12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Ziele
Veolia in Deutschland hat aus dem für Veolia weltweit geltenden Strategieprogramm Impact 2023 eigene Ziele abgeleitet. In Bezug auf Ressourcenmanagement sind folgende Ziele relevant:

Indikator Baseline2019 Ziel 2021 Ergebnis 2021 Ziel 2022
THG-Emissionen senken i.R. Investplan zum Kohleausstieg in Europa bis 2030 (% erreicht vs. geplant bis 2030)  11 68 59 97
jährl. Beitrag zu vermiedenen THG-Emissionen (im Vgl. zu Referenzszenario) in kt CO2 eq. 1756
davon
geplant
1099
Verminderung
davon budgetiert
1027
1604 Stabilität gegenüber Ist 2021
davon budgetiert
955
Volumen verarb. Kunststoffe in kt, die Verarbeitungsanlagen verlassen 128  134 126 132
Fortschritt Aktionspläne zur Verringerung der Auswirkungen auf Natur und Biodiversität an empfindlichen Standorten in %  - 75 87,2 92
Effizienz von TW-Netzen (m3 TW konsumiert / m3 TW produziert in Städten  > 50.000 EW) in %  88,94 89,24  90,6 89,4

THG-Emissionen reduzieren
Wie es im Unternehmenszweck formuliert ist, steht die Verringerung des Umweltfußabdrucks unserer Kund*innen und unserer eigenen Klimaauswirkungen im Mittelpunkt unseres Geschäftsmodells. Die Erfüllung der diesbezüglich definierten Ziele belegen dieses Engagement. Der Indikator zum Umsetzungsfortschritt der Investitionen zum Kohleausstieg in Braunschweig wurde 2021 formal nicht erfüllt. Dennoch ist das Bauvorhaben im Plan, lediglich die Rechnungslegung erfolgte für Teilbeträge erst Anfang 2022, was die Kennzahlen verzerrt. Der Indikator Vermiedene THG-Emissionen wurde 2021 mit 1604 kt CO2 eq. deutlich übertroffen. Messbares Engagement für den Klimaschutz wird immer stärker auch ein wettbewerbsrelevanter Aspekt in Ausschreibungen für bestimmte Dienstleistungen. Veolia verfügt durch ein eigenes Tool zur Berechnung des projekt- bzw. standortbezogenen Carbon Footprints (Greenpath) über gute Voraussetzungen, die Erwartungen der Kunden hinsichtlich der Messbarkeit der Auswirkungen seiner Dienstleistungen zu erfüllen. 2020 startete Veolia in Deutschland zudem die interne Ideenkampagne "Wir fürs Klima", die sich reger Beteiligung erfreute und insgesamt 55 Projektideen hervorbrachte. Einige davon konnten 2021 bereits umgesetzt werden, so z.B. die fortlaufende Umstellung auf Grünstrom, die Pflanzung von 100 Bäumen an Veolia Standorten oder der Test von Fairphones im Unternehmen. Auch der Bau von E-Ladesäulen an vier Veolia Standorten ist im Gange.Darüber hinaus stammte der im Jahr 2021 von BS|Energy an Veolia Umweltservice gelieferte Strom zu 100% aus Wasserkraft. Zudem kompensiert Veolia in Deutschland seit 2017 jährlich seine Flugemissionen über ClimatePartner. 

Kreislaufwirtschaft stärken
Veolias besondere Stärken im Management von Ressourcenkreisläufen tragen in vielfältiger Weise zur Gestaltung einer zukunftsorientierten Gesellschaft mit verringertem Ressourcenverbrauch bei. Der definierte Indikator - Volumen verarbeiteter Kunststoffe / Kunststoffprodukte, die Verarbeitungsanlagen verlassen - konnte für das Jahr 2021 nicht erreicht werden. Die nicht erreichte Steigerung der Mengen spiegelt die derzeitige Marktsituation wider, da es aktuell eine große Nachfrage an kunststoffhaltigen Wertstoffströmen gibt. 

Biodiversität schützen
Auch im neuen Strategieprogramm Impact 2023 von Veolia hat die Bewahrung von Biodiversität einen hohen Stellenwert. Veolia setzt sein systematisches Vorgehen fort und ermittelte auf der Basis des Global Reports die sensiblen Standorte der Gruppe. In einer daraus entwickelten Abstufung sind in Deutschland bis 2023 folgende Maßnahmen umzusetzen: Ressourcenschutz Wasser
Im Interesse des Schutzes der wertvollen Ressource Wasser setzt sich Veolia als Dienstleister für Betrieb von Trink- und Abwasserinfrastrukturen für eine hohe Effizienz ein. Als wesentlicher Indikator wurde die Effizienz von Trinkwassernetzen definiert (m3 TW konsumiert / m3 TW produziert in Städten  > 50.000 Einwohner). Der Zielwert von 89,24% wurde für 2021 mit 90,6% erreicht. Auch künftig soll dieser Wert u.a. durch den Aufbau von District Metered Areas und stationäre Leckage-Ortung verbessert werden. Darüber hinaus setzen die Unternehmen zahlreiche Maßnahmen zur Verringerung des Wassergebrauchs um (z.B. Sprühnebelanlagen zur Staubniederhaltung beim Papierrecycling in Hamburg und Kreislaufführung von Wasser in Aufbereitungsprozessen mit Wasser 3.0 (PET) und treffen Vorsorge gegen mögliche Verschmutzungen (z.B. Einsatz doppelwandiger Behälter in Abwasserbehandlungsanlagen).

Zielerfüllung
Die Erfüllung der gesteckten Ziele ist Gegenstand regelmäßiger interner Überprüfungen. Mindestens zwei Mal im Jahr fragt die Performance-Abteilung bei den für die einzelnen Aufgabenfelder Verantwortlichen des Status der Erreichung der Purpose-Ziele (Multifaceted Performance) ab. Die Ergebnisse werden der Geschäftsführung von Veolia in Deutschland vorgelegt und anschließend an die Unternehmenszentrale berichtet. Sowohl Veolia Corporate als auch Veolia in Deutschland legen die Zielerreichung in ihren Nachhaltigkeitsberichten offen. Der Beitrag zur Erfüllung dieser für Veolia weltweit relevanten Ziele ist Bestandteil der persönlichen Zielvereinbarungen des Managements. 

Risiken bzw. Chancen
Grundsätzlich ist die gesellschaftlich gewünschte ökologische Transformation für Veolia in Deutschland mit großen Chancen verbunden. Das Unternehmen mit seinem auf die Senkung des Umweltfußabdrucks seiner Kund*innen ausgerichteten Geschäftsmodell versteht sich selbst als wesentlicher Akteur und Beschleuniger dieser Entwicklung. Um dem Ressourcenschutz und der Kreislaufwirtschaft über die gesamte Wertschöpfungskette schneller zum Durchbruch zu verhelfen, braucht es jedoch zusätzliche Marktimpulse. So gibt es noch immer zu wenig konkrete Anreize für Hersteller, recycelte Rohstoffe in der Produktion einzusetzen und die Recyclingfähigkeit ihrer Produkte sicherzustellen. Für Konsument*innen ist beim Kauf von Produkten kaum erkennbar, wie zirkulär diese gestaltet sind. Zudem muss weiterhin der Vollzug der jüngsten gesetzlichen Regelungen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft abgesichert werden. So wird die Erfüllung der Pflicht zur separaten Erfassung von Bioabfällen in Haushalten nach wie vor nicht überall nachverfolgt. Bei der Umsetzung der Gewerbeabfallverordnung und insbesondere der Pflicht zur separaten Erfassung verschiedener Wertstoffströme gibt es zu wenige Kontrollen bzw. Sanktionen bei Nichteinhaltung. Die neu geschaffenen politischen Anreize für die stärkere Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen, insbesondere durch die Bepreisung von CO2, beginnt ihre Wirkung zu entfalten.