13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

1) Wichtigste Emissionsquellen
Mit Blick auf den Lebenszyklus unserer Gebäude stellt der Verbrauch von Energie für Strom, Warmwasser und Heizung die größte Emissionsquelle dar. Auch die so genannte „graue Energie“, d.h. bei der Herstellung verwendeter Produkte und Bauteile entstehende Emissionen, ist relevant. Da der Anteil der jährlichen Neubauten am Gesamtbestand relativ gering ist, die Emissionen im gesamten Produktlebenszyklus von über 50 Jahren anteilig klein und die Datenbeschaffung sehr aufwändig sind, liegt unser Fokus auf der Reduktion des Energieverbrauchs im Bestand. Dort stellen Energieeffizienz und die Art der Energieversorgung der Gebäude die größten Hebel für Einsparungen dar. Ziel ist es, gegen die Alterung der Gebäude mit einer konstanten Sanierungsquote gegenzusteuern, sie auf ein klimaverträgliches Maß zu steigern und für Mieterinnen und Mieter zeitgemäße Ausstattung anzubieten. Eine Herausforderung ist der hohe Anteil an denkmalgeschützten Gebäuden (ca. 10%) in unserem Bestand, da hier besondere Vorgaben gelten.  
Bei der Energieversorgung unserer Immobilien hat Fernwärme derzeit den größten Anteil für Heizung und Warmwasser. Selbst wenn Fernwärme vergleichsweise klimaschonend ist, entstehen auch dabei THG-Emissionen. Die Herausforderung für den Gesamtbestand ist es, passende Konzepte zu finden, die die unterschiedlichen Emittenten (Heizung, Strom, Verkehr, …) und Akteure berücksichtigen und in ein nachhaltiges Konzept integrieren. In zusammenhängenden Neubauvorhaben setzen wir bereits ganzheitliche Energie- und Mobilitätskonzepte um. In der Bestandsentwicklung ist diese Aufgabe jedoch eine Herausforderung. Das größte Spannungsfeld ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Mieten auch weiterhin auf bezahlbarem Niveau zu halten.  
Baustoffe, insbesondere Beton und Zement, beinhalten ebenfalls noch Emissionseinsparpotential. Allerdings fehlt uns hier noch Transparenz bezüglich der Mengen. 

2)  Zielsetzungen Wir haben uns als Ziel gesetzt, bis 2040 einen klimaneutralen Wohnungsbestand zu erreichen, d.h. eine Reduktion der THG-Emissionen um mindestens 90% zu realisieren. Wir wollen zudem dabei unterstützen, dass der Nutzungsanteil von erneuerbarer Energie in Karlsruhe steigt.   Den Anteil an erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung wollen wir bis 2035 auf 5% steigern. Aktuell liegt er, bedingt durch den hohen Anteil an Fernwärme, nur bei ca. 0,5%. Der Umstieg auf erneuerbare Energien in der Stromversorgung ist bis auf einzelne Verträge, die wir Geschäftsjahr 2021 ablösen, umgesetzt.
3) Strategien und konkrete Maßnahmen
Für die Reduktion des Energieverbrauchs und die Steigerung der Energieeffizienz erarbeiten wir eine Klimaschutzstrategie, mit der wir den genauen Umfang, Zwischenziele und die zeitliche Maßnahmenplanung identifizieren. Die Bezahlbarkeit dieser Maßnahmen stellt eine große Herausforderung dar, die die Zusammenarbeit innerhalb der Wohnungswirtschaft zwingend erforderlich macht. Wir pflegen daher enge Kooperationen mit Forschungsinstituten (siehe Kriterium 12) zur Identifikation von Einsparpotentialen und -lösungen.  
Um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, haben wir mit unserem Tochterunternehmen KES das 100-Dächer-Programm gestartet, das vorerst bis 2025 andauert. Dies betrifft ca. 15% unserer Gebäude. Der so erzeugte Strom wird für den Allgemeinstrom genutzt, aber auch unseren Mieterinnen und Mietern zur Nutzung angeboten. In den nächsten drei Jahren soll die derzeitige Leistung um ca. 4 Megawatt steigen. Der von unseren Mieterinnen und Mietern verbrauchte Strom wird von uns nicht bilanziert. Daher spielt der regenerative Strom für unsere CO2-Bilanz erst in Kombination mit einer dezentralen Wärmeversorgung eine Rolle. Nichtsdestotrotz ist uns die Versorgung der Bevölkerung mit regional erzeugter, regenerativer Energie wichtig, um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen.  
Wir werden unsere energetisch relevante Sanierungsquote, die in den Jahren 2012-2019 bei durchschnittlich knapp unter 1% lag, auf 2% in 2020/2021 erhöhen und dann – abgeleitet aus den Erkenntnissen aus dem Projekt zur Klimaschutzstrategie - entsprechend anpassen.

4) Bisherige Zielerreichung  
Da bisher keine konkreten Ziele formuliert wurden, kann erst im nächsten Berichtszyklus eine Erreichung beurteilt werden.  
Unseren Allgemeinstrom im Gebäudebestand und die Stromversorgung im Verwaltungsgebäude haben wir bereits auf Grünstrom umgestellt. Darüber werden auch unsere Elektro-Fahrzeuge versorgt

5) Berechnungsgrundlagen
Wir weisen die Emissionen aus, die aus der Versorgung unserer Liegenschaften mit Heizwärme, Warmwasser und Allgemeinstrom resultieren sowie zusätzlich für unser Verwaltungsgebäude, die Mieterservice-Büros sowie Hausmeisterstandorte den Verbrauchsstrom. Im Sinne des GHG Protocols weisen wir darauf hin, dass die betrachteten Grenzen darüber hinaus gehen und den gesamten Lebenszyklus des Produktes Wohnraum einbeziehen (Scope 3). Es mangelt jedoch an vielen Stellen noch an Transparenz, sodass wir uns aktuell auf die o.g. Daten (Scope 1 und 2) konzentrieren und nur die Dienstreisen in Scope 3 ausweisen. Bei der Aufteilung der Scopes gehen wir nach dem GHG Protocol vor (www.ghgprotocol.org). Unser Basisjahr stellt aktuell noch 2017 dar. Eine Rückrechnung auf das Jahr 2015 ist angedacht, um uns mit internationalen Zielsetzungen im Klimaschutz vergleichen zu können.  
Den Energieverbrauch ermitteln wir anhand der Qualitätspriorisierung:
1) Gemessene Werte
2) Energieverbrauchswerte laut Energieausweis
3) Energiebedarfswert laut Energieausweis und
4) Näherungswerte auf Basis der Erläuterungen im DNK Leitfaden Wohnungswirtschaft.  
Zu ca. 69% unserer Gebäudeflächen haben wir Messdaten durch unsere Tochtergesellschaft VOLKSWOHNUNG Service GmbH. Weitere Daten bekommen wir durch externe Firmen (Stadtwerke Karlsruhe, Ista, …). Dadurch haben wir für nahezu alle unserer Bestände Daten aus der von uns erstellten Betriebskostenabrechnung. Unsere derzeitige IT- Lösung lässt mit vertretbarem Aufwand lediglich den Zugriff auf die eigenen Messdaten zu. Wir wollen dies bis spätestens Mitte 2021 zur Verbesserung unserer Transparenz und besseren Steuerung unserer unternehmerischen Entscheidungen ändern.  
Für die gemessenen Werte nutzen wir eine Klimabereinigung mit Hilfe der Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes.  
Für die nicht abgedeckten 31% ziehen wir die Energieausweise heran. Für wenige verbleibende Gebäude (im Wesentlichen die unter Denkmalschutz stehenden) sind wir derzeit noch auf die Nutzung von Näherungswerten angewiesen (180 kWh/m2).