12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Verwertung und Behandlung

Die Verwertung und Behandlung der Abfälle mit den entsprechenden ökologischen Wirkungen wird in Kriterium 4 Tiefe der Wertschöpfungskette beschrieben.

Abfallvermeidung

Abfallvermeidung steht bei den AWM analog der Abfallhierarchie an erster Stelle.
Auf der Homepage wurde im Berichtsjahr 2020 ein eigener Menüpunkt eingerichtet. Interessierte erhalten dort Alltagstipps und Angebote, u. a. in den Bereichen Verpackungen, Lebensmittel, Reparieren und Recyceln.  
Die nachhaltigkeitspädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisieren im Rahmen von Projekten und Kampagnen wie z. B. "Münster für Mehrweg" und "Münster is(s)t abfallarm" Lernende und Interessierte (vgl. auch Kriterium 18).  

Nachhaltige Mobilität

Über 200 Entsorgungs-, Reinigungs- und andere Nutzfahrzeuge tragen täglich zur Sauberkeit und Ordnung in der Stadt Münster bei. Um die Verbräuche möglichst gering zu halten, werden die Fahrer regelmäßig geschult, damit sie sprit- und ressourcensparend mit den Fahrzeugen unterwegs sind. Außerdem setzen die AWM mit Erdgas betriebene Fahrzeuge ein.
Im Jahr 2021 erfolgt eine Stellenbesetzung im Bereich des Fuhrparkmanagements.

AWM tanken Wind und Sonne

Die Elektroautos der AWM tanken Grüne Energie direkt vor der Tür – das sorgt für einen umweltfreundlichen Energiekreislauf. Möglich wird das Anzapfen von Sonne und Wind über eine multimodale Ladestation. Hier können Fahrzeuge Energie beziehen. Die Technik stammt von den Stadtwerken Münster, die die Station im Rahmen eines E-Bus-Förderprojekts entwickelt haben. Das Grundstück, auf dem die Station steht, haben die AWM als direkter Nachbar für die neue E-Tankstelle zur Verfügung gestellt. Tag und Nacht laden sich entweder E-Fahrzeuge der AWM oder der Stadtwerke auf. Im Jahr 2020 verfügten die die AWM über 19 E-Autos. Im Sinne des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit wollen die AWM zukünftig möglichst viele alte Fahrzeuge nach der Abschreibung durch Elektrofahrzeuge ersetzen.
Es ist geplant, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittelfristig in der Straßenreinigung nicht mehr mit Diesel-Fahrzeugen, sondern mit Elektrofahrzeugen in den entsprechenden Revieren tätig sind.

Erneuerbare Energien

Größte Photovoltaikanlage in Münster

Die Anlage auf dem Dach der Betriebshalle liefert rund 230.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.
Ende 2010 gingen weitere 9.000 Quadratmeter Solarpaneele ans Netz: Die neue Anlage, von den Stadtwerken Münster betrieben, bedeckt den Südhang der rekultivierten Deponie II in Coerde. Sie erzeugt jährlich im Mittel 1 Mio. Kilowattstunden Strom und ist damit Münsters größte Photovoltaikanlage.
Geplant ist eine Erweiterung der Photovoltaikanlage auf dem Deponiegelände um weitere 750 kWp.

Vertikale Windkraftanlage

Ende 2014 ging die vertikale Windkraftanlage in Betrieb. Es handelt sich jedoch eher um ein Vehikel der Bewusstseinsbildung, da mit den Erträgen – umgerechnet auf ein Jahr – lediglich mehrere Haushalte mit Strom versorgt werden können.

Energie aus Abfällen gewinnen

In der Biovergärungsanlage entsteht aus den organischen Abfällen der Münsteraner unter anderem Biogas – energiereiches Methan, das im benachbarten Blockheizkraftwerk der AWM zu Strom und Wärme umgewandelt wird. Durch die Verstromung des Biogases werden jährlich rund 3.200 Tonnen CO2-Emissionen vermieden.
Die Faulgase, die aus den alten Abfällen der beiden Deponien I und II immer noch entstehen, werden über Gasbrunnen aufgefangen und ebenfalls zum Blockheizkraftwerk der AWM geleitet und dort zu Strom und Wärme umgewandelt. Durch die Verstromung des Faulgases werden jährlich rund 1.780 Tonnen CO2-Emissionen vermieden. In der mechanischen Restabfallaufbereitungsanlage wird aus den Restabfällen die sogenannte „heizwertreiche Fraktion“ aussortiert. Das sind zum Beispiel energiereiche Kunststoffe, die in der Industrie anschließend als Ersatzbrennstoffe eingesetzt werden. So werden Erdgas- und Ölvorräte geschont.

Einführung der Wertstofftonne

Die Wertstofftonne hat zum 1. Januar 2020 den Gelben Sack im gesamten Stadtgebiet abgelöst. Neben Verpackungen, die bisher im Gelben Sack gesammelt wurden, können jetzt auch sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen über eine Tonne gemeinsam entsorgt werden. Die Unterscheidung und Ungleichbehandlung bei der Entsorgung zwischen Verpackung und Nicht-Verpackung ist hinfällig.
Über die Wertstofftonne können z. B. Kunststoffe wie Gießkannen, Klappkisten und Kinderspielzeug oder Metalle wie Töpfe und Pfannen oder Werkzeuge entsorgt werden. Damit wird die Abfalltrennung für die Bürgerinnen und Bürger Münsters einfacher und ökologischer.

Ziele

Weitergehende Ziele im Bereich Ressourcenmanagement werden im Rahmen der Ausgestaltung der Vision 2030 erarbeitet und formuliert (vgl. Kriterium 3).


Risiken


Es sind keine weitergehenden Risiken erkennbar. Das Ressourcenmanagement der AWM trägt in erster Linie zur Minderung der Inanspruchnahme der Umwelt bei.