12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Umweltpolitik: Klimaneutrale Bundesdruckerei
Das übergeordnete Ziel der Bundesdruckerei-Gruppe ist es, den Umwelt- und Klimaschutz sowie die Energieeffizienz im Betrieb kontinuierlich zu verbessern. Das Handlungsprinzip, das diesem Ziel zugrunde liegt, lautet: vermeiden, reduzieren und kompensieren. Die enge Verzahnung der Unternehmens- und der Nachhaltigkeitsstrategie hat sich in diesem Zuge bezahlt gemacht: Denn unsere Klimareduktionsziele haben wir in den vergangenen Jahren bei gleichzeitigem Umsatzwachstum (von mehr als 5%) erreicht.

Im Jahr 2020 haben wir die Klimaneutralität der Bundesdruckerei-Gruppe als konkretes, messbares Umweltziel in die Unternehmensstrategie aufgenommen. Wir haben uns verpflichtet, die Vermeidungs- und Einsparpotenziale unserer CO2-Emissionen im Rahmen der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten weitgehend auszuschöpfen. Aufgrund der energieintensiven Produktionsverfahren ist es der Unternehmensgruppe jedoch nicht möglich, den Ausstoß von CO2 vollständig zu vermeiden. Deshalb engagiert sich die Bundesdruckerei-Gruppe im Rahmen des Klimaschutzprojektes „Effiziente Kochöfen für nachhaltige Entwicklung“ der Klima ohne Grenzen Projekt gGmbH. Hierdurch kompensierten wir im Jahr 2020 nicht vermeidbare CO2-Emissionen in Höhe von 5.272 Tonnen (t) und wirtschafteten somit erstmals klimaneutral. Umweltaspekte haben so in der Unternehmensführung deutlich an Bedeutung gewonnen.

Zudem haben wir Ende 2020 unsere neuen Arbeitssicherheits-, Energie- und Umweltgrundsätze verabschiedet und veröffentlicht. Darin ist unsere besondere Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und der Öffentlichkeit in Bezug auf Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Energieeffizienz festgeschrieben. Dazu gehören vor allem gesetzeskonformes Verhalten, Beteiligung der Mitarbeiter, Weiterbildung und ständige Verbesserung sowie die Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten in unseren Geschäftsbeziehungen.

Um unsere Umweltpolitik und unser Handeln messbar zu machen, nutzen wir etablierte Umwelt- und Energiemanagementsysteme, deren Wirksamkeit regelmäßig durch eine extern durchgeführte Zertifizierung bestätigt wird. Als Teil unseres integrierten Ansatzes haben wir uns im Rahmen dieser Managementsysteme pro Bereich strategische Ziele gesetzt, die auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie (Handlungsfeld 4) einzahlen.

Wesentliche Aspekte und Risiken
Die Bundesdruckerei-Gruppe ermittelt, bewertet und überwacht kontinuierlich und systematisch die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt sowie die daraus entstehenden Risiken und Chancen. Im Berichtsjahr 2020 haben wir Schwellen für wesentliche Risiken definiert. In Zukunft werden wir bei der jährlichen Prüfung im Rahmen des integrierten Managementsystems nur solche Risiken berücksichtigen, die über ein bestimmtes Schadensausmaß hinausgehen. Dadurch werden wir alle wesentlichen Risiken identifizieren, die mit unserer Geschäftstätigkeit sowie unseren Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die zu negativen Auswirkungen auf Umweltbelange führen könnten. Im Berichtsjahr wurden keine wesentlichen Risiken identifiziert, die mit der Geschäftstätigkeit und -beziehung, Produkten und Dienstleistungen verknüpft sind und die sehr wahrscheinlich zu schwerwiegend negativen Auswirkungen auf Umweltbelange führen könnten. 

Strategische und operative Ziele
Im Berichtsjahr haben wir darüber hinaus den Prozess der Entwicklung strategischer und operativer Umwelt- und Energieziele verbessert und nachvollziehbar dokumentiert. Zur Zeit der Erstellung dieser DNK-Erklärung hat die Geschäftsführung den Stand der Umsetzung freigegeben. Eine Kontrolle der Umweltleistungen und der Zielerreichung findet durch interne Audits und externe Zertifizierungen der Managementsysteme statt, u. a. anhand von festgelegten Indikatoren (s. Kriterium 7). Als Ergebnis dieser jährlichen Reviews identifizieren und prüfen wir geeignete Maßnahmen und setzen diese bei Bedarf um.

Im Jahr 2020 haben wir unsere strategischen Umwelt- und Energieziele angepasst. Konkret ist das Ziel zum Energieverbrauch angepasst worden (s. Übersicht).



Weitere (operative) Ziele und strategische Maßnahmen formulieren und verfolgen wir im Rahmen der Managementsysteme für Umwelt und Energie. Im Folgenden werden die Wichtigsten davon aufgelistet:



Integriertes Managementsystem (IMS)
Zur kontinuierlichen Steuerung, Kontrolle und Verbesserung der Betriebsabläufe hinsichtlich Ökologie sowie Arbeitssicherheit (s. Kriterium 15) hat die Bundesdruckerei-Gruppe ein integriertes Managementsystem (IMS) aufgebaut. Dieses besteht u. a. aus den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Energie sowie Umweltschutz. Unser umfassendes Zielprogramm stellen wir in Kriterium 3 (Handlungsfeld „Klimaschutz und Ressourceneffizienz“) dar.

Die zuständigen Fachbereiche arbeiten sehr eng zusammen, um die verschiedenen Aspekte zu verzahnen. So finden im 14-tägigen Rhythmus Besprechungen zur integrierten Prozessarbeit statt. Zudem werden monatlich Berichte an die Systemverantwortliche übermittelt. Diese münden im jährlichen Managementreview, der gemeinsam mit der Geschäftsführung diskutiert wird.

Seit 2017 umfasst das IMS den gesamten Standort Berlin und damit auch die D-Trust GmbH. Im Jahr 2020 haben wir plangemäß die Maurer Electronics GmbH in das IMS integriert. Somit umfasste der Geltungsbereich des IMS im Jahr 2020 die Bundesdruckerei GmbH, D-Trust GmbH und die Maurer Electronics GmbH (Hamburg, Hannover, München). Bis Ende 2023 werden wir den Geltungsbereich des IMS auch auf die Maurer Electronics Split d.o.o. sowie auf die genua GmbH und iNCO SpóÅ‚ka z o.o. ausweiten. Zum 1.12.2020 wurde die neue Konzernstruktur eingeführt. Dies hatte auch Auswirkungen auf das bestehende IMS.

Umweltmanagement
Zur Koordination und Steuerung unserer Aktivitäten im Bereich Umwelt und zur Kontrolle der Ergebnisse haben wir seit 1998 das Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 14001. Ein zentraler Bestandteil unseres Umweltmanagementsystems ist das Abfallmanagement. Durch die systematische Getrenntsammlung von gefährlichen Abfällen, nicht-gefährlichen Abfällen sowie Gemischen, wie Siedlungsabfällen, fördern wir die Wiederverwertung von Materialien. Dabei achten wir auf eine getrennte Sammlung.

Als wesentliches Thema in unserer Nachhaltigkeitsstrategie (Handlungsfeld 4) haben wir diverse strategische Maßnahmen formuliert, mit denen wir die Reduktion der Siedlungsabfälle erreichen wollen:

Insgesamt sehen wir weitere Potenziale in der besseren Abfalltrennung. Aktuell werden Siedlungsabfälle in eine Vorbehandlungsanlage abgegeben, um enthaltene Wertstoffe zu entfernen. Diesen Schritt wollen wir perspektivisch vermeiden und bereits auf dem Gelände der Bundesdruckerei GmbH eine bessere Sortierung erzielen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden im Jahr 2020 keine gezielten technischen Maßnahmen zur Reduzierung des Abfallaufkommens vorgenommen, da sich die Mitarbeiter weitestgehend im Homeoffice befanden. Auf Produktionsabfälle wurde in 2020 kein Fokus gelegt. Im organisatorischen Bereich wurden hingegen mehrere Schulungen mit den Schwerpunkten „Grundlagen der Abfallwirtschaft“, „Einstufung von Abfällen und elektronische Nachweisführung“ und „Schadstoffe in Baustoffen und Bauabbruchabfällen“ für alle relevanten Bereiche angeboten.

Energiemanagement
Als Produktionsunternehmen ist Energie für die Bundesdruckerei-Gruppe ein wesentliches Thema. Hauptziel unseres Energiemanagements ist es, den Verbrauch zu senken und die Energieeffizienz zu steigern.

Auf Basis der „Energieeffizienzstrategie 2050“ und der „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ der Bundesregierung hat die Bundesdruckerei-Gruppe 2020 ein neues Energieeffizienzziel entwickelt. Dieses wird Anfang 2021 offiziell von der Geschäftsführung freigegeben und anschließend unternehmensweit kommuniziert. Darin haben wir eine jährliche Anforderung an Energieeinsparprojekte definiert. Das neue Ziel ist mit mehreren Kennzahlen verbunden, die der Überprüfung und Steuerung dienen. Um diese Ziele zu kontrollieren und bei Bedarf anzupassen soll die Prozessdatentransparenz erhöht werden.

Die größten Einsparpotenziale ergeben sich bei uns aus dem Gebäude- und Produktionsbetrieb, insbesondere bei raumlufttechnischen Anlagen und dem Maschinenbetrieb. Bei regelmäßigen Inspektionen von Fachexperten identifizieren wir Umweltbelastungen und Energieverbräuche in der Produktion, die vermieden werden können.

Unser Energiemanagementsystem wird regelmäßig nach ISO 50001 zertifiziert. Die von der ISO-Norm geforderte energetische Bewertung wurde im Jahr 2020 weiterentwickelt. Ferner ermitteln wir im Rahmen von Potenzialanalysen Einsparmöglichkeiten und setzen diese konsequent um. Konkret haben wir im Jahr 2020 die Wärmeverbräuche mithilfe von maschinellem Lernen untersucht. Zudem haben wir eine weitere Möglichkeit zur Wärmerückgewinnung identifiziert, die 2021 umgesetzt werden soll. Auch im IT-Betrieb der Rechenzentren setzen wir schon seit Jahren auf Virtualisierung von Serversystemen, um Energie einzusparen.