13. Klimarelevante Emissionen

Das Unternehmen legt die Treibhausgas(THG)-Emissionen entsprechend dem Greenhouse Gas (GHG) Protocol oder darauf basierenden Standards offen und gibt seine selbst gesetzten Ziele zur Reduktion der Emissionen an.

Die größte Quelle für Treibhausgas-Emissionen ist der Dieselverbrauch unseres Fuhrparks, der über drei Viertel (2017: 77,0 Prozent, 2018: 76,8 Prozent) der gesamten CO2-Emissionen der RSAG ausmacht. Das ist in einem in der Abfallsammlung tätigen Unternehmen zu erwarten. Umso mehr gilt dies, da unser Entsorgungsgebiet sehr weitläufig ist und unsere etwa 100 Müllfahrzeuge große Strecken zurücklegen. Weitere Treibhausgas-Emissionen entstehen durch die Nutzung von Strom an unseren Standorten (2017: 20,3 Prozent, 2018: 21,0 Prozent). Damit betreiben wir zum Beispiel Anlagen, Arbeitsgeräte oder Computer und sorgen für die Beleuchtung. Dazu kommen in relativ geringem Ausmaß Treibhausgasemissionen aus der Beheizung unserer Gebäude mit Erdgas, Flüssiggas und Fernwärme (2017: 2,6 Prozent, 2018: 2,3 Prozent). Insgesamt haben wir im Jahr 2018 Treibhausgas-Emissionen in Höhe von 8.088 Tonnen CO2-Äquivalenten verursacht (2017: 8.256 Tonnen). Eine genauere Aufschlüsselung unserer Treibhausgas-Emissionen sowie die zur Berechnung der CO2-Emissionen verwendeten Emissionsfaktoren geben wir in den Leistungsindikatoren SRS-305-1 und SRS-305-2 an.  

Unsere größten Herausforderungen und wesentlichen Ziele im Bereich Klimaschutz liegen dementsprechend in der Optimierung spezifischer Treibhausgasemissionen sowie der Erzeugung erneuerbarer Energien. Um die Emissionen unserer Fahrzeugflotte zu reduzieren, optimieren wir die Touren und entsorgen Abfälle möglichst nah am Entstehungsort. Künftig wollen wir unsere Sammelfahrzeuge auf Modelle mit Biogasantrieb umstellen und mit umweltfreundlichem Gas aus unserer eigenen Biogasanlage betreiben. Auch andere Fahrzeuge sollen in Zukunft mit Biogas- oder Elektroantrieb ausgestattet sein. Seit Anfang 2019 ist in unserer Sperrmüll-Sortierhalle ein E-Bagger in Betrieb. Seit April 2019 haben wir außerdem einen Elektro-Stapler im Einsatz.  

Zur Senkung der Emissionen an unseren Standorten produzieren wir selbst erneuerbare Energie. Auf den Dächern unserer Entsorgungsanlagen und am neuen Standort in Sankt Augustin haben wir Photovoltaikanlagen angebracht. In unserer Gasanlage an der Deponie Sankt Augustin wird bei der Gärung entstehendes klimaschädliches Methangas abgesaugt und in Strom und Wärme umgewandelt. Mit diesem Strom können wir ein Drittel unseres Stromverbrauchs derzeit selbst erzeugen. Seit 2019 versorgt ein eigens installiertes Nahwärmenetz das Verwaltungsgebäude der RSAG und bis zu 15 Gebäude in der Nachbarschaft. 2015 haben wir erstmals ein Energieaudit an den Standorten Eitorf, Sankt Augustin, Troisdorf, Swisttal-Miel sowie am Verwaltungsgebäude in Siegburg durchgeführt, um Einsparmöglichkeiten zu ermitteln. Seitdem führen wir – wie auch im Berichtsjahr – regelmäßige Energieaudits im Abstand von drei Jahren durch und setzen daraus abgeleitete Energiesparmaßnahmen um. Eine weitere Maßnahme, um unsere Emissionen zu verringern, ist die Erweiterung unseres Betriebshofs 2019 in Passivbauweise.  

Den CO2-Emissionen stehen CO2-Einsparungen durch die Geschäftstätigkeit der RSAG gegenüber, sodass die RSAG insgesamt als CO2-Senke wirkt. Pro Tonne Abfall, die in einer Müllverbrennungsanlage verwertet wird, werden etwa 246 kg CO2-Emissionen eingespart, so eine Schätzung des Verbands der Betreiber von Thermischen Abfallbehandlungsanlagen ITAD (Stand 2018). Grund dafür ist, dass die Energiegewinnung aus Abfall fossile Brennstoffe ersetzt und dass sich Metalle aus der Müllverbrennung wiedergewinnen und als Sekundärrohstoffe nutzen lassen. Die RSAG hat 2018 demnach etwa 17.900 Tonnen CO2 durch Restmüllsammlung von privaten Haushalten und dessen thermische Verwertung eingespart, also mehr als doppelt so viel wie die RSAG im gleichen Zeitraum durch Fuhrpark, Stromverbrauch und Heizenergienutzung insgesamt ausgestoßen hat.