12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Das Ressourcenmanagement der Sparkasse Neuss umfasst im Wesentlichen Immobilien, Energie, Papier, Mobilität und IT. Möglichen Risiken begegnen wir durch die Einhaltung übergeordneter Empfehlungen (z. B. DSGV, FinanzInformatik) bzw. durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen der öffentlichen Daseinsfürsorge (z.B. Verkehrsverbund, Stadtwerke).  

Entscheidungen über Immobilienbestand und -nutzung trifft der zuständige Fachbereich auf Basis seines Fachkonzepts Immobilien, das den DSGV-Leitlinien (Management eigener Immobilien) folgt.  

Spezialisten (Architekt, Bau- und Haustechniker, Fachkraft für Arbeitsschutz und Sicherheit) bewerten hierbei und erarbeiten Szenarien zur ihrer Restrukturierung. Alle Empfehlungen (Maßnahmen und Zielsetzungen) in Bezug auf das Immobilien-Portfolio werden in Abstimmung mit dem Vorstand und mit Blick auf die Ziele der Geschäfts- und Risikostrategie umgesetzt (s. Kriterium 2).  

Aufgrund der Maßnahmen zur Flächeneffizienz konnten wir in 2020 insgesamt 1.744m² bisher sparkassenbetrieblich genutzter Flächen in eine Vermietung überführen. Durch die Vermietung freier Bestandsflächen unterbinden wir indirekt Flächenverbrauch durch Neubauprojekte auf bisher nicht versiegelten Flächen.

Die Einhaltung der Geschäfts- und Risikostrategie wird anhand ökonomischer Größen überwacht, die auf den wirtschaftlichen Erfolg zur Erfüllung des öffentlichen Auftrags und die monetäre Stabilität der Bank ausgerichtet sind. Ökologische Aspekte kommen zurzeit in unseren aufsichtsrechtlichen Vorgaben dazu (MaRisk) nicht vor (s. Kriterium 8).

Umweltrisiken werden in unserem Risikomanagement innerhalb der sogenannten operationellen Risiken betrachtet. Dies erfolgt im Rahmen einer jährlichen Risikoinventur und an Hand einer sogenannten Risikolandkarte. Dabei werden die erkannten Risiken aus Prozessen (interne Verfahren, externe Einflüsse, Infrastruktur und Mitarbeiter) zusammengeführt und einer weiteren Analyse unterzogen. Die Ergebnisse werden bewertet und fließen (ggf. mit entsprechenden Gegenmaßnahmen) in die jährlich fortgeschriebene Risikostrategie der Sparkasse Neuss mit ein.  

Als Finanzdienstleister mit 62 Standorten im Rhein-Kreis Neuss sind wir zum Erhalt
unseres Geschäftsbetriebes in erster Linie auf unsere IT-Technik und damit auf den Hauptenergieträger Strom angewiesen. Die Stromversorgung erfolgt ausschließlich über den kommunalen Versorger. Die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH bekennt sich zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Geschäftspolitik und richtet ihre Produkte daraufhin aus (https://www.stadtwerke-neuss.de/unternehmen/engagement).

Die Stromversorgung gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Dementsprechend existieren bei den kommunalen Versorgern umfangreiche Notfallpläne bei Ausfällen. Darüber hinaus haben wir eigene Notfallpläne mit abgestimmten Verfahrensweisen. Kurzfristige Stromausfälle können wir an unseren Hauptstandorten durch Notstromaggregate überbrücken. Unabhängig von solchen Störungen werden unsere Daten täglich physisch gesichert, um irrevesible Schäden für unseren Geschäftsbetrieb auszuschließen.
   
Die Sparkasse Neuss unterliegt keiner gesetzlichen Energiemanagementpflicht. Als nicht-KMU unterliegen wir aber der Energieauditpflicht nach dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G). Dieses Audit haben wir nach 2015 Ende 2019 zum zweiten Mal durchgeführt. Von den elf vorgeschlagenen Maßnahmen haben wir bisher zwei umgesetzt (Einsatz weiterer E-Autos, Umrüstung LED-Beleuchtung in Filialen (siehe auch Kriterium 11). Beide Maßnahmen bringen eine CO2-Einsparung von 6,3 to/a. Drei weitere Maßnahmen sind bereits fest für 2021 eingeplant.

Die Sparkasse Neuss bezieht zu 100% Ökostrom („watergreen“). Geschäftsbericht, Sozial- und Nutzenbilanz, Kundenzeitschriften stehen digital zur Verfügung, ebenso Kontoauszüge, Kreditkarten- und Wertpapierabrechnungen. Die Kunden haben elektronische Postfächer, Briefsendungen gehen mit GoGreen (Deutsche Post AG) CO2-neutral zu.  

Seit 01.01.2020 können alle Mitarbeitenden der Sparkasse Neuss das sogenannte Firmenticket des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kostenlos erhalten. Mittlerweile nutzen nahezu 350 Mitarbeitende (ca. 34%) das kostenlose ÖPNV-Ticket.Zusätzlich stehen für Dienstreisen zwei nicht personalisierte ÖPNV-Tickets der höchsten Tarifstufe zur Verfügung. Diese decken den gesamten Verbundraum des VRR ab.  

Ein selbst gesetztes Ziel der Sparkasse ist es, den eigenen Fuhrpark (19 Fahrzeuge) sukzessive auf alternative, umweltschonendere Antriebe umzustellen. 2018 haben wir das erste Elektroauto in Betrieb genommen. Mittlerweile sind es bereits sieben Fahrzeuge (37%). Bei 100% regenerativ erzeugten Strom verursachen diese ca. 25% weniger CO2-Ausstoß als ein Verbrenner-Motormodell.  

Mit der Umstellung unseres Fuhrparks und der Einführung des Firmentickets begegnen wir für unser Hauptstellengebäude in Neuss (liegt in Umweltzone) dem Risiko einer Erreichbarkeitseinschränkung aufgrund von (Diesel-)Fahrverboten.  

Konkret haben wir für den Zeitraum 2020 bis 2025 folgende Ziele festgeschrieben:
 
Kenngröße 2019 2020 Ziel 2024 (vs. 2020) Erläuterungen / Hinweise
Wasser (m³) 9.111 7.707 -20% effizientere Technik; Reduktion Verbrauch durch weniger MA im Hause
Gasverbrauch (kWh) klimabereinigt 4.687.280 4.582.352 -12,50% effizientere Technik, weniger Fläche;
Ziel -2,5% p.a.
Nutzeranteil Firmenticket  ./. 34% 40% Anteil Nutzer im Verhältnis zu Anzahl Beschäftigte (Köpfe, keine MAK!)
Anteil Fahrzeuge mit Antrieben aus erneuerbaren Energien am Gesamtfuhrpark 16% 37% 75% Angabe in %

Einsparungen durch Photovoltaikanlagen können wir noch nicht quantifizieren. Im Zuge der Filialumbauten in 2020 haben wir jetzt erstmalig auf zwei Gebäuden Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 14,75 kWp installiert, die zum Jahreswechsel in Betrieb genommen wurden. Die Stromerzeugung erfolgt in erster Linie zum Eigenverbrauch. Überschüsse gehen in einen Batteriespeicher bzw. werden in das Versorgungsnetz eingespeist. Für 2021 sind bis zu vier weitere Anlagen geplant.