokussiert sich das ZDF auf eine deutliche Ausweitung nachhaltiger Produktionen, die den mit klaren Kriterien und konkreten KPIs hinterlegten, ökologischen Mindeststandards für deutsche Kino-, TV- und Online/VoD-Produktionen entsprechen (siehe hier im Detail https://www.oekologische-mindeststandards-greenmotion.de/). Und bei den für die Eigenproduktion erforderlichen Inputs nutzt das ZDF die Möglichkeit zur Berücksichtigung nachhaltiger und ressourcenschonender Aspekte in jeder Phase seiner Vergabeverfahren und Wettbewerbe, von der Bedarfsermittlung und Festlegung des Auftragsgegenstandes, über die Festlegung von Eignungs- und Zuschlagskriterien bis hin zur konkreten vertraglichen Ausgestaltung. Dies spiegelt sich in einem im Jahr 2021 erarbeiteten und im Jahr 2022 verabschiedeten Leitfaden für nachhaltige Beschaffung im ZDF wider.  

Was die im Scope 3 speziell ausgewiesenen Dienstreisen (Dienstleister im Reiseverkehr hier vor allem die Deutsche Bahn und die Lufthansa) im ZDF angeht, so weist für den Bereich Bahnreisen die “Umweltbescheinigung der Deutschen Bahn 2021” Klimaneutralität aus: “Die DB Vertrieb GmbH bescheinigt dem Unternehmen/der Organisation ZDF, dass im Rahmen des Geschäftskunden­programms bahn.business vom 01.01.2021 bis 31.12.2021 3.789.758 Personenkilometer mit der DB zurückgelegt wurden. bahn.business Kunden fahren in Zügen des DB Nah- und Fernverkehrs mit 100 % Ökostrom. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien werden direkte Emissionen vermieden. Etwaige anfallende Emissionen auf nicht elektrifizierten DB Strecken werden kompensiert. Ihre Geschäftsreisen im Nah- und Fernverkehr der DB erfolgen damit komplett CO2-frei.”  

Zu den Scope-3-Emissionen zählen auch Emissionen, die die Mitarbeiter*innen aufgrund ihres Pendelns zwischen Wohnung und Arbeitsstelle erzeugen. Ein erster Schritt zur Ermittlung dieser Werte wird vom ZDF im Zuge einer für das Jahr 2022 geplanten Mobilitätsanalyse getan. Das ZDF setzt sich aber seit Langem für eine nachhaltige Mitarbeitermobilität ein. So bietet das ZDF etwa seit 2009 den Mitarbeiter*innen am Standort Mainz ein attraktives Angebot für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Gebiet Mainz/Wiesbaden und für die Region Rheinhessen-Nahe im Rahmen eines Jobtickets an. Im Jahr 2021 (Stand bis Oktober 2021) nutzten etwa 332 Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, ihren Arbeitsweg auf diese Art kostengünstig und umweltschonend zurückzulegen. Des Weiteren gewährt das ZDF einen sogenannten monatlichen Öko-Zuschuss. Voraussetzung hierfür ist der Abschluss eines Jahrestickets – für die Strecke vom Wohnort zur Arbeitsstätte – bei dem zuständigen Verkehrsbetrieb.  

Neben der Steigerung der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs soll auch die Fahrt zur Arbeit mit dem Rad noch attraktiver werden. Im Februar 2021 wurde auf dem ZDF-Gelände eine E-Bike-Ladestation in Betrieb genommen. Seit Juni 2021 können sich ZDF-Mitarbeiter*innen am Standort Mainz ein Rad bei meinRad oder ein Auto bei book-n-drive leihen. In Kooperation mit dem ZDF stellen die beiden regional ansässigen Firmen ihre Sharing-Angebote erfolgreich zur Verfügung. Mit diesen flexiblen Angeboten werden Mobilitätsalternativen für Mitarbeiter*innen ausgebaut.