12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Ökologische und soziale Projekte, die fortlaufende Optimierung eines wirtschaftlichen Mitteleinsatz und ein vorausschauendes Wirtschaften prägen die nachhaltige Geschäftstätigkeit der hanova. 
 
Im Rahmen des sich im Aufbau befindlichen Nachhaltigkeitsmanagements plant die hanova gegenwärtig, sich an der Quantifizierung am integrierten Nachhaltigkeitskonzept der Bundesregierung aus dem Jahr 2018 sowie an den unterzeichneten Klimaschutzverträgen der Landeshauptstadt Hannover (Klimaallianz Hannover 2020, Masterplan der Region Hannover 2050) zu orientieren. In den genannten Klimaschutzkonzepten wurden beispielsweise folgende Leitziele in Bezug auf die Senkung von CO2-Emissionen festgelegt: Die CO2-Emissionen werden bis 2020 um 33% gegenüber 1990 gesenkt und bis 2050 wird eine Reduzierung um 95% angestrebt. Hierbei soll der Anteil an erneuerbare Energien bis 2050 auf 65% ansteigen.
 
Um sich im gesamten Konzern zu Themen der E-Mobilität auszutauschen, wurde der „E-Zirkel“ gegründet. Mittlerweile wird sich in diesem aber auch über weitere Nachhaltigkeitsthemen entlang der Wertschöpfungskette ausgetauscht. Dieser befasst sich z.B. mit dem Ausbau und der Weiterentwicklung von Ladesäulen oder smarten Technologien, erneuerbare Energien, wie z.B. Photovoltaik. Hieraus bilden sich Teilprojektgruppen, die sich detaillierter mit bestimmten Nachhaltigkeitsthemen bzw. -projekten befassen. 

Klimaschutzmaßnahmen der Unternehmen der hanova-Unternehmensgruppe
hanova WOHNEN und hanova SERVICES
Aktuell:
  • Umstellung auf biogene Brennstoffe (Holzhackschnitzel, Holzpellets, Biomethan)
  • Einsatz von Kraft-Wärmekopplung mittels Blockheizkraftwerken
  • Bau/Betrieb von Solarthermie
  • Wärmedämmung innerhalb der jährlichen Modernisierungsprogramme im Bestand-wohnungsbau
  • Neubau möglichst im Passivhausstandard
  • Stromsparberatung der Mieter und Mieterinnen
  • Elektromobilitätsprojekt „Hannover stromert“ in Zusammenarbeit mit der LHH
  • Ausbau und Förderung der „Ökologischen Offensive“
  • Aufbau von Quartier-Sharing-Modelle (Auto und Fahrrad)
  • Bereitstellung von Firmenwagen als E-Autos
  • Bereitstellung von Firmenfahrräder / E-Bikes
Zukünftig:
  • Wärmeerzeugung bei Neubauten und Modernisierungen möglichst CO2-neutral
  • Photovoltaik bei Neubauten und ggfs. Dacherneuerungen
  • Verwendung nachhaltiger recyclingfähiger Baustoffe
  • Ausbau Geschäftsmodell Mieterstrom
  • Nachverdichtung und Dachgeschossausbauten
  • Begrünung von Flachdächern und Fassaden
  • Entwicklung von Mobilitätskonzepten (Carsharing, Lastenräder)
  • Elektroladepunkte in Tiefgaragen und hanova-eigenen Parkplätzen installieren (u.a. jetzt bereits als Teilprojekt von „Hannover-stromert“)
  • Entsiegelung von Flächen
  • Erhöhung der Biodiversität auf Grünflächen durch einheimische insektenfreundliche Pflanzungen
  • Baumarten mit besonders hoher CO2 Speicherfähigkeit pflanzen
hanova GEWERBE
Aktuell:
  • Verwendung nachhaltiger Baustoffe bei Neubauten und Sanierungs- bzw. Moderni-sierungsmaßnahmen
  • Erhöhung der Wärmedämmung bei Sanierungs- bzw. Modernisierungsmaßnahmen
  • Unterstützung von Mobilitätsketten (Carsharing) durch Angebote in den Parkhäusern und Tiefgaragen
  • Nachrüstung von Ladesäulen in den Bestandsbauten
  • Begrünung von Dachflächen und ggfs. Fassaden bei Neubauten / Bestandsbauten 
  • Leuchten Austausch (LED) in den Parkhäusern und Tiefgaragen
  • Firmenwagen als E-Autos
  • Bereitstellung von Firmenfahrräder / E-Bikes
Zukünftig:
  • Vorrüstung für Photovoltaikanlagen bei Neubauten
  • Prüfung Nachrüstung Photovoltaikanlagen bei Bestandsgebäuden und Dacherneue-rungen 
  • Errichtung von Ladesäulen in Parkhäuser, Tiefgaragen, Parkplätzen für E-Autos bei Neubauten
  • Prüfung der Errichtung von Fahrradparkhäusern
Bauen: Modernisierungen und Neubauten
 
In 2020 wurden rund 28,73 Mio € in energetische Gebäudesanierungen, Instandhaltungsmaßnahmen und Wohnungsmodernisierungen investiert, wobei sämtliche Bauvorhaben den aktuellen Standards in puncto Wärmedämmung und Energieeffizienz entsprechen bzw. teilweise auch übertreffen.
 
Die hanova beschäftigt sich bereits seit den 70iger Jahren mit nachhaltigen und energetischen Anpassungen am Wohnungsbestand. So wurde damals bspw. das Gebäudeportfolio durch den Ersatz von Einscheibenverglasung, Ausbau der Einzel-Kohleöfen sowie mit Dämmputzen energetisch aufgewertet. Zusätzlich wurden zu diesem Zeitpunkt viele Gebäude an das damals neu entstandene Fernwärmenetz angeschlossen. Gebäudebestände in den äußeren Stadtteilen erhielten ab Ende der 70er Jahre Heizzentralen (zum überwiegenden Teil mit Gas betrieben). Zuvor wurden auch hier i.d.R. noch Kohle-Einzelöfen betrieben. 
 
Alle Neubauten und Modernisierungen ab 1978 wurden schon unter den Gesichtspunkten der ersten Wärmeschutzverordnung (WSV1977) durchgeführt.
 
Im „Planerhandbuch“ sind Leitlinien zur Planung und Errichtung neuer Wohngebäude festgehalten und vermitteln externen Partnern die Mindestanforderungen an Funktionalitäten und Ausführungsqualitäten bei neuen Wohnungsbauprojekten von der hanova. 
Beispielhaft seien einige Punkte aus dem Planerhandbuch genannt:
  • Energiestandard z.B. in Form von Niedrigenergie-Bauweise-Plus (NEHPlus), Energieeinsparverordnung (EnEV) oder Passivhausstandard 
  • Prüfung und Umsetzung von barrierefreiem Wohnraum
  • Einbau von Fenster mit energetischen Anforderungen
  • Prüfung und Umsetzung von Dachbegrünungen
  • Prüfung von Smart Home-Systemen zur effizienten Energienutzung
  • Gestaltung von Vegetationsflächen unter ökologischen Aspekten (Insektenschutz, hohe Diversität)
 
Zahlen 2020
  • Ca. 150 Wohnungen wurden modernisiert (Davon 24 energetisch)
  • 424 neue Wohnungen wurden fertiggestellt
  • 8 Bauprojekte wurden zeitgleich realisiert
 
Ausblick
Die derzeit noch unmodernisierten Bestände werden kontinuierlich in den kommenden Jahren weiter energetisch modernisiert. Ein großer Anteil dieser Bestände (z. B. Baujahre vor 1918) kann aufgrund denkmalpflegerischer oder gestalterischer Gesichtspunkte nicht immer durch bauliche Maßnahmen an der Gebäudehülle energetisch verbessert werden. Hier werden künftig verstärkt technische Lösungen angestrebt, z. B. durch effizientere Heiztechnik oder zusätzliche solare Module zur Warmwasser- und Stromerzeugung. Dieses Ziel einer technischen Effizienzsteigerung gilt auch für die Gebäudebestände, die zwischen 1977 und 1995 erstellt wurden. Auch hier wird häufig aus gestalterischen Gründen kaum eine klassische Fassadendämmung möglich sein. 
 
Weitere Effizienzsteigerungen sind auch durch den kontinuierlichen Austausch von Fenstern mit den dann besseren Dämmwerten in den o.g. Beständen zu erwarten. Große Gebäudebestände sind an das Fernwärmenetz von enercity angeschlossen. Eine Abschaltung des Kohlekraftwerkes in Stöcken und eine dadurch künftig noch effizientere und klimafreundliche Energieversorgung spiegelt sich dann auch in der Effizienzsteigerung auf die Bestände von der hanova wider.
 
Seit 2020 geht die hanova verstärkt eine Kooperation mit der Klimaschutzagentur Region Hannover ein, um gemeinsam den Klimaschutz in der Stadt Hannover voranzutreiben sowie unternehmensinterne Klimaschutzthemen zu forcieren. Die Agentur unterstützt die hanova u.a. bei der Sichtung geeigneter Fördermittel, bei Teilbereichen von Projekten (z.B. StromsparCheck) sowie beim Netzwerkausbau, um weitreichende Kooperationen zugunsten des Klimaschutzes zu initiieren. 
 
Energieträger
Einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduzierung leistet hanova SERVICES. Mit über 550 Heizzentralen werden mehr als 16.000 Wohneinheiten versorgt (hanova WOHNEN und Dritte). Neben der Wärmelieferung gehört ebenfalls die Stromgewinnung mit Blockheizkraftwerken (BHKW) in Verbindung mit sog. Mieterstrommodellen und die Energieerzeugung unter Einsatz erneuerbarer Energien, wie beispielsweise Solarenergie / Biomasse zum Leistungsspektrum. Darüber hinaus entwickelt hanova SERVICES die Bereiche E-Mobilität/Carsharing und Bereitstellung/Betrieb von E-Infrastruktur stetig weiter. U.a. werden hier aktuell das Elektromobilitätsprojekt „Hannover stromert“ in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Hannover sowie verschiedene Quartier-Sharing-Modelle (Car, Bike) umgesetzt.
 
Momentan liegt der Fokus auf der umweltfreundlichen Erzeugung von Strom und Wärme mithilfe von Holzhackschnitzel, Holzpellets, Photovoltaik sowie Solarthermie. Teilweise wird als Primärenergie heimisches Holz eingesetzt. Damit ist die Wärmeversorgung einiger Wohneinheiten CO2-neutral und schützt das Klima durch die Einsparung von 560 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr.
 
Beispielhafte Energieprojekte
 
Wohnungen Weiserweg 7A, Hannover-Mittelfeld
  • 319 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 19.815 m
  • Technische Ausstattung: 1.120 kW NT-Kessel / 550 kW Energieholzkessel
  • Einsparung: 580 t/CO2 p.a.
  • Energieträger: Holzhackschnitzel, Erdgas
Wohnungen Laher Kirchweg 37A, Hannover-Bothfeld
  • 174 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 10.085 m2
  • Technische Ausstattung: 
  • 895 kW NT-Kessel / 360 kW Energieholzkessel
  • Einsparung: 420 t/CO2 p.a.
  • Energieträger: Holzhackschnitzel, Erdgas
Nahwärmeversorgung Chemnitzer Str. 1, Hannover-Vahrenheide
  • 318 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 18.175 m2
  • Technische Ausstattung: 
  • Wärmeleistung Holzheizkessel 650 kW
  • Wärmeleistung Spitzenlastkessel 1.100 kW
  • Einsparung: 560 t/CO2 p. a.
  • Energieträger: Holzhackschnitzel, Erdgas
Leonore-Goldschmidt-Schule (ehem. IGS Mühlenberg), Hannover-Mühlenberg
  • 1.900 Schüler und Schülerinnen auf einer Gesamtfläche von 26.000 m2
  • Technische Ausstattung (Holzpellets): 
  • 300 kW Holzpelletskessel
  • 2 mal 300 kW Gasheizkessel
  • Technische Ausstattung (Solarstrom): 
  • Elektrische Leistung 270 kWp im Endausbau
  • Solarfläche ca. 1.600 m2
  • Einsparung (Holzpellets): Ca. 1.000 t/a CO2 / Reduzierung CO2 durch Solarstrom um ca. 175 t/CO2 p.a.
  • Energieträger: Holzpellets, Solarstrom
Magdeburger Straße 2, Hannover-Vahrenheide
  • 30 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 2.500 m2
  • Technische Ausstattung: 
  • 150 kW Holzpelletsheizkessel und Solarenergienutzung für
  • Trinkwarmwasserbereitung und zur Unterstützung der Raumheizung.
  • Einsparung: 100 t/CO2 p.a.
  • Energieträger: Solarthermie, Holzpellets
Strategiekennzahlen hanova
 
Geschäftsjahresziele
  • Investitionsvolumen Instandhaltung / Modernisierungen ab 2021: 30-35 Mio € p.a.
  • Modernisierungen ab 2021: >300 Wohnungen p.a.
  • Energiekennwert Gebäude nach Modernisierung: 80 Kwh/a/m2 (Stand 2019: 103 Kwh/ a/m2)
  • Energiekennwert Neubau: 15-55 Kwh/a/m2
  • Leerstandsquote (>3 Monate) von 2019 bis 2028: <1,1%
  • Leerstandsquote Gewerbeimmobilien: <3%
  • Anzahl Gewerbeobjekte bis 2029: 25
  • Nutzfläche bis 2029: 100.000 m2
  • Erstkundenzufriedenheitsquote: >90%
  • Kundenzufriedenheitsquote: >80%
  • Weiterempfehlungsquote: >90%
Jahresübergreifende Ziele
  • Neubauvolumen von 2016 bis 2020: 1.318 Wohnungen 
  • Neubauvolumen von 2021 bis 2024: 746 Wohnungen 
  • Neubaubeginn von 2018 bis 2021: 1.372 Wohnungen
Klimaschutzstrategie
Seit 2007 ist die hanova bspw. Partnerin der „Klimaallianz Hannover 2020“. Im Zuge dieser Partnerschaft hat sich die hanova gegenüber der Landeshauptstadt Hannover verpflichtet, 33% des CO2-Ausstoßes im Zeitraum 1990 bis 2020 zu reduzieren. Bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 konnte der Verbrauch bereits um bis zu rund 32% (ohne Ankauf Canarisweg) reduziert werden. 
 
Des Weiteren beteiligt sich die hanova auch am „Masterplan der Region Hannover 2050“. Zielsetzung beim Masterplan ist es, eine Energieeinsparung von 50 % zu erreichen. Der verbleibende Energiebedarf soll über erneuerbare Energie abgedeckt werden. Im Ergebnis soll eine Reduzierung der Treibhausgase um 95 % bis 2050 zum Basisjahr 1990 erreicht werden. Diese Ziele werden u.a. durch umfangreiche energetische Bestandsmodernisierungen erreicht. Rund 28,73 Mio € flossen 2020 in energetische Gebäudesanierungen, Instandhaltungsmaßnahmen und Wohnungsmodernisierungen.
 
Sämtliche Bauvorhaben der Gesellschaft entsprechen den aktuellen Standards in punkto Wärmedämmung und Energieeffizienz. Häufig geht die hanova sogar noch einen Schritt weiter und errichtet Neubauprojekte im Passivhausstandard.
 
Einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduzierung leistet auch hanova SERVICES. Mit über 550 Heizzentralen und mehr als 16.000 zu versorgenden Wohneinheiten gehört diese zu den größten Wärmecontracting-Unternehmen im Raum Hannover. Insbesondere durch das Bestreben, bestehende Heizanlagen sukzessive durch modernste und effiziente Heizsysteme auszutauschen sowie fossile Brennstoffe zunehmend durch erneuerbare Energien zu ersetzen, trägt hanova SERVICES wesentlich zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei. 
 
Im Rahmen der „Ökologische Offensive“ unterstützt die hanova zudem die kommunale Biodiversitätsstrategie der Landeshauptstadt Hannover. Der beständigen Innenstadtversiegelung und dem stetig voranschreitenden Artensterben soll u.a. durch Dachbegrünung, Anlage von Blumen-(Bienen)wiesen oder Unterstützung von Gebäudebrütern entgegengewirkt werden. Der ganzheitliche nachhaltige Ansatz des GOK wird auch mit der Nutzung von E-Autos und E-Fahrrädern für Dienstfahrten weitergeführt.
 
Wesentliche Risiken in Bezug auf das Ressourcenmanagement ergeben sich für die hanova nicht. Die Gesellschaft würde allerdings den ökologischen Ansprüchen nicht gerecht werden und ein Risiko und somit negative Auswirkungen auf Ressourcen und Ökosysteme in Kauf nehmen, wenn sie beispielsweise aus ökonomischen Gründen keine energetischen Sanierungen an ihrem Bestand mehr vornehmen und somit keine Maßnahmen ergreifen würde, um den
CO2-Ausstoß auch zukünftig zu reduzieren.