12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Die Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen für nachkommende Generationen hat für uns einen besonders hohen Stellenwert. Wir leisten unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung, indem wir uns kontinuierlich verbessern und stetig lernen. Wir übernehmen konzernweit die Verantwortung für eine umweltfreundliche Produktion. So ist es für uns selbstverständlich, daran zu arbeiten, die Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns auf Umwelt und Mensch so gering wie möglich zu halten.

Wesentliche ökologische Auswirkungen entstehen durch den Einsatz von Material, Rohstoffen, Wasser, Strom, Wärme und anderen Komponenten. Neben Kosten ist ihr Einsatz in der Regel mit Emissionen und weiteren Umweltwirkungen verbunden, deren Verursachung direkt oder indirekt unserer Wertschöpfungskette zugeordnet werden kann. Eine besondere Rolle kommt hier der Verbrennung fossiler Rohstoffe zu. Durch die Wertschöpfungstätigkeit entstehen weiterhin Abfälle, die je nach Art der Entsorgung und der Wiederverwertbarkeit ebenfalls mit Umweltauswirkungen verbunden sind.

Mit unserer im Berichtsjahr neu entwickelten Nachhaltigkeitsstrategie und der Zielsetzung „Hundred percent resource efficiency“ wollen wir ab dem Geschäftsjahr 2021 einen noch stärkeren Fokus auf das Thema Ressourceneffizienz legen. Die Reduzierung aller unserer Umweltauswirkungen durch einen sparsamen und effizienten Einsatz aller Ressourcen, durch Vermeidung von Abfall sowie die Nutzung erneuerbarer Energien und Materialien ist uns wichtig und unser erklärtes Ziel.

Zugleich fühlen wir uns verpflichtet, die eigenen Prozesse möglichst energieeffizient, umweltverträglich und ressourcenschonend zu gestalten. Im Zentrum stehen dabei nicht nur die absoluten, sondern insbesondere auch die relativen Verbräuche – bezogen auf die jeweilige Produktionsmenge. Mit diesen Informationen lässt sich die Effizienz einzelner Prozesse zuverlässiger bewerten als anhand der rein
absoluten Werte.

Um das Ziel der Ressourceneffizienz zu erreichen, werden wir im ersten Schritt den Aufbau eines digitalen monatlichen Monitorings der Umweltkennzahlen an allen Produktionsstandorten vorantreiben. Darüber hinaus dient die damit verbundene intensivere Kennzahlenerhebung der Definition von Leistungsindikatoren und der Festlegung von konkreten Zielwerten für das Jahr 2024 sowie der Implementierung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001. Zur Umsetzung dieser Vorhaben wird im Geschäftsjahr 2021 ein neues Umweltmanagementteam gebildet, welches regelmäßig an die Geschäftsführung berichtet.

Nachdem wir im ersten Schritt die Basis geschaffen, Potenziale identifiziert und uns konkrete Zielwerte gesetzt haben, wollen wir im zweiten Schritt eine Effizienzstrategie entwickeln und damit einen Fahrplan zur Erreichung unserer Ziele definieren.

Erfolge im Bereich Ressourceneinsparungen konnten wir bereits im Geschäftsjahr 2021 erreichen. Diese werden in den folgenen Abschnitten dargestellt: 

Stromverbrauch
Im Berichtsjahr konnten wir den absoluten und spezifischen Stromverbrauch signifikant senken. Dies ist auf unterschiedliche Effizienzmaßnahmen zurückzuführen, welche wir im Geschäftsjahr 2020 erfolgreich umgesetzt haben. Durch eine verbesserte Produktionsplanung konnte die Maschinenauslastung in der Weise optimiert werden, dass größere Chargen bzw. Losgrößen abgefüllt werden konnten. Auf diesem Weg wurde die Anzahl an Anlagenumrüstungen reduziert. Bei der Umrüstung von Produktionsanlagen führt insbesondere die Wiederinbetriebnahme der Produktionsanlagen zu einem höheren Energieverbrauch.

Darüber hinaus konnten wir weitere Einsparungen beispielsweise durch die kontinuierliche Umstellung von Leuchtmitteln auf LED-Beleuchtung erzielen. Dies führte dazu, dass wir im Geschäftsjahr 2020 unseren absoluten Stromverbrauch von 9.263.963 kWh (2019) auf 8.348.772 kWh deutlich reduziert haben. Der spezifische Stromverbrauch verringerte sich dabei ebenfalls signifikant von 42,41 Kilowattstunden je Kubikmeter Fertigprodukt (2019) auf 38,22 Kilowattstunden je Kubikmeter Fertigprodukt (2020). Im Geschäftsjahr 2020 wurden somit 16,3 % weniger Strom je Kubikmeter Fertigprodukt eingesetzt als im Basisjahr.

Brennstoffverbrauch
Im Berichtsjahr konnten wir sowohl den absoluten als auch den spezifischen Brennstoffverbrauch erfolgreich senken. So ist der spezifische Brennstoffverbrauch von 82,57 Kilowattstunden je Kubikmeter Fertigprodukt im Jahr 2019 auf 75,27 Kilowattstunden je Kubikmeter Fertigprodukt im Jahr 2020 gesunken. Im Vergleich zum Basisjahr 2015 stellt dies eine Senkung um 12,0 % dar. Die Verringerung des Brennstoffbedarfs ist ebenfalls sowohl auf die verbesserte Produktionsplanung als auch auf Isolierungsmaßnahmen an Gebäuden zurückzuführen. Darüber hinaus konnte durch eine effizientere Steuerung des Dampfkessels eine Reduktion des Erdgasverbrauchs erzielt werden.

Gesamtenergieverbrauch
Unser Gesamtenergieverbrauch an allen Standorten lag im Geschäftsjahr 2020 bei 27.105.744 Kilowattstunden. Damit verringerte sich der absolute und spezifische Energieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr erheblich. Der spezifische Energieverbrauch sank von 137,57 Kilowattstunden je Kubikmeter Fertigprodukt (2019) auf 124,09 Kilowattstunden je Kubikmeter Fertigprodukt (2020). Diese Ergebnisse sind vorwiegend das Resultat unseres kontinuierlichen Strebens nach einem effizienteren Ressourceneinsatz. So konnte die Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs insbesondere durch die Umstellung von mit fossilen Brennstoffen betriebenen Staplerfahrzeugen auf solche mit Elektroantrieb erreicht werden. Darüber hinaus hat die Coronavirus-Pandemie die Reiseaktivitäten unseres Außendienstes eingeschränkt. Zusätzlich führen die Reduktionsmaßnahmen des Brennstoff- und Stromverbrauchs ebenfalls zur Reduzierung des absoluten und spezifischen Energiebedarfs.

Die wesentlichen Vorschriften für unsere Produktion sind in den behördlichen Genehmigungen festgelegt. Die Basis bilden beispielsweise die nationalen Regelwerke zu Wasser, Abfall, Emissionen und Störfällen. Darüber hinaus stehen für uns die Anforderungen des Qualitätsstandards International Feature Standard Food (IFS Food) und Sedex Members‘ Ethical Trade Audit (SMETA) im Vordergrund.

Potentielle Risiken bestehen in diesem Handlungsfeld vor allem in der Verunreinigung oder der Versiegung eigener Brunnen und in den direkten und indirekten Folgen des Klimawandels. Hierzu zählen auch ökonomische Folgen in Form von steigenden Energiepreisen und weiteren Preissteigerungen sowie Anpassungskosten an die Folgen des Klimawandels.

Bei einer Nettobetrachtung von Risiken wurden derzeit keine Risiken identifiziert, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf Umweltbelange haben werden. Die Ausarbeitung eines tiefergehenden Konzept zur Risikoanalyse befindet sich derzeit in Planung. Die Ziele und Maßnahmen der Nachhaltigkeitsstrategie im Handlungsfeld Planet stelle dafür wesentliche Grundlagen dar, um einen detaillierten Überblick zu bekommen und eine bessere und systematischere Steuerung des Ressourceverbrauchs zu gewährleisten.