13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Seit 2010 werden jährlich die Energieverbräuche und -erzeugungsmengen sowie die daraus resultierenden Emissionen bilanziert. Aus den daraus sich ergebenden Handlungsbedarfen wurden entsprechende Maßnahmen abgeleitet, deren Umsetzung in den Folgejahren dazu führte, dass hanseWasser seit 2015 klimaneutral ist. Dieses Vorgehen wird bis heute fortgesetzt, über ein regelmäßiges Energiecontrolling werden Potenziale sichtbar gemacht und, wo möglich, gehoben. Ziel ist es, die Klimaneutralität aus eigener Kraft, d.h. ohne Kauf von Grünstrom oder CO2-Zertifkaten zu erreichen. Einen zeitlichen Horizont haben wir uns, angesichts der immer geringer werdenden Effizienzpotenziale in unseren Prozessen, aber nicht gesetzt.

Für die Bestimmung der Treibhausgasemissionen ist im „Greenhouse Gas Protocol“ der Standard gesetzt, an dem wir uns bei der Bilanzierung für hanseWasser orientieren.

Als Bezugsgröße wird der Wert Einwohner CSB Zulauffracht herangezogen, weil die Schmutzfracht die dominante Größe für den Energieverbrauch auf Kläranlagen ist und die Kläranlagen die größten Energieverbraucher der Abwasserentsorgung sind. Im Jahr 2019 wurden 4,7 kg CO2 eq/ EW CSB Zulauffracht emittiert.




Reduktion von Treibhausgasen durch aktive Maßnahmen
Unsere Brutto-Emissionen sind gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen und lagen 2019 bei 4.350 t CO2 eq. Die Klimaneutralität konnte daher nur mit dem zusätzlichen Erwerb von Zertifikaten erreicht werden.

Die Klärgasverstromung in Seehausen und Farge sank gegenüber dem Vorjahresniveau deutlich, insgesamt wurden ca. 1,4 Mio. kWh weniger Strom aus Klärgas erzeugt. Während das in Seehausen, wo das Vorjahr außergewöhnlich ertragreich verlief, zu erwarten war, führte in Farge der Ausfall aller Faulbehälter zu Jahresbeginn zu einem unerwarteten Einbruch der Klärgaserzeugung.

Darüber hinaus stieg durch Verschleißeffekte bei den Belüftern der biologischen Stufe der Stromverbrauch auf der Kläranlage Seehausen an. Die Emissionen durch den Strombezug haben sich wegen geringerer Eigenerzeugungsmengen und gestiegenen Verbäuchen daher gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt (1.749 t CO2 eq). Insgesamt resultieren 1.842 t CO2 eq aus dem Stromverbrauch. Über den Erwerb von Ökostrom aus dem Müllheizkraftwerk Bremen konnten die Treibhausgas-Emissionen um 3.456 t CO2 eq gesenkt werden. Am Ende verblieb eine Rest-Emission von 894 t CO2 eq. Diese Menge wurde durch den Zertifikatekauf eines regionalen Anbieters kompensiert, der gleichzeitig mit einem Teil des Geldes lokale soziale und kulturelle Einrichtungen bei Effizienzprojekten unterstützt.




Relevante Emissionsquellen
Die wichtigste Emissionsquelle ist der Stromverbrauch. Die größte Herausforderung besteht daher darin, den energieintensiven Abwasserreinigungsprozess noch effizienter zu gestalten. Durch die Erzeugung eines Großteils des eigenen Stromverbrauchs aus regenerativen Quellen sowie der Deckung des restlichen Bedarfs durch regenerativen Strombezug, sind die klimatischen Auswirkungen weitestgehend reduziert.

Die größte verbleibende Emissionsquelle stellen die Treibstoffverbräuche dar. Diese sind zum Großteil unvermeidlich, da die Entsorgung des bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlamms per LKW-Transport erfolgt.

Der Erdgasverbrauch führt ebenfalls zu relevanten Emissionen. Für die einzelnen Standorte gibt es Konzepte, diesen Verbrauch möglichst gering zu halten. So wird zum Beispiel an einem Standort Wärme aus Abwasser gewonnen und genutzt. Auf den Kläranlagen kommt möglichst selbst erzeugtes Biogas zur Wärmeproduktion zum Einsatz. Heizöl spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Für 2020 sind folgende Ziele und Maßnahmen vorgesehen: