12. Ressourcenmanagement

Das Unternehmen legt offen, welche qualitativen und quantitativen Ziele es sich für seine Ressourceneffizienz, insbesondere den Einsatz erneuerbarer Energien, die Steigerung der Rohstoffproduktivität und die Verringerung der Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen gesetzt hat, welche Maßnahmen und Strategien es hierzu verfolgt, wie diese erfüllt wurden bzw. in Zukunft erfüllt werden sollen und wo es Risiken sieht.

Die Stadt Geestland verpflichtet sich durch das im Jahr 2015 beschlossene, energie- und klimapolitische Leitbild, welches zur Identifizierung sowie als mittelfristige Orientierung zur Umsetzung energie- und klimapolitischer Ziele dienen soll, zur kontinuierlichen Steigerung der Energie- und Klimaschutzeffizienz und dem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Energie https://www.geestland.eu/pics/medien/1_1435668298/2015-03-03_1._Ergaenzung_zum_Leitbild_des_integrierten_Klimaschutzkonzeptes.pdf. Sie sieht darin einen wesentlichen Bestandteil ihres Profils, welches durch Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gekennzeichnet ist.
Sie konzentriert sich in ihren energie- und klimapolitischen Bemühungen auf die vier Handlungsfelder Gebäude, Stromnutzung, Energiesysteme und Verkehr. Innerhalb dieser Handlungsfelder wird direkt auf die Reduktion des Energieverbrauchs Einfluss genommen.
Die Stadt Geestland ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und motiviert die Bevölkerung zum energiebewussten Handeln. Sie unterstützt aktiv die Beratung von Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen über die Möglichkeiten einer nachhaltigen Energieversorgung und -nutzung. Sie arbeitet dabei mit den Energieversorgern und allen weiteren Akteuren zusammen.
Ferner wurde zur Umsetzung dieser Ziele ein Energie- und Klimaschutzmanagement integriert https://www.geestland.eu/pics/medien/1_1465461428/Energie-_und_Klimaschutzmanagement_-_Lenkungsgruppe_Energie-_und_Klimaschutz.pdf und geeignete Maßnahmen werden in einem Energie- und Klimaschutzprogramm https://www.geestland.eu/pics/medien/1_1491398895/2016-12-21_Energie-_und_Klimaschutzprogramm___EKP___2016.pdf festgeschrieben .
Bei der Umsetzung des energie- und klimapolitischen Leitbilds schenkt die Stadt Geestland der in der Region vorhandenen Wertschöpfung besondere Beachtung. Dies stärkt den Standort für die regionale Wirtschaft sowie das lokale Gewerbe und schafft neue Arbeitsplätze. Außerdem hat die Stadt die Patenschaft für zwei Bienenvölker übernommen, um auf die Bedeutung der Bienen für die Umwelt hinzuweisen. Die Bienenvölker stehen dazu übrigens zeitweise auf dem Dachgarten des Rathauses. Durch ihre Bestäubungsleistung sind Bienen die drittwichtigsten Nutztiere und ein besonders gutes Beispiel für "Nachhaltigkeit".

Hierzu passend wurde das Projekt (M)ein vielfältiger Lebensraum ins Leben gerufen. Wegeseitenränder und ungemähte Wiesen sind mehr, als der erste Blick erahnen lässt. Sie sind voller Leben. Für Insekten, kleine Säuger, Vögel und Pflanzen sind blühende und vielfältige Seitenstreifen und Flächen Lebensraum und Kinderstube. Sie bieten Unterschlupf und Nahrung. Zum Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt verändern wir unser Vorgehen. Bereits seit Jahren wird für die Säuberung der Flächen kein Pflanzengift mehr verwendet. Die Entfernung von Unkraut und Gräsern aus Fugen und Rabatten erfolgt mechanisch per Hand. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter und überlassen ganze Flächen und ausgewählte Wegeseitenränder ihren Bewohnern. Seit März 2018 wurden verschiedene Areale für das neue Konzept vorbereitet. Sie wurden einmal gesäubert, dann wurden  spezielle mehrjährige Samenmischungen von standorttypischen, heimischen Pflanzen ausgebracht, die nach ihrem Austrieb der vielseitigen Insektenwelt als Nahrungsquelle dienen. Die Zusammensetzung der Samenmischung variiert je nach Einsatzgebiet. Auf innerörtlichen Flächen wird eine andere ausgesät als auf Flächen entlang der Straßen und Wege in der freien Natur. Auch unsere Bürger konnten sich beteiligen. Für jeden Haushalt haben wir ein Tütchen der speziellen Geestland-Mischung eingeplant, die mit der Mai-Ausgabe der Geestland-Rundschau an alle Haushalte verteilt wurde. Wir freuen uns auf viele bunte Flächen voller biologischer Vielfalt.   Geestland packt an beim Artenschutz.
http://www.geestland.eu/staticsite/staticsite.php?menuid=637&topmenu=10

Weitere Zielsetzungen

Die Zielerreichung wird besonders gut am Beispiel der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED dargestellt: Bereits im Jahre 2009 hat sich die Stadt Langen entschlossen, die Straßenbeleuchtung vollständig auf LED-Technik umzustellen. Im Zuge der Fusion zur Stadt Geestland hat auch die Samtgemeinde Bederkesa ihre Straßenbeleuchtung umgestellt. Insgesamt wurden rund 4.800!! Lichtpunkte erneuert. Seinerzeit ist man mit dem Ziel 2/3 des Stromverbrauches einzusparen gestartet. Inzwischen liegen die Verbrauchswerte vor und es konnte nachgewiesen werden, dass über 70 % des Stromverbrauches eingespart wurde. Das angestrebte Ziel wurde somit deutlich übertroffen! Es werden rund 500 Tonnen CO2 jährlich eingespart. Im Weiteren erfolgt derzeit die Einführung der automatisierten Steuerung der Straßenbeleuchtung (Umsetzung bis Ende 2019 erfolgt). Dadurch werden pro Jahr zusätzlich rund 90 Tonnen CO2 gespart. Ansonsten hat sich die Stadt im Rahmen des Energie- und Klimamanagements das Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um 50 % zu reduzieren.
Durch Stromeinsparungen bei unseren Liegenschaften (Einsatz von LED, Energiesparpumpen etc.) und Wärmeliefercontracting in 25 Liegenschaften konnten noch einmal 500 Tonnen CO2 eingespart werden. So dass die Stadt Geestland rund 1.000 Tonnen CO2 eingespart hat.
Die Stadt Geestland besitzt aufgrund ihrer Planungshoheit große Einflussmöglichkeiten auf die Stadtentwicklung in Bezug auf Gestaltung von Infrastruktur und Liegenschaften. Dies wird unter anderem in der zurückhaltenden, flächensparenden Ausweisung von Baugebieten deutlich, bei der primär auf die Innenentwicklung vorhandener Flächen sowie auf optimierte Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur geachtet wird. Ein wichtiger Baustein der Einflussnahme ist Transparenz und Information der Bevölkerung, zum Beispiel durch die energetische Quartiersanierung, bei der Kentnisse zu energieeffizienten Gebäuden (Dämmung, Beleuchtung, Heizung, usw.), regenerativen Energiequellen sowie Nachhaltigkeit durch regionale, recycelte Baustoffe vermittelt werden sollen. Hierzu ist unter anderem eine "gläserne Baustelle" geplant, auf der die Bürger direkten Zugriff auf diesbezügliche Informationen erhalten.

Zur Erbringung der Dienstleistungen des operativen Geschäftes ist die Stadt Geestland bestrebt und durch das bereits beschriebene Leitbild verpflichtet, mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen sorgsam umzugehen. Nutzen wird dabei vornehmlich aus Wasser und Energie (Wärme und Strom) gezogen. Für die eigenen Zuständigkeiten und für die eigene Handlungsverantwortung der Stadt bestehen auf Grund des hervorragenden Miteinanders aus Rat und Verwaltung keine besonderen Risiken. Sofern der Betrachtungsbereich über Geestland hinaus erfolgt, bestehen schon gewisse Unsicherheiten. So können sich die politischen Rahmenbedingungen auf Landes- bzw. Bundesebene ändern. Wie wir feststellen, gibt es auf der Ebene der EU bereits erhebliche Veränderungsprozesse, deren Auswirkungen – insbesondere im Hinblick auf die zukünftige Zuschusskulisse der EU (ab 2021) – nicht absehbar sind. Daraus folgen natürlich gewisse Unsicherheiten bezogen auf die Ausgestaltungsmöglichkeiten der zukünftigen Haushalte der Stadt. Bereits beschlossen wurde durch die Bundesregierung das „Klimaschutzpaket“, welches sich u. a. durch die CO2-Bepreisung auswirken wird.