13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die für das Deutsche GeoForschungZentrum GFZ für das Berichtsjahr 2019 nach dem „GHG Protocol“ berichteten klimarelevanten Emissionen (in Tonnen CO2-Äqivalent) stellen insgesamt eine Abschätzung dar, die die wesentlichen Emissionskompartimente erfasst. Die zur Berechnung verwendeten Emissionsfaktoren folgen Vorgaben des Umweltbundesamtes (Kohlendioxid-Emissionsfaktoren für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen, Handbuch für Emissionsfaktoren/HBEFA).

Die CO2-Gesamtemission des GFZ im Jahr 2019 betrug 3.674,67 t und wurde durch Energieverbräuche zur Wärme- und Stromgewinnung aus Erdgas (Scope 1, 32,9 %), zum Betrieb der Fahrzeugflotte (Scope 1, 1,5 %) und im Rahmen von dienstlichen Flugreisen (Scope 3, 65,6 %) verursacht (zu dienstlichen Bahnreisen siehe unten). Da das GFZ seit 2017 Ökostrom nutzt, fielen in 2019 keine indirekten strombezogenen Emissionen (Scope 2) an. Für weitere Bilanzgrößen im Rahmen von Scope 1 und Scope 3 (z.B. Verbrauch von Kühlmitteln, Zuliefer- und Beschäftigtenverkehr, Baumaßnahmen und weitere Dienstleistungen, Wasserver- und Abwasserentsorgung, Konsum von Verbrauchsgütern) können derzeit aufgrund fehlender Daten für das GFZ keine Angaben gemacht werden.

Während der Verbrauch von Erdgas zur Wärme- und damit gekoppelten Stromgewinnung (in Blockheizkraftwerken) wie auch die Kilometerfahrleistung der GFZ-eigenen Fahrzeugflotte (19 PKW zumeist mit Dieselantrieb) exakt bemessen werden kann, stellen die summierten Flug- und Bahnreisekilometer der Dienstreisen eine überschlägige Schätzung dar. Voraussetzung zur Ermittlung der Reisekilometer ist eine Buchung über das Vertragsreisebüro des GFZ bzw. der „Online-Booking-Engine“. Diese erfassen standardmäßig Ziel und Strecke pro Reise. Bei den Flugreisen erfolgte 2019 laut SAP-Auswertung für 73 % der Reisen eine Buchung per Reisebüro/Engine; 27 % wurden privat gebucht. Bei den Bahnreisen beträgt das entsprechende Verhältnis 53 % zu 47 %. Da die Bahnbuchungen über das „bahn.business“-Programm der Deutschen Bahn abgewickelt werden und dieses Programm zu 100 % Ökostrom nutzt bzw. indirekte Emissionen kompensiert (https://gruen.deutschebahn.com/de), sind die Bahnreisen für das GFZ ohne CO2-Emissionen verbunden. Generell wird sich am GFZ in den kommenden Jahren aufgrund bereits getroffener interner Vereinbarungen der Anteil zentral gebuchter Dienstreisen erhöhen und sich damit auch die Kilometerbilanzierung präziser ermitteln lassen.

Durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ab 2017 ist es dem GFZ gelungen, den 2016 noch bei ca. 40 % der Jahresemission liegenden Strombezug (Scope 2) auf 0 % und damit die damals bei ca. 6.638 t CO2eq liegende Jahresemission auf 3.675 t CO2eq (2019) zu senken. Das bedeutet in etwa eine Halbierung der klimarelevanten Gesamtemissionen im Zeitraum 2016 bis 2019.

Die Bilanzierung für 2019 zeigt, dass potenziell vor allem im Bereich des Wärmeverbrauchs bzw. in der Art und Weise der (gekoppelten) Wärme- und Stromgewinnung sowie bei den dienstlichen Flugreisen Emissionssenkungspotenziale bestehen. Eine Senkung des Wärmeverbrauchs ist vor allem bei anstehenden Gebäudesanierungen im Rahmen einer energetischen Optimierung der Gebäudehülle und -technik in Betracht zu ziehen, sofern dies denkmalschutzrechtlich möglich ist. Darüber hinaus besteht prinzipiell die Möglichkeit, den Campus Telegrafenberg an die zentrale Fernwärmeversorgung der Stadt Potsdam anzuschließen. Hierbei sind allerdings wirtschaftliche und technische Aspekte (u.a. Finanzierung und Baumaßnahmen) ebenso zu berücksichtigen wie der Umstand, dass seitens der Stadt derzeit noch Erdgas als nichtnachhaltige Energiequelle zur Fernwärmeversorgung genutzt wird. Bei den dienstlichen Flugreisen – sie sind unabdingbar notwendig für die weltweite Tätigkeit des GFZ, verursachen mit 66 % aber auch den größten Anteil der klimarelevanten Emissionen – besteht zwar ein gewisses, wenngleich wohl nur geringes Einsparpotenzial (z.B. Verzicht auf Inlandsflüge, Ersatz von Präsenzsitzungen durch Videokonferenzen). Eine weitergehende Identifizierung von Potenzialen zur Minderung der klimarelevanten Emissionen sowie die Definition von Einsparzielen und Maßnahmen inklusive möglicher Kompensationsansätze ist als ein Bestandteil der für 2021 geplanten Nachhaltigkeitsstrategie des GFZ vorgesehen.