12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Ökologische Grundsätze

Als Unternehmen engagieren wir uns für Natur und Mensch und haben das Ziel, positiv zu Umwelt und Gesellschaft beizutragen. Wir denken in Kreisläufen. Wir reduzieren unseren Ressourceneinsatz sowie Umweltbelastungen auf ein Minimum.

In ökologischer Hinsicht ist die bedeutendste Grundlage unseres unternehmerischen Handelns die konsequente Förderung und Ausweitung eines sozial verantwortungsvollen ökologischen Landbaus. Über den ökologischen Landbau hinaus achten wir insbesondere auf Energieeffizienz, den Einsatz regenerativer Energien, ökologische Verpackungsauswahl und die Minimierung von Abfällen. Unsere Werte und Prinzipien setzen wir in der gesamten Wertschöpfungskette um. 

Unsere grundlegenden Ansprüche konkretisieren wir durch strategische und operative Umweltziele, durch die wir kontinuierliche Verbesserungen anstreben und die wir jährlich überprüfen, aktualisieren und ergänzen. Um den Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen noch mehr Gewicht zu geben, haben wir zum Jahreswechsel 2016/2017 die Stelle des Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagers von einer 80 %- zu einer 100 %-Stelle aufgestockt, sodass sich eine Person voll und ganz dem Thema Nachhaltigkeit widmet.

Wesentliche Risiken

Die potenziell größten ökologischen Auswirkungen und Risiken lebensmittelverarbeitender Betriebe liegen in der Regel in der Lieferkette, insbesondere im Anbau. Lebensbaum Produkte stammen deshalb zu 100 % aus ökologischem Landbau. Ein großer Teil davon wird nach den besonders strengen Kriterien von Anbauverbänden wie Demeter oder Naturland angebaut. Damit setzen wir auf eine Form der Landwirtschaft, die den Boden und die Ökosysteme zu erhalten weiß und wesentliche ökologische Risiken konventioneller Landwirtschaft von vorneherein vermeidet. Auch Klimarisiken werden so tendenziell minimiert. Zudem arbeiten viele unserer Lieferanten durch bodenverbessernde Maßnahmen, Hecken und Schattenbäume, verbesserte Sortenauswahl und weitere Maßnahmen daran, die Resilienz ihrer Anbaukulturen gegen Klimarisiken und andere Umweltveränderungen zu verbessern.

Zunehmende Umweltrisiken die sich für uns bzw. unsere Anbaupartner in der Lieferkette ergeben bestehen neben dem Klimawandel in der vieler Orten bestehenden lokalen Umweltverschmutzung durch konventionelle Landwirtschaft, Industrie und schmutzige, ineffiziente oder fehlende lokale Energieerzeugung, Abwasserreinigung, Entsorgung usw. Diese Verschmutzungen beeinträchtigen die Rohwarenqualität und machen dadurch so manche Charge für uns sogar unbrauchbar.

An unseren eigenen Produktionsstätten in Diepholz und Gronau sind die Umweltrisiken vergleichsweise überschaubar. Wir setzen auf moderne Technik mit hoher Energieeffizienz, regenerative Energie, umweltfreundliche Materialien und auf hohe Umwelt- und Arbeitssicherheitsstandards in unseren Prozessen, um Risiken zu minimieren. Klimarisiken durch die dennoch verbleibenden CO2-Emissionen kompensieren wir.

Was bleibt sind die ökologischen Risiken, die mit unserem Verpackungsmaterial verbunden sind. Mangelnder Produktschutz, ökologisch schädliche Ausgangsmaterialien oder Herstellprozesse, schlechte Recyclingfähigkeit oder falsche Entsorgung stellen hier z.B. wesentliche Risiken dar. Einige Risiken können wir durch gezielte Materialauswahl, z.B. gentechnikfreie Ausgangsmaterialien, recycelte Materialien, Biobaumwollfäden an Teebeuteln oder durch Verzicht auf ökologisch besonders schädliche Verpackungsmaterialien wie z.B. Kaffeekapseln vermeiden oder minimieren. Dennoch besteht in diesem Bereich ein hohes Risiko für Zielkonflikte, weil z.B. viele Anforderungen hinsichtlich des Produktschutzes oder der technischen Verarbeitungsfähigkeit von Verpackungen häufig schlecht oder gar nicht zur ökologisch oder im Hinblick auf Recyclingfähigkeit wünschenswertesten Verpackungsart passen.


Energiemanagement

Das Lebensbaum Energiemanagement setzt auf „weniger, anders und selbstgemacht".
Materialeffizienz: Der Faktor Verpackung

Insgesamt haben wir in 2017 in Diepholz 2.063 t Rohwaren eingekauft, 27,7% weniger als im Vorjahr. In Gronau wurden 2.316 t Rohkaffee eingekauft, was 15,3% unter dem Vorjahresniveau liegt. Über die Bioanforderung hinaus stellen wir an unsere Rohwarenlieferanten dabei weiterführende Sozial- und Umweltanforderungen, die wir in verbindlichen Handlungsgrundsätzen festgelegt haben und nach einem festen System prüfen. Aber nicht nur unsere Rohstoffe unterliegen strengen Auflagen. Auch an Verpackungen haben wir höchste Ansprüche. Sie sollen die Produkte bestmöglich schützen. Aber dafür wollen wir nicht mehr Material verwenden als unbedingt nötig. Und das, was wir nutzen, sollte so umweltverträglich wie möglich sein. An der Optimierung der Material-Effizienz, die sich aufgrund unserer Produktpalette hauptsächlich auf die Verpackungen bezieht, arbeiten wir kontinuierlich: In Diepholz ist unser durchschnittlicher Verpackungseinsatz pro Produkt, der in den Vorjahren kontinuierlich zurückgegangen ist, in 2017 erstmals wieder leicht angestiegen auf 31,5 g. Zuvor ist er von 34,6 g in 2014 auf 33,3 g in 2015 und 28,5 g in 2016 gesunken. Klingt nach einer schweren Verpackung, aber darin sind nicht nur alle direkten Produktverpackungen eingerechnet, sondern auch die Versandverpackungen, die auf dem Weg von uns ins Ladenregal notwendig sind. Insgesamt haben wir in Diepholz in 2017 999 t Verpackungsmaterial eingesetzt, 3,1% weniger als im vorherigen Jahr. Davon waren 83,7% aus Papier und Kartonage, 9,6% aus Verbundmaterialien, NatureFlex machte 2,6% und Glas 2,4% aus. Andere Materialien lagen in ihren Anteilen unter einem Prozent. Gleichzeitig arbeiten wir daran, den Anteil an Verpackungen aus nachwachsenden Materialien Jahr für Jahr zu steigern. 2017 lag er bei 86,6 %. Für Kaffee setzen wir Verpackungsmaterial in Form von Folien, Beuteln Kartonage und Etiketten ein. In 2017 waren das insgesamt 321,7 t, mit 4,7 t etwas mehr als ein Jahr zuvor und im Durchschnitt 88,2 g Verpackung pro Kilo Kaffee. 70,0 % davon macht die Umverpackungskartonage aus. Für unsere Standard-Kaffeeverpackungen (250 g, 500 g und 1.000 g) ist festzustellen, dass die 500 g Tüte im Verhältnis zum Inhalt am wenigsten Material benötigt: 250 g Kaffee = 8 g Folie, 500 g = 10 g, 1 kg = 22 g.