12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

12.1.    Ziele

Zahlreiche Außenstellen befinden sich in angemieteten Büros, was die Auswertung und Beeinflussung von Ressourcenverbräuchen sehr schwierig macht. Daher beziehen sich die quantifizierten Ziele des Ressourcenmanagements auf die Direktion der INTER.

Neben den Reduktionszielen hinsichtlich klimarelevanter Ressourcen prüft und optimiert der Bereich Zentrale Dienste den Ressourcenverbrauch. 2018 haben wir beispielsweise unseren Papierverbrauch um 4,3 % verringert. Diesen Weg wollen wir weitergehen. U. a. prüfen wir, in unserer E-Mail-Signatur entsprechende Hinweise zur Ressourcenschonung durch Nicht-Ausdrucken der Mail, einzuführen. Weiterhin setzen wir in unserem Betriebsrestaurant schon jetzt auf recycelbare Materialien anstatt auf Einmalplastik; auch in unserem Fitnessstudio finden unsere Mitarbeiter keine Wegwerfartikel aus Plastik, sondern Wischtücher aus Zellstoff vor.

Diesen Weg gehen wir - über die EU-Richtlinie zum Verbot von Einmalplastik hinaus - weiter. So prüfen wir derzeit ein Pfandsystem für die Mitnahme von Speisen aus dem Betriebsrestaurant in Mehrwegbehältern. Außerdem wollen wir unseren Mitarbeitern ab 2019 frisches von uns selbstgebackenes Brot zum Kauf für Zuhause zur Verfügung stellen. Ein weiteres Ziel liegt in der vierteljährlichen Überprüfung der Wasserqualität in der Direktion. Sollte sich das Wasser wie erwartet als dauerhaft genießbar erweisen, prüfen wir bis 2020 ein Konzept zur Versorgung unserer Mitarbeiter mit Trinkwasser, sodass die Nutzung von Plastikwasserflaschen in Zukunft zurückgeht.

Seit Anfang 2019 gibt es eine neue Möglichkeit, Kleidungsstücke reinigen zu lassen. Die Reinigung erfolgt mit einem umweltfreundlichen und materialschonenden Verfahren (Greenearth).

Das Thema Plastik betrifft wiederum auch unsere Werbematerialien, deren Hersteller wir ab 2019 fortlaufend auf die Nutzung von Plastikartikeln in den Werbematerialien überprüfen.

Weitere Ziele verfolgt unser Ressourcenmanagement in den Bereichen Mobilität, Gebäude und Digitalisierung.

Neben der Prüfung eines neuen Mobilitätskonzepts wollen wir unsere Mitarbeiter weiterhin für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sensibilisieren. Hierfür steht in unserer Dienstreiseordnung seit dem 01. Januar 2019 folgender Passus:

„Bei der Reiseplanung sollte neben der Wirtschaftlichkeit stets auch der Umweltgedanke im Fokus stehen. Durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann jeder Reisende die Nachhaltigkeit (CSR) der INTER unterstützen und einen wichtigen Beitrag zur Öko-Bilanz des Unternehmens leisten.“

Es ist zudem geplant, dass unsere Mitarbeiter, die eine BahnCard erhalten, ein Fahrtenbuch anlegen. Dieses erleichtert es uns, den Nutzen der BahnCards zu bewerten.

Im Bereich Gebäudemanagement installierten wir 2018 eine neue Fernwärmeübergabestation. Diese gilt als effizient, umweltfreundlich und preiswert. Durch die zusätzliche Installation mehrerer Energiezähler können wir unseren Energiebedarf darüber hinaus besser einschätzen. 2019 denken wir über die Animierung der Mitarbeiter zum Treppensteigen nach. Dies würde perspektivisch zu einer Reduktion der Fahrstuhlnutzung und damit zum Stromsparen führen. Langfristig steht im Bereich Gebäudemanagement die Sanierung der Direktionsgebäude eins und zwei auf dem Plan. Die übrigen Gebäude der INTER-Direktion sind bereits energetisch saniert. Die INTER Polska hat ihren Sitz in Warschau in ein modernes Bürogebäude verlegt. Das neu bezogene Gebäude wurde gemäß Breeam-Zertifizierungssystem positiv bewertet. Zur Beleuchtung der Büros kommen dort ausschließlich LEDs zum Einsatz.

Hinsichtlich der Digitalisierung unserer Betriebsorganisation fokussieren unsere Ziele die Vermeidung von Papierverbrauch und sonstiger Ressourcen. So möchten wir die Nutzung der INTER-Postbox und der Rechnungen-App 2019 weiter steigern (zu den derzeitigen Nutzungszahlen s.Kriterium 12.2). Innerbetrieblich zielen wir auf die ausgeweitete Durchführung digitaler Meetings und von Webinaren in der Fort- und Weiterbildung.

Einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt nimmt die INTER 2019 über die Durchführung eines ökologischen Projekts wahr: Derzeit diskutieren wir mit regionalen Umweltinstitutionen über sinnvolle Maßnahmen zum Schutz einheimischer Tierarten.

Alle Ziele und Projekte werden in enger Abstimmung mit dem Vorstand formuliert und realisiert. Über die Ergebnisse wird der Vorstand regelmäßig informiert.

12.2.    Prozess der Zielerreichung

Mit unseren CSR-Umweltkennzahlen, insbesondere den Scopes nach dem VfU, steht uns ein strategisches Instrument für das Controlling unserer Umweltziele zur Verfügung.

Für das Controlling der Zielerreichung zeichnet sich der Bereich Zentrale Dienste verantwortlich. Wie in allen anderen Bereichen wird dieser Bereich vom CSR-Kernteam unterstützt. Ein wichtiger Aspekt der Zielerreichung ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Umweltthemen, was mit den Informationszielen zum Ressourcenverbrauch einhergeht.

Uns ist bewusst, dass Maßnahmen der Ressourcenschonung vielschichtig zu beurteilen sind. Beispielsweise erscheint die Einführung von Materialien, die als Endprodukte nachhaltiger, in ihrer Herstellung jedoch wesentlich ressourcenintensiver sind, als wenig sinnvoll. Wir wissen außerdem, dass sich unsere Anspruchsgruppen, bei der Ressourcenschonung die Mitarbeiter, ebenfalls dem Nachhaltigkeitsgedanken verschreiben müssen, damit unsere Maßnahmen ihre optimale Wirkung erzielen. Aus diesem Grund gehen der Implementierung von Maßnahmen zur Ressourcenschonung immer eine Informationssammlung, ein Test und eine intensive Prüfung voraus.

2018 erwuchsen mehrere Maßnahmen zur Schonung von Ressourcen aus unserem CSR-Management. Im Betriebsrestaurant nutzen wir nach Abschaffung von Papp- und Plastikgeschirr nun unter anderem Obstbecher aus polymerer Milchsäure (biologisch abbaubar). Zudem bieten wir unseren Mitarbeitern Bio-Limonaden und Bio-Smoothies an. Das Betriebsrestaurant folgt bei der Implementierung von CSR-Maßnahmen dem 2016 eingeführten Küchenkonzept, das auf regionale und frische Speisen setzt.

Den INTER-Mitarbeitern steht darüber hinaus ein vergünstigtes Jobticket zur Verfügung.

Um unsere Ziele im Umweltmanagement zu erreichen, beziehen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung ein. Mit der INTER Postbox, der INTER Rechnungen-App oder dem internen, digitalen Versicherungslexikon INTERpedia sparen wir Papier und vereinfachen zugleich die Prozesse in Verwaltung und Vertrieb. Die Anzahl der App-Nutzer ist vom 31.12.2017 bis zum 31.12.2018 weiterhin von 10.498 registrierten Usern auf 26.627 angestiegen. Im Jahr 2018 erfolgten rund 100.000 Einreichungen über die App mit im Schnitt jeweils knapp drei Dokumenten. Die Nutzerzahl der INTER-Postbox stieg von 11.067 auf 14.359. Zudem konnten wir unser Webinarangebot zur Reduktion von Fahrtzeiten deutlich erhöhen – von 1rund 1.500 Webinaren im Jahr 2017 auf rund 3.000 Webinare im Jahr 2018. Unter anderem die Bereiche Maklervertrieb und INTER Akademie sowie das Vertriebsmanagement sind hier sehr aktiv und nutzen Webinare, um Vertriebspartner und Makler über die Produkte der INTER, ihre Zielgruppen und die Ansprachemöglichkeiten von Kunden zu schulen.




Bei unserem Zahntarif INTER QualiMed Z Zahn
® haben wir 2017 gesehen, wie gut unser Online-Abschluss angenommen wird. Wir wollen unseren Kunden auch künftig digitale Abschlussmöglichkeiten zur Verfügung stellen und haben im Dezember 2018 den Online-Abschluss für den INTER QualiMed Z® Stationär live geschaltet, der INTER QualiCare® wird 2019 folgen.


Auch die Nutzung von iPads und die Durchführung digitaler Meetings reduzieren Fahrtkosten. 2018 wurden 390 iPads im Außen- und 200 im Innendienst genutzt. Diesen Einsparungsmaßnahmen stehen gesetzliche Informationspflichten gegenüber. So mussten wir 2018, wie bereits in Kriterium 4 beschrieben, all unsere Kunden über unsere neue INTER Mitglieder Assistance informieren, was mit einem hohen Papierverbrauch einherging, den wir nicht vermeiden konnten.

Neben dem Papierverbrauch beim Druck von Dokumenten und Werbemitteln nehmen wir den Papierverbrauch im Betriebsrestaurant und in den sanitären Einrichtungen in den Blick. Über Aushänge animieren wir zum sparsamen Papiergebrauch in Küchen und auf Toiletten. In unseren Bereichsküchen werden wir ab 2019 fortlaufend zudem intensiver auf die korrekte Mülltrennung hinweisen.

Unseren Stromverbrauch reduzieren wir über Bewegungsmelder und LED-Lampen, die wir bei Neuanschaffungen ausschließlich einsetzen. Darüber hinaus haben wir die Energieeffizienz und Sinnhaftigkeit der genutzten elektronischen Geräte im Blick.

Dem erhöhten Wasserverbrauch durch unsere Bewässerungsanlage an der Direktion gingen wir 2018 über die Installation eines Unterzählers nach. 2019 prüfen wir hier mögliche Gegenmaßnahmen.

Erfolge in der Betriebsausstattung und im Restaurant kommunizieren wir über das Intranet, um unsere Mitarbeiter für die Ressourcenschonung zu sensibilisieren und über Änderungen zu informieren.

Ab dem Jahr 2019 gehen wir der Einführung eines Umweltmanagementleitfadens nach, in dem die Konzepte zur Ressourcenschonung gebündelt werden. Dabei kommt auch unser Mobilitätskonzept auf den Prüfstand.

Eine dazugehörige Risikoanalyse existiert derzeit nicht, da diese für uns als nicht produzierendes Unternehmen von untergeordneter Bedeutung ist.